[Bücher-abc] C wie Challenge

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Ein sonniges Hallo!

Das Bücher-abc geht in die nächste Runde!

Die wunderbare Elizzy hat eine neue Aktion auf ihrem Blog readbooksandfallinlove gestartet, bei der ich sehr gern dabei bin. Immerhin ist diese Aktion wieder so ein Freifahrtsschein für jede Menge Buchempfehlungen! 🙂

Beim Bücher-ABC geht es darum, für den jeweiligen Buchstaben einen Autor zu benennen, ein Buch und einen Schreibtipp für die Blogger und Autoren unter uns.

Heute also der Buchstabe C. (Da wirds schon schwieriger heute ^^)

Der Autor

Tadaaaaa, Auftritt meines liebsten Büchleins, Alice im Wunderland. Der Autor Lewis Carroll hat hier ein so breites Spektrum an Abstrusitäten, Kuriositäten und Wortspielen parat, dass es eigentlih überhaupt nicht mehr als Kinderbuch gezählt werden sollte. Übrigens gibt es hier eine wunderschöne neue Ausgabe mit Illustrationen von Benjamin Lacombe aus dem jacoby & stuart Verlag. ♥

Das Buch

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Das Buch, welches mir hierbei einfällt, ist ein ganz wunderbares: Cox von Christoph Ransmayr.

Der Inhalt ist schnell zusammengefasst. Der Uhrmacher Alister Cox und vier seiner Gehilfen aus England werden vom Kaiser von China in sein Reich gerufen, beautragt, die unterschiedlichen Läufe der Zeit darzustellen.

 Wie verläuft die Zeit für ein Kind? Wie für einen zum Tode Verurteilten?

Der Schreibtipp

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Für sich selbst zu schreiben ist super und wichtig, aber so ein kleiner Wettstreit mit anderen kann das eigene Verhalten durchaus positiv beeinflussen. Wie schreibt jemand anderes? Was kann ich vielleicht von ihm lernen? Kann ich das auch? Und selbst wenn man den anderen an sich vorbeiziehen sieht, hat man sich angestrengt, ist vielleicht motiviert aus seinem Schreibloch gekrochen und hat was getan. Und darauf kommt es doch an, oder? 🙂

schnörkel

Das Bücher-ABC im Überblick!

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Montagsfrage – Spoileralarm!

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Es ist wieder soweit, die liebe Svenja von Buchfresserchen hat uns eine neue Frage gestellt. Heute sehr interessant, denn hier gehen die Meinungen definitiv auseinander.

Wurdest du schonmal gespoilert? Hast du wegen eines Spoilers ein Buch mal nicht zu Ende gelesen?

Ich glaube, es ist in der heutigen Zeit doch ziemlich schwer, nicht hin und wieder gespoilert zu werden. Jeder redet über alles und – hoppsala – schon war da eine Information zu viel dabei. Macht mir in den meisten Fällen allerdings nicht viel aus, man will ja trotzdem noch wissen, wie es zu der besagten Szene kam. Ausnahmen sind Spoiler á la „Achtung, in Band 3 stirbt XY!“ 😮 Da bin ich dann wirklich bedient – da wartet man ja dann Seite für Seite darauf, dass genau das eintritt.

Spoileranekdote: Als ich damals „Die Säulen der Erde“ von Ken Follett las, fragte mich mein Vater am Frühstückstisch (er hatte das Buch vor mir gelesen), ob ich denn schon an der Stelle wär‘, an der die Brücke brennt. Nein, war ich nicht. Aber nun habe ich auf diesen Brand gewartet. Und gewartet. Und gewartet. Und am Ende stellte sich heraus: Die Brücke brennt erst im zweiten Teil. 😀

Wie geht ihr mit Spoilern um? Stört euch das sehr oder spoilert ihr euch gerne auch mal selbst, indem ihr vorab die letzte Seite lest? Erzählt’s mir!

