[Bücher-abc] F wie Fantasie

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Guten Morgen! 🙂

Die wunderbare Elizzy hat eine neue Aktion auf ihrem Blog readbooksandfallinlove gestartet, bei der ich sehr gern dabei bin. Immerhin ist diese Aktion wieder so ein Freifahrtsschein für jede Menge Buchempfehlungen! 🙂

Beim Bücher-ABC geht es darum, für den jeweiligen Buchstaben einen Autor zu benennen, ein Buch und einen Schreibtipp für die Blogger und Autoren unter uns.

Heute dreht sich alles um den Buchstaben F. Auf geht’s!

Der Autor

F. Scott Fitzgerald gilt neben Ernest Hemingway als Hauptvertreter der amerikanischen Moderne. Seine Werke sind auch heute noch Literaturbegeisterten ein Begriff. The Great Gatsby von 1925 gehört zu den prominentesten seiner Werke, nicht zuletzt, weil Leonardo DiCaprio den Dandy wunderbar auf der großen Leinwand verkörperte.

 

Das Buch

 

 

Meine Nase steckt aktuell auch wieder in einem ihrer Fälle – die Rede ist von Flavia de Luce. Sicherlich ist die Buchreihe, die mittlerweile 8 Teile zählt, vielen bereits ein Begriff. Die kleine Flavia ist eine Expertin auf dem Gebiet der Chemie und dem Lösen von Mordfällen, die sich scheinbar immer wieder direkt vor ihrer Nase abspielen. Sehr witzig und unglaublich britisch!

Der Schreibtipp

F wie Fantasie

Natürlich gibt es Bereiche, in denen die Fantasie nur bedingt einsetzbar ist beim Schreiben. In Redaktionen zum Beispiel, wenn wir uns an die Fakten halten sollen. Aber geht es um das kreative Schreiben, dann können wir richtig loslegen. Fantasie ist ein ganz wichtiger Bestandteil einer guten Schreibe, wenn man keinen langweiligen, staubtrockenen Text fabrizieren will. Die eigene Fantasie kann man anregen, in denen man sich Inspiration von anderen holt und über den eigenen Tellerrand hinausblickt. Bildbände von Künstlern können dabei ebenfalls eine große Hilfe sein. Und ganz viel lesen, lesen, lesen. ❤

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Das Bücher-ABC im Überblick!

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[Neuzugänge] für den Juni

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Es ist mal wieder soweit, ein neuer Monat bringt neue Bücher für mich! 🙂

Und weil es noch übersichtlich ist, will ich euch die drei neuen Schmuckstücke heute kurz vorstellen.

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superhero-9783257237337Anthony McCarten – Superhero

Donald Delpe ist 14, voller unerfüllter Sehnsucht, Comiczeichner. Er möchte nur eines wissen: Wie geht Liebe? Doch er hat wenig Zeit – er ist schwerkrank. Was ihm bleibt, ist ein Leben im schnellen Vorlauf. Das schafft aber nur ein Superheld. Donald hat sogar einen erfunden – MiracleMan. Aber kann MiracleMan ihm helfen, oder braucht Donald ganz andere Helden?

Durfte darum bei mir einziehen: Gestolpert bin ich vorrangig über den zweiten Teil dieses Romans Ganz normale Helden und die Thematik fand ich unheimlich interessant.

130_0647_153223_xxlDörte Hansen – Altes Land

Das „Polackenkind“ ist die fünfjährige Vera auf dem Hof im Alten Land, wohin sie 1945 aus Ostpreußen mit ihrer Mutter geflohen ist. Ihr Leben lang fühlt sie sich fremd in dem großen, kalten Bauernhaus und kann trotzdem nicht davon lassen. Bis sechzig Jahre später plötzlich ihre Nichte Anne vor der Tür steht. Sie ist mit ihrem kleinen Sohn aus Hamburg-Ottensen geflüchtet, wo ehrgeizige Vollwert-Eltern ihre Kinder wie Preispokale durch die Straßen tragen – und wo Annes Mann eine Andere liebt. Vera und Anne sind einander fremd und haben doch viel mehr gemeinsam, als sie ahnen.

