[Bücher-abc] K wie Konzentration

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Hallo und herzlich willkommen zu einer weiteren Runde mit dem Bücher-abc!

Die wunderbare Elizzy hat die Aktion auf ihrem Blog readbooksandfallinlove gestartet, bei der ich sehr gern dabei bin. Immerhin ist diese Aktion wieder so ein Freifahrtsschein für jede Menge Buchempfehlungen! 🙂

Beim Bücher-ABC geht es darum, für den jeweiligen Buchstaben einen Autor zu benennen, ein Buch und einen Schreibtipp für die Blogger und Autoren unter uns.

Heute dreht sich alles um den Buchstaben K. Auf geht’s!

Der Autor

Hier kommt er, der König unter den Schriftstellern, der Mann mit den vermutlich meisten veröffentlichten Buchseiten – Mr. Stephen King! Meine Eltern und ich haben zusammen sicherlich die meisten der Kingschen Werke gehortet, da fehlen nur wenige Bücher. Empfehlen kann ich euch definitiv die Reihe um den Dunklen Turm, der auch als Serie aktuell adaptiert wird (Dass Roland, der 8 Bände lang mit kanoniersblauen Augen auf Clint Eastwoodsche Art plötzlich von Idris Elba gespielt wird, darüber rege ich mich an dieser Stelle kein weiteres Mal auf). Zusammen mit dem letzten Revolverhelden Roland von Deschain findet ihr drei weitere Helden, die sich in der Endzeitwelt von Gilead zurecht finden müssen.

Das Buch

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Hier musste ich etwas tiefer in die Bücherkiste greifen. Aber ich habe ein wunderbares Jugendbuch gefunden, dass sicherlich den meisten ein Begriff ist:

Krabat von Ottfried Preußler, ein Buch über einen Jungen, der sich mit den schwarzen Mächten einlässt und nur mit Müh und Not, und vor allem mit Hilfe seiner Freunde entkommen kann.

Der Schreibtipp

K wie Konzentration

Wir kennen das alle: Das leben ist hektisch. Man hat eigentlich nie genug Zeit für etwas, wir alle müssen im Multitasking-Modus rotieren. Hauptsache schnell, schnell, schnell an verschiedenen Baustellen gehämmert und gewerkelt. Aber manchmal ist es nötig, die übrige Welt auszuschließen und sich zu konzentrieren. Nur eine einzige Tätigkeit ausführen. Und manchmal nicht mal das. Konzentriert euch hin und wieder mal nur auf euch. Eure Gedanken, eure Wünsche. Lasst die Schreibmaschine für ein paar Minuten links liegen.
schnörkel

Das Bücher-ABC im Überblick!

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[Perlentauchen] Träume süß!

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Freitag ist Perlentauchen-Zeit!

Ich stelle euch an dieser Stelle wöchentlich Bücher vor, die schon das ein oder andere Jahr auf dem Buckel haben. Dabei ist es egal, ob es 1, 2, 3 oder 30 Jahre alt ist, denn Geschichten verfallen nicht.

Hier gibt es weitere Perlen zu entdecken. 🙂

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Neil Gaiman – The Sandman – Preludes & Nocturnes

Erscheinungsdatum Erstausgabe : 1988

Verlag : Panini

ISBN: 9783866073555

Genre: Fantasy / Graphic Novel

Neil Gaiman hat mit seiner Saga rund um den Sandman, Morpheus, Dream oder wie er auch immer genannt werden will, ein Epos in der Comic-Geschichte geschrieben. Dream und seine sechs Geschwister Destiny, Death, Destruction, Desire, Despair und Delirium bilden the Endless, die Zeitlosen, die, die Welt beherrschen. Nachdem Dream von einem Magier gefangen wurde und für Dekaden eingesperrt war, kann er sich endlich befreien und kehrt in sein Reich zurück. Doch er muss feststellen, dass nichts mehr so ist, wie er es verlassen hatte.

