[Rezension] Zoë Miller – Das Geheimnis jener Tage

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Erscheinungsdatum Erstausgabe: 15.01.2017

Verlag : Insel Verlag

ISBN: 9783458361961

Flexibler Einband 516 Seiten

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schnörkel

Dieses wunderbare Buch habe ich bei einer Leserunde gewonnen und habe es von Anfang bis Ende genossen.

Inhalt

Irland 1980. Eine junge Frau kommt jeden Abend an den Strand von Cork, Irland. Sie will ihre Ruhe, sie will allein sein. Und doch rettet sie einem jungen, blinden Mann das Leben. Das ist der Auftakt einer Geschichte, die in zwei Zeitsträngen spielt: 1980 und heute.

Heute: Carrie Cassidy hat ihre Eltern bei einem schrecklichen Flugzeugabsturz verloren und die Trauer hat sie auch fünf Jahre später noch nicht überwunden. Sie lässt niemanden richtig an sich heran und zerbricht somit sogar ihr Glück. Doch dann steht eines Tages eine fremde Frau vor ihr und von da an ändert sich ihr Leben.

Hatte ihre Mutter tatsächlich eine Affäre, obwohl sie bereits verheiratet war, wie Luis Jahre später behauptet? Und wenn nicht, wieso behauptet er nun so etwas?
Vergangenheit und Gegenwart, geschickt ineinander geflochten, ergeben eine spannende Geschichte rund um die Liebe und die Kraft, das scheinbar Unmögliche zu schaffen.

Rezension

Oh, was habe ich bei diesem Buch für Emotionen durchgemacht. Carries Verlust und die unaufgearbeitete Trauer haben mich sehr mitgenommen. Auch was damals 1980 mit Beth geschah und was nun Stück für Stück ans Licht kommt, hat mich teilweise sehr erschreckt. Diese Gewalt, die ein Mann einer Frau antun kann und zu was er sie dadurch treibt, war entsetzlich mitanzusehen.

Während der Leserunde konnte ich sehen, dass manche LeserInnen nicht mit Carries Art zurecht kamen, sie zu weinerlich empfanden. Ich persönlich konnte mich sehr gut hineinversetzen, der Gedanke, meine Eltern so plötzlich zu verlieren, schnürt mir einfach die Kehle zu.

Der Schreibstil ist sehr angenehm, die Seiten flogen nur so dahin.
Das Ende war mir etwas zu abrupt, aber jedes Buch muss einmal enden. Leider.

Fazit

Ein Buch für alle Emotionen – klare Leseempfehlung!

Bewertung: 4.5 / 5 Sterne ★★★★★

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Mopsiges #1

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Yoshi versteht das mit dem in Ruhe lesen noch nicht so ganz.

Der größte kleine Star in meinem Leben ist mein kleines Fellbündel, mein Mäuschen, mein Schnarchhafen, mein .. ach lassen wir die tausend Kosenamen einfach – mein Hund Yoshi.

Ja, Yoshi ist ein Mops. Das muss ich dazu sagen, denn manch einer hielt ihn schon für einen jungen Boxer. Er sich übrigens auch. Mittlerweile 7 Jahre alt, hält er sich für den Nabel der Welt – und wird auch genauso behandelt. Nicht von mir natürlich (doch, auch … ), aber von meinen lieben Mitmenschen, angefangen bei meinen Eltern. Mein Papa, der ein wenig reserviert wirken kann, sprüht vor Lebensfreude, sobald der Hund durch die Wohnungstür flitzt. Da wird auch schon mal vergessen, dass die Tochter ja auch noch am anderen Ende der Leine hängt und begrüßt werden will. Meine liebe Mama steht in aller Regelmäßigkeit in der Küche und bäckt für den kleinen Liebling Leberwurstplätzchen (Ich bin für die Plätzchenversorgung der restlichen Familie verantwortlich) und bietet auch sonst immer gern einen Platz auf ihrem Schoß an für ihn.

Das also im Allgemeinen zu Yoshi. Da er doch mehr mit Menschen als mit Hunden gemein hat, werde ich hin und wieder berichten, was ihm so passiert. So ein Mopsleben ist ja auch zu anstrengend, und dann immer diese Menschen. Man kennt das ja.


