[Herumgestöbert] Herbstvorschau

Ihr Lieben!

Der Sommer ist noch nicht einmal richtig in unserem Leben eingezogen, da gibt es schon wieder die nächsten Herbsthighlights zu entdecken. Bei der großen Auswahl ist es nicht immer leicht, sich nur für einige Wunschexemplare zu entscheiden, doch den mütterlichen Tonfall im Ohr „Denk dran, dein Platz im Regal ist begrenzt!“ (Wenn überhaupt noch vorhanden) habe ich mir einige Bücher herausgesucht, die definitiv auf meiner Wunschliste landen.

 

Marion Porschmann – Die Kieferninseln

Ein Traum, ein innerer Kurzschluss und die Flucht nach vorn. Nach Japan. Eine Pilgerreise zu den Kieferninseln und die alte Frage wird neu gestellt: Ist das Leben am Ende ein Traum?

Erscheinungsdatum: 06. September 2017

Yasmina Reza – Babylon

Eine harmlose Frühlingsparty mit Mord. Eine groteske Abendgesellschaft, die uns in die Abgründe der Paarbeziehung führt und von einer ganz besonderen Freundschaft erzählt.

Erscheinungsdatum: 24. Juli 2017

Colson Whitehead – Underground Railroad

Baumwollplantagen im amerikanischen Georgia. Was bleibt, ist die Flucht. Wartet am Ende wirklich die Freiheit? Colson Whiteheads Roman ist eine virtuose Abrechnung damit, was es bedeutete und immer noch bedeutet, schwarz zu sein in Amerika.

Erscheinungsdatum: 21. August 2017

Svealena Kutschke – Stadt aus Rauch

Ein faszinierendes Epos einer Familie, auf die die Wirren des 20. Jahrhunderts ihre langen Schatten werfen. Von großmäuligen Denunzianten und kleinmütigen Helden, von Bürokraten des Verbrechens und Hochstaplern der Kunst, von der Verführung des Faschismus und vom Schweigen derer, die glauben, schuldlos zu sein.

Erscheinungsdatum: 25. August 2017

Ali Zamir – Die Schiffbrüchige

Im Indischen Ozean ertrinkt eine junge Frau. Die Wellen sind erbarmungslos, ihre Kräfte lassen nach, aber im Angesicht des Todes bäumt sie sich auf, in einem letzten Aufbegehren reißt Anguille uns mit in die Erzählung ihres Lebens und in die Tiefe des Meeres.

Erscheinungsdatum: 29. September 2017

Anthony Doerr – Die Tiefe

Sechs Geschichten über Erinnerungen und Liebe. Doerr erzählt von fast mystischen Momenten, in denen die Zeit aufgehoben scheint und die Toten anwesend sind. Die Welt wird transparent, wenn dieser große Erzähler sie und ihre Bewohner beschreibt.

Erscheinungsdatum: 21. Juli 2017


Und, ist was für euch dabei? Oder habt ihr vielleicht selbst schon in den Katalogen gestöbert und euch neue Wunschbücher gesucht? Dann teilt sie mir doch mit, ich bin immer gespannt auf neuen Lesestoff! ❤

 

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[Rezension] Matthias Oden – Junktown

Junktown von Matthias Oden

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Erscheinungsdatum Erstausgabe: 09.05.2017

Verlag: Heyne Verlag

ISBN: 9783641197179

Seitenzahl 390 Seiten

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An die Schiene wurden die Recycling-Kapseln gehängt, die jene bedauernswerten Gestalten transportierten, deren Humanklasse von Ärzten, Richtern und Lektoren auf D herabgesetzt worden waren. Sie hatten der Konsumgesellschaft nur noch auf dem Wege zu dienen, dass sie ihre Biomasse den Gebärkonzernen wieder zur Verfügung stellten. (S.292)

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Inhalt

Es ist eine düstere Zukunft, in der Inspektor Solomon Cain seinem Beruf nachgeht. Nach außen hin ist es ein Schlaraffenland, denn die Konsumpartei beherrscht das Land. Konsum ist Pflicht geworden, Drogen sind frei verfügbar und müssen sogar genommen werden, denn die Partei prüft nach. Endlich kann mittels Blutwerten nachvollzogen werden, wie parteitreu der einzelne Bürger ist.

Solomon Cain wird zu einem Mord gerufen. Es ist kein menschliches Wesen, das hier getötet wurde, es ist eine Maschine, genauer gesagt: eine Brutmutter. Das allein ist noch nicht so ungewöhnlich für den Inspektor, denn er gehört der Gemapo an, der Geheimen Maschinenpolizei. Doch der Fall wird schnell verwinkelt, lose Fäden hängen überall in der Luft und niemand weiß etwas. Außerdem wird er auch noch von einem höheren Parteimitglied beobachtet, denn Cain ist nicht so parteitreu, wie er sein sollte.

Rezension

Nun, ich bin ehrlich. Das Buch hat es mir nicht leicht gemacht. Es gab Stellen, die mir sehr gut gefallen haben und dann gab es Stellen, die ich einfach nicht verstand. Das Setting ist grundlegend interessant. Eine Welt, in der der Konsum herrscht, in dem Rausch per Gesetz vorgegeben wird.