 

schnörkel

[Rezension] Frank Baer – Die Magermilchbande

Die Magermilchbande von Frank Baer

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Erscheinungsdatum Erstausgabe : 01.12.1989

Aktuelle Ausgabe : 13.03.2017

Verlag : Penguin

ISBN: 9783328100645

Flexibler Einband: 414 Seiten

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schnörkel

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„Er drehte Adolf auf den Bauch und setzte sich so, dass er seine Füße im Schoß hatte. Die Fersen waren offen. Das waren keine Blasen mehr, auch keine abgelaufenen Blasen, da war schon die Haut unter den Blasen weggescheuert bis aufs Fleisch. Da schaute das rohe Fleisch heraus.“ (S.97)

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Inhalt

Wir begleiten eine Gruppe Kinder aus der KLV, der Kinderlandverschickung, gegen Ende des zweiten Weltkrieges.
Eines Tages müssen sie aus ihrer Unterbringung in Tschechien fliehen, die Kriegsfront ist nah. Anfangs geht auch alles gut. Doch Adolfs Füße machen nicht lange mit, die Schuhe sind zu eng und reiben, kaum geeignet für einen kilometerweiten Marsch.

Maxe und Peter bleiben bei ihm, wollen mit den Nachzüglern ihrer Schule wieder aufschließen. Doch die Nachzügler kommen nicht und so müssen sich die drei allein nach Deutschland, in ihre Heimat Berlin, durchschlagen. Unterwegs lesen sie außerdem noch Tillie und Bille auf. Zu fünft begeben sich die Kinder auf einen langen Weg, immer entlang am Rande des Hungertodes und des Wahnsinn des Krieges.

Rezension

Der Einstieg in das Buch fällt leicht, wir dürfen einige Aufzeichnungen aus Billes Tagesbuch lesen. Herzerfrischend geschrieben, die Schrecken des Krieges kindgleich wegwinkend, authentisch. Ich gebe zu, ich hatte anfangs ein wenig Ferienheimstimmung im Herzen, bin gedanklich immer wieder in ein Deja Vue des Doppelten Lottchens abgedriftet (des alten Filmes, keiner dieser Neumodischen). Doch das ändert sich schnell, denn die Lage spitzt sich zu. Die Kinder müssen weg, raus aus ihrem sicheren Lager, müssen zurück nach Deutschland gebracht werden und dabei fährt doch fast kein Zug mehr!
Als sie sich Stück für Stück von ihren Habseligkeiten trennen müssen, wurde mir selbst ganz schwer ums Herz. Als Adolfs Füße nicht mehr weitergehen können und er zurückbleiben muss, litt ich mit ihm mit. Maxe und Peter bleiben bei ihm, wollen später den anderen hinterher, was sich als aussichtslos erweist.

Man kann sich nur schwer vorstellen, wie es in einer Zeit sein muss, in der man abgeschnitten von der Welt und mutterseelenallein unterwegs ist. Keine Post, kein Telefon, nichts, was dich mit deinen Liebsten daheim in Verbindung bringen kann. Niemand weiß, wo du dich befindest. Diese Unsicherheit, nicht zu wissen, wo die anderen sind, ob es ihnen gut geht, ob sie überhaupt noch leben.

Mit Tillie und später auch Bille, deren Tagebuch wir in Abständen weiter verfolgen, kommt neues Leben in die Jungenbande. Doch egal, wo sie hinkommen, überall müssen sie sich durchschlagen, sind am Ende ihrer Kräfte, immer hungrig, nie Zuhause. Das Ende des Buches hat mich sehr traurig gestimmt. Mit der Zeit ist die Gruppe zerrissen, einige bleiben zurück, einer läuft weg. Das Schicksal von Maxe erfährt man nur noch aus einem letzten Absatz in Billes Tagebuch.

Die Protagonisten sind bunt gemischt, alle haben sie Eigenschaften, die man lieben kann, alle sind menschlich, niemand ist das Vorzeigeobjekt, das Kind ohne Fehl und Tadel. Das machte sie mir auf unterschiedliche Art und Weise sehr sympathisch. Der Schreibstil ist wundervoll. Weder blumig noch bedeutungsschwanger oder mit erhobenem Finger werden die Schrecken der letzten Kriegstage erzählt. Die Tagebucheinschübe lockern das ganze zusätzlich auf und bringen eine sehr persönliche Note in die Geschichte.

