[Rezension] Jonathan L.- Howard – Seelenfänger

Johannes CabalSeelenfaenger von Jonathan L Howard

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Erscheinungsdatum Erstausgabe: 07.09.2009

Verlag: Goldmann

ISBN: 9783442469963

Flexibler Einband 378 Seiten

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schnörkel

Meinungen sind ja bekanntlich immer subjektiv: Einige fanden dieses Buch schlecht, ich dagegen mochte es trotz einiger Abstriche sehr. 🙂

Inhalt

Johannes Cabal, von Beruf Wissenschaftler und Nekromant, verlangt von Satan persönlich seine Seele zurück, die er ihm vor einigen Jahren verkauft hat. Natürlich gibt der Teufel nur ungern her, was er bereits besitzt.

Notgedrungen schlägt Johannes ihm eine Wette vor: 100 Seelen für Satan innerhalb eines Jahres, um seine eigene zu retten.

Mit Hilfe des „Jahrmarkts der Zwietracht“ versucht Johannes nun, Menschen dazu zu bringen, ihm durch ein auszufüllendes Formular ihre Seelen zu überschreiben. Anfangs erhält er Hilfe von seinem Bruder Horst, der selbst ein nicht mehr gänzlich menschliches Dasein fristet. Doch dann will Johannes selbst unbefleckte Seelen für seine Zwecke missbrauchen, was seinem Bruder mehr und mehr missfällt. Wird Johannes seine Wette trotzdem gewinnen und so seine Seele zurück erhalten?

Rezension

Das Buch scheint ja die Gemüter zu spalten. Es gibt einige, denen die Geschichte scheinbar so gar nicht gefallen hat. Mir dagegen hat sie sogar sehr gut gefallen.

Eigentlich seit der ersten Seite habe ich ein typisches Tim Burton Setting vor mir gesehen, verschrobene Gestalten, merkwürdige Landschaften, alles eher düster und unheimlich, und ganz besonders dieser „Jahrmarkt der Zwietracht“.
Christoph Waltz mit seinem scharfen Blick und Verstand und seiner unverkennbaren Sprache würde sich sehr gut als Johannes Cabal machen, während sein dunklerer Bruder Horst bestens in Johnny Depps Metier fallen würde. So war zumindest meine Wahrnehmung, vielleicht sollte ich Burton mal eine Nachricht zukommen lassen.

Der Schreibstil ist locker und wird durch schwarzhumorige Phrasen aufgepeppt, nicht zuletzt dank der flapsigen Dialoge.

Als Johannes aus nichts weiter als einem Knochen, etwas Haut, einem Stück Stoff, ein paar Haaren und – wenn man Glück hat – einer Portion Schmalz Menschen, oder zumindest menschenähnliche Wesen, erschaffen hat, fand ich das großartig. Auch die weiteren Ideen für den Jahrmarkt waren sehr interessant, hätten an der ein oder anderen Stelle aber vielleicht noch ausgebaut werden können.

Was mir an der Geschichte gefehlt hat, war der charakterliche Tiefgang. Man erfährt bis zur wirklich letzten Seite nicht, warum Johannes eigentlich seine Seele zurückgewinnen will, warum er Nekromant geworden ist, was ihn dazu treibt, zu tun, was er eben tut. Ebenso bei Horst Cabal. Was genau ist seine Geschichte gewesen? Da hätte eine etwas ausführlichere Zeichnung der Charaktere sicherlich gut getan. Auch hätte ich mir einige mehr Episoden gut vorstellen können, wie Cabal zu seinen Seelen gekommen ist, welche List er angewandt hat. Bis es zur Zielgeraden ging, wurden die restlichen Seelen reichlich überflogen und nur am Rand notiert. Vielleicht gerade deswegen plätscherte der mittlere Teil etwas vor sich hin, was aber nicht bedeutet, dass er langweilig gewesen wäre – er hätte nur besser sein können.

Das Ende hat einen starken Cliffhanger zum nächsten Band, den ich mir sicherlich demnächst auch zulegen werde, da mir Johannes Cabal eben doch nicht aus dem Kopf geht und ich unbedingt wissen möchte, ob er schafft, was er sich vorgenommen hat. Die Toten wieder zu beleben und zwar nicht als seelenlose Zombies, sondern als richtige Menschen.

Fazit

Eine interessante Geschichte mit einem vielversprechenden Setting, der ein wenig mehr Tiefgang nicht geschadet hätte. Trotzdem ein Lesevergnügen für alle, die es gern etwas schräger mögen.