Durfte darum bei mir einziehen: Um dieses Buch schleiche ich, seit es 2015 erschienen ist. Nun ist die Taschenbuchausgabe verfügbar und ich habe endlich zugeschlagen. Meine Mutter hob auch direkt den Arm und meldete sich zum Lesen an. 🙂

9783423144230David Ballantyne – Sydney Bridge Upside Down

Calliope Bay, ein Sommer in den sechziger Jahren: Der dreizehnjährige Harry stromert mit seinem Kumpel im alten Schlachthof herum, raucht, lauert seiner Cousine Caroline auf, – ist ihr nacktes Herumtollen morgens durchs Haus tatsächlich nur kindliches Spiel? – und wartet darauf, dass etwas passiert. Eine Teenageridylle? Harry erweist sich als unzuverlässiger Erzähler und unberechenbarer Charakter – zwei Menschen kommen zu Tode, die Mutter hat, so scheint es, die Familie verlassen. Auch Harrys Vater ist nicht nur der freundliche, fürsorgliche Mann, für den man ihn zunächst hält. Was hat sich in jenem Sommer in Calliope Bay wirklich zugetragen?

Durfte darum bei mir einziehen: Ich habe auf einem Buchblog (Asche auf mein Haupt, ich habe leider vergessen, welcher es war 😮 ) eine ganz mitreißende Rezension gelesen und für mich stand fest: Dieses Buch muss ich haben!


Wie ist es bei euch, habt ihr auch tolle neue Bücherneuzugänge, die man nicht in seinem Bücherregal missen sollte? Erzählt es mir gerne! ❤

[Rezension] Niah Finnik – Fuchsteufelsstill

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Erscheinungsdatum Erstausgabe: 07.04.2017

Verlag: Ullstein

ISBN: 9783961010035

Flexibler Einband 304 Seiten

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„Wir alle wiesen ein hohes Risiko auf, an Suizid zu sterben, das war Teil unserer Diagnosen. Nun war einer von uns gestorben, und niemand wusste, warum.“ (S.88)

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Inhalt

Juli wollte ihr Leben mit einer Überdosis beenden. Der Suizidversuch scheiterte und sie kam in eine Klinik, in der man sich ihrer Probleme annahm. Sie ist Autistin, bekam das  Asperger-Syndrom diagnostiziert. Ihr Leben ist geprägt von Angst und Zweifel, Zwängen und Gedanken, die sie nicht kontrollieren kann. Dort lernt sie nun Sophie (bipolar) und Philipp (schizophren) kennen und gemeinsam erleben sie ein Wochenende fernab der Klinik, dass sie eng zusammenschweißen wird und vorallem jedem seine eigenen Ängste aufweist.

Rezension

Niah Finnik weiß, wovon sie schreibt. Selbst Autistin, beschreibt sie die Gedanken der Protagonistin Juli mit unerbittlicher Klarheit. Nie sieht sich Juli in der Opferrolle, nie hat man das Gefühl, sie für ihre Andersartigkeit bemitleiden zu müssen. Viel eher ist es so, als ob uns ein Fenster geöffnet wird in eine Welt, in der wir als „normale“ Menschen keinen Zutritt haben.
Vor Julis innerem Auge reihen sich Bilderketten aneinander, sobald sie bestimmte Begriffe hört, eins kommt zum nächsten und sie schweift so sehr gedanklich ab, dass sie die Welt um sich herum vergisst. Wenn man sie fragt, wie es ihr geht, antwortet sie nicht mit einem simplen „gut“ oder „schlecht“, sie spricht in Minuten, um genau ausdrücken zu können, wie es ihr wirklich geht.