Fazit

Ein großartiges Buch über eine lange Reise, von Freundschaft und Zusammenhalt, vom Erwachsenwerden müssen, von Schrecken und Gefahren der Kriegszeit und den immer begleitenden Gedanken an Zuhause. Jetzt schon ein Jahreshighlight bei mir!

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„Wenn sie einmal nicht geht, geht sie nie mehr. Die ist hin. Völlig ungefährlich.“ Er warf sie in die Höhe, fing sie wieder auf. Dann holte er weit aus und warf sie in hohem Bogen flußabwärts, dass sie fast bis zum Waldrand flog. Sie sahen, wie sie zwischen den Uferbüschen aufschlug, sahen, wie etwas durch die Zweige fetzte, sahen die Explosion, noch bevor sie den Knall hörten, und das jaulende Surren der Splitter.“ (S.267)

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Vielen Herzlichen Dank an das Bloggerportal und an den Penguin Verlag für dieses Rezensionsexemplar!

schnörkel

[Herumgestöbert] Herbstvorschau

Ihr Lieben!

Der Sommer ist noch nicht einmal richtig in unserem Leben eingezogen, da gibt es schon wieder die nächsten Herbsthighlights zu entdecken. Bei der großen Auswahl ist es nicht immer leicht, sich nur für einige Wunschexemplare zu entscheiden, doch den mütterlichen Tonfall im Ohr „Denk dran, dein Platz im Regal ist begrenzt!“ (Wenn überhaupt noch vorhanden) habe ich mir einige Bücher herausgesucht, die definitiv auf meiner Wunschliste landen.

 

Marion Porschmann – Die Kieferninseln

Ein Traum, ein innerer Kurzschluss und die Flucht nach vorn. Nach Japan. Eine Pilgerreise zu den Kieferninseln und die alte Frage wird neu gestellt: Ist das Leben am Ende ein Traum?

Erscheinungsdatum: 06. September 2017

Yasmina Reza – Babylon

Eine harmlose Frühlingsparty mit Mord. Eine groteske Abendgesellschaft, die uns in die Abgründe der Paarbeziehung führt und von einer ganz besonderen Freundschaft erzählt.

Erscheinungsdatum: 24. Juli 2017

Colson Whitehead – Underground Railroad

Baumwollplantagen im amerikanischen Georgia. Was bleibt, ist die Flucht. Wartet am Ende wirklich die Freiheit? Colson Whiteheads Roman ist eine virtuose Abrechnung damit, was es bedeutete und immer noch bedeutet, schwarz zu sein in Amerika.

Erscheinungsdatum: 21. August 2017

Svealena Kutschke – Stadt aus Rauch

Ein faszinierendes Epos einer Familie, auf die die Wirren des 20. Jahrhunderts ihre langen Schatten werfen. Von großmäuligen Denunzianten und kleinmütigen Helden, von Bürokraten des Verbrechens und Hochstaplern der Kunst, von der Verführung des Faschismus und vom Schweigen derer, die glauben, schuldlos zu sein.

Erscheinungsdatum: 25. August 2017

Ali Zamir – Die Schiffbrüchige

Im Indischen Ozean ertrinkt eine junge Frau. Die Wellen sind erbarmungslos, ihre Kräfte lassen nach, aber im Angesicht des Todes bäumt sie sich auf, in einem letzten Aufbegehren reißt Anguille uns mit in die Erzählung ihres Lebens und in die Tiefe des Meeres.

Erscheinungsdatum: 29. September 2017

Anthony Doerr – Die Tiefe

Sechs Geschichten über Erinnerungen und Liebe. Doerr erzählt von fast mystischen Momenten, in denen die Zeit aufgehoben scheint und die Toten anwesend sind. Die Welt wird transparent, wenn dieser große Erzähler sie und ihre Bewohner beschreibt.