Bewertung: 4 / 5 Sterne ★★★★

schnörkel

Eine literarische Reise nach … Asien – Teil 1

Ihr Lieben!

Bücher sind ja bekanntlich dafür da, dass man seinen eigenen Horizont erweitert. Mit ein wenig Fantasie kann man gegen Bösewichte kämpfen, sich immer wieder neu verlieben, kann die Magie der Welt erleben und ferne Länder bereisen.

Ein Blick in meine Regale sagte mir, dass mir der asiatische Raum scheinbar ziemlich zusagt, und zwar sowohl als Handlungsort, als auch der Stil asiatischer Schriftsteller.

Ich möchte euch nun also heute mitnehmen auf eine kleine literarische Reise ins Land der aufgehenden Sonne. 

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Das wären sie also. Meine Schätzchen. Was auf diesem Bild fehlt, ist die Geisha, eins der wohl am häufigsten wiedergelesenen Bücher bei mir. Es ist nicht verschwunden, sondern harrt im elterlichen Bücherregal meiner nächsten Lesestunden. 🙂

Heute möchte ich euch 3 Bücher vorstellen, die in China oder Japan spielen, deren Autoren jedoch nicht aus diesen Ländern stammen. Diese haben meiner Ansicht nach den ganz eigenen Schreibstil der asiatischen Schriftsteller übernommen, hauchzart, voller Poesie und Bildgewalt.herzlinie

schneekimono Mark Henshaw – Der Schneekimono

Es ist eine Geschichte in einer Geschichte in einer Geschichte. Der ehemalige Kommissar Auguste Jovert lernt im Treppenhaus den japanischen Anwalt Tadashi Omura kennen. Dieser erzählt ihm – anfangs ungefragt – im Laufe eines Jahres die Lebensgeschichte seines Freundes Katsuo Ikeda. Dabei gewinnt auch Joverts eigenes Leben wieder an Form und Substanz und er beginnt, sein eigenes Leben zu überdenken.

Neugierig geworden? Hier geht’s zu meiner vollständigen Rezension dazu!

 


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Christoph Ransmayr – Cox oder Der Lauf der Zeit

Der Inhalt ist schnell zusammengefasst.
Der Uhrmacher Alister Cox und vier seiner Gehilfen aus England werden vom Kaiser von China in sein Reich gerufen, beautragt, die unterschiedlichen Läufe der Zeit darzustellen.

 Wie verläuft die Zeit für ein Kind? Wie für einen zum Tode Verurteilten?

Während ihrer Arbeit werden sie immer wieder unterbrochen; der Kaiser, der Herr über zehntausend Jahre, wünscht etwas anderes. Schlussendlich sollen sie eine Uhr bauen, die die Unendlichkeit anzeigt, die, einmal in Gang gesetzt, nie wieder stillsteht, bis ans Ende aller Tage.
Überschattet wird die Geschichte von den Erinnerungen an den  tragischen Verlust Cox‘ in England, der seine geliebte Tochter verlor und seine Frau verstummen ließ.
Was dieses Buch ausmacht, ist nicht allein die Geschichte, die es erzählt, sondern wie sie erzählt wird.
Tokio 1946: Der Richter Rem Brink ist vom niederländischen Außenministerium zu den
sogenannten Tokioter Prozessen gesandt worden, um mit den Siegermächten die japanischen Kriegsverbrechen aufzuarbeiten. Brink ist sich seiner besonderen Verantwortung bewusst, sucht gleichzeitig aber auch Zerstreuung in einer Liaison mit der jungen Sängerin Michiko. Durch sie lernt er eine ganz andere, faszinierende Seite Japans kennen. Doch als Michiko ihn um einen Gefallen bittet, der seinen politischen und moralischen Grundsätzen widerspricht, wird die Beziehung auf eine harte Probe gestellt …
Auch dieses Buch klingt sehr vielversprechend (und hat mich aufgrund seines Covers vom ersten Augenblick an angezogen!) und wird wohl bald meinen SuB verlassen dürfen. 🙂
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Kennt ihr eines dieser Bücher bereits oder seid ihr jetzt richtig neugierig geworden? Lasst es mich wissen und freut euch schon mal auf den zweiten Teil, wenn ich euch die restlichen Bücher vorstelle! ❤

[Rezension] Mark Henshaw – Der Schneekimono

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Erscheinungsdatum Erstausgabe10.10.2016

Verlag: Insel Verlag

ISBN: 9783458176824

Fester Einband 381 Seiten

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Willst du dein Leben erkennen,

musst du es durch die Augen eines anderen sehen.