Diese Woche stand die jährliche Impfung auf dem Plan. Yoshi kennt den Weg zum Tierarzt genau, da hilft kein Straßewechseln oder Zickzacklaufen: Ab einem bestimmten Punkt wird gebockt. Da bleiben dann störrische 10 Kilo einfach stehen und stemmen die Beinchen in die zugefrorene Erde. Es hilft kein Locken und kein Rufen, da muss man dann rigoros an der Leine ziehen. Endlich drinnen, verkriecht er sich gleich unter dem nächstbesten Stuhl. In regelmäßigen Abständen schleicht er sich leise, leise Richtung Ausgang. Als ob ich das nicht bemerken würde! Also schnell wieder zurückgerufen und beruhigt. Das klappt prima und hält mindestens zwei Minuten an.

Nach dem Check-Up und der beruhigenden Mitteilung „Alles in Ordnung“ gab’s noch die obligatorische Wurmkur mit. Ich weiß gar nicht, wer das Ding mehr verabscheut: Ich oder der Hund. Mir wurde mal gesagt „Einfach etwas Leberwurst drumherum machen, dann fressen das ALLE.“ Japp, die Leberwurst schon. Die wird fein säuberlich abgelutscht und danach findet man die Tablette irgendwo in den Teppichflusen wieder. Mal sehen, wie viel Leberwurst dieses mal nötig sein wird, um ihn davon zu überzeugen, dass es doch nur zu seinem Besten ist. 😀

Ihre Lordschaft hat gerade vernehmlich gegreint, ich werde mich nun eilen, um ihn wieder gnädig zu stimmen. Seine Frust-Waffe ist nämlich nicht zu unterschätzen. Sie … äh … stinkt fürchterlich.

Habt einen schönen Sonntag ihr Lieben!

 

Bücher sind allgegenwärtig ♥

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Wenn ein Plakat in deine Seele schauen kann.

[Rezension] Katharina Seck – Die silberne Königin

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Erscheinungsdatum Erstausgabe: 14.10.2016

Aktuelle Ausgabe: 14.10.2016

Verlag : Bastei Lübbe

ISBN: 9783404208623

Flexibler Einband 400 Seiten

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„Es war einmal ein Königreich, das vor vielen tausend Jahren für seine Schönheit bekannt war.“

Inhalt

Silberglanz. Eine Stadt, in der dieser Name auch das Stadtbild bezeichnet. Verborgen unter ewigem Schnee und Eis liegt sie und harrt auf Befreiung oder Untergang. Die Menschen haben sich längst mit ihrem Leben abgefunden.

Die junge Emma muss sich neue Arbeit suchen, da sich ein Unfall in der Silbermine, in der sie gearbeitet hat, ereignet hatte. So betritt sie Madame Weltfremds Chocolaterie eines Tages und wird von ihr eingestellt.

Madame Weltfremd entstammt einer Familie, die sich dem Geschichtenerzählen verschrieben hat, als man solches noch ungestraft durfte. Trotz der lauernden Gefahren beginnt nun Madame Weltfremd Emma ein Märchen zu erzählen, das Märchen der silbernen Königin. Doch schon bald verwebt sich das Märchen mit ihrem eigenen Leben und stellt sie vor Prüfungen, die sich Emma nie hätte träumen lassen.

Rezension

Die silberne Königin ist ein märchenhaftes Buch. Nicht nur, weil es ein Märchen innerhalb einer Geschichte erzählt, sondern auch, weil die Sprache und die verwendeten Bilder eine verzauberte Landschaft auferstehen lassen.

Die Sprache wird in anderen Rezensionen schon sehr ausgiebig gelobt. Mir persönlich war es an manchen Stellen schon fast zu viel. Die Autorin versucht viele Eindrücke sehr bildlich darzustellen und malt mit ihren Beschreibungen Bilder dazu. Anfangs fand ich das ganz wunderbar, doch mit den Seiten wuchs ein wenig mein Unwille. Ich wollte, dass die Geschichte voran geht, und ich nicht ein und dasselbe zeilenlang beschrieben bekomme, in immer noch ein wenig blumigeren Gedanken. Das entspricht aber sicher nur meinem persönlichen Geschmack, denn schreiben kann Katharina Seck definitiv.