Und nun sprengt sie ihre Routine, geht mit Sophie und Phillip auf ein Abenteuer, immer nach Norden, denn im Süden lauert die Angst. Sie lernen Menschen kennen und stellen fest, dass Außenstehende sie gar nicht für verrückt eingestuft hätten. Sind sie denn verrückt? Oder sind sie einfach anders? Was haben wir für Vorstellungen, wenn uns Menschen mit einer psychischen Krankheit begegnen? Das Buch schafft etwas, das man immer wieder gern selbst verdrängt. Es veranlasst den Leser, selbst die Frage zu stellen: Wie tolerant bin ich? Natürlich fällt es leicht, die personifizierte Toleranz zu sein, wenn man niemanden kennt, der selbst betroffen ist. Aber wie sieht es aus, wenn wir genau so jemanden kennenlernen? Kommen wir damit klar, behandeln wir ihn normal, oder fassen wir ihn mit Samthandschuhen an, haben wir vllt sogar Angst, dass seine „Krankheit“ ansteckend ist? Nicht nur wir sollten uns das fragen, auch Juli steht der Schizophrenie Phillips kritisch gegenüber, hat Angst vor dem was er tut und dass es auf sie abfärben könnte.

Das Ziel der Reise findet sich, wenn Juli erkennt, dass sie vor ihrer Angst nicht fliehen kann, dass sie ein Teil von ihr ist, den sie akzeptieren muss. Vielleicht ist ihr damit schon sehr geholfen.

Fazit

Ein sehr intelligentes Buch, welches zum Nachdenken anregt, mit Personen, die so verrückt wirken, dass sie beinahe schon wieder normal sind.

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Meine Gedanken verflüssigten sich, ergossen sich unkontrolliert über den Fußboden und verteilten sich um mich herum, bis ich knietief darin saß. Ich rührte mit meinen Füßen in ihnen herum, erst mit dem einen und dann mit dem anderen, und sah zu, wie sie sich ineinander verhakten. (S. 59)

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Wusstest ihr, dass man die Zahl 37037 mit einer x-beliebigen einstelligen Zahl multiplizieren kann, dieses Ergebnis erneut mit 3 multipliziert und das Ergebnis IMMER die x-beliebige Zahl vom Anfang ergibt?

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Zum Thema Asperger-Syndrom gibt es einen ganz wunderbaren Film, der sich „Mary & Max“ nennt, sehr empfehlenswert für alle, die sich gern mit diesem Thema weiter auseinandersetzen wollen. 🙂

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[Perlentauchen] Im Zebrawald

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Ihr kennt es sicher, auf vielen Blogs werden zeitgleich immer dieselben Bücher gelesen und vorgestellt und nach der zehnten Rezension zu demselben Buch möchte man einfach mal etwas anderes lesen.

Da ich mit meinem Leseverhalten hin und wieder aus der Reihe tanze und lieber den Staub von Büchern wische, die sich in meinem Regal angesammelt haben, anstatt mich auf jede Neuerscheinung zu stürzen, möchte ich mit dieser Aktion Büchern eine neue Chance geben, in die Gedächtnisse der Leser zurückzukehren. Ich stelle euch nun also wöchentlich Bücher vor, die schon das ein oder andere Jahr auf dem Buckel haben. Dabei ist es egal, ob es 1, 2, 3 oder 30 Jahre alt ist, denn Geschichten verfallen nicht.

Gerne kann jeder mitmachen, der will!

Achtung: Es muss kein aktuell von euch gelesenes Buch sein – Schnappt euch den Banner und kramt in euren Bücherkisten, zeigt anderen, was vor Jahren toll war und noch immer ist. ♥

Auf geht’s!

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Adina Rishe Gewirtz – Zebrawald

Buchdetails

Erscheinungsdatum Erstausgabe : 25.08.2014

Verlag : cbt

Genre: Jugendbuch

ISBN: 9783570163092

Fester Einband 256 Seiten

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Das ungewöhnliche Cover hatte mich damals direkt angezogen. Auch ist die Gestaltung der Innenseiten sehr schön und zeigt das Schwarzweißdenken der Protagonisten deutlich.