Erscheinungsdatum: 21. Juli 2017


Und, ist was für euch dabei? Oder habt ihr vielleicht selbst schon in den Katalogen gestöbert und euch neue Wunschbücher gesucht? Dann teilt sie mir doch mit, ich bin immer gespannt auf neuen Lesestoff! ❤

 

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[Rezension] Matthias Oden – Junktown

Junktown von Matthias Oden

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Erscheinungsdatum Erstausgabe: 09.05.2017

Verlag: Heyne Verlag

ISBN: 9783641197179

Seitenzahl 390 Seiten

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An die Schiene wurden die Recycling-Kapseln gehängt, die jene bedauernswerten Gestalten transportierten, deren Humanklasse von Ärzten, Richtern und Lektoren auf D herabgesetzt worden waren. Sie hatten der Konsumgesellschaft nur noch auf dem Wege zu dienen, dass sie ihre Biomasse den Gebärkonzernen wieder zur Verfügung stellten. (S.292)

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Inhalt

Es ist eine düstere Zukunft, in der Inspektor Solomon Cain seinem Beruf nachgeht. Nach außen hin ist es ein Schlaraffenland, denn die Konsumpartei beherrscht das Land. Konsum ist Pflicht geworden, Drogen sind frei verfügbar und müssen sogar genommen werden, denn die Partei prüft nach. Endlich kann mittels Blutwerten nachvollzogen werden, wie parteitreu der einzelne Bürger ist.

Solomon Cain wird zu einem Mord gerufen. Es ist kein menschliches Wesen, das hier getötet wurde, es ist eine Maschine, genauer gesagt: eine Brutmutter. Das allein ist noch nicht so ungewöhnlich für den Inspektor, denn er gehört der Gemapo an, der Geheimen Maschinenpolizei. Doch der Fall wird schnell verwinkelt, lose Fäden hängen überall in der Luft und niemand weiß etwas. Außerdem wird er auch noch von einem höheren Parteimitglied beobachtet, denn Cain ist nicht so parteitreu, wie er sein sollte.

Rezension

Nun, ich bin ehrlich. Das Buch hat es mir nicht leicht gemacht. Es gab Stellen, die mir sehr gut gefallen haben und dann gab es Stellen, die ich einfach nicht verstand. Das Setting ist grundlegend interessant. Eine Welt, in der der Konsum herrscht, in dem Rausch per Gesetz vorgegeben wird.

Aber dann wird es kurios. Solomon Cain ist scheinbar einer der letzten „natural geborenen“ Menschen. Wie? Menschen scheinen unfruchtbar geworden zu sein und das innerhalb von nur 50 Jahren meiner Schätzung nach. Wesen der Humanrasse werden nun mit Brutmuttern zur Welt gebracht. Nun kann man auch von vornherein festlegen, zu welcher Klasse dieser neue Mensch gehören soll. Nach dieser Klasse richtet sich dann auch seine zukünftige Berufung. Hat man die Klasse D erreicht, wird nicht lange gefackelt und man wird auf den Recyclinghof gebracht. Menschen als wiederverwertbare Biomasse. Im Gegensatz dazu sind die Menschen angehalten, sich so viel Müll in die Wohnung zu holen, wie die Ersparnisse hergeben, denn: Konsum ist Gesetz.

Hin und wieder werden zwar kleine Fetzen Geschichte eingestreut, aber nichts wirklich Konkretes. Gerade nach so einer großen Revolution hätte mich doch die Geschichte dazu interessiert. Natürlich kann man jetzt sagen, bei Orwells 1984 zB. wird man auch einfach in die Welt des großen Bruders geworfen. Ja. Aber da war der Bezug auch nicht so gegeben zu einer Zeit vor der Revolution, da war die Partei allgegenwärtig. Es hätte mir geholfen, diese neue Ordnung zu verstehen, hätte ich mehr Hintergrundwissen gehabt. Ich hatte die ganze Zeit das Gefühl, der Autor wollte viel sagen und hat doch das Wichtigste weggelassen.

Wie kann es zum Beispiel sein, dass ein Mensch eine „Beziehung“ zu einer Brutmutter aufbauen kann, die laut Beschreibung ein sechsstöckiges Riesengebilde ist? Es wird erwähnt, und der Fall wird anfänglich auch auf einer Beziehungstat aufgebaut, aber wie das möglich ist, das wird nicht erklärt. Wenn die Revolution nur wenige Jahrzehnte her ist, wie kann ein Mensch plötzlich eine Beziehung zu einer Maschine aufbauen?