Zu Emma und Casper, dem Eiskönig, konnte ich schnell Zuneigung fassen. Gibt er sich auch noch so kalt und herzlos, merkt man schon früh, dass sich hinter dieser Maske mehr verbergen muss. Emma, immer stark, wenigstens äußerlich, verkörpert eine typische Heldin, die man nur bewundern kann.

Ich konnte mich nie so wirklich entscheiden, was mir besser gefiel, das erzählte Märchen oder die Geschichte um Emma und Casper. Beide Geschichten sind zauberhaft gesponnen und haben mir schöne Lesestunden beschert.

Fazit

Auch wenn mir manches nicht hundertprozentig einleuchtend erschien innerhalb der Geschichten und die Sprache mir streckenweise zu blumig war, ist dies ein wirklich zauberhaftes Buch voll Magie, passend für die Wintertage.

Bewertung: 4 / 5 Sterne ★★★★

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[Rezension] Daniel Kehlmann – Du hättest gehen sollen

In der Kürze liegt die Würze – sagt man so, passt auf dieses Buch auch zu einhundert Prozent!

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Werbung | Autor: Daniel Kehlmann | Titel: Du hättest gehen sollen | Erscheinungsdatum: 2016 | Verlag: Rowohlt | 96 Seiten | Genre: Schauernovelle

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Der Ort ist nicht böse, aber er ist eine Falle.

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Inhalt

Der Protagonist, dessen Namen man nicht erfährt, kommt mit seiner Familie in einem kleinen Dorf an, will sein Drehbuch schreiben in der Abgeschiedenheit der Berge. Mit seiner Frau gibt es seit langem nur noch Streit, scheinbar erhoffen sie sich durch diesen Tapetenwechsel eine Erneuerung der Liebe. Doch mit dem Haus stimmt etwas nicht.

Rezension

Dieses Buch hat es in sich. Es ist nicht so, dass hier die typischen Paranormal Activity Gruseligkeiten aufgefahren werden, auch wird nicht literweise Blut vergossen. Aber es spielen sich unwirkliche Dinge ab im Haus. Dinge, die gruselig sind, ohne dass man panisch davon läuft, sondern sie betrachtet und sich denkt: so schlimm wirds schon nicht sein. Es fängt mit Kleinigkeiten an, ein Wasserhahn, der nicht an der richtigen Stelle zu sein scheint, ein Flur, der zu lang ist, eine Spiegelung, die nicht alles zeigt, was sie zeigen soll. Seltsame Träume. Die Familie beschließt, mit ihrer Tochter frühzeitig das Haus zu verlassen, doch etwas in diesem Haus will es verhindern. Dimensionen verschwimmen, nichts scheint mehr richtig zu sein. Es gibt kein Entrinnen.

Die Erzählweise ist deshalb so nah, weil es immer wieder Gedankengänge gibt, die abgebrochen werden, die ins Nichts führen. Gerade beschreibt er noch seinen Tag und plötzlich ist etwas anders. Und man schreckt selbst hoch, lauscht, wartet. Will seine Gedanken zusammenfassen, will wissen, was passierte, als er … da war doch wieder was?

Fazit

Es ist schwer, sich der Geschichte zu entziehen und deshalb ist sie fabelhaft, genau so wie sie ist. Und noch nie haben weiße Seiten am Ende eines Buches mir solch eine Gänsehaut beschert.

Bewertung: 5 / 5 Sterne ★★★★★

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Freitagsgedanken

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Die liebe Ava Reed hat etwas ins Leben gerufen, bei dem ich sehr gern dabei sein möchte. Das ganze nennt sich Freitagsgedanken und widmet sich jeden Freitag einem anderen Thema, einer anderen Frage, die man als Leser oder Blogger, einfach als Mensch für sich oder für alle beantworten kann.

Diese Woche lautet die Frage:


Wer die Wahl hat … 

Wenn du dich entscheiden müsstest, welche Superkraft würdest du wählen:

Zeit anhalten, fliegen, Gedanken lesen, heilen! 