Die elfjährige Annie wohnt mit Rew, ihrem jüngeren Bruder, in einem Haus am Rand des Zebrawaldes. Die Mutter ist abgehauen, der Vater von einem wütenden Mann getötet, deshalb leben sie bei ihrer Gran. Die Sommerferien sind nah. Doch plötzlich steht ein wildfremder Mann in ihrem Haus, der aus dem naheliegenden Gefängnis geflohen ist.

Es ist eine Familiengeschichte, die auf unglaubliche Weise das Herz berührt und mich mit einem guten Gefühl zurückgelassen hat.
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„Sie? Sie sind Andrew Snow?“ Und durch meine ertrinkenden Augen sah ich, wie der Mann in der Gefängniskleidung nickte.
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Mittendrin Mittwoch #19 – Fast verpasst!

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Diese Woche dachte ich, ich verzichte auf den Mittendrin Mittwoch, einfach weil ich mein letztes Buch just an diesem Tag beendet habe. Doch nun sitze ich hier und liebe das neue Buch schon so sehr, dass ich euch eben an einem Donnerstag einen kurzen Blick hinein werfen lassen möchte.

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Wir alle wiesen ein hohes Risiko auf, an Suizid zu sterben, das war Teil unserer Diagnosen. Nun war einer von uns gestorben, und niemand wusste, warum. (S.88)

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Fuchsteufelsstill von Niah Finnik ist eines dieser Bücher, die mich von Seite 1 an hatten. Ich kann das gar nicht so genau erklären, denn scheinbar ging es nicht allen so bislang mit diesem Buch. Juli, die Protagonistin, landet in einer Klinik, nachdem sie versuchte, sich das Leben zu nehmen. Sie ist Autistin, leidet an dem Asperger-Syndrom, ihr Leben ist von Routinen und Zwängen geprägt. Doch nun lernt sie in dieser Klinik Menschen kennen, die selbst psychologische Probleme haben und gemeinsam geht es nun auf eine Reise zu den eigenen Ängsten.

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© Ullstein Verlag

Und, was liest du gerade?


Diese Aktion wurde von der lieben Elizzy von readbooksandfallinlove initiiert, schaut unbedingt mal bei ihr vorbei! ♥

 

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[Rezension] Ken Kesey – Einer flog über das Kuckucksnest

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Buchdetails

Erscheinungsdatum Erstausgabe :01.01.1973

Verlag : Verlag Volk und Welt

Genre: Roman

ISBN: 9783353002952

Fester Einband: 435 Seiten

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„Doch diesen Morgen muss ich auf meinem Stuhl sitzen bleiben und kann nur zuhören, wie sie ihn hereinbringen. Trotzdem, obwohl ich ihn nicht sehen kann, weiß ich, dass es keine gewöhnliche Neuaufnahme ist. Ich kann nicht hören, dass er sich voller Angst die Wand entlang tastet, und als sie ihm wegen der Dusche Bescheid sagen, gibt er nicht einfach mit einem schwachen kleinen Ja nach, vielmehr antwortet er ihnen laut und bestimmt, er sei, verdammt nochmal, sauber genug, vielen Dank.“ (S. 19)

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Inhalt

Häuptling Bromden, so nennen sie ihn, den Halbindianer, der seit mehr als zwanzig Jahren in dieser Anstalt für Nervenkranke behandelt wird. Sie halten ihn für taubstumm, wie er da mit seinem Besen die Flure fegt, tagein, tagaus. Doch er hört sehr gut, dieser Indianer. Zwischen seinen eigenen wahnhaften Vorstellungen erlebt er, wie die Patienten auf der Station immer mehr unterdrückt werden von der Großen Schwester, der Krankenschwester, die es sich zur Aufgabe gemacht hat, die Herrschaft über all diese Menschen zu erlangen. Und er erzählt uns eine Geschichte über den eingewiesenen Psychopathen R.P. McMurphy, der ein Gauner und ein Spielsüchtiger ist, der auch zuschlägt, wenn er muss, und der doch vielleicht am Wenigsten von allen verrückt ist.