Inhalt

Es ist eine Geschichte in einer Geschichte in einer Geschichte. Der ehemalige Kommissar Auguste Jovert lernt im Treppenhaus den japanischen Anwalt Tadashi Omura kennen. Dieser erzählt ihm – anfangs ungefragt – im Laufe eines Jahres die Lebensgeschichte seines Freundes Katsuo Ikeda. Dabei gewinnt auch Joverts eigenes Leben wieder an Form und Substanz und er beginnt, sein eigenes Leben zu überdenken.

Rezension

Dieses Buch ist unglaublich intensiv. Es ist keine dieser lauten Geschichten. Diese kommt leise daher, schleicht auf nackten Füßen durch den Schnee. Hier und da ein Knirschen, ein aufschreckendes Geräusch. Dann wieder Stille.

Anfangs sind die verschiedenen Geschichten ein wenig verwirrend, man sucht den roten Faden in Katsuos Lebensgeschichte. Erschwerend kommt hinzu, dass die Geschichten durch Erinnerungen erzählt werden. Diese schwanken im Zeitfluss gerne auch mal hin und her. Das schadet der Intensität der Geschichte allerdings nicht, es fühlt sich an wie ein Ganzes, etwas anschmiegsames, das man nicht mehr loslassen möchte.

Nur langsam entfaltet sich die ganze Gewalt des Buches. Am Ende fügen sich die einzelnen Stränge zusammen, ergeben ein erschreckendes Bild eines Lebens, welches durch Selbstüberschätzung und Lügen, Liebe und Verlust beherrscht wird. Und am Ende erhält man eine Wahrheit, die man schon zu ahnen begonnen hatte, sie aber nie ganz glauben wollte.

Der Schreibstil des Autors passt wunderbar in diese zarte Geschichte. Man weiß nie genau, ob man jetzt grade in der Geschichte ist, oder doch schon wieder in der Realität.

Fazit

Kein Buch für Jeden – aber für mich ein wunderbares Buch voller Poesie.

Bewertung: 5 / 5 Sterne ★★★★★

 

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Das ewige Platzproblem

Als ich vor einigen Jahren von Zuhause auszog, hatte ich recht wenige Bücher, die ich mein Eigen nennen konnte. Da meine Eltern quasi eine eigene Bibliothek daheim haben, brauchte ich mich um neues Lesefutter selten kümmern – der Nachschub war immer gesichert.

Also zog ich aus und hatte vielleicht 70 Bücher, die mir allein gehörten. So leer sah das natürlich in dem nagelneuen Bücherregal auch aus. Als ich wieder auszog, platzte das Regal schon aus allen Nähten. Also habe ich mir direkt 3 neue (schmalere) Regale zugelegt. Man plant ja für die Zukunft.

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Nun wohne ich erst ein Jahr hier und muss feststellen: Es geht nichts mehr rein, ohne dass es unschön aussieht. Von Zuhause kenne ich es, dass aus Platzmangel die Bücher zweireihig hintereinander stehen, obendrauf stapelweise liegen und vorne dran dann auch nochmal eine Reihe steht.

Zweckmäßig? Ja.

Besonders schön? Nein!

Nun ist meine Wohnung nicht die größte, so dass ich mir hier noch locker einige weitere Bücherregale hinstellen könnte. Und auf sämtliche Dekoelemente im Regal verzichten mag ich eigentlich auch nicht (mal ganz von der Frage abgesehen, wohin ich das dann wieder stellen sollte), aber immerhin ein Fach habe ich geleert, nur um dann festzustellen, dass ich trotzdem anfangen muss, Bücher hintereinander zu stellen. Auch habe ich gehofft, dass ich einige Bücher finde, von denen ich mich einfach trennen könnte. Aber meine Besitzgier ist so immens, dass ich nicht eines meiner Bücher hergeben möchte.  Also heiß es nun wohl doch stapeln oder auf den Kauf neuer Bücher verzichten. 😮

Wie sieht das bei euch aus? Habt ihr noch genügend Platz im Regal, um der Zukunft gelassen entgegen zu sehen – oder kriegt ihr wie ich Stapel-Panik?

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Habt einen schönen Sonntag!