Darüber muss ich gar nicht allzu lange nachdenken. Wie oft liege ich mit meinem Freund im Bett und philosophiere darüber, wie es wäre, wenn wir die Zeit anhalten könnten? 

Wie viele Dinge könnte ich in meinem Leben erreichen, wenn die Zeit nicht beständig so vor mir davonlaufen würde, wie das weiße Kaninchen vor Alice!

Wie viele Bücher könnte ich lesen, Bilder zeichnen, Rezepte ausprobieren, wie viele Stunden könnte ich am Meer sitzen und den Sonnenuntergang betrachten, bis ich genug habe. Ich könnte die schönsten Momente auskosten, bis ich sie wirklich verinnerlicht habe.

Mit 18 kam mir das Leben endlos vor, die Tage bis zum nächsten Wochenende haben sich gezogen wie Kaugummi. Doch heute blinzelt man einmal und schwupp ist wieder eine Woche vergangen. Manchmal möchte ich mich einfach nur verstecken, wenn mir bewusst wird, wie wenig ich vielleicht in meinem Leben von dem schaffe, was ich eigentlich machen will. Schon deshalb, weil man zuweilen vor lauter Tatendrang einfach gar nichts macht. Und auch das ist wichtig. Doch wenn ich die Zeit anhalten könnte, dann bräuchte ich hinterher kein schlechtes Gewissen haben über die vertane Zeit, in der ich schon wieder so vieles andere hätte besorgen können. Man hätte so viel Zeit, wie man braucht.

Gerade in dieser immer hektischeren Zeit wäre das Zeitanhalten eine Superkraft, die ich ständig einsetzen würde.

[Rezension] Emily St. John Mandel – Das Licht der letzten Tage

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Erscheinungsdatum Erstausgabe: 14.09.2015

Verlag: Piper

ISBN: 9783492060226

Flexibler Einband 416 Seiten

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Eine Geschichte so erschreckend, mit einer Sprache so wunderschön. Das Licht der letzten Tage ist eines der besten Bücher, die ich zuletzt las.

Inhalt

Es ist das Jahr 20. Wir begleiten eine Gruppe Musiker, die fahrende Symphonie, durch eine Welt, die tot ist. Die Menschheit ist weg, ausgerottet durch eine mutierte Art der Grippe. Binnen weniger Stunden nach der Ansteckung war das Leben für 99% der Weltbevölkerung vorbei.

Die fahrende Symphonie fährt seit Jahren an der amerikanischen Küste entlang, besucht versprengte Dörfer und Städtchen, in denen die Überlebenden sich zusammengerottet haben. Doch auch in diesen schwierigen Zeiten erheben sich Menschen über Menschen, wollen sie kontrollieren und ihrem Willen unterwerfen.

So wie der Prophet, Anführer einer Sekte, dessen Weg die fahrende Symphonie kreuzt und sie so nah an den menschlichen Abgrund bringt.

Die Geschichte enthält viele einzelne Fäden, Gegenwart und Vergangenheit, vor der Grippewelle, die erst nach und nach zueinander führen und am Ende zu einem festen Strick werden, der die Geschichte umfasst.

Es handelt von Miranda, eine Künstlerin, die während der Geschichte eine Graphic Novel entwirft, die dem Buch auch seinen Titel verlieh.

Warum? Das müsst ihr selbst lesen. Doch sei verraten, die Graphic Novel hält alles zusammen.

Es handelt auch von Elizabeth Colton und ihrem Sohn Tyler, eines der wenigen Kinder, die die Katastrophe überlebten, von Clark, von Kirsten und Sayid, von so vielen, die es nicht schafften, der Krankheit zu entkommen. Und immer wieder Arthur Leander, ein Schauspieler. Er ist Dreh- und Angelpunkt so vieler Geschichten, so vieler Leben, bewusst und unbewusst.

Es handelt von Liebe und Betrug, vom Glauben an Gott, dem Glauben an das Gute im Menschen, an das Schöne auf der Welt, an die Menschheit an sich.