Rezension

Es ist ein unheimlich bedrückendes Buch. Emotional geladen und immer am Rand zwischen Wahn und Realität begleiten wir den Halbindianer Bromden bei seinem Leben in dieser Anstalt. Von den anderen Insassen geduldet, doch nie wirklich wahrgenommen, lebt er irgendwo am Rande der herrschenden Gesellschaft. Sein Geist wird immer wieder vernebelt und er erzählt uns von den Maschinen in den Wänden, die diesen Nebel entstehen lassen. Man fragt sich, ob er sich in einer realen Welt befindet, ob es diese Maschinen tatsächlich gibt, denn so verrückt erscheint er gar nicht.

Eines Tages geht die Tür auf und R.P. McMurphy betritt die Anstalt, ist laut und vulgär, unangepasst und lacht den ganzen Tag. Er versucht direkt, das Kommando an sich zu reißen und belebt somit jeden Tag ein wenig mehr die schon so lange Eingesperrten. Sie bezeichnen sich selbst als Hasen, die gelernt haben vor der Willkür der Großen Schwester zu kuschen, sich klein und unbedeutend zu machen. Denn wer sich regt, wer aufbegehrt, dem droht die Schocktherapie.

Nur McMurphy interessiert das nicht, er nimmt das Zepter in die Hand und hilft so seinen Kameraden wieder zu Männern zu werden, die sich etwas trauen, die auch mal lachen, wenn sie lachen wollen, die sich einen Scherz erlauben und die vor allem nicht vor der Allmacht der Krankenschwester davonlaufen. Im Gegensatz zu ihnen ist McMurphy jedoch nicht freiwillig hier. Er wurde vom Sträflingslager verlegt, in seiner Krankenakte verweist man auf psychopathisches Verhalten. Doch stimmt das? Mir kam es nie so vor. Was ich sah, war ein Mann, der sich nicht verbiegen lässt, einer, der für seine Freunde geradesteht und seinen Kopf hinhält für eine gute Sache. Natürlich ist er gewitzt und auf seinen eigenen Vorteil aus, doch er bringt ihnen das Leben zurück. Auch unser Häuptling lässt sich dadurch beeindrucken und fängt wieder an zu Sprechen.

Es geschehen schreckliche Dinge in dieser Klinik. Dinge, von denen man hofft, dass sie längst der Vergangenheit angehören. Von Elektroschocks ist die Rede, von Tabletten, die einen Nebel um den Geist legen und dich ewig im Dunkeln tappen lassen. Selbst die Lobotomie gehört noch immer zu den praktizierten Methoden. Es ist grausam, wenn man bedenkt, dass es so tatsächlich ablief, damals. Wobei „damals“ ein sehr dehnbarer Begriff ist, denn selbst in Deutschland sind erst 40 Jahre vergangen, seit man diesen barbarischen Eingriff unterlässt.

Ich habe McMurphy, den eigentlichen Protagonisten, sehr ins Herz geschlossen. Mit seiner ruppig rauen, aber sehr herzlichen Art habe ich ihm von ganzem Herzen das Beste gewünscht und wurde bitter enttäuscht. Auch die anderen Patienten hatten ihre liebenswerten, wenn auch merkwürdigen Seiten an sich und es tat mir um jeden leid, der es in dieser Klinik nicht mehr aushielt. Wie wenig muss einem das eigene Leben bedeuten, wenn man gehen könnte, wohin man will und doch dort bleibt und sich schikanieren lässt, wenn man am Ende keinen anderen Ausweg mehr sieht, als zu Beenden, was keinen Sinn mehr hat.