Eure Gabriela

[Rezension] B.A. Paris – Saving Grace

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Erscheinungsdatum Erstausgabe: 21.11.2016

Verlag: Blanvalet

ISBN: 9783734102639

Flexibler Einband 352 Seiten

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schnörkel

Drum prüfe, wer sich ewig bindet,

ob sich das Herz zum Herzen findet,

Der Wahn ist kurz,

die Reu‘ ist lang.

Friedrich Schiller

Inhalt

Wer wünscht es sich nicht? Das perfekte Leben. Ein Leben ohne Geldsorgen, ein Leben erfüllt von Liebe mit einem perfekten Ehemann an seiner Seite.
Von außen wirkt es so, als hätte Grace genau das erreicht, von dem wir alle träumen. Doch wieso wirkt sie manchmal so abwesend? Wieso scheint sie in der Bewegung zu erstarren, wenn ihr Mann, der erfolgreiche Anwalt für misshandelte Frauen Jack Angel, eine scheinbar harmlose Bemerkung macht? Und wieso ist sie so mager, wenn sie sich doch vor aller Augen den Bauch so voll schlagen kann?
Wenn man sie nach ihrem Befinden fragt, ist alles in Ordnung.
Und ihr Mann ist immer bei ihr.

Rezension

Ich gebe zu, der Bereich Thriller gehört nicht zu meinem unbedingt bevorzugten Genre. Geht es allerdings um die menschliche Psyche, werde ich hellhörig. Wie viel schlimmer sind Angstschauder, wenn sie nicht von Blutspritzern stammen, sondern von den Abgründen, in die eine menschliche Seele fallen kann?

Die Champagnerflasche stößt leicht gegen die marmorne Arbeitsplatte, und das Geräusch lässt mich zusammenzucken. Ich sehe zu Jack hinüber und hoffe, dass er nicht gemerkt hat, wie nervös ich bin. Er ertappt mich dabei, dass ich ihn beobachte, und lächelt. 
„Perfekt“, sagt er leise. (S.5)

Die Geschichte wird in zwei Zeitsträngen erzählt. Gegenwart und Vergangenheit, die sich allmählich zu einem Ganzen vereinen. Das perfide daran ist, dass man Grace‘ Gegenwart kennt; man weiß, dass sie von ihrem Ehemann psychisch gebrochen wird, dass er sie eingesperrt hält und das er ihr tagelang das Essen verweigert. All das erlebt man in der Gegenwart mit ihr.
Und dann gibt es diese Rückblicke. Wie sie sich kennengelernt haben, wie er ein strahlendes Beispiel an Perfektion in Menschengestalt abgibt. Wie er sich rührend um Grace‘ Schwester Millie, die am Down-Syndrom leidet, kümmert und sie zu sich holen will, sobald diese aus ihrem Internat muss.

„Sieh dir alles genau an“, knurrte er. „Millie wird die Atmosphäre hoffentlich so genießen wie ich, denn dies ist der Raum, in dem sie leben wird – nicht in dem hübschen gelben Schlafzimmer im ersten Stock.“ (S.231)

Man erlebt, wie sie versucht, immer und immer wieder zu fliehen, ihn zu überlisten. Wie sie immer wieder scheitert und dafür büßen muss. Nicht rein körperlich. Dieses Buch kommt völlig ohne körperliche Verletzungen und Blutvergießen aus. Es ist viel subtiler, wie Jack seine Frau psychisch so destabilisiert, dass sie bald keinen Kampfwillen mehr zeigt. Wie er sie so unter Kontrolle hat, dass sie selbst in der Gegenwart von anderen, von Fremden wie Freunden, die liebende Ehefrau mimt, um sich und ihre Schwester vor ihrem grausamen Schicksal zu schützen.

Gibt es überhaupt ein Entrinnen?
Schließlich ist Jack perfekt. Alles ist perfekt. Er hat alles perfekt arrangiert und durchdacht, er ist ihr immer mindestens einen Schritt voraus. Und das muss Grace lernen. Und sich seinen Perfektionismus aneignen, wenn sie jemals aus dieser Hölle entfliehen will. Da die Geschichte von diesem Unwissen lebt, wäre es unfair, an dieser Stelle Weiteres zu verraten.
Ich kann nur sagen, dass ich mich extrem in Grace‘ Lage versetzen konnte. Fiel mir etwas ein, wie sie es schaffen könnte, tat sie genau das auf den nächsten Seiten – und scheiterte. Ich bekam das Gefühl, dass Jacks Hand auch schwer auf meiner Schulter lastete, dass er ständig meinen Ellenbogen festhielt, damit ich nicht entfliehen konnte.