Diese Reihe hat Sucht- und Sammelfaktor. Die großartige Story rund um Dream und seine Geschwister  wird durch fanatstische Künstler illustriert, die von Band zu Band unterschiedlich sein können, die aber nie den ganz besonderen Flair verlieren. Dream muss man mögen, Death muss man anbeten. Vor Despair und Desire sollte man sich hüten. Ich habe zu meinem Leidwesen erst 8 Bände + die Overtürenbände, die zuletzt erschienen. Da ich die englischen Originalbände aus den 90ern bevorzugt lese und sammele, lässt die Vervollständigung noch etwas auf sich warten.

Wer gern einmal in eine außergewöhnliche Welt der frühen Graphic Novel tauchen will, wer Magischem, Mythischem und Göttlichem begegnen will, dem rate ich ganz dringend zu SANDMAN.

 

schnörkel

 


Gerne kann jeder mitmachen, der will!

Achtung: Es muss kein aktuell von euch gelesenes Buch sein – Schnappt euch den Banner und kramt in euren Bücherkisten, zeigt anderen, was vor Jahren toll war und noch immer ist. ♥

 

„Hast du diesen Klassiker schon gelesen?“

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„Sag mal, Liebes, hast du eigentlich schon „Der Zauberberg“ gelesen?“

„Der Zauberberg? Nein, das erscheint mir zu anstrengend.“

„Wie kommst du darauf?“

„Na, du weißt doch, was man sagt: Die Klassiker sind alle anstrengend.“

Sind sie das? Natürlich sind die meisten Klassiker, da schon etwas in die Jahre gekommen, sprachlich gesehen hin und wieder eine kleine Herausforderung. Da wird zuweilen gestelzt, poesiert, da werden Gedanken gedacht, die vermeintlich mit der heutigen Welt gar nicht mehr so viel gemein haben. Und trotzdem ist sie ungemein reizvoll, die Welt der Klassiker. Zumindest für mich. Hin und wieder. Und der Blick über das Bücherregal bestätigt mir: Den ein oder anderen besitze ich bereits.

Zunächst sollte man jedoch kurz den Begriff Klassiker klären. Wann wird ein Buch zum Klassiker? Gibt es moderne Klassiker oder nennt man das heutzutage Weltliteratur?

Auszug aus Wikipedia:

Als „klassisch“ im allgemeinen sprachlichen Sinne wird etwas bezeichnet, das typische Merkmale in einer als allgemeingültig akzeptierten Reinform in sich vereint und mithin als formvollendet und harmonisch gilt.

Da das nun reichlich allgemein daherkommt, hier noch ein paar Fakten:

  • Klassiker haben einen generationsübergreifenden Wert
  • sie sind überregional bekannt und haben Tradition
  • sie beschäftigen sich mit zeitlosen Themen wie der Liebe und dem Hass, der Menschlichkeit, Abenteuern, etc pp.
  • sie sind innovativ und originell

Und weil ich nun in Schimpf und Schande eingestehen müsste, dass ich fast keine der wirklich alten Klassiker gelesen habe, und somit eine Liste kaum Sinn machen würde, da mir diese Art der Literatur leider auch nicht liegt, erweitere ich das nun auf den wunderschönen Oberbegriff: Weltliteratur. So dürfen nun auch die moderneren Werke einbezogen werden. Und da ich mir nicht anmaßen möchte selbst zu entscheiden, welche Werke zur Weltliteratur gehören, ziehe ich eine (von mir gekürzt und erweitert) Liste zu Rate, die der Duden in seinem Buch Bücher, die man kennen muss zusammengefasst hat.