Fazit

Sehr aufwühlend geschriebener Roman, über das Leben und die inneren Konflikte von Menschen, die einfach nicht mit der Gesellschaft klar kommen; von einem Mann, der sich für andere einsetzt und ihnen hilft und doch bitter dafür bezahlen muss.

 

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[Bücher-abc] E wie Erleben

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Guten Morgen! 🙂

Die wunderbare Elizzy hat eine neue Aktion auf ihrem Blog readbooksandfallinlove gestartet, bei der ich sehr gern dabei bin. Immerhin ist diese Aktion wieder so ein Freifahrtsschein für jede Menge Buchempfehlungen! 🙂

Beim Bücher-ABC geht es darum, für den jeweiligen Buchstaben einen Autor zu benennen, ein Buch und einen Schreibtipp für die Blogger und Autoren unter uns.

Heute dreht sich alles um den Buchstaben E. Auf geht’s!

Der Autor

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Cyberworld 1.0 von Nadine Erdmann ist der Auftakt zu einer bisher vierbändigen Reihe, der mir sehr gut gefiel. Im Jahr 2038 verfügt die Welt über eine neue Technologie: Die Cyberworld. Hier können sich Menschen auf der ganzen Welt via Avatar in virtuellen Clubs treffen oder zB.  interaktiv Spiele zusammen spielen. Doch dann fallen nacheinander drei Jungen ins Koma, nachdem sie die Cyberworld betreten haben.

Das Buch

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Ein untadeliger Mann von Jane Gardam habe ich erst vor einigen Monaten gelesen und es ist mir immernoch positiv im Gedächtnis geblieben. Wer war Edward Feathers, der ehemals erfolgreiche Kronanwalt tatsächlich?

Ein anspruchsvoll geschriebener Roman über ein ganzes Leben. Darüber, was wirklich wichtig ist im Leben. Menschlichkeit.

Der Schreibtipp

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Wir kennen es alle, über nichts lässt es sich so einfach und detailliert schreiben, wie über Dinge, die wir selbst schon erlebt haben. Natürlich können wir uns schlecht in die Fantasywelt nebenan teleportieren, doch wir können raus gehen und unsere eigene Welt entdecken. Wir können Dinge unternehmen, wir können Erfahrungen sammeln. Diese helfen unheimlich dabei, glaubhafte Geschichten zu erzählen. Denn wie heißt es so schön, Fantasie ist am realsten, wenn sie die Wirklichkeit enthält.

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Das Bücher-ABC im Überblick!

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[Rezension] Ann A. McDonald – Die Schule der Nacht

Die Schule der Nacht von Ann A McDonald

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Erscheinungsdatum Erstausgabe: 22.05.2017

Verlag: Penhaligon

ISBN: 9783764531775

Fester Einband 442 Seiten

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Sie rannte. Durch die Tunnel, barfuß über den Steinboden. An den Hauptwegen leuchteten blakende Fackeln, darum tauchte sie tiefer ins Labyrinth ab, stolperte verborgene Treppen hinunter und die dunklen, verschlungenen Gänge entlang, bis stickiger Modergeruch in der Luft lag und die Türen protestierend aufstöhnten, wenn sie sie aufstemmte. (S.7)

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Inhalt

Cassandra Blackwell lebt allein in Amerika, Menschen hält sie weitestgehend von sich fern. Doch eines Tages erhält sie ein geheimnisvolles Paket, an ihre verstorbene Mutter adressiert. Ein Rückruf nach England, nach Oxford. „Du kannst dich nicht für immer vor der Wahrheit verstecken.“ Entschlossen, endlich Licht in die Vergangenheit ihrer psychisch instabilen Mutter zu bringen, setzt Cassie alle Hebel in Bewegung, um dem Geheimnis auf die Spur zu kommen. In Oxford, am Raleigh College, angekommen, sieht sie sich plötzlich einer Macht gegenüber, die sie selbst schon lange in sich spürt. Was versteckt sich unter den uralten Mauern des Colleges und was hat es mit der Schule der Nacht auf sich?