Rezension

Im ersten Moment wirkt es etwas ungeordnet, Gegenwart und Zukunft, Gegenwart und Vergangenheit. Vor der Grippe, nach der Grippe. Aber das Buch entwickelt sich, alle Geschichten führen zueinander, früher oder später, aber alle Fäden, die die Autorin aufdröselt, führt sie am Ende auch wieder sinnvoll zusammen.

Die Sprache ist schön, bildlich, leicht verständlich und doch an manchen Stellen sehr poetisch.

Die Geschichte zeigt ein Szenario, welches durchaus real sein kann. Wir kennen alle die Auswirkungen der Pest, der spanischen Grippe etc. Heutzutage könnten sich Epidemien noch schneller zu Pandemien entwickeln. Wie schnell die Menschheit ausgelöscht werden könnte, zeigt dieses Buch eindrucksvoll. Schritt für Schritt erlöscht alles menschliche, alle Errungenschaften der Menschheit. Nur Wenige überleben und müssen sich von nun an einem Leben voller Entbehrungen stellen. Eine der Protagonistinnen stellt sich die Frage, ob es besser ist sich zu erinnern – oder nicht. Ist es besser, in einer Welt aufgewachsen zu sein, die alles hatte und nun bei Null anfängt? Oder ist es besser, kein anderes Leben zu kennen und nicht zu wissen, wie viel verloren ging?

Auch, dass sich die wenigen Menschen nach wie vor bekämpfen, ist erschreckend und doch so real. Ich fürchte, sollte es irgendwann so kommen, würde die Menschheit genau so reagieren. Einer gönnt dem anderen nichts, es gibt immer welche, die sich über andere erheben wollen. Das Buch regt hierbei gut zum Nachdenken an.

Das Ende ist sehr positiv gestimmt, die Menschheit hat den Glauben an sich selbst noch nicht aufgegeben. Es kann wieder besser werden, und das fand ich besonders schön.

Fazit

Wirklich eins der schönsten Bücher in den letzten Monaten – ganz klare Leseempfehlung.
Bewertung: 5 / 5 Sterne ★★★★★
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Was kostet die Welt?

Kennt ihr das? Eigentlich hat man gerade gar nicht genug Geld übrig um zu leben, geschweige denn, um es mit vollen Händen auszugeben.

Und doch kann man sich nicht beherrschen, man muss es haben. DIESES BUCH. So gerade eben bei mir geschehen. Voller Sehnsucht erwarte ich eine Neuerscheinung von Neil Gaiman. Das Buch ist seit Monaten vorbestellt.

Aber dann ereilt mich diese Nachricht: Es gibt wieder signierte Exemplare! Für mich als Über-Fan ist das etwas absolut großartiges, mag seine Unterschrift auch noch so krakelig sein. Bereits zwei signierte Bücher zieren mein Regal, warum nicht also noch ein drittes dazu stellen? Wenn ich irgendwann einmal arm wie eine Kirchenmaus unter einer Brücke enden sollte, habe ich immernoch diese Bücher, um mein Herz zu wärmen. So – oder so ähnlich – zumindest mein fixer Gedankengang. Und die drohende Verarmung ist gar nicht so weit hergeholt, wenn ich mir so die Shipping-Kosten ansehe. Kurz die Augen zusammengepresst und auf den Button Place your Order gedrückt. Die Mail, dass meine Bestellung am 09.02.2017 amerikanischen Boden verlässt, lässt mich kurz aufjauchzen.

Dass ich das Buch dann (wieder einmal) doppelt habe, dieser Gedanke huscht nur kurz durch mein Gehirn. Das zuerst bestellte Buch wieder abbestellen ist ein Ding der Unmöglichkeit, schließlich müsste ich ja dann noch viel länger warten, eh ich es lesen kann!

Jetzt müssen wir nur noch die Daumen drücken, dass das Schiff nicht sinkt, das Flugzeug nicht abstützt – oder noch schlimmer: Der Postbote das kostbare Paket nicht selbst einsteckt.

In diesem Sinne,

habt einen schönen Donnerstag! ♥

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Diese Aktion habe ich bei readbooksandfallinlove gefunden. Welch schöne Idee, um anderen die Bücher, die man gerade liest, näherzubringen!