Und immer wieder stellt man sich die Frage: Was steckt in den Menschen, die wir meinen zu kennen? Hätte man solches vorher erkennen können? Wie oft finden wir Entschuldigungen für das merkwürdige Verhalten unserer Partner, unserer Mitmenschen? Wie oft missachten wir die Warnsignale, weil wir glücklich sein wollen? Weil wir uns nicht vorstellen können, welch Bestien in Menschengestalt unter uns weilen?
Und die vielleicht entscheidendste Frage: Wie aufmerksam sind wir bei unseren Freunden? Hinterfragen wir, ob sie wirklich glücklich sind? Wollen wir das wirklich wissen? Oder reicht uns die äußere Fassade, wollen wir nicht in Dinge hineingezogen werden, die uns vermeintlich nichts angehen?

Fazit

Lest dieses Buch und dann stellt und beantwortet euch selbst diese Fragen.

Bewertung: 5 / 5 Sterne ★★★★★

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Mittendrin Mittwoch #7 und das SuB-Glas

Hallo ihr Lieben!

Heute ist wieder Mittwoch und ich möchte euch in mein aktuelles Buch mitnehmen. Da ich heute morgen mein letztes Buch der Glücksfee-Momente (Björn Springorums Spiegel des Bösen) beendet habe, bin ich nun erst einmal wieder frei von Leserunden und somit frei in der Entscheidung, was ich als nächstes lesen will.

Die Qual der Wahl! Aktuell lungern auf meinem SuB 110 Bücher herum. Zu welchem soll ich nur greifen? Also habe ich mir gedacht, ich mache mir ein SuB-Glas. Das heißt, ich habe meine ungelesenen Bücher aufgeschrieben und ein Glas damit gefüllt. Immer dann, wenn ich einmal nicht weiß, welchen Schatz ich ausgraben soll, kann ich nun hinein greifen und mich überraschen lassen. Außerdem macht es sich ja auch ganz hübsch auf dem Tisch, oder?

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Nun also fix reingegriffen und das nächste Buch gefunden. Ich bin direkt ein wenig aufgeregt… 🙂

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Saving Grace von B.A. Paris soll es also werden! Ich freue mich sehr über dieses Buch. Und da ich erst damit anfangen werde, lesen wir einfach die ersten Zeilen gemeinsam.


apostroph_untenDie Champagnerflasche stößt leicht gegen die marmorne Arbeitsplatte, und das Geräusch lässt mich zusammenzucken.

apostroph_obenIch sehe zu Jack hinüber und hoffe, dass er nicht gemerkt hat, wie nervös ich bin.

Er ertappt mich dabei, dass ich ihn beobachte, und lächelt.

„Perfekt“, sagt er leise.

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Aufgefallen ist mir dieses Buch in der Buchhandlung, da es dem Klappentext nach ähnlich  wie Gone Girl von Gillian Flynn oder Der Feind in meinem Bett von Nancy Price sein soll.

Klappentext

Niemand glaubt dir. Niemand hilft dir. Du gehörst ihm … Grace und Jack Angel sind das perfekte Paar. Die dreiunddreißigjährige Grace ist warmherzig, liebevoll, bildhübsch. Jack sieht gut aus, ist charmant und kämpft als renommierter Anwalt für die Rechte misshandelter Frauen. Aber sollte man Perfektion jemals trauen? Warum zum Beispiel kann Grace auf Dinnerpartys so viel essen und nimmt doch niemals zu? Warum umgibt ein hoher Zaun Jacks und Graces wunderschönes Haus? Doch wenn man Grace danach fragen möchte, stellt man fest, dass sie nie allein ist. Denn Jack ist immer – wirklich immer – an ihrer Seite …

Und, was lest ihr derzeit?


Diese Aktion wurde von der lieben Elizzy von readbooksandfallinlove initiiert, schaut unbedingt mal bei ihr vorbei! ♥

[Rezension] Björn Springorum – Spiegel des Bösen

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Erscheinungsdatum Erstausgabe:16.02.2017

Verlag: Thienemann-Esslinger Verlag GmbH

ISBN: 9783522202305

Fester Einband 383 Seiten

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Was passiert, wenn die schmale Grenze zwischen Liebe und Hass verschwimmt? Wenn man aus Rachsucht kein Halten mehr kennt?