Autor Titel Gelesen Bücherregal
Renaissance bis Biedermeier
Sebastian Brant Das Narrenschiff X X
Thomas Morus Utopia X X
Miguel de Cervantes Saavedra Don Quijote X X
Thomas Hobbes Leviathan X X
Johann Wolfgang von Goethe Die Leiden des jungen Werther
Gottfried August Bürger Münchhausen X X
Daniel Defoe Robinson Crusoe
Jonathan Swift Gullivers Reisen X X
Jacob und Wilhelm Grimm Kinder- und Hausmärchen
Jane Austen Stolz und Vorurteil
Hans Christian Andersen Märchen
Charlotte Brontë Jane Eyre
Emily Brontë Die Sturmhöhe
Victor Hugo Der Glöckner von Notre-Dame
Autor Titel Gelesen Bücherregal
Moderne bis Gegenwart
Herrmann Melville Moby Dick
Harriett Becher Stowe Onkel Toms Hütte X X
Charles Dickens Große Erwartungen X X
Fjodor Dostojewski Der Idiot X X
Oscar Wilde Das Bildnis des Dorian Gray
Theodor Fontane Effie Briest
Patrick Süskind Das Parfum
Thomas Mann Der Zauberberg X X
James Joyce Ulysses X X
Francis Scott Fitzgerald Der große Gatsby X
Franz Kafka Die Verwandlung
Virginia Woolf Mrs. Dalloway
Hermann Hesse Der Steppenwolf X X
Klaus Mann Mephisto
George Orwell 1984
Max Frisch Homo Faber X X
Günther Grass Die Blechtrommel X X
Umberto Ecco Der Name der Rose X X
Milan Kundera Die unerträgliche Leichtigkeit des Seins X X
Toni Morrison Menschenkind
Herta Müller Atemschaukelo
Robert Louis Stevenson Die Schatzinsel X X
Jules Vernes 20.000 Meilen unter dem Meer X X
William Golding Der Herr der Fliegen X
John Steinbeck Von Mäusen und Menschen X X
Richard Adams Watership Down

Das sind sie, eine Auswahl der vom Duden auserkorenen Bücher, die man gelesen haben sollte (und einige, die ich dazu gepackt habe). 19 von 40 Ausgewählten habe ich gelesen. Ich möchte das nun gar nicht bewerten, ich bin froh über jedes einzelne, das ich las. Aber es gibt doch noch einige, die ich definitiv auf der To-Read-Liste hab und die sich zu meiner großen Freude auch schon in meinem Bücherregal befinden.

Lest ihr Klassiker? Oder macht ihr lieber einen großen Bogen drumherum?

 

schnörkel

Mittendrin Mittwoch #26 – Bin das ich?

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Und wöchentlich grüßt das Murmeltier! – Oder zumindest der Mittendrin Mittwoch 🙂 Nachdem ich ja zuletzt Die unglaubliche Geschichte des Henry N. Brown beendet habe, ist mein neues Buch nun mal wieder im Genre Jugendbuch-Fantasy anzutreffen.

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Das Wort dröhnte durch Lenas Kopf, gleichzeitig sah sie, wie der Spiegel viele kleine Risse bekam. Sie zogen sich über die gesamte Oberfläche undverzerrten das Gesicht des Mädchens, das immer noch schrie. (S.112)

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Die 15-jährige Lena hat Träume. Doch nicht irgendwelche Träume, nein, sie träumt davon, was andere tatsächlich erleben. Und nun wird ihr Leben immer merkwürdiger, sie erkennt sich nicht mehr im Spiegel wieder. Der Start war für mich noch etwas holprig, könnte aber auch daran liegen, dass meine eigene Schulzeit nun auch schon einige Jahre her ist und mich Schulstunden in Büchern nicht mehr allzu sehr vom Hocker reißen. Aber nun beginnt es spannend zu werden, denn Lena hat sich ein Totem gewählt, lernt endlich den mysteriösen Jungen kennen, der sie scheinbar verfolgt und sieht eine völlig Fremde im Spiegel.

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Die liebe Ella Woodwater hat mich zu Seele aus Eis von Marie Rapp gebracht und mich gleichzeitig zu einer Blogtour zu diesem Buch eingeladen. Diese findet vom 11.09. bis 22.09. statt – macht euch also schon einmal einen Knoten ins Taschentuch und seid gespannt  🙂

[Rezension] Anne Helene Bubenzer – Die unglaubliche Geschichte des Henry N. Brown

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Erscheinungsdatum Erstausgabe:15.09.2008

Verlag: Thiele Verlag

ISBN: 9783851790283

Flexibler Einband 414 Seiten

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schnörkel

 

