[Die literarischen Musketiere] Augen Auf im Februar

Hallo und herzlich willkommen, liebe Bücherfreunde!

Vor einigen Monaten kamen Anett von Anetts Bücherwelt, Bella von Bellas Wonderworld und ich auf den Gedanken, jeden Monat Platz für ein neues Format auf unseren Blogs einzuräumen. Wir haben uns also zu den literarischen Musketieren zusammengeschlossen und werden euch nun, immer im Wechsel und Reih um, jeden Monat drei Bücher empfehlen, die zur jeweilen Zeit oder einem bestimmten Thema passen könnten. Dabei spielt das Alter der Bücher keine Rolle, so dass ihr hier auch auf wunderbare ältere Schätze stoßen könnt. ❤︎

Bevor es allerdings losgeht, folgt eine kurze Vorstellungsrunde!

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Links im Bild haben wir Bella! Nicht nur ähnelt ihr Lesegeschmack immer wieder verblüffend dem meinen, auch ist sie kreativ unterwegs – häkelt und strickt und macht wunderbare Fotografien ihrer Reisen.

In der Mitte ist Anett! Wenn sie nicht gerade ihre Kinder umsorgt, steckt ihr Kopf ständig in einem Buch, sich aber auch regelmäßig mit Freunden trifft, um zu quatschen und Spaß zu haben, um Musik zu hören und noch viel lieber auf Reisen geht.

Na, und mich kennt ihr ja bereits.

In diesem Monat haben wir für euch Buchempfehlungen zusammengesucht, die sich alle mit Themen auseinandersetzen, die mehr Aufmerksamkeit im Alltag von uns erfordern sollten. Themen, die teilweise noch immer Tabus sind, Themen, über die sich nur wenige Menschen äußern wollen. Vielleicht können diese Bücher jedoch ihren Teil dazu beitragen, diese wichtigen Themen ein wenig mehr in euren Fokus zu rücken.

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3 Buchempfehlungen für den Februar

Bella empfiehlt:
Jodi Picoult – Kleine große Schritte

»Augen auf« beim Thema Rassismus, insbesondere dem Alltagsrassismus, denn wir Menschen sind doch alle lebende und fühlende Wesen egal welche Hautfarbe wir haben, welchen Glauben wir vertreten oder aus welcher Gesellschaftsschicht wir stammen und sollten daher auch, jeder für sich genommen, ohne Vorurteile behandelt werden. Jodi Picoult hat sich in ihrem Roman »Kleine große Schritte« dem Thema Rassismus gegen Afroamerikaner angenommen und erzählt darin die Geschichte der farbigen Säuglingsschwester Ruth, der von rassistischen Eltern die Betreuung ihres frisch geborenen Kindes untersagt wird. Als der Säugling jedoch in eine lebensbedrohliche Lage gerät, entschließt sich Ruth entgegen dem Verbot zu handeln, was sie schließlich vor Gericht bringt.

Der übersichtliche Plot erhält durch die Darstellung diverser Perspektiven, die der farbigen Säuglingsschwester Ruth Jefferson, des rassistischen Vaters Turk Bauer und der Pflichtverteidigerin Kennedy McQuarrie einen durchdringenden Schliff und machen das Buch zu einem Erlebnis!

Meine vollständige Rezension kann hier nachgelesen werden!

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Anett empfiehlt:
Dashka Slater – Bus 57

Der Bus der Linie 57 ist das einzige, was Sasha und Richard miteinander verbindet. Richard ist Afroamerikaner, geht auf eine öffentliche Schule und hat gerade einen längeren Aufenthalt in einer betreuten Wohngruppe für jugendliche Straftäter hinter sich. Sasha ist weiß, besucht eine Privatschule und identifiziert sich selbst als agender. Nur acht Minuten täglich verbringen Sasha und Richard gemeinsam im Bus 57. Bis zu dem Tag als Sasha den langen weißen Rock trägt und Richard ihn anzündet.

Dashka Slater hat den nachfolgenden Gerichtsprozess monatelang verfolgt, mit Beteiligten gesprochen und die Hintergründe recherchiert. Bus 57 ist die akribische Dokumentation eines berührenden Falles, der tragische Verstrickung zweier Jugendlicher, die doch nur eines wollen: glücklich sein, trotz allem.