Nimmt man diese etwas unschlüssigen Nebensachen weg, ist es ein recht spannender und verwinkelter Fall, den man da zusammen mit Inspektor Cain zu entfitzen hat, zwischen Parteimachenschaften und Terrorgruppen, einer neuen Bekanntschaft und dem allgegenwärtigen Drogenrausch mit einem Ende, was zwar recht überraschend, aber doch schon lange abzusehen war. Aber eben auch nicht mehr.

Sympathisch war mir keiner so wirklich in diesem Buch, auch die Gespräche waren manchmal einfach zu flapsig dahingeworfen. Kaputt, könnte man sagen. So kaputt wie diese neue Welt? Vielleicht. Auch werden dem Leser immer abenteuerlichere Abkürzungen und Wortschöpfungen an den Kopf geworfen, die eben nicht selbsterklärend sind. Nicht selten habe ich dann kopfschüttelnd dagesessen, mit den Schultern gezuckt und das Verstehen eben weggelassen.

Fazit

Ein netter Kriminalfall mit einer recht schlüssigen Auflösung vor einem außergewöhnlichen Hintergrund. So außergewöhnlich, dass er kaum einer Erklärung würdig zu sein scheint. Wen das nicht stört, wer sich einfach so in einer neuen Ordnung zurecht finden kann und vor allem auch möchte, dem kann ich das Buch sicherlich empfehlen. Wen es stört, nach einer Lektüre einige sehr große Fragezeichen vor sich schweben zu sehen, der findet sicherlich eine andere Dystopie, die in sich besser funktioniert.


Vielen Dank an das Bloggerportal der Random House Verlagsgruppe für das Rezensionsexemplar!

schnörkel

Mittendrin Mittwoch #16 – Rausch ist Gesetz

Der Mittendrin Mittwoch forciert immer mehr zu einer meiner liebsten Aktionen hier im Bloggerleben. Auch ohne das Buch bereits beendet zu haben, gibt es mir die Möglichkeit, euch einen kurzen Einblick in mein aktuelles Buch zu gewähren.

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An die Schiene wurden die Recycling-Kapseln gehängt, die jene  bedauernswerten Gestalten transportierten, deren Humanklasse von Ärzten, Richtern und Lektoren auf D herabgesetzt worden waren.

Sie hatten der Konsumgesellschaft nur noch auf dem Wege zu dienen, dass sie ihre Biomasse den Gebärkonzernen wieder zur Verfügung stellten. (S.292)

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So sieht es aus in Junktown von Matthias Oden. Es ist eine düstere Zukunft, die uns der Autor hier näher bringt. Konsum und Rauschmittel sind per Gesetz verordnet, wer sich der permanenten Dröhnung nicht aussetzt, gilt als parteiabtrünnig und wird abgeschafft. Das erinnert natürlich entfernt an Orwell’s 1984, aber diese Zukunft ist viel technischer. Hier gibt es Brutmütter, haushohe Maschinen, die menschliche Föten produzieren. So eine Brutmutter wird anfangs umgebracht und nun ermittelt Inspektor Cain zwischen Behörden und Mülldeponien. Bisher weiß ich noch nicht so recht, was ich von dem Buch halte, aber ich bin definitiv gespannt, wie es ausgeht.

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Und, was liest du gerade?


Diese Aktion wurde von der lieben Elizzy von readbooksandfallinlove initiiert, schaut unbedingt mal bei ihr vorbei! ♥

[Bücher-abc] B wie Briefe

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Die wunderbare Elizzy hat eine neue Aktion auf ihrem Blog readbooksandfallinlove gestartet, bei der ich sehr gern dabei bin. Immerhin ist diese Aktion wieder so ein Freifahrtsschein für jede Menge Buchempfehlungen! 🙂

Beim Bücher-ABC geht es darum, für den jeweiligen Buchstaben einen Autor zu benennen, ein Buch und einen Schreibtipp für die Blogger und Autoren unter uns.

Heute also der Buchstabe B.