Inhalt

Ein Hotel in den Bergen. Sophie, unsere Protagonistin, checkt mit ihren Eltern für vier Tage ein – und doch sollen es so viele Tage mehr werden.
Gleich zu Beginn muss sie mit ansehen, wie sich eine Frau von einem der Türme des Hotels stürzt. Doch außer ihr scheint niemand dieses tragische Ereignis gesehen zu haben.
Eines Morgens wacht Sophie auf und bemerkt, dass ihre Eltern verschwunden sind. Als sie das Hotel nach ihnen absucht, muss sie feststellen, dass sie selbst scheinbar nicht mehr existiert. Niemand redet mit ihr, niemand scheint sie auch nur wahrzunehmen.
Außer dem Concierge des Hotels.
Als sie ihm zufällig in die Arme läuft und ihm verzweifelt ihre Situation erklärt, schickt er sie in die Keller des Hotels, zu den anderen, nur dort wäre sie sicher. Sicher? Vor wem? Und wer sind die anderen?
Im Keller lernt sie schließlich Max, Ludwig und Margarete kennen. Als sie entdeckt, dass die anderen bereits seit mehr als hundert Jahren gefangen gehalten werden, will sie gemeinsam mit Max das Geheimnis des Hotels lüften.

Eine Suche, gespickt mit Spuk, Grusel und jeder Menge Emotionen, eine Suche durch die Zeit beginnt.

Rezension

Dieses Buch ist in der Tat ein schaurig-schönes Lesespektakel gewesen. Der Autor hat wirklich viele, fantastische Ideen zu einem Gesamten verwoben.

Es gibt drei Berghexen, die sich von Seelen ernähren und sich den Hass der Menschen zu Nutze machen.
Es gibt eine Frau, die nur in den Spiegeln des Hotels sichtbar wird, deren Herz vor so langer Zeit gebrochen wurde, deren Wunsch auf Rache allgegenwärtig ist.
Es gibt Geister, die lieber Erinnerungen genannt werden wollen, die die Weinkeller des Hotels plündern und doch das Herz am rechten Fleck tragen.
Es gibt die namenlosen Schrecken, ruhelose Wesen, die aus Bildern hervorkriechen, oder die den Nebel bevölkern.

Und es gibt Sophie, Max, Margarete und Ludwig. Alle vier wurden von ihren Eltern getrennt und wissen doch nicht, wieso. Haben sie sich gewünscht, ihre Eltern zu verlieren? Oder steckt noch mehr dahinter? Alle hatten ihren ganz eigenen Charakter. Natürlich ist nicht jeder gleich sympathisch, aber das wäre ja auch langweilig. Sophie hat mich zusehends an Coraline (Neil Gaiman) erinnert. Von ihrer Art und auch von den Geschehnissen her, die ihre ganze Aufmerksamkeit verlangen, ist sie mir sehr ans Herz gewachsen. Überhaupt die Liebe, die sich zwischen Max und ihr entwickelt, hatte ihren ganz besonderen Reiz. Nicht zuletzt, da diese Liebe zum Scheitern verurteilt ist.

Die Geschichte zeigt in kurzen Rückblicken auf das Jahr 1883, was sich tatsächlich zugetragen hat, warum dieser ganze Spuk überhaupt anfing, was mir immer ganz besonders gut gefallen hat. Die tragische Figur Colette mit ihrer Liebe, ihrem Hass, ihrer Rachsucht. Der Direktor, dem sein eigener Ruf wichtiger war, als das Leben dieser jungen Frau und ihrem Kind.

Insgesamt ist das gesamte Buch sehr rasant, manche Stellen waren mir nicht ganz klar und ließen mich etwas verwirrt zurück. Das betrifft hauptsächlich plötzliche Ortswechsel, bei denen ich mich immer erstmal orientieren musste, wo wir nun sind. Auch sind mir manche Beweggründe nicht ganz einleuchtend gewesen. Warum hat Colette zB. ihren Plan, die Kinder den Eltern zu entreißen, um endlich an ihre Rache zu kommen, ein ums andere Mal durchgezogen, selbst nachdem sie gesehen haben muss, dass er nicht funktioniert? Da hätte ich mir noch ein wenig mehr Tiefgang gewünscht, vielleicht verwobene Familiengeschichten, da mir die Auswahl der Kinder recht ziellos vorkam.
Sei’s drum, der Showdown war spektakulär und das Ende sehr emotional, was mich dann wieder vollauf versöhnt hat.

Fazit

Alles in allem äußerst wohlverdiente 4.5 Sterne und eine definitive Leseempfehlung für alle, die es gern rasant und gruselig mögen.

