Liebe Bücherwürmer!
Was soll man noch groß sagen, nun ist also der Oktober auch ins Land gegangen, wir haben die Uhren mal wieder zum letzten Mal zurückgedreht und stehen zum Feierabend in nachtfarbener Schwärze an der Haltestelle. Passend zum Gruselmonat schlechthin wurden natürlich einige schaurig schöne Bücher gelesen – aber nicht nur! Was passiet ist, was kommt, das gibt’s jetzt für euch.
gelesen & rezensiert













Zunächst einmal durfte sich mein bibliophiles Herz an dem Kleinen Kuriositätenkabinett der deutschen Sprache aus dem Dudenverlag erfreuen. Hier finden sich allerlei – ja, der Name sagt es bereits – Kuriositäten, die unsere wundervolle Sprache so aufzuweisen hat. Von zig Varianten für einen Dummkopf, über Parabeln, besonders kurze oder lange Worte oder eben auch die Verwendung des sogenannten Fugen-S – hier ist für jeden etwas dabei, der es genau so sehr liebt wie ich, unsere Sprache auseinanderzunehmen.
Danach hieß es Gruselmodus an und ab nach Bly Manor! Henry James schrieb bereits 1898 die Romanvorlage für die aktuell zweite Spuk-Staffel auf Netflix. Das Durchdrehen der Schraube hätte eigentlich richtig gut sein können, wenn mir die Dialoge und das Nichtgesagte der Protagonisten nicht mit der Zeit ein wenig auf die Nerven gegangen wäre. Ansonsten ist der Aufenthalt auf Bly Manor selbstredend nur auf eigene Gefahr vertretbar.
Bevor es dann bei den verbliebenen Gruselbingo-Büchern so richtig in den Endsport gehen sollte, brauchte ich noch einmal eine kurze Verschnaufpause. Laurel Snyders Insel der Waisen hat mich mit seinem leicht poetischen, wunderbaren Stil einfach nur mit sich gerissen. Ich strandete mit Ess auf dieser verzauberten Insel, ich lernte Jinny kennen, ich klammerte mich an sie. Und ich wollte ebenso wenig, dass Jinny diese kindliche Welt verlassen muss, wie Jinny es selbst nicht wollte.
Paul Tremblays A Head Full Of Ghosts hat es danach geschafft, mich so richtig aus dieser Inselidylle hinaus zu katapultieren. Nun hieß es, Merry und Marjorie zu folgen. Denn Marjorie benimmt sich immer seltsamer, sie hört angeblich Stimmen in ihrem Kopf, sie steht nachts am Bett ihrer kleineren Schwester und hält ihr die Nase zu. Die Eltern wissen bald nicht mehr, wie sie mit ihrer Tochter umgehen sollten und lassen schließlich ein Fernsehteam ins Haus, das aufzeichnen soll, wie ein Exorzismus durchgeführt wird. Schaurig in vielen Facetten!
Einmal in Spuklaune, brachte mich Der Geist von Lucy Gallows von Kate Alice Marshall an meine gruseligen Grenzen. Gemeinsam mit Bellaswonderland folgte ich einer Gruppe Teenagern auf die verborgene Straße im Wald, durchquerte Tore und Finsternis und sah uneimliche Wesen, während ich Lucys Geist suchte. Ein wahres Highlight zwischen so vielen wunderbaren Büchern in diesem Monat!
Dagegen konnte mich der Spuk von Beacon Hill von Ambrose Ibsen gar nicht mehr so sehr gruseln. Die Madenmutter, die in einem alten verfallenen Haus ihr Unwesen treibt, hatte zwar auch ihre Momente, fiel aber im Gegensatz zu Tremblay oder Marshall einfach zurück.
Das absolute Schlusslicht im Oktober bildet jedoch Murder Park von Jonas Winner. Dieser Thriller hätte eine starke Story beinhalten können, wenn sich jemand mit einem besseren Schreibstil darangesetzt hätte. Einen Themenpark über einen Serienkiller zu erbauen, das hat durchaus Potenzial. Wenn dann aber die Protagonisten nicht fähig sind, sinnvolle Sätze zu bilden, dann reißt bei mir doch sehr schnell der Geduldsfaden.
Glücklicherweise war mein Gruselbingo-Endgegner das wunderbar geisterhafte Carrow House von Darcy Coates. Hier geben sich die Geistererscheinungen die Klinke in die Hand, hier wurde gemeuchelt und gemordet. Und als die Gruppe um Remy für einige Tage in dieses Spukhaus einzieht, da passieren noch weitaus gruseligere Sachen. Die Rezension dazu folgt in den kommenden Tagen.
Auch abseits der spannungsgeladenen Bücher kam so eingies auf den Lesestapel. Mit Tutanchamuns Geheimnis aus der Pocket Escape-Book Reihe entzifferte ich Hieroglyphen, ging mit der wunderschönen Neuauflage der Wilden Schwäne von Hans Christian Andersen auf Märchenkurs, und entspannte mich bei den nächsten beiden Gänsehaut Bänden von R.L. Stine für mein Leseprojekt. Auch im Comicbereich wurde ein bisschen geschmökert, Perseus und Medusa ist der aktuelle Band aus der Mythen der Antike Reihe und auch Die Nacht der lebenden Toten konnte mich von sich überzeugen und begeistern.
Die SuB-Kurve
Ich sollte häufiger Aktionen wie das Gruselbingo laufen lassen, denn so fällt der SuB doch eindeutig am schnellsten. 😀 Ein Glück steht der nächste Abbau bereits in den Startlöchern für November, aber dazu weiter unten mehr.