Das Buch hat mich wirklich tief berührt und nachdem ich es gelesen habe, konnte ich kaum meinen Eindruck in Worte fassen. Die Rezension, die ich dazu geschrieben habe, habe ich immer wieder neu begonnen. Ich glaube, das war so mit die Rezension, die mir am schwierigsten vor kam. Ich habe meine Gefühle einfach nicht in Worte fassen können.

Manchmal hat mich das Buch auch etwas verstört, aber alles in allem fand ich das so interessant und gut recherchiert. Es ließ sich leicht und flüssig lesen und die Autorin hat ein Händchen für eine sprachlich gute Ausdrucksweise. Der Autorin ging es auch nicht darum, Richard unschuldig zu sprechen, sondern ihr ging es wirklich darum, alle Seiten aufzuzeigen. Unschuldig war er einfach nicht.

Was mich noch beeindruckt hatte, waren auch Sashas Eltern Debbie und Karl. Nicht nur der Umgang mit Sasha und seinem Coming-Out (auch sie mussten sich damals erst einmal belesen, was genderqueer bedeutet), auch das sie ihm so ein selbstbestimmtes Leben ließen.

Meine komplette Rezension könnt ihr hier finden!

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Gabriela empfiehlt:
Astrid Korten – Poppy

Poppy ist erst sechs Jahre alt, als sie mit ihrer Mutter von einem schwarzen Auto abgeholt, und in ihr neues Zuhause gefahren wird. Pick-Up, so nennt ihre Mutter ihren neuen Mann, einen älteren Herren mit gutlaufendem Geschäft und gefülltem Konto. Doch dieser Mann ist nicht an Poppys Mutter interessiert. Sondern an ihr.

Poppy ist eines dieser Bücher, von denen man eigentlich immer wieder hofft, dass sie nicht existieren. Und doch tun sie es. Denn es gibt viel zu viele Kinder, denen Gewalt angetan wird, psychisch und physisch. Kinder, die ihre Geschichten mit sich tragen bis ins Erwachsenenalter, Kinder, aus denen Erwachsene werden, die noch immer nicht sprechen können. Aber manche von ihnen öffnen sich den demonstrativ wegschauenden Blicken, manche erzählen ihre Geschichte. Poppy ist eine davon.

Und ihre Geschichte ist ein Paradebeispiel dafür, dass wir endlich unsere Augen öffnen müssen, hinschauen, wo Leid und Elend existieren. Denn auch in Poppys Leben gab es zu viele Menschen, die hätten eingreifen können und es doch vorzogen, die Augen zu verschließen, die Hände zu heben und zu sagen: Das geht mich nichts an.

Meine Rezension zum Buch findet ihr hier.

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Das waren die Tipps der literarischen Musketiere für den Februar 2021!
Weitere Tipps findet ihr hier:

2019
Bei Anett: Der Oktober – Schaurig-schön
Bei Gabriela: Der November – Nebelmonat
Bei Bella: Der Dezember – Bücher mit dem gewissen Weihnachtszauber

2020
Bei Anett: Der Januar – Mystisch und mysteriös
Bei Gabriela: Die Liebe im Februar
Bei Bella: Die liebsten Comics im März
Bei Anett: Der April – Klassiker kann man immer lesen
Bei Gabriela: Übergriff der Viren im Mai
Bei Bella: Romane der Lieblingsautorinnen im Juni
Bei Anett: Sommerhitze im Juli
Bei Gabriela: Mehr Aufmerksamkeit für Reihen im August
Bei Bella: Bücher, die uns zu Tränen gerührt haben im September
Bei Anett: Tag der Buchhandlung im Oktober
Bei Gabriela: Tierisch in den November
Bei Bella: Winterlich in den Dezember

2021
Bei Anett: Auf Zeitreise im Januar
Bei Gabriela: Augen auf im Februar

2 Comments on “[Die literarischen Musketiere] Augen Auf im Februar

  1. Pingback: Retrospektive | Von Drachentötern, Weltraumabenteuern und Idenditätskarussel - das war mein Februar 2021 – Bella's Wonderworld

  2. Pingback: [Die literarischen Musketiere] Tag des Buches im April – Buchperlenblog

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