Montagsfrage – Reiselektüre

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Einen wunderbaren guten Morgen wünsch ich euch!

Heute wurde ich mit einem Knall geweckt – und das wortwörtlich. Eine dicke Gewitterwand schob sich über Leipzig und dann war auch schon Land unter. Umso passender kommt heute also Buchfresserchens Montagsfrage daher.

Welche 5 Bücher würdest du jetzt auf eine Reise mitnehmen?

Diese Frage impliziert natürlich erst einmal ein gewisses Nachdenken. Was eignet sich als Urlaubslektüre? Wie dick sind die Bücher? Der eBook-Verweigerer weiß genau, wovon ich jetzt rede. Es sollte ja vermutlich realistisch sein.

Werfen wir also einen Blick auf den gut gefüllten SuB. Aha.

Ich packe meinen Koffer und nehme mit:

Banana Yoshimoto – Lebensgeister

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Ein kleines Büchlein, perfekt für das Handgepäck. Lebensgeister widmet sich den Gedanken Sayokos, die ihren Geliebten bei einem Unfall verlor. In einem Tempel scheint sie nun über den Tod nachzudenken und entdeckt scheinbar das Leben neu.

 

Katharina Hagena – Das Geräusch des Lichts

41prYHjY6qL._SX303_BO1,204,203,200_  Fünf Menschen im Wartezimmer. Wer könnten sie sein? Eine der Wartenden beobachtet die anderen und erfindet ihre Lebensgeschichten.

Das Buch liegt seit Ende letzten Jahres auf meinem SuB. Ich mag ja so ruhige Bücher immer wieder sehr gern, würde zum Urlaubsgefühl passen.

 

Genevieve Cogman – Die unsichtbare Bibliothek

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Die unsichtbare Bibliothek – ein Ort jenseits von Raum und Zeit und ein Tor zu den unterschiedlichsten Welten. Hier werden einzigartige Bücher gesammelt und erforscht, nachdem Bibliothekare im Außendienst sie beschafft haben.

Schon lange vorgenommen, immer wieder etwas zurückgeschreckt. Die Meinungen sind ja zwiegespalten, aber hey – im Urlaub legt man ja das Internet beiseite und konzentriert sich voll und ganz auf sein eigenes Leseerlebnis, nicht wahr?

Leonie Swann – Dunkelsprung

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Julius Birdwell, Goldschmiedemeister, Flohdompteur und unfreiwilliger Einbruchskünstler, wünscht sich sehnlichst ein ruhiges, unbescholtenes Dasein. Doch als seine Flohartisten einem plötzlichen Nachtfrost zum Opfer fallen und die geheimnisvolle Elizabeth Thorn in sein Leben tritt, ist es mit der Ruhe endgültig vorbei.

Absoluter Coverkauf. Auch hier wieder geteilte Meinungen, aber ein Flohzirkus. Was will man mehr?

Steven Galloway – Der Illusionist

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Erzählern ist zuweilen nicht zu trauen. Besonders wenn sie, wie Martin Strauss, an einer seltenen neurologischen Krankheit leiden, an der sogenannten Konfabulation: Konfabulierende sind Menschen, die objektiv falsche Dinge erzählen, in der festen Überzeugung, dass sie wirklich genau so geschehen sind.

Last but not least … Ein Buch aus dem Bücherzirkus. Jetzt, wo ich es vor mir sehe, sollte ich es nicht nur in den imaginären Urlaub mitnehmen.

 

Das wäre sie, meine Reiselektüre – wie ich sehe, lege ich vermehrt Wert auf unterhaltende, ruhige Literatur, anstatt auf Mord und Totschlag. Was würdet ihr mitnehmen? Packt ihr ein, was ihr gerade greifen könnt, oder bevorzugt ihr gewisse Genre für die richtige Urlaubsstimmung?

 

 

[Perlentauchen] Humor & Satire

Freitag ist Perlentauchen-Zeit!

Ich stelle euch an dieser Stelle wöchentlich Bücher vor, die schon das ein oder andere Jahr auf dem Buckel haben. Dabei ist es egal, ob es 1, 2, 3 oder 30 Jahre alt ist, denn Geschichten verfallen nicht.

Hier gibt es weitere Perlen zu entdecken. 🙂

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Beflügelnde Klänge

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Für mich hat jedes Buch einen eigenen Rhythmus. Da gibt es die leisen Bücher, die dem Klang einer Violine ähneln. Die sich bedächtig im Hintergrund halten, die nur hin und wieder einen lauten Ton wagen. Es gibt diese Bücher, die einem Trommel-Solo gleichen. Es scheppert und kracht, es raubt einem den Atem und lässt einen nicht klar denken. Und es gibt die Bücher, die ein ganzes Orchester beherbergen. Sie fangen leise an und schrauben sich immer höher bis zum großen Finale, in dem jedes Instrument die Melodie aufgreift.

Musikalische Untermalung

Und dann gibt es diese Bücher, in denen Musik namentlich genannt wird, die die Geschichte begleitet wie einen roten Faden. Immer wenn ich die Möglichkeit dazu habe, stelle ich meine Hintergrundmusik auf genau diese Musik ein. Bei Flavia de Luce läuft bei mir vorrangig Klassik im Hintergrund, lauscht die Familie doch allwöchentlich einem Konzert – wenn auch mehr oder weniger vom Vater erzwungen.

Bei dem zweiten Band von Ben Aaronovitchs Reihe rund um Constable Peter Grant war Jazz ein Hauptthema. Obwohl ich Jazz nicht gerade als meine favorisierte Musikrichtung bezeichne, lief die gesamte Zeit über eine Playlist mit Titeln aus diesem Genre. Und es passte hervorragend zum Schwung der Geschichte. Hat sie unterstützt. Hat mich die Geschichte noch mehr erleben lassen.

Auch Bücher aus anderen Kulturen oder Länder regen meinen Musikgeschmack sehr an. Als ich mit dem Uhrenmacher Cox durch Japan wandelte, erklangen leise japanische Laute aus meinen Lautsprechern, so dass ich mich fühlte, als wäre ich selbst im Land der aufgehenden Sonne.

Und dann gibt es Bücher, bei denen ich die Musik ausstellen muss, weil jeder Laut ein Laut zu viel wäre. Weil er den Zauber der Geschichte zerstören würde.

Braucht ihr Musik zum Lesen? Oder ist euch die Zeit, in der ihr lest, so heilig, dass ihr auf jegliche Ablenkung aus dem Hintergrund verzichtet?

Mittendrin Mittwoch #22 – Opfer und Täter

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Meine Lieben,

gestern begann ich mit einem Buch, dass mir förmlich aufgedrängt wurde. O-Ton meiner Mutter: „Du musst es unbedingt lesen! Ich brauche jemanden, mit dem ich darüber reden kann!“ Nun, was soll man machen, wenn jemand scheinbar so überzeugt von einem Buch ist? Richtig. Den Leseplan über den Haufen werfen und zur empfohlenen Lektüre greifen.

 

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Das Haus sah aus, als hätte ihm jemand die Kehle durchgeschlitzt. Wilde, triefende Formen bedeckten die Wände, in einem sorgfältig ausgewählten Farbton – tief, satt und üppig, eine Spur Blau, wie extra gemischt. S. 18

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Wir müssen über Kevin reden von Lionel Shriver ist ein aufwühlendes Buch. Kevin ist ein Amokläufer. Er hat neun Menschen getötet, sieben davon waren seine Mitschüler. Erzählt wird das Buch aus Sicht der Mutter. Sie schildert in Briefform ihr Leben nach der Tat ihrem Mann, der offensichtlich nicht mehr bei ihr lebt. In der aktuellen Szene wachte sie einen Monat nach der Tat auf und findet ihr Haus mit blutroter Farbe überschüttet vor.

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Habt ihr das Buch bereits gelesen?


Diese Aktion wurde von der lieben Elizzy von readbooksandfallinlove initiiert, schaut unbedingt mal bei ihr vorbei! ♥

[Rezension] Thomas Pollan – Die Abenteuer der außergewöhnlichen Familie Wilda – Im Zwielicht

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Erscheinungsdatum Erstausgabe : 30.05.2017

Verlag : Independently published

ISBN: 9781521403594

Flexibler Einband 293 Seiten

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Die Dämonen hatten die Witterung verloren. Die Meute entfernte sich. Durchstreifte weiter den Wald auf der Suche nach ihnen. S.42

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Inhalt

Charles Wilda hat eine außergewöhnliche Familie. Nur ahnt er lange Zeit nichts davon. Erst, als eine Geschäftsreise nach Genf anders endet als geplant und seine Frau im Koma liegt, eröffnet sich ihm, dass es mehr als eine Realität gibt. Wilde Amazonen, Seelensammler und nichts geringeres als das Ende der Welt erwarten ihn. Willkommen im Zwielicht, Charly.

Rezension

Vom Autor zur Leserunde auf Lovelybooks eingeladen, hatte ich viel Hoffnung in die Geschichte gesetzt. Das Cover entspricht genau meinem Geschmack, die Inhaltsangabe versprach Witz und Spannung gleichermaßen.

Lauf, Charly, lauf!

Leider konnte mich die Geschichte dann doch nicht so recht erreichen. Es passiert vieles in Charlys Realität und im Zwielicht. Die Ideen sind sowohl kurios als auch interessant. Doch war mir vieles zu schnell herunter geschrieben. Ganze Handlungsstränge wurden innerhalb einiger Kommas abgehandelt. Charly rennt, verheddert sich, stürzt, rappelt sich wieder auf und das alles in einem einzigen Atemzug. Ich verstehe die Intention des Autors, dass er die großen Distanzen der verschiedenen Handlungsorte in raschem Tempo bewältigen wollte, doch wirkt das Gesamtwerk dann leider auch sehr gehetzt.

Charly obliegt keine geringere Aufgabe, als die Welt zu retten. Begleitend zur Hauptstory beginnen die einzelnen Teile des Buches mit einem Blick auf Gott. Es ist nicht der Gott aller Götter, wie wir ihn kennen, aber er arbeitet an seiner Schöpfung. Doch macht er einen entscheidenden Fehler, indem er Lucifer zu den Engeln erhebt und sich danach für Jahrtausende in den Urlaub begibt. Dieser Fehler muss nun von Charly und den Amazonen ausgebügelt werden. Diese Abschnitte lockern die recht düstere Stimmung im Buch immer wieder auf.

Fremde Charaktere

Sämtliche Charaktere blieben mir mehr oder weniger fremd, ich konnte mich mit keinem so recht anfreunden. Charly, der dicke Verlierertyp, dem niemand etwas zutraut. Sein Bruder Conrad, der ohne Charlys Wissen von seiner Frau Clonie ins Zwielicht eingeführt wird. Clonie und ihr ungeborenes Kind, die man bisher nicht kennenlernen konnte, da sie von Anbeginn an im Koma liegt. Die Randfiguren kamen mir noch am nahesten, so halten Mr. Smoke und Mr. Evergreen, zwei dämonische Seelensammler einige spaßig-gruselige Momente für den Leser parat. Auch der aufopferungsvolle Saint Germain, ein Mann, dem die Zeit nichts anhaben kann, hinterlässt einen gewissen Eindruck.

Apropos Eindruck. Man findet gelegentlich Erinnerungen an andere literarische Werke. Unter anderem taucht der dunkle Turm von Stephen Kings Epos gegen Ende des Buches auf. Auch Neil Gaimans von mir hoch geschätzter Roman Niemalsland stand scheinbar für einige Ideen Pate. Nun weiß ich, dass man die Autoren nicht untereinander vergleichen sollte, doch gerade dieser Vergleich drängt sich immer wieder auf. Und nicht unbedingt positiv für das Zwielicht. Denn während das Niemalsland von Gaiman während des Lesens plastisch vor mir erschien, blieb mir das NiemalsNiemandLand von Pollan fremd.

Eins der größten Mankos des Buches ist jedoch die grammatikalische Richtigkeit. Trotz Lektorat und bereits 30 Testlesern habe ich im Laufe des Buches mehrere Dutzend Fehlerchen gefunden und sie an den Autor weitergeleitet. Das er sich dahingehend sehr aufgeschlossen gezeigt hat, rechne ich ihm hoch an. Nun schrieb er mir, dass am 31. August die finale Version zum Kauf bereit steht. Da ich aber im Voraus davon ausging, bereits ein finales Buch vor mir zu haben, muss ich es leider eben doch erwähnen. Natürlich gibt es Leser, die weder so penibel sind wie ich, noch sich daran besonders stören. Ich gehöre da leider nicht dazu. Wer sich also für dieses Buch interessiert: Wartet bis Ende August, damit ihr nicht auch über die Fehler fallt und es euch den Lesespaß nimmt.

Fazit

Im Zwielicht ist der erste Band einer kleinen Reihe. Wie viele Teile noch folgen werden, kann ich an dieser Stelle nicht sagen. Grundlegend ist dieses Buch durchaus kurzweilig, hat aber meiner Ansicht nach noch Luft nach oben. Wer sich nicht von dem rasanten Tempo durch die Welt abschrecken lässt, den heiße ich herzlich willkommen im Zwielicht.

Nachtrag

Thomas Pollan schrieb nun, dass er das Buch vorerst komplett vom Markt nimmt, um ihm eine Generalüberholung zukommen zu lassen.

 

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Höllenfahrt – [abc-Etüden]

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Höllenfahrt

„Ich weiß nicht, ob ich den Mut habe, mich in dieses Höllending zu setzen.“ Zweifelnd warf Harry seinen Kopf in den Nacken und betrachtete die knarrenden Holstreben der neuen Rummelplatzattraktion, in deren Schatten die beiden Jungen standen.

Ein Waggon rauschte in voller Fahrt an ihnen vorbei, lautes Geschrei drang an ihre Ohren. Während Jules völlig aus dem Häuschen geriet und begeistert in die Hände klatschte, verzog sich Harrys Gesicht ängstlich. „Komm schon, Harry, diese Achterbahn ist einzigartig! Sie ist nicht nur die weltweit Erste, die mit zwanzig Loopings ausgestattet ist, sie ist auch die Einzige, die quer über eine ganze Straßenschlucht führt!“ Tatsächlich wanden sich die Schienen der Achterbahn – mehr oder weniger anmutig – zwischen den alten Fassaden baufälliger Gebäude hindurch. Hier und da wurden die Mauern durchbrochen und die Fahrgäste fuhren durch das Leben der früheren Bewohner.

In diesem Moment flitzte erneut ein Waggon an ihnen vorbei; einer der Fahrgäste hielt triumphierend ein Stück Tapete in der Hand, welches er scheinbar aus einer der verlassenen Wohnungen im Vorbeiflug gerissen hatte. „So etwas will ich auch, also los Harry, sei kein Spielverderber!“, rief Jules und zog seinen Freund mit sich zum Kassenhäuschen.

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Die abc-Etüden von Irgendwas ist immer stellen wöchentlich drei Worte zur Verfügung, auf dass wir daraus eine Geschichte aus 10 Sätzen schreiben können. Diese Woche sind es Achterbahn, Straßenschlucht und einzigartig. 🙂

[Rezension] Harmony Verna – Das Land der roten Sonne

Werbung | Autor: Harmony Verna | Titel: Das Land der roten Sonne|
Übersetzung: Marie Rahn |
Erscheinungsdatum: 2016 | Verlag: Aufbau Verlag |
528 Seiten | Genre: Liebesroman |

Bewertung: 5 von 5.
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Rückblick auf den Juni

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Kaum mit dem Auge gezwinkert, schon ist der Juni wieder vorbei. Erschreckend! In 177 Tagen ist schon wieder Weihnachten, man könnte sich ja so langsam mal Gedanken um die anstehenden Geschenke machen.

Oder: Wir genießen noch etwas die sonnigen Tage, räkeln uns mit dem Buch auf dem Balkon, im Garten, am See und fahren endlich in den wohlverdienten Urlaub. (Wohlverdient wäre er bei mir auch, nur leider ist dieses Jahr nichts geplant )

Da nun das erste Halbjahr rum ist, werfe ich heute auch einen Blick auf die vergangenen sechs Monate – da hat sich doch schon einiges zusammengelesen 🙂

gelesene Bücher von Januar bis Juni

 

 

Hui, sind das viele! Aktuell zähle ich 43 Bücher für dieses Jahr, was in etwa 14.500 Seiten entspricht. 😮 Fast so viel las ich im gesamten letzten Jahr. 😀 Es scheint am Blog zu liegen, dass man nun irgendwie schneller voran kommt.

Die Rezensionen der einzelnen Bücher (bis auf die für Fünf Tage im November, Geschichten aus Nian und die silberne Königin, die sind nur bei Lovelybooks online) sind auch alle hier zu finden, klick einfach mal hier drauf, da kommst du zur Rezensionsübersicht. 🙂

Halbjahres-Highlights

Die Bücher, die mir auch teilweise über Monate noch sehr am Herzen liegen, küre ich hiermit zu meinen Halbjahreshighlights ♥

Emily St. John Mandel – Das Licht der letzten Tage
Graham Moore – Die letzten Tage der Nacht
Neil Gaiman – Nordische Mythen und Sagen
Frank Baer – Die Magermilchbande
Marjorie Liu – Monstress

 

Die SuB-Kurve

Ja ja, was soll ich sagen. Ich fürchte, ich müsste mir nun ein Kaufverbot bis Ende des Jahres auferlegen, um mein Ziel auch noch ansatzweise zu schaffen. Aktuell liege ich bei 121 Büchern auf meinem Ungelesen-Stapel. So richtig erklären kann ich mir das nicht. Wahrscheinlich wachsen sie Nachts heimlich in meinem Regal nach. Obwohl mich das nun auch nicht gerade stören würde. 😀

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Was noch?

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Diesen Monat habe ich eine neue Aktion begonnen, bei der jeder sehr gerne mitmachen kann. Das Ganze nennt sich Perlentauchen und alles wichtige dazu findet ihr hier. 🙂 Die Aktion soll ein wenig gegen zu viele gleiche Buchbesprechungen im Bloggeralltag helfen. Alte Bücher neu entdecken – macht mit! ♥

Außerdem habe ich mich für den Juli beim Camp NaNoWriMo angemeldet – Whoohooo! Bereits im November letzten Jahres hatte ich mich daran beteiligt und habe begonnen, eine eigene Geschichte zu schreiben. Die Korrekturphase zieht sich etwas hin und nun dachte ich, ich nutze das Camp dafür. Doch nun verlagere ich meinen Handlungsort und schwupps – werde ich wohl die gesamte Geschichte umschreiben.  Aber was lange währt, … ne? 🙂


Ich hoffe ihr hattet genau so einen schönen Lesemonat Juni wie ich – und ein ebenso spannendes erste Halbjahr!

 

[Perlentauchen] Wer war Alice Liddell?

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Freitag ist Perlentauchen-Zeit!

Ich stelle euch an dieser Stelle wöchentlich Bücher vor, die schon das ein oder andere Jahr auf dem Buckel haben. Dabei ist es egal, ob es 1, 2, 3 oder 30 Jahre alt ist, denn Geschichten verfallen nicht.

Hier gibt es weitere Perlen zu entdecken. 🙂

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Melanie Benjamin – Alice und Ich

Erscheinungsdatum Erstausgabe :01.02.2010

Verlag : C- Bertelsmann

ISBN: 9783570100479

Fester Einband 367 Seiten

Ein absolutes Herzensbuch für mich. Ich weiß gar nicht, ob ich das Buch nun mittlerweile 5 oder 6 mal gelesen habe? Na, eins von beiden wirds schon sein. Und jetzt, wo es gerade neben mir liegt, kribbelt es auch schon wieder in den Fingerspitzen.

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Ach, ich bin es leid, Alice im Wunderland zu sein. Klingt das undankbar? Gewiss. Aber ich bin es wirklich leid. (S.7)

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Erzählt wird die Geschichte der Alice Liddell. Ja genau, das Mädchen, dessen Abenteuer im Wunderland vermutlich jeder, ob groß oder klein, kennt. Nur widmet sich das Buch Alice‘ Leben im Schatten des Buches. Und auch dem Verhältnis zu Charles Lutwidge Dodgson, wie Lewis Carroll eigentlich hieß.

Alice wächst gut behütet mit ihren beiden Schwestern in Oxford auf, der Vater ist der angesehene Dekan. Wie wirkt es für Außenstehende, wenn der Wildfang Alice allein mit einem erwachsenen Mann unterwegs ist? Wenn er Fotos von ihr macht? Wenn er ihre wilde Seite unterstützt? Und welche Auswirkungen haben die Veröffentlichung von Alice‘ Abenteuer unter der Erde auf ihr Leben?

Ein Leben als Romanfigur, ohne Chance dem zu entgehen, immer die Vergangenheit hinter sich herziehend. Ein Roman über eine zerbrochene Liebe und die Zwänge der Gesellschaft. Eine wirklich tolle Geschichte, an dessen Ende ich immer zu Tränen gerührt war.

 

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Gerne kann jeder mitmachen, der will!

Achtung: Es muss kein aktuell von euch gelesenes Buch sein – Schnappt euch den Banner und kramt in euren Bücherkisten, zeigt anderen, was vor Jahren toll war und noch immer ist. ♥

[Rezension] Thekla Kraußeneck – Cronos Cube

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Erscheinungsdatum Erstausgabe: 26.05.2017

Verlag: Liesmich

ISBN: 9783945491041

Buch 480 Seiten

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Zack stand in der Mitte einer Halle, die so groß war, dass er sie auf den ersten Blick gar nicht als Halle wahrnahm, sondern vielleicht als einen Platz in einer Großstadt bei Nacht. Im ersten Moment tat er nichts anderes als sich ungläubig umzusehen: Vielleicht war etwas beim Einloggen schiefgelaufen und er war gar nicht in Cronos, sondern eingeschlafen, und hierbei handelte es sich um einen Traum. (S. 162)

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Inhalt

Im Jahr 2030 ist die Welt nicht mehr so, wie wir sie kennen. Die Länder sind in Bundesstaaten aufgeteilt. Lachlan (Achtung: man spricht es Locklin aus) und Zack leben im Dublin der Zukunft, in der Luft surren Drohnen herum und ein jeder wird überwacht. Doch es gibt eine Parallelwelt, in die sich die Menschen einloggen können: Cronos – Das Gamer-Paradies schlechthin. Hier schaut man nicht auf Bildschirme, hält keine Controller in der Hand. Man ist fast physisch dabei. Doch Cronos bietet nicht nur Spielern Platz, sondern auch Rebellen, die sich der Kontrolle der Welt entziehen wollen, die hier geheime Pläne entwickeln.

Lachlan Abercromby, Sohn einer reichen Familie und im Herzen ein Rebell, soll entführt werden. Er und sein Freund Zack wissen davon und schmieden einen Plan, der dies verhindern soll. Doch wird es funktionieren? Und haben es die Entführer nur auf einen Sack voll Lösegeld abgesehen?

Rezension

Ein Abenteuer in nicht allzu ferner Zukunft liegt vor uns. Irland ist auf dem besten Weg ein Überwachungsstaat zu werden. Eine reale Dystopie.

Überwachung und Rebellion

Die Geschichte bringt viele Themen auf den Tisch. Eine neue Staatsform, eine interaktive Welt und eine zwielichtige Sekte. Die Überwachung der Menschen durch Drohnen, die jeden Schritt aufzeichnen, scheint gar nicht mal so weit hergeholt. Natürlich gibt es Menschen, die sich dagegen wehren, die eine Rebellion anzetteln wollen. Doch dazu brauchen sie Hilfe. Lachlan Abercromby, ein intelligenter junger Mann mit weitreichender Hacker-Erfahrung, soll für die Rebellion gewonnen werden. Wenn auch auf gefährlichen Umwegen. Denn zuerst muss das geheime Programm Erion gefunden werden – in Cronos.

Eine wundersame neue Welt

Die Welt, die der Cronos Cube zu bieten hat, wird farbenfroh geschildert. Als Leser hat man das dringende Bedürfnis, selbst ein Teil dieser Welt zu werden, sich in der Mystagoge klassifizieren zu lassen und mit anderen Recken die Welt zu entdecken. Doch Lachlan und Zack sind nicht zum Spielen hier. Eigentlich. Denn obwohl der Entführer damit droht, Lachlan umzubringen, sollten sie bei ihrer Suche scheitern, verbringen sie doch recht viel Zeit damit, sich mit den Grundzügen der Welt vertraut zu machen. Das fand ich etwas seltsam. Denn natürlich ist es für uns Leser spannend, diese Welt kennenzulernen, uns mit den Klassen der Kämpfer vertraut zu machen. Doch auch wenn man die Verantwortung abgibt und andere mit der Suche beauftragt, so nahmen die beiden die Situation doch recht gelassen hin. Auch, als sich die Umstände aufzuklären beginnen, fand ich einige Stellen zu glatt geschustert. Die Jagd nach dem Entführer ist spannend und rasant, doch vergeht eine quälend lange Zeit, in der einiges mehr hätte passieren müssen.

Fragen über Fragen

Auch über Emil, den Entführer, wurde ich nicht so recht schlau. Die Sekte, der er angehört, wird nur kurz erwähnt, ihre Absichten und Machenschaften bleiben im Dunkeln. Was wollen sie mit Erion, dem Programm, dem Lachlan und Zack so verzweifelt auf der Spur sind? Ich weiß es ehrlich gesagt immer noch nicht. Dieses Nichtwissen hat mein Frustrationslevel auch ab einem gewissen Zeitpunkt gehoben. Seite um Seite dachte ich: Jetzt muss des Rätsels Lösung kommen!

Doch das Ende ist sehr offen gehalten. Man hält viele lose Fäden in der Hand und schaut verwundert auf die letzte Seite. Zu Ende? Aber was ist mit .. ? Und wieso ist..? Ein kurzer Plausch mit der lieben Thekla Kraußeneck jedoch verspricht: Es wird einen zweiten Teil geben. So lehne ich mich also wieder ermutigt zurück und erwarte voll Spannung die weiteren Abenteuer. Hoffentlich werden die aufgeworfenen Fragen geklärt.

Fazit

Ein rasantes Abenteuer in naher Zukunft, dass viele spannende Themen behandelt. Hier und da noch etwas undurchsichtig, manche Handlungen nicht ganz nachvollziehbar, doch alles in allem recht rund. Die Sprache ist klar verständlich, auch ohne tieferes technisches Verständnis erhält der Leser einen tollen Einstieg in die Welt der Zukunft. Und besonders die Welt des Cronos Cube ist toll bebildert und lädt zum verweilen ein – und sicherlich nicht nur für hartgesottene Gaming-Freunde interessant.

PS: Schaut doch mal auf der Seite vom Cronos Cube vorbei, die ist wirklich zauberhaft!

 

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Vielen lieben Dank an Thekla Kraußeneck für die Plaudermomente und den Liesmich Verlag für das Rezensionsexemplar! 🙂