Der Autor

Hier lege ich euch heute James M. Barrie ans Herz. Der Autor von Peter Pan hat einen ganz wunderbaren Stil, der auch das erwachsene Herz zurück in die Kinderzeit bringen kann. Außerdem ist die wunderbare Ausgabe des Coppenrath Verlag von Peter Pan gestern bei mir eingezogen. *hust

Das Buch

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Jetzt musste ich doch erst einmal ein wenig suchen. Ein Glück gibt es Oscar Wilde, dessen Bildnis des Dorian Gray doch einen wunderbaren Buchtipp abgibt. Wer Wilde mag und vorallem nicht zurückschreckt vor zynischer Literatur, der ist hier gut beraten.

Der Schreibtipp

B wie Briefe schreiben

Heute schreibt man ja fast nur noch auf einer Tastatur mit einem Bildschirm vor der Nase. Aber wie wäre es, mal wieder einen Brief zu schreiben? Dieser Brief muss ja nicht zwingend an irgendwen gerichtet sein oder später abgeschickt werden. Aber ich finde, Worte, die man mit der Hand geschrieben hat, haben teilweise eine ganz andere Bedeutung. Da denkt man nach, bevor man schreibt. Da kann man nicht einfach die Backspace-Taste drücken, da muss man durchstreichen und durchstreichen sieht doof aus. Probiert es mal aus, schreibt einen kurzen Brief, genießt den Moment, wenn die Feder (oder auch der profane Kugelchreiber) über das Papier kratzt.

 schnörkel

Das Bücher-ABC im Überblick!

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Montagsfrage – Lieber nicht noch einmal?

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Guten Morgen ihr Lieben,

das Wochenende ist vorbei, mich hat es leider etwas erwischt, doch nichtsdestotrotz möchte ich die dieswöchige Frage vom Buchfresserchen gern beantworten.

Diese lautet:

Gibt es ein Buch, dass du früher richtig gern mochtest, aber inzwischen nicht mehr?

Selbst nach einigem Nachdenken (und das dauert heute tatsächlich etwas länger als üblich) ist mir kein Buch eingefallen, bei dem das der Fall ist. Ich lese generell gerne Bücher nochmal und nochmal, aber diese Schätzchen gehören auch zu meinen absoluten Lieblingen, wie Coraline von Neil Gaiman oder sämtliche Jane Austen Romane. Selbst als ich letztens ein Gänsehaut-Buch von R.L.Stine hervorgekramt hatte (die ich als Kind regelrecht gehortet und verschlungen habe), kam noch ein wenig das alte Gefühl auf. Natürlich bin ich aus diesen Geschichten schon lange rausgewachsen, aber dennoch hab ich gern noch einmal den Nachbarsjungen kennengelernt, der vor so langer Zeit gestorben ist. 🙂


Wie ist es bei euch – habt ihr ein Buch, das ihr früher gern gelesen habt und beim zweiten Mal feststellen musstet, dass ihr nicht mehr auf einer Wellenlänge mit dem Buch liegt?

schnörkel

Heute ist Muttertag!

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Heute ist Muttertag, deswegen nur ganz kurz von mir:

Alles liebe an all die Mütter unter euch, habt einen wunderbaren Tag!

Wollt ihr eurer Mutter einmal ausführlich sagen, wie sehr ihr sie liebt und schätzt, habe ich noch einen kleinen Buchtip für euch:

Du bist die beste Mama, weil … aus der arsEdition gibt euch die Gelegenheit, auf wunderschön gestalteten Seiten eurer Mutter zu sagen, was ihr an ihr schätzt, was ihr hofft, von ihr geerbt zu haben und vieles mehr. Natürlich kann man das auch in einem Brief verfassen, aber über dieses Büchlein freut sich das Mutterherz bestimmt auch. 🙂

Liebe Grüße,

Eure Gabriela

 

[Rezension] Henning Mankell – Die schwedischen Gummistiefel

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Erscheinungsdatum Erstausgabe: 22.08.2016

Verlag: Zsolnay, Paul

ISBN: 9783552057951

Fester Einband 480 Seiten

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Mehr und mehr schien es, als kommunizierten wir miteinander, indem wir uns aus den Augenwinkeln beobachteten. Wir gingen herum und hatten Angst. 