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Ich habe lange gebraucht, um einzusehen, dass ich kaum einen Ersatz für ihn darstellen konnte: Ich bin eben doch nur ein Bär. Aber einer mit einem großen Herzen. (S.40)

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Inhalt

Am 16. Juli 1921 erblickt Henry N. Brown das Licht der Welt. Er ist ein Teddybär, liebevoll von seiner ersten Besitzerin und Freundin Alice zusammengenäht. Er kann fühlen, er kann hören, er kann denken – doch mitteilen kann er sich nicht. Stumm erlebt er an der Seite etlicher Menschen deren Leben mit, liebt, lacht und leidet mit ihnen und versucht ihnen immer ein guter Freund zu sein. Und ganz tief in ihm trägt er das wohl wichtigste auf der Welt: die Liebe.

Rezension

Eine Geschichte, die zu Herzen geht. Der Bär Henry N. Brown (wobei das N. für nearly, also fast steht – eine Unverschämtheit, um es in Henrys Worten auszudrücken!) lebt nicht nur ein Leben. Er lebt viele. So ein Teddybär kann natürlich nicht sterben, wie andere Lebewesen es früher oder später müssen, aber für ihn beginnen immer neue Lebensabschnitte. Im englischen Bath beginnt es. Alice, seine erste Besitzerin, näht ihn liebevoll zusammen und findet in ihm einen Freund, einen Trostspender, der ihr über den Verlust ihres Geliebten im ersten Weltkrieg hinweg helfen soll. Doch dann verlieren sich die beiden an einem Bahnhof und so beginnt Henrys Reise quer über den ganzen Globus. Mit ihm zusammen lernen wir die verschiedensten Menschen kennen. So lernt man, dass nicht jede Familie, jeder Mensch, gleich ist, aber das sie doch eines vereint: Das Bedürfnis nach Liebe. Henry wird zum Spielgefährten und zum Freund vieler Kinder in England, Frankreich, Deutschland, Norwegen und der Ukraine.

Seine Geschichte erzählt er uns, als er um sein eigenes Leben bangt. An einem Flughafen in Österreich soll er aufgeschnitten werden, denn in ihm steckt ein höchst ungewöhnlicher Gegenstand. Während er nun auf sein Ende wartet, erzählt er aus seinem über 80 Jahre währenden Lebens.

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Ich habe Angst, und ausnahmsweise nicht um jemand anderen, sondern um mich. Denn ich kann mir nicht vorstellen, dass ich es überlebe, wenn man mir die Brust aufschneidet und die Liebe herausnimmt. (S.16)

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Wir erleben den großen Umbruch der 20er Jahre mit, wir fürchten uns mit einer französischen Familie vor den Deutschen in den 40ern, wir erleben ungestüme Teenager und gebrochene Kinderherzen. Wir erleben Liebe, Leid und Verlust und das alles durch die Augen eines Teddybären. Nicht selten kam es während der Lektüre vor, dass mir mein eigenes Herz ganz schwer wurde, ich aufstand und meinen eigenen Henry hervorholte, seinen Duft einatmete und ihm liebevoll über den Kopf strich. Dieses Buch hat mich an meine eigene, geborgene Kindheit erinnert, daran, wie liebevoll meine Familie ist. Und wie viel Glück ich hatte, denn dieses Glück teilen nicht alle mit mir. Es kommt darauf an, in welchem Land wir leben, in welcher Zeit und in welcher Familie.

Die Sprache ist wunderschön, voll schlauer Gedanken und Poesie, doch niemals zu aufdringlich. Der kleine Bär und seine verschiedenen Besitzer wachsen einem ans Herz. Die einen mehr, die anderen weniger.

Fazit

Dieses Buch ist ein wahrer kleiner Schatz, der ein wärmendes Gefühl in mir zurücklässt. Einfühlsam geschrieben, mit witzigen Anekdoten und dann wieder dem unvermittelten Drang zum Weinen hält es alle Emotionen parat, die sich ein Leser wünschen kann. Ohne Kitsch, dafür aber mit jeder Menge Liebe wird dieses Buch einen Platz in meinem Herzen behalten.

