[Im Advent] Märchen aus Indonesien

Meine Lieben!

Die Weihnachtszeit lockt nicht nur mit gemütlichem Lichterglanz, köstlichen Plätzchen und stimmungsvoller Musik, nein, für mich ist die Vorweihnachtszeit auch gleichbedeutend mit ausgiebigem Schwelgen in Märchen. Im Advent stelle ich euch jeden Sonntag ein Märchen aus einem anderen Land vor. Denn es gibt noch so viel mehr zu entdecken, als nur Hänsel und Gretel, Schneewittchen oder Dornröschen, mit denen wir aufgewachsen sind. ♥

Im letzten Jahr habe ich euch bereits auf diese Reise mitgenommen, wir haben gemeinsam Märchen von der Orchideeninsel kennengelernt, und in die Kälte Alaskas begeben, haben einen magischen Pinsel in China gefunden und haben uns gemeinsam mit dem Fuchs über die Dummheit des Wolfes im Orient amüsiert. Dieses Jahr startete unsere Reise in Polen, einem Land mit dem ich vorher gar nicht so viele Märchen verbunden habe. Danach entführte ich euch nach Norwegen, in ein fliegendes, goldenes Schloss. Und heute? Da geht es nach Indonesien, zu einer Prinzessin, einem Prinzen und einem finsteren Fluch.

Vom versteinerten Prinzen
und der traurigen Prinzessin

Es war einmal … in einem fernen Königreich namens Pajajaran. Hier lebte ein König mit seiner Tochter. Dewi Ngalima wurde aus dem Duft der Zimtblüte und dem Kuss des Lichts geboren, wenn sie lachte, entflog ihren Lippen ein kleiner gelber Schmetterling, und wenn sie weinte, so quollen schwarze Reiskörner aus ihren Augen.

Wer in Wut entbrennt, dessen Tränen fließen.
Wer selbst schuldig wird, muss dafür büßen!

(aus Der versteinerte Prinz und die traurige Prinzessin)

Die Prinzessin verliebte sich unsterblich in den Prinzen aus dem Reich des Jasmintaus, den sie jedoch nur als sein Abbild in einem Teich kannte. Doch ward sie bereits einem anderen zur Frau versprochen, einem bösen Zauberer aus einem Nachbarlande. Die Prinzessin bat ihren Vater, die Verlobung zu lösen und stattdessen ihren Prinzen heiraten zu dürfen, doch der König lehnte zunächst ab. Als ihm jedoch in der Nacht ein seltsamer Vogel erschien, und ihm riet, den Prinzen dem Zauberer vorzuziehen, so lenkte er aus Angst ein, schmiedete aber schon bald neue Pläne, um doch noch seinen ursprünglichen WIllen durchzusetzen.

Der Prinz aus dem Reich des Jasmintaus erreichte das Königreich, und ahnte nicht, welch böse Pläne sich hier zusammenbrauten. Als sein künftiger Schwiegervater ihn bat, Platz auf dem steinernen Thron zu nehmen, da geschah das Unglück. EIn Fluch ereilte die schöne Prinzessin Dewi Ngalima und sie verschwand spurlos. Der Prinz jedoch hörte von einer weißen Taube, dass seine Liebste auf den Bergen der Götter zu finden sei, und stürmte ihr auf seinem Pferd nach. Viele Tage war er unterwegs, bis er zu diesem Berg der Unsterblichen kam. Die weiße Taube riet ihm erneut, diesmal sagte sie ihm, er solle seinen Zorn zügeln und die Geister des Berges nicht erzürnen. Als er diese jedoch abwertend über seine Prinzessin reden hörte, verlor er die Beherrschung und schlug ihnen allensamt den Kopf von den Schultern. Daraufhin erhob sich ein schweres Gewitter, das den Fluch vollends erfüllte. Der Prinz konnte sich nicht mehr rühren, nur eine Träne entfloh noch seinem Auge. Diese Träne benetzte eine kleine Knospe am Wegesrand, und als diese erblühte, kam seine Geliebte zum Vorschein.

Nun weint die Prinzessin in jeder mondhellen Nacht auf dem Friedhof und stickt an einem Totenhemd für ihren versteinerten Prinzen, das doch niemals fertig werden wird.

Eine Geschichte ohne glückliches Ende, was mich an das Märchen von der Orchideeninsel im letzten Jahr denken lässt. Braucht ihr bei Märchen immer ein Happy End?


Mehr Märchen aus fremden Ländern im Advent:

Märchen aus dem Morgenland
Märchen von der Orchideeninsel
Märchen aus Alaska
Märchen aus China
Märchen aus Polen
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One Comment on “[Im Advent] Märchen aus Indonesien

  1. Pingback: [Im Advent] Märchen aus Russland – Buchperlenblog

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