SuB-Stand: 164
Beim SUB-ABC konnte ich nun also 18 Aufgaben lösen und freue mich wirklich sehr über diesen Fortschritt! =)
Das Grusel-Bingo

Pünktlich an Halloween konnte ich die letzte Seite umschlagen, konnte den finalen Endgegner besiegen, konnte meine diesjährige Gruselbingo-Karte vollständig füllen! Ich hatte auf jeden Fall sehr viel Spaß an dieser kleinen Aktion und ich danke allen, die so fleißig mitgelesen haben! Für den Januar steht bereits ein Frühjahrsputz-Bingo in den Startlöchern, wer also mitlesen möchte, der kann sich bereits jetzt Gedanken über etwaige Kandidaten machen!
Hier kommst du zur Gesamtübersicht zum Gruselbingo 2020!
Was noch?
Eigentlich wollten Nadine von NichtohneBuch und ich euch im Oktober unsere Krimi-Lieblinge präsentieren. Doch wie es manchmal so ist, das Leben kommt dazwischen und deswegen wurde die Krimiwoche kurzerhand verschoben. Aber sie kommt noch, versprochen! 🙂

Außerdem habe ich auch in diesem Jahr eine kleine Halloweengeschichte für euch geschrieben! Tatsächlich habe ich aber festgestellt, dass sie ein wenig untergegangen zu sein scheint. Aber vielleicht findet ja der ein oder andere doch noch den Weg zu Elizas albtraumhafter Nacht. ♥

Nachdem das Gruselbingo nun ja seinen glücklichen und vor allem erfolgreichen Abschluss gefunden hat, brauche ich dringend ein bisschen ungruselige Nahrung für den Kopf. Deswegen haben Sani Hachidori und ich kurzerhand den historischen November ins Leben gerufen! ♥ Ich liebe es, in alten Zeiten zu wandeln, mir die Geschichte der Welt literarisch zu erschließen und neues aus alten Epochen zu lernen. Deswegen soll der Fokus unserer Bücher nun also in den kommenden Wochen auf den Jahren bis einschließlich der 1960er liegen. Begonnen habe ich heute mit einem Buch, das gerade noch so in diese Zeit passt und die Überlebenden der Atombombe von Hiroshima beleuchtet. Die Blumen von Hiroshima von Edita Morris scheint mir als Einstieg gerade richtig. Natürlich kann sich jeder gern anschließen und seine Beiträge unter #historischerNovember verlinken – ich sammle auch gern die vorgestellten Bücher dazu!
Und nun bleibt mir nur noch eines zu sagen: Kommt gut durch die düstere Jahreszeit. ♥








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