[Rezension] Oscar de Muriel – Die Schatten von Edinburgh (1)

Herrlich verschroben, snobistisch und skurril – Ein Genuss für Freunde des historischen Krimis!

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Werbung | Autor: Oscar de Muriel| Titel: Der Schatten von Edinburgh |
Erscheinungsdatum: Februar 2017 | Verlag: Goldmann | 480 Seiten | Genre: historischer Krimi | Reihe: Band 1 von X |

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„Inwieweit schief?“
„Schief insofern, als dass Sie in einem der teuersten Viertel dieser Stadt wohnen und zugleich offenkundig das grobschlächtige Wesen eines Fleischers haben, das einen in den Reihen der Polizei ganz nach oben bringen kann, und – es schmerzt mich, es zuzugeben: Sie haben da so etwas an sich, das mich glauben lässt, dass Sie nicht vollkommen dumm sind …“

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Inhalt

London, 1888. Einem jungen Mann aus bestem Hause verlangt es nach geistiger Zerstreuung, und so beginnt er zunächst ein Medizin-, später ein Jurastudium und landet aufgrund guter Beziehungen schließlich bei Scotland Yard. Doch als sein Gönner zurücktritt, droht auch Inspector Ian Frey die Entlassung. Um dem zu entgehen, soll er ins gar nicht so ferne Schottland und sich dem dortigen Inspector McGray unterstellen, der … nun … gelinde gesagt, nicht ganz nach Freys Geschmack ist. Doch ein vermeintlicher Nachahmer des Ripper treibt sein Unwesen und es gilt, den Schuldigen zu fassen, bevor es zu weiteren Taten kommt.

Rezension

Oh, wunderbar englische Verschrobenheit!

Hach, wie sich mein Herz doch an solch wunderlichen Gestalten in der englischen Kriminalliteratur erfreut. Ich mag es sehr, wenn die Polizisten, Constables, Detectives und Inspectors ein wenig … eigen sind. Deshalb ist mir mit der Reihe von Oscar de Muriel um die beiden Ermittler Frey und McGray ein absoluter Glücksgriff gelungen!

Während Jack the Ripper London in Atem hält, wird ein Violinist in Edinburgh tot aufgefunden. Das Zimmer ist von innen verriegelt, keiner konnte rein oder raus. Und dennoch wurde der Mann ausgeweidet, Herz und Lunge entnommen und ebenso ein Teil seiner Gedärme. Doch wohin ist alles verschwunden, und was hat die verfluchte Violine, die nun von Hand zu Hand geht, damit zutun?

Ich liebe den verschnöselten Frey und seinen immer wieder durchscheinenden Standesdünkel, und noch mehr liebe ich den raubeinigen Schotten McGray, der auf alles und jeden sch*** und kein Blatt vor den Mund nimmt. Die beiden zusammen ergeben ein herrliches Bild, dem man fast nichts hinzufügen müsste. Ach halt, natürlich geschehen auch schlimme Dinge in Edinburgh, ein grausamer Mörder treibt sein Unwesen und wer wären wir, wenn wir ihn laufen ließen? Der Fall verläuft haarscharf an der Grenze des Realistischen, hier und da kommt man ins Staunen und beginnt bereits an den Teufel persönlich zu glauben. Ob dieser am Ende wirklich seine Finger im Spiel hatte oder nicht, das verrate ich natürlich nicht.

Mich jedenfalls konnte der erste Teil der Reihe ebenso überzeugen, wie schon vor einigen Monaten der zweite, weshalb ich mich nun umso mehr auf den dritten Band freue, der in Kürze im Dezember 2019 noch erschienen soll. Hoffentlich liest man noch viel von diesem ungleichen Ermittlerpaar, dass sich wohl mehr zu necken denn zu lieben scheint, und das doch unschlagbar zusammenarbeiten kann, wenn es darauf ankommt.

Fazit

Wunderbar schwarzhumorig mit einem interessanten Fall aus der Musikerszene, der Realistisches mit Aberglauben verbindet und ein amüsantes Ermittlerpaar in die Welt gesetzt hat. Mehr davon, bitte!

Bewertung im Detail

Idee ★★★★☆ ( 4 / 5 )

Handlung ★★★★☆ ( 4 / 5 )

Charaktere ★★★★★ + ★ ( 6 / 5 )

Sprache ★★★★★ ( 5 / 5 )

Emotionen ★★★★★ ( 5 / 5 )

= 4.8 ★★★★★

Weitere Bände:

Oscar de Muriel – Der Fluch von Pendle Hill (2)

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16 Comments on “[Rezension] Oscar de Muriel – Die Schatten von Edinburgh (1)

  1. Pingback: [Rezension] Oscar de Muriel – Der Fluch von Pendle Hill (2) – Buchperlenblog

  2. Guten Morgen,
    das Buch liegt schon sehr lange auf meinem SuB und ich komme
    nie dazu es zu lesen. Nach deiner Rezi sollte ich es aus meinem
    SuB befreien.
    Liebe Grüße,
    Petra

    Gefällt mir

  3. Oh das klingt so gut! Die Bücher sollte ich mir unbedingt genauer ansehen, klingt genau richtig für mich!
    Liebe Grüße Anett

    Gefällt mir

  4. Pingback: Rückblick auf den November – Buchperlenblog

  5. Pingback: Bloggestöber im November | Wörter auf Reise

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