Bewertung im Detail

Idee ★★★★★ ( 5 / 5 )

Handlung ★★★★☆ ( 4 / 5 )

Charaktere ★★★★★ ( 5 / 5 )

Sprache ★★★★★ ( 5 / 5 )

Emotionen ★★★★★ ( 5 / 5 )

= 4.8 ★★★★★

 

schnörkel

Montagsfrage – Schönheitspreis!

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Einen wunderbaren guten Morgen wünsch ich euch! Die Sonne lacht, da lach ich mit und beantworte die heutige Montagsfrage von Buchfresserchen Svenja:

 

Wenn du dir deine 10 letzten Neuzugänge anschaust, welches ist das schönste Cover?

 

Tja. Da müsste man theoretisch erst einmal die Frage klären: Was ist schön überhaupt? Ich persönlich mag ja am liebsten eher schlichte Cover, schlicht aber besonders. Gern etwas gezeichnetes, gern ein wenig Retro. In gedeckten Farben, und vor allem: Bitte ohne Gesichter.

Nun ging ich gerade meine letzten Neuzugänge durch und fand ein Buch, welches so anders, so speziell und allem voran so wenig dem entspricht, was ich normalerweise als schön empfinde, dass es schon wieder etwas ganz besonderes ist.

Gestatten: Kukolka.

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Die Geschichte um die siebenjährige Samora spielt in der Ukraine in den 90er Jahren. Sie zeigt einen Schnitt in der Gesellschaft, ein Land im Aufschwung, ein Land der Freiheit – und ein Land der Unterdrückung, der Armut. Samira macht sie sich auf die Suche nach Freiheit und Wohlstand. Während teure Autos die Straßen schmücken, lebt Samira mit ein paar anderen Kids in einem Haus, wo es keinen Strom, kein warmes Wasser und kein Klo gibt.

Kulkova von Lana Lux erscheint am 18.08.2017 im aufbau Verlag.

Und nun seid ihr dran, welches ist euer schönstes neues Cover?

 

[Rezension] Abir Mukherjee – Ein angesehener Mann

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Erscheinungsdatum Erstausgabe :10.07.2017

Verlag : Heyne

ISBN: 9783453421738

Genre: Roman / Krimi

Flexibler Einband 510 Seiten

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schnörkel

 

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Immerhin war er gut angezogen. Schwarze Fliege, Smoking, das ganze Programm. Wenn man schon umgebracht wurde, konnte man sich dafür wenigstens gleich richtig in Schale werfen. (S.9)

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Inhalt

Der Ermittler Samuel Wyndham kehrt nach dem großen Krieg England den Rücken und reist 1919 ins ferne Kalkutta, Indien. Hier, im Britisch-Indien, erhält er direkt nach Ankunft seinen ersten wichtigen Fall in der örtlichen Polizei. Ein hoher britischer Beamter wurde ermordet. Zwischen tropischer Hitze, Schlamm und bröckelnden Kolonialbauten entwickelt sich ein Fall, der weit größere politische Ausmaße findet, als zunächst angenommen. Zusammen mit seinen Kollegen Digby und Banerjee verstrickt er sich immer mehr in einer Welt der politischen Beziehungen, Verschleierungen und geplanten Revolutionen.

Rezension

Dieses Buch hat Flair. Ich möchte nicht lügen, aber ich glaube, es war mein erstes Buch, welches in Indien angesiedelt ist. Und ich habe mich die ganze Zeit sehr indisch gefühlt! Die Atmosphäre wurde sehr treffend eingefangen, die Hitze, der Staub der Straßen, die misstrauischen Blicke zwischen Unterdrückern und Unterdrückten.

Captain Samuel Wyndham ist dagegen erfrischend ehrlich, direkt und humorvoll. Seine trockenen Überlegungen zu Alltäglichem haben mir mehr als einmal ein Lachen entlockt. Auch sein Side-Kick, der Sergeant Banerjee, der von allen nur Surrender-not  genannt wird, weil niemand seinen wahren Namen Surendranath aussprechen kann, belebt die Geschichte. Die Kombination aus gediegenem Captain und exotischem Untergebenen erinnert mich tatsächlich an das Sonderdezernat Q in Kopenhagen mit seinem Ermittler Carl Mørck und seinem arabischen Helfer Assad.