Rezension

Eine Geschichte voller Geheimnisse. Die ersten Seiten lasen sich noch recht ruhig, Cassie versucht sich in ihrer neuen Umgebung einzuleben, begegnet Mitstudenten und Professoren eher zögerlich. Erst nach und nach findet sie Anschluss durch ihre Mitbewohnerin Evie, die sie in die höhere Gesellschaftsschicht integriert. Hier lernt sie nun auch Hugo kennen, einen – wie sollte es anders sein – gut aussehenden jungen Mann mit einer dunklen Aura, von der sie zugleich angezogen und abgestoßen wird. Gleichzeitig vertieft sie ihre Recherchen über die Vergangenheit der Schule und die Parallelen zu ihrer Mutter und fördert somit Stück für Stück immer mehr Vergangenheit zu Tage.

Cassie als Protagonistin ist mir leider nicht sehr ans Herz gewachsen, so richtig warm wurde ich nicht mit ihr. Ich kann auch gar nicht genau sagen, woran das lag, vielleicht an ihrer abweisenden Art Menschen gegenüber, vielleicht auch, weil sie sich selbst sehr bedeckt hielt in ihren Gefühlen. Auch die anderen Figuren blieben eher etwas klischeehaft, vom gutaussehenden Bösen bis zum netten jungen Mann, der erst ganz am Schluss wirklich wahrgenommen wird.

Der Schreibstil ist angenehm fließend, die Kapitel überschaubar in ihrer Länge. Und doch fiel mir etwas auf, was sich für mich immer etwas negativ aufdrängt. Phrasen, in denen den Charakteren „das Blut in den Adern gefriert“ oder „der Atem stockt“, bewirken bei mir eher das Gegenteil einer Gänsehaut. Beides kam für meinen Geschmack einfach ein wenig zu häufig vor.

Die Story an sich ist gut geschrieben, reale mit fantastischen Elementen schön verwoben. Und doch fehlte mir hier auch das kleine i-Tüpfelchen. Zwar wird erklärt, dass die Mitglieder dieser Geheimgesellschaft, die sich die Schule der Nacht nennt, sich von der Macht ernähren, die sie anderen Menschen entziehen, doch mir erklärt sich nicht so recht warum. Natürlich verstehe ich, dass sie so ihre gesellschaftlichen Positionen wahren, doch braucht es dafür dunkle Magie? Werden nicht auch normale Menschen zu Größen in der Welt? Da hätte mir ein Fünkchen MEHR gefallen, eine magische Fähigkeit, für die es sich lohnt, andere Menschen zu töten vielleicht.

Fazit

Spannend geschriebene Story um eine Geheimgesellschaft unter den Mauern eines alten Colleges mit kleineren inhaltlichen Abzügen und einer etwas unnahbaren Protagonistin. Trotzdem ein sehr lesenswertes Buch.

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„Ich habe ewig gebraucht, um an die Akten zu kommen“, begann er. „Ich habe behauptet, du würdest eine Arbeit über Studentensuizide schreiben, und ich hätte nicht gedacht, dass es deswegen Probleme geben würde, solche Anfragen bekommen wir ständig. Also habe ich wie üblich die nötigen Papiere ausgefüllt.“Er machte eine Pause, und seine blauen Augen sahen sie eindringlich an.“Am nächsten Morgen werde ich zum Inspektor gerufen. Er nimmt mich eine halbe Stunde ins Kreuzverhör.“ (S. 274)

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Vielen Herzlichen Dank an das Bloggerportal und an den Penhaligon Verlag für dieses Rezensionsexemplar!

[Bücher-abc] – D wie Dichten

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Guten Morgen! 🙂

Die wunderbare Elizzy hat eine neue Aktion auf ihrem Blog readbooksandfallinlove gestartet, bei der ich sehr gern dabei bin. Immerhin ist diese Aktion wieder so ein Freifahrtsschein für jede Menge Buchempfehlungen! 🙂

Beim Bücher-ABC geht es darum, für den jeweiligen Buchstaben einen Autor zu benennen, ein Buch und einen Schreibtipp für die Blogger und Autoren unter uns.