Meine Angst rührte daher, dass ich meinte, weniger und weniger von meiner schwangeren Tochter zu wissen. Und dass sie an mir vielleicht sah, was das Alter mit einem Menschen macht. (.S.179)

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Inhalt

Fredrik Welin, ein ehemaliger Chirurg im Ruhestand, wacht eines Nachts auf, als sein Haus über seinem Kopf lichterloh in Flammen steht. Nur mit Mühe schafft er es ins Freie. Die Brandursache ist unklar und schnell gerät der 70jährige in Verdacht, das Feuer selbst gelegt zu haben. Im Zuge der Ereignisse lernt er die Journalistin Lisa Modin kennen und verliebt sich in sie, eine fast halb so alte Frau. Er versucht ihr näher zu kommen und steht sogar eines Nachts vor ihrer Haustür. Zwischen den beiden, die so sehr die Einsamkeit im Inneren teilen, entspinnt sich langsam eine Freundschaft. Auch seiner Tochter Louise kommt er nach dem Brand näher und wird endlich ein Teil ihres Lebens. Doch die Frage, wer das Feuer gelegt hat, bleibt nach wie vor offen. Wie gut kennen wir die Menschen um uns herum?

Rezension

Henning Mankells letzter großer Roman, so wird dieses Buch angepriesen. Es liest sich, wie ich es mir vorgestellt habe. Ein ruhiges Buch, dass die Probleme des Alterns beleuchtet. Mankell schrieb dieses Buch im Wissen, dass er unheilbar an Krebs erkrankt ist. So lässt es den Schluss zu, dass er sich an Stelle des Fredrik Welin zuweilen selbst stehen sieht. Sein Protagonist verliert sich zeitweise in Überlegungen, die sein Leben und vor allem auch die Zeit danach betreffen. Um ihn herum, verteilt auf den anderen schwedischen Schären in der Ostsee, sind die meisten Menschen in einem Alter, in dem es bald vorbei sein könnte. Und doch ist Fredrik nicht gewillt, klein beizugeben. Er verlässt häufig seine Insel mit der heruntergebrannten Ruine und macht sich auf die Reise ins ferne Paris, der Stadt, die er in früheren Tagen so oft besucht hat. Er verliebt sich sogar noch einmal und hofft auf eine zwischenmenschliche Beziehung, auch wenn diese eher unwahrscheinlich ist.

Der Brand hat endlich das Tor geöffnet, um mit seiner Tochter warm zu werden. Lange haben sie nicht gewusst, wie sie miteinander umgehen sollen und auch jetzt ist noch diese Wand zwischen ihnen spürbar. Und doch gibt es endlich Hoffnung.

Fredrik Welin ist ein Protagonist, den man als grundsätzlich sympathisch bezeichnen kann. Er hat Fehler und er erinnert sich auch immer wieder an Episoden in seinem Leben, in denen er sich daneben benommen hat. Und doch macht ihn das aus, macht ihn zu einem von uns. Einen Menschen. Niemand ist frei von Fehlern, wir alle haben Dinge getan oder werden sie noch tun, die wir im Alter womöglich überdenken oder bereuen werden. Aber macht genau das nicht das Leben aus? Die weiteren Charaktere und Schärenbewohner sind allesamt Sonderlinge, merkwürdige Menschen und Eigenbrötler mit mehr oder weniger liebenswerten Eigenschaften. Viele bleiben blass, auch Sympathien kamen eher nicht bei mir zum Vorschein. Selbst Louise, seine Tochter, schafft es nicht, dass ich sie in mein Herz schließen konnte. Aber vielleicht muss man das auch nicht.

Die Aufklärung des Brandes auf seiner Insel verläuft im Hintergrund, ist eigentlich nicht wirklich Bestandteil des Buches. Viel mehr hat dieses Feuer Fredrik ein wenig Leben geschenkt, ein wenig Hoffnung auf die Zukunft. Denn nun hat er sein Leben wieder ein Stück mehr in der Hand.

Fazit

Eine Geschichte, klar und schnörkellos geschrieben und doch so bestechend wahr. Eine Geschichte über das Alter, über das Menschsein und die Hoffnung. Streckenweise etwas langatmig und gleichförmig, aber womöglich ist es so, das Alter. Irgendwann, wenn wir selbst 70 sind, werden wir es vielleicht wissen.

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