Mittendrin Mittwoch möchte, dass man ein paar Zeilen oder Momente aus der aktuellen Lektüre heraussucht, um sie anderen Lesern näher zu bringen.

Heute also

Mittendrin Mittwoch #1


„I scrambled down a steep bank,

and I found myself on a shady path that was new to me

and overgrown with trees.“


Da ich gerade auf ein Leseexemplar zu einer neuer Leserunde bei LovelyBooks.de warte, habe ich mir „Troll Bridge“ von Neil Gaiman vorgenommen. Troll Bridge ist eine seiner Kurzgeschichten, die auch schon in Smoke&Mirrors veröffentlicht wurde. Ich habe nun allerdings die Graphic Novel dazu und genieße jede einzelne Seite. ♥

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Und, was liest du derzeit?

[Rezension] Christoph Ransmayr – Cox

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Erscheinungsdatum Erstausgabe: 27.10.2016

Verlag: S. FISCHER

ISBN: 9783100829511

Fester Einband 304 Seiten

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Ich liebe die asiatische Kultur, ich liebe alles, was sich mit der Tradition, dem Glauben und dem Leben auf diesem Kontinent beschäftigt. Kein Wunder also, dass dieses Buch seinen Weg zu mir gefunden hat.

Inhalt

Der Inhalt ist schnell zusammengefasst. Der Uhrmacher Alister Cox und vier seiner Gehilfen aus England werden vom Kaiser von China in sein Reich gerufen, beautragt, die unterschiedlichen Läufe der Zeit darzustellen.

 Wie verläuft die Zeit für ein Kind? Wie für einen zum Tode Verurteilten?

Während ihrer Arbeit werden sie immer wieder unterbrochen; der Kaiser, der Herr über zehntausend Jahre, wünscht etwas anderes. Schlussendlich sollen sie eine Uhr bauen, die die Unendlichkeit anzeigt, die, einmal in Gang gesetzt, nie wieder stillsteht, bis ans Ende aller Tage.
Überschattet wird die Geschichte von den Erinnerungen an den  tragischen Verlust Cox‘ in England, der seine geliebte Tochter verlor und seine Frau verstummen ließ.

Was dieses Buch ausmacht, ist nicht allein die Geschichte, die es erzählt, sondern wie sie erzählt wird.

Rezension

Ich habe dieses Buch wirklich sehr genossen, der Stil des Autors ist brillant.
Das Buch kommt fast gänzlich ohne die wörtliche Rede aus, fast alles erfährt man durch einen allwissenden Erzähler. Die Geschichte an sich ist faszinierend, werden wir doch tief in das Reich der Mitte gezogen und erleben mit den Uhrmachern aus England ein völlig unbekanntes Land mit seinen Sitten, Gebräuchen, Traditionen und vor allem Geboten und Verboten.
Sei es Beijing, die Verbotenen Stadt, Hauptsitz des Reiches, in der unsichtbare Trennwege und Linien vorschreiben, wo man zu gehen hat; oder sei es in Jehol, in der Sommerresidenz des Kaisers, in der es weder Richter noch Anklagen gibt, in der das Verbrechen kein Recht hat zu existieren.
Die Zeit selbst scheint in dieser Geschichte immer wieder ihren Lauf zu unterbrechen, sich zu verändern. Man gerät in einen Sog, aus dem man nur schwerlich wieder herauskommt, wenn man sich einmal auf den Stil des Buches eingelassen hat.

Es ist eines der ruhigen Bücher, ruhig auch dann, wenn es von brutalen Strafen erzählt, aber in keiner Weise flach oder gar langweilig. Fasziniert habe ich von Anfang bis Ende die Geschichte verfolgt. Wird die Uhr fertiggestellt werden, die sich über den Herrscher der Zeit, über den Kaiser erhebt? Und wie wird der Kaiser mit eben Jenen verfahren, die sich, um diese Uhr zu bauen, ja wohl auch über ihn erheben? Das Ende an sich hält auch noch eine kleine Überraschung bereit.

Fazit

Für mich ein perfektes Buch, dass durch seine sprachliche Gewandtheit besticht und mir ein paar sehr schöne Lesestunden beschert hat.
Bewertung: 5 /5 Sterne ★★★★★
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