Heute dreht sich alles um den Buchstaben D. Auf geht’s!

Der Autor

Hier möchte ich euch unbedingt Charles Dickens ans Herz legen. Der englische Schriftsteller zählt zu den ganz Großen der Weltliteratur. Kein Weihnachten vergeht bei uns daheim, ohne dass nicht mindestens eine Version seiner Weihnachtsgeschichte gesehen wird. In der elterlichen Bibliothek findet sich eine wunderschöne alte Ausgabe seiner gesammelten Weihnachtsgeschichten, die ich jedem nur empfehlen kann. Da der Sommer jedoch gerade erst vor der Tür steht, kann man auch erst einmal zu einem seiner anderen großartigen Werke wie Oliver Twist oder David Copperfield greifen. 🙂

Das Buch

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Hier hätte ich prima schummeln können, schließlich fangen die meisten Bücher mit einem Artikel an 🙂 Ich habe mich allerdings für einen Kurzroman entschieden von Daniel Kehlmann. Du hättest gehen sollen hat mich auf nur 96 Seiten unheimlich fasziniert, war dicht und atmosphärisch geschrieben und ließ am Ende eine leichte Gänsehaut auf meinen Armen entstehen.

Der Schreibtipp

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Warum nicht mal eine neue Form der Texte ausprobieren? Mit Worten spielen, Bedeutungen hin und herwerfen. Gedichte müssen sich nicht immer reimen, man kann seinem Geist auch einfach den Raum lassen, um sich einmal frei zu entfalten, gerne auch völlig abseits der normalen Schriftform. Anaphern und Alliterationen ausprobieren, Metaphern finden, den eigenen Stil erweitern. Probiert es aus, vielleicht habt ihr ja Spaß dran.

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Mittendrin Mittwoch #18 – Von geheimen Gesellschaften

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Ihr Lieben!

Die große Hitze ist scheinbar erstmal vorbei, wir können endlich wieder durchatmen hier in Leipzig.  Also mir fällt Lesen ja bei zu großer Wärme irgendwie schwer, ne. Wie geht’s euch dabei? Schaltet da euer Kopf ab oder ist euch Hitze völlig einerlei?

Nun aber ab ins aktuelle Buch mit uns!

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Ich habe ewig gebraucht, um an die Akten zu kommen“, begann er. „Ich habe behauptet, du würdest eine Arbeit über Studentensuizide schreiben, und ich hätte nicht gedacht, dass es deswegen Probleme geben würde, solche Anfragen bekommen wir ständig. Also habe ich wie üblich die nötigen Papiere ausgefüllt.“

Er machte eine Pause, und seine blauen Augen sahen sie eindringlich an.

„Am nächsten Morgen werde ich zum Inspektor gerufen. Er nimmt mich eine halbe Stunde ins Kreuzverhör. (S. 274)

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Es handelt sich um Die Schule der Nacht von Ann A. McDonald, ein Buch, das sich mit der tatsächlich existierenden Geheimgesellschaft in Oxfords College Raleigh beschäftigt. Cassie bekommt eines Tages ein Paket mit einer geheimnisvollen Nachricht zugesendet, die an ihre vor Jahren verstorbene Mutter gerichtet ist. „Du kannst dich nicht für immer vor der Wahrheit verstecken. Bitte komm zurück, und bring alles zu einem guten Ende.“ Von Neugier gepackt, reist Cassie Blackwell nach England, um mehr über die Vergangenheit ihrer Mutter herauszufinden.

Die Schule der Nacht von Ann A McDonald

Und, was liest du gerade?


Diese Aktion wurde von der lieben Elizzy von readbooksandfallinlove initiiert, schaut unbedingt mal bei ihr vorbei! ♥