Britisch-Indien und seine Folgen

Als sehr gut empfand ich auch die herausgearbeitete Linie, welche die Menschen zwischen den Bevölkerungsschichten zogen. Eine Stadt, eingeteilt in White Town und Black Town, die Linie ebenso hart zwischen den Menschen gezogen. Lediglich 150.000 Briten regierten über 300 Millionen Inder. Dieses Missverhältnis zeigt einmal mehr, wie viel Macht die Angst besitzt. Nur den sogenannten Mischlingen, den Kindern von Briten und Indern, erging es gesellschaftlich gesehen noch schlechter. Annie, die Wyndham im Verlauf seiner Ermittlungen kennenlernt, gehört diesen Mischlingen an und erfährt mehr als einmal Demütigungen der besonderen Art.

Der Fall, dem Captain Wyndham nachgeht, ist sehr verwinkelt und viele seiner Schlussfolgerungen laufen ins Leere. Doch das hält den sympathischen Ermittler nicht davon ab, an sein Bauchgefühl zu glauben und immer weiter zu bohren. Geheimnisse und Abkommen ranghoher Beamter kommen ans Tageslicht. Auch der Beginn des Aufstandes gegen das British Empire in Indien wird erzählt. Als Leser erhält man einen guten Einblick in das Leben der Inder zur damaligen Zeit, auch was den sogenannten Rowlatt Act betrifft. Dieser sah vor, dass es der Regierung erlaubt war, jede des Terrorismus verdächtige Person zu inhaftieren, ohne einem vorangehenden Gerichtsverfahren.

Fazit

Der erste Fall des britischen Captain Wyndham in Indien ist ein historisch gut konstruierter Kriminalfall, der spannend war, mich aber nicht vollständig aus den Ballerinas heben konnte. Trotzdem werde ich die Reihe weiter im Auge behalten und hoffe auf ein baldiges Wiedersehen mit Sam, Surrender-not und einer kleinen Prise O.

Bewertung im Detail

Idee ★★★★☆ ( 4 / 5 )

Handlung ★★★★☆ ( 4 / 5 )

Charaktere ★★★★★ ( 5 / 5 )

Sprache ★★★★★ ( 5 / 5 )

Emotionen ★★★☆☆ ( 3 / 5 )

= 4.2 ★★★★

Weitere Stimmen zum Buch:

minorherbawurmsuchtbuch •

 

 

[Herumgestöbert] Herbstvorschau, die Zweite

Ihr Lieben!

Der August ist da und die Herbstprogramme der Verlage liegen schon lange vor. Ich hatte ja bereits vor einigen Wochen meine ersten Herbsthighlights gezeigt (hier geht’s lang dafür). Nun hab ich noch ein paar andere Highlights, auf die ich mich freue und die ich euch natürlich nicht vorenthalten will! 🙂

 

Amélie Nothomb – Töte mich

Eine Wahrsagerin prophezeit dem Grafen Neville, dass er bei einer anstehenden Feier jemanden töten wird. Seine 17-jährige Tochter nutzt diese Prophezeiung und bittet ihn, sie selbst zu töten.

Aktuell kann man dieses Buch bei vorablesen.de zu gewinnen. Mein erster Leseeindruck war auf jeden Fall sehr positiv.

Erscheinungsdatum: 23. August 2017

Xiaolu Guo – Es war einmal im Fernen Osten

In ihrem neuen Buch erzählt die chinesische Autorin und Filmemacherin Xiaolu Guo von dem langen Weg, der sie aus einem ärmlichen Fischernest am Ostchinesischen Meer an die Filmhochschule im sich rasant verändernden Peking der 90er Jahre und schließlich 2002 nach London führt. 15 Jahre später beschreibt sie ihre Reise von Ost nach West mit einer Klarsicht, die nur jemand besitzt, der angekommen ist und sich zugleich fremd fühlt.

Erscheinungsdatum: 11. September 2017

Lian Hearn – Die Legende von Shikanoko

Shikanoko ist eigentlich nur der Sohn eines einfachen Vasallen. Doch als er von einem Magier eine übernatürliche Maske vermacht bekommt, wird aus ihm das Kind des Hirsches, und er verfügt fortan über magische Fähigkeiten und besonderes Kampfgeschick.

Ich bin sehr gespannt auf dieses Buch, denn wenn ich den Klappentext so lese, enthält es doch sehr viel von dem, was ich mir in einem guten Fantasyroman wünsche. Und es spielt endlich wieder was in Asien – Daumen hoch dafür!

Erscheinungsdatum: 24. August

Guy Gavriel Kay – Am Fluss der Sterne

Der Roman spielt in Kitai, dem magischen Reich der Mitte.
Einst galt Xi’an als schönste Stadt der zivilisierten Welt, der Kaiserhof als Hort des Luxus und der Kultur. Doch seit Kitai in weiten Teilen an die Barbaren aus dem Norden gefallen ist, herrscht Angst auf den Straßen, und das Heulen der Wölfe hallt durch verfallene Gemäuer.

Nach Im Schatten des Himmels ist Am Fluss der Sterne der zweite Teil dieses Epos, dass von einigen als das Game of Thrones in China angepriesen wird. Teil 1 steht schon lange auf meinem Wunschzettel und vermutlich werde ich nun, da es den zweiten Teil dazu geben wird, endlich zur Tat schreiten und mir den Beginn besorgen.

Erscheinungsdatum: 26. Oktober 2017

Audrey Niffenegger – Katzen und Gespenster

Ich bin ja eher der Hunde- als Katzenmensch, aber als ich im Katalog dieses Buch sah, fiel mir direkt die großartige Geschichte Der Preis von Neil Gaiman ein, in der es darum geht, dass besagte katze ein Haus vor dem Teufel höchstpersönlich beschützt. Und während ich noch in liebevoller Erinnerung schwelgte, las ich doch, dass genau diese Geschichte ebenfalls enthalten sein wird. Ich brauche also dieses Buch!

Erscheinungsdatum: 23. November 2017

Ragnar Jónasson – Blindes Eis

Die Skandinavier sind doch meistens die begnadetsten Thrillerschreiber. Mit diesem Hintergrundwissen (und dem ansonsten eher weniger ausgeprägten Sinn für Thriller) fiel mir dieses Buch ins Auge.

Im Norden Islands, einem Nachbarort von Siglufjördur, ziehen in den Fünfzigerjahren zwei junge Ehepaare auf einen verlassenen, abgelegenen Bauernhof. Doch ihr gemeinsames Leben dort endet jäh, als eine der beiden Frauen unter mysteriösen Umständen zu Tode kommt.
Sechzig Jahre später taucht ein Foto auf, das zeigt: Die vier waren damals nicht alleine dort draußen in der Wildnis…

Erscheinungsdatum: 21. September 2017

Paolo Cognetti – Acht Berge

Wagemutig erkunden Pietro und Bruno als Kinder die verlassenen Häuser des Bergdorfs, streifen an endlosen Sommertagen durch schattige Täler, folgen dem Wildbach bis zu seiner Quelle. Als Männer schlagen die Freunde verschiedene Wege ein. Der eine wird sein Heimatdorf nie verlassen, der andere zieht als Dokumentarfilmer in die Welt hinaus. Doch immer wieder kehrt Pietro in die Berge zurück, zu diesem Dasein in Stille, Ausdauer und Maßhalten. Er ringt mit Bruno um die Frage, welcher Weg der richtige ist. Stadt oder Land? Gehen oder Bleiben? Was zählt wirklich im Leben?

Glücklicherweise liegt bei mir bereits das leseexemplar dazu vor. Ich darf also gespannt sein!

Erscheinungsdatum: 11. September 2017


Das sind sie, die Bücher, auf die ich mich in nächster Zeit ganz besonders freue. Wie man sieht, wird die Bücherwelt ein wenig Ost-lastig, sehr zu meiner großen Freude, bin ich doch ein großer Freund der asiatischen Literatur.  Ist für euch auch was dabei? ♥

 

schnörkel

Auf die Liebe! ❤

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Wenn dir’s in Kopf und Herzen schwirrt, 
was willst du Bessres haben!
Wer nicht mehr liebt und nicht mehr irrt,
der lasse sich begraben.

Johann Wolfgang von Goethe

 

Weise Worte, die Herr von Goethe da zu Papier brachte. Saskia von lifewithsaskia hat die Aktion LoveAroundTheWorld ins Leben gerufen, um Liebe zu teilen. Ich wurde von Elizzy von readbooksandfallinlove und von Diana von Lese-welle nominiert, um mir ein paar Gedanken zum Thema Liebe zu machen und diese mit euch zu teilen.

Nun kreisen meine Gedanken schon einige Tage um dieses Thema. Was ist Liebe? Liebe ist alles. Liebe ist nicht nur das Gefühl zwischen den Menschen, Liebe kann so vieles beinhalten. Und manchmal wird das Wort viel zu voreilig verwendet und verliert an Bedeutung. Gerade bin ich zum Beispiel auch sehr gewillt zu behaupten, dass ich das eiskalte Wasser neben mir liebe, da die Hitze mir das Hirn zermatscht.

Ich versuche mich nun einmal an Stegreif-Lyrik zum Thema Liebe und versuche auszudrücken, was Liebe bedeutet. Für mich – und vielleicht auch für dich.

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Liebe ist ein Bedürfnis, 
sie will sich mitteilen, ausdrücken, was sie fühlt.
Ein Lächeln, ein zärtlicher Blick,
ein Streit,
und das Gefühl zu explodieren.

Liebe will gehört werden, Liebe will geteilt werden.
Sie wird dein Leben bereichern,
ein singender Vogel auf einem Ast,
ewig in deinem Herzen.

Und manchmal macht sie traurig,
nimmt den Sinn von allen Dingen,
lässt die übrige Welt grau und trostlos erscheinen.

All das ist die Liebe,
und noch vieles mehr!
Sie ist um uns herum, jeder kann sie spüren.
Öffne dein Herz und lass sie hinein,
dann wird sie dich finden.
Manchmal im Kleinen
und dann auch im Großen.

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Das ist sie, meine Interpretation von Liebe. Macht auch mit, verbreitet ein klein wenig Liebe in eurer Welt!

Von wem ich mir insbesondere etwas Liebe wünschen würde:

Mrs.Tingley von MrsTingleysBlog

Christiane von Irgendwas ist immer

Pia von Pialalama

Marion von Tirilu

Anna von liveyourlifewithbooks

Jennifer von Lesen in Leipzig

Myna von Myna Kaltschnee

Und weil auch männliche Wesen Liebe verteilen können:

Torsten von sahneplatten.de

 

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Mittendrin Mittwoch #25 – Mitten in Indien

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Heute wird es heiß!

Und das nicht nur im Buch, auch hier bei mir herrschen tropische Temperaturen. Da fühlt man sich doch direkt noch mehr im Buch gefangen, denn wir begeben uns mit Captain Samuel Wyndham nach Kalkutta.

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Ich erwachte bei Sonnenaufgang und fühlte mich so gut wie seit Langem nicht mehr. Mein Kopf war klar, die Schmerzen in meinem Arm hatten nachgelassen, und alles schien in warmes Licht getaucht. Selbst die Schreie der Krähen draußen klangen heute melodiös.

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In Ein angesehener Mann von Abir Mukherjee kehrt der Ermittler Samuel Wyndham nach dem großen Krieg England den Rücken und reist 1919 ins ferne Kalkutta, Indien. Bereits in seiner ersten Woche fällt ihm die Leitung wichtiger Ermittlungen zu, denn ein hoher britischer Beamter wurde ermordet. Zwischen tropischer Hitze, Schlamm und bröckelnden Kolonialbauten entwickelt sich ein Fall, der weit größere politische Ausmaße findet, als zunächst angenommen.

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Diese Aktion wurde von der lieben Elizzy von readbooksandfallinlove initiiert, schaut unbedingt mal bei ihr vorbei! ♥