Bewertung: 4,5 / 5 Sterne ★★★★★

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[Rezension] Nadine Erdmann – Cyberworld 1.0

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Erscheinungsdatum Erstausgabe :07.04.2014

Verlag : Greenlight Press

ISBN: 9783958342033

Seitenzahl 362 Seiten

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schnörkel

Zuerst einmal vielen lieben Dank an Nadine Erdmann, dass ich dieses tolle Buch lesen durfte! Das Warten hat sich definitiv gelohnt 🙂

Inhalt

Im Jahr 2038 verfügt die Welt über eine neue Technologie: Die Cyberworld. Hier können sich Menschen auf der ganzen Welt via Avatar in virtuellen Clubs treffen oder zB.  interaktiv Spiele zusammen spielen. So auch Jemma, Jamie und Zack. Fantasyrollenspiele sind genau ihr Ding: Als Paladine, Krieger und Magiere ziehen sie durch die virtuelle Welt und kämpfen gegen Monsterhorden und Drachen.

Doch dann erfahren sie, dass bereits drei Jungen in ihrem Alter ins Koma gefallen sind, nachdem sie sich in die Cyberwelt eingeloggt hatten, und die Gruppe beschließt, etwas kürzer zu treten. Ganz besonders schwer fällt Jamie dieses Versprechen. Da er seit einem schweren Unfall häufig im Rollstuhl sitzen muss, hat er für die Cyberwelt eine besondere Vorliebe entwickelt.

„Schwerelosigkeit. Dieses fantastische Gefühl, seinen Körper nicht mehr zu spüren. Das war der Moment, den Jamie jedes Mal am meisten herbeisehnte.“
(S.118)

Dann lernen die drei Jugendlichen Will und seinen Bruder Ned kennen. Diese erzählen ihnen von einem noch unveröffentlichten Spiel – Mind Ripper – und ihrem Verdacht, dass irgendjemand in dieses Spiel eingegriffen hat und somit das Koma der Jungen ausgelöst hat. Die Clique willigt ein, sich zusammen mit Will und Ned auf die Suche nach dem wahren Mind Ripper zu begeben. Eine virtuelle Jagd nach Hinweisen beginnt.

Meinung

Mir gefällt die Erzählstruktur unheimlich gut. Da in meiner Brust auch ein kleines Gamerherz wohnt, war ich ganz besonders fasziniert von der Verwebung von Realität mit der Cyberwelt. Die Game-Kapitel habe ich immer herbeigesehnt, waren sie doch besonders spannend aufgebaut. Die Autorin versteht es, die nötige Atmosphäre für ein schaurig-schönes Spielerlebnis aufkommen zu lassen.

Die Sprache ist klar und unumwunden, die Gespräche genau so, wie sie zwischen Jugendlichen ablaufen.

Auch die Aufklärung des Falles war sinnvoll, logisch und nachvollziehbar. Auch wenn ich als Naivchen natürlich wie immer alle vorigen Hinweise entschieden von mir gewiesen habe. Die Lösung legt außerdem eine fantastische Entwicklung in der Technologie dar. Ob wir tatsächlich irgendwann an diesen Punkt kommen werden? Und ob dann die positiven Seiten überwiegen werden?

Alle Protagonisten haben etwas ganz eigenes, dass sie sympathisch macht. Selbst den Hightechhausmann Max fand ich herrlich, den hätte ich auch gerne bei mir daheim stehen.

Fazit

Du liest gerne Jugendliteratur? Du magst virtuelle Welten und möchtest dem Mind Ripper auf die Spur kommen? Ein bisschen prickelnde Verliebtheit ist auch deins?
Dann greif zu diesem Buch – lesen lohnt sich!

Bewertung: 5 / 5 Sterne ★★★★★

 

schnörkel

Montagsfragen #3 – Designfragen

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Es ist Montag und Buchfresserchen Svenja hält wieder eine neue Frage für uns bereit!

Würdest du sagen, dass du beim Buchkauf einen bestimmten Coverdesign-Stil bevorzugst?

Eine ganz wunderbare Frage, wie ich finde. Wenn ich mir meine Regale anschaue, da fällt doch auf, was man bei mir findet – und vor allem was nicht. Was für mich nämlich zum Beispiel überhaupt nicht geht, sind Cover mit Gesichtern. Diese ganzen Fantasybücher mit Frauengesichtern drauf – ein Graus. Da geh ich sofort dran vorbei, da schau ich mir nicht mal den Klappentext an. Sicherlich manches Mal schade um das Buch, aber für mich wirken diese Cover einfach unpassend. Immer wieder gleich. Als ob die Geschichten ein ums andere Mal dieselben wären.

Im Gegensatz dazu bevorzuge ich Bücher mit illustrativen Covern, gerne auch etwas retro oder dezent und aussagekräftig gestaltet. Entdecke ich so ein Cover im Buchladen, zieht es mich magisch an und landet dann auch häufig in meinem Einkaufsbeutel.

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Diese 3 Bücher zum Beispiel waren absolute Coverkäufe. Und zumindest bei Flavia hat mich mein Gefühl absolut nicht betrogen. Die anderen beiden liegen leider immernoch auf meinem SuB, aber ich denke, auch da werde ich nicht völlig danebengegriffen haben. 🙂

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Die Zerbrechlichkeit der Welt hat mich absolut durch sein Cover angezogen. Ich mag Literatur aus Japan oder allgemein dem asiatischen Raum sehr sehr gern und wenn das Cover auch noch genau dieses Gefühl ausstrahlt, muss ich zugreifen.

Was ich auch mag, sind tatsächlich die Diogenes-Bücher. Ich mag es, dass man sie immer erkennt, ich mag ihren klaren Stil und ich reihe sie gerne nebeneinander auf – Auch wenn ein einziges Buch aus der Reihe springt und einen schwarzen Buchrücken hat (wieso eigentlich?)

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Und, wie ist das bei euch? Um welche Cover macht ihr einen großen Bogen? Oder ist euch das Cover völlig egal?

Freitagsgedanken #3

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Die liebe Ava Reed hat etwas ins Leben gerufen, bei dem ich sehr gern dabei sein möchte. Das ganze nennt sich Freitagsgedanken und widmet sich jeden Freitag einem anderen Thema, einer anderen Frage, die man als Leser oder Blogger, einfach als Mensch für sich oder für alle beantworten kann.

Diese Woche lautet die Frage:


Ja, nein, vielleicht?

Nenne 3 Dinge bzw. Gegenstände deines Lebens, auf die du niemals verzichten könntest!

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Na, das ist doch mal eine einfache Frage, oder? Meine Familie, meinen Hund und Bücher! Nein, Moment mal. Dinge bzw. Gegenstände? Also nichts lebendiges? Jetzt wird die Sache schon komplizierter. Also nochmal.

  1. meine Familie
  2. mein Hund
  3. Bücher

Als Buchverrückte stehen Bücher sicherlich an erster Stelle bei mir. Stellt euch mal eine Welt ohne Bücher vor, ohne die vielen Geschichten, zwischen zwei Buchdeckel gepackt. Natürlich könnte man dann noch zum altbewährten mündlichen Geschichtenerzählen greifen, aber hätten wir diese Bandbreite? Bestimmt nicht.

Was noch … ?

Ich weiß nicht, ob es zählt, aber auf Musik könnte ich ebenfalls nicht verzichten. Es muss ja nicht immer das ganz große Orchester sein, aber ohne Melodien, ohne Gesang, sähe die Welt doch sehr traurig aus. Nein, sie würde traurig klingen. Musik kann so viel bewirken, sie kann so viele Gefühle transportieren, dass ich da im Leben nicht drauf verzichten möchte.

Als drittes würde ich wohl meine Kaffeemaschine nennen müssen. Nicht, dass sie ein besonders edles Ding wäre, sie kocht einfach nur Kaffee. Aber ohne Kaffee wäre ich nur ein halber Mensch. 😀

… Hätte ich vielleicht das Handy nennen sollen? Ich denke nicht. Auch wenn ich es gefühlt öfter in der Hand habe, als vielleicht gut wäre, so denke ich doch, dass ich gut und gern drauf verzichten könnte, wenn ich es muss. Letztes Jahr war ich für 4 Tage an der Ostsee und das Handy lag 20 Stunden am Tag ausgeschaltet in der Tasche. Ihr könnt euch nicht vorstellen, was das für eine Wohltat war. Frei von Technik und Internet, einfach du und das Meer. ♥ Leider so kaum im Alltag umsetzbar, aber wenn man mal die Chance dazu hat – nutzt es!


Und nun würd ich gern wissen: Was wären die 3 Dinge, auf die IHR nicht verzichten könntet?

Habt einen schönen Tag!

Eure Gabriela