Aber dann wird es kurios. Solomon Cain ist scheinbar einer der letzten „natural geborenen“ Menschen. Wie? Menschen scheinen unfruchtbar geworden zu sein und das innerhalb von nur 50 Jahren meiner Schätzung nach. Wesen der Humanrasse werden nun mit Brutmuttern zur Welt gebracht. Nun kann man auch von vornherein festlegen, zu welcher Klasse dieser neue Mensch gehören soll. Nach dieser Klasse richtet sich dann auch seine zukünftige Berufung. Hat man die Klasse D erreicht, wird nicht lange gefackelt und man wird auf den Recyclinghof gebracht. Menschen als wiederverwertbare Biomasse. Im Gegensatz dazu sind die Menschen angehalten, sich so viel Müll in die Wohnung zu holen, wie die Ersparnisse hergeben, denn: Konsum ist Gesetz.

Hin und wieder werden zwar kleine Fetzen Geschichte eingestreut, aber nichts wirklich Konkretes. Gerade nach so einer großen Revolution hätte mich doch die Geschichte dazu interessiert. Natürlich kann man jetzt sagen, bei Orwells 1984 zB. wird man auch einfach in die Welt des großen Bruders geworfen. Ja. Aber da war der Bezug auch nicht so gegeben zu einer Zeit vor der Revolution, da war die Partei allgegenwärtig. Es hätte mir geholfen, diese neue Ordnung zu verstehen, hätte ich mehr Hintergrundwissen gehabt. Ich hatte die ganze Zeit das Gefühl, der Autor wollte viel sagen und hat doch das Wichtigste weggelassen.

Wie kann es zum Beispiel sein, dass ein Mensch eine „Beziehung“ zu einer Brutmutter aufbauen kann, die laut Beschreibung ein sechsstöckiges Riesengebilde ist? Es wird erwähnt, und der Fall wird anfänglich auch auf einer Beziehungstat aufgebaut, aber wie das möglich ist, das wird nicht erklärt. Wenn die Revolution nur wenige Jahrzehnte her ist, wie kann ein Mensch plötzlich eine Beziehung zu einer Maschine aufbauen?

Nimmt man diese etwas unschlüssigen Nebensachen weg, ist es ein recht spannender und verwinkelter Fall, den man da zusammen mit Inspektor Cain zu entfitzen hat, zwischen Parteimachenschaften und Terrorgruppen, einer neuen Bekanntschaft und dem allgegenwärtigen Drogenrausch mit einem Ende, was zwar recht überraschend, aber doch schon lange abzusehen war. Aber eben auch nicht mehr.

Sympathisch war mir keiner so wirklich in diesem Buch, auch die Gespräche waren manchmal einfach zu flapsig dahingeworfen. Kaputt, könnte man sagen. So kaputt wie diese neue Welt? Vielleicht. Auch werden dem Leser immer abenteuerlichere Abkürzungen und Wortschöpfungen an den Kopf geworfen, die eben nicht selbsterklärend sind. Nicht selten habe ich dann kopfschüttelnd dagesessen, mit den Schultern gezuckt und das Verstehen eben weggelassen.

Fazit

Ein netter Kriminalfall mit einer recht schlüssigen Auflösung vor einem außergewöhnlichen Hintergrund. So außergewöhnlich, dass er kaum einer Erklärung würdig zu sein scheint. Wen das nicht stört, wer sich einfach so in einer neuen Ordnung zurecht finden kann und vor allem auch möchte, dem kann ich das Buch sicherlich empfehlen. Wen es stört, nach einer Lektüre einige sehr große Fragezeichen vor sich schweben zu sehen, der findet sicherlich eine andere Dystopie, die in sich besser funktioniert.


Vielen Dank an das Bloggerportal der Random House Verlagsgruppe für das Rezensionsexemplar!

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Mittendrin Mittwoch #16 – Rausch ist Gesetz

Der Mittendrin Mittwoch forciert immer mehr zu einer meiner liebsten Aktionen hier im Bloggerleben. Auch ohne das Buch bereits beendet zu haben, gibt es mir die Möglichkeit, euch einen kurzen Einblick in mein aktuelles Buch zu gewähren.

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An die Schiene wurden die Recycling-Kapseln gehängt, die jene  bedauernswerten Gestalten transportierten, deren Humanklasse von Ärzten, Richtern und Lektoren auf D herabgesetzt worden waren.

Sie hatten der Konsumgesellschaft nur noch auf dem Wege zu dienen, dass sie ihre Biomasse den Gebärkonzernen wieder zur Verfügung stellten. (S.292)

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So sieht es aus in Junktown von Matthias Oden. Es ist eine düstere Zukunft, die uns der Autor hier näher bringt. Konsum und Rauschmittel sind per Gesetz verordnet, wer sich der permanenten Dröhnung nicht aussetzt, gilt als parteiabtrünnig und wird abgeschafft. Das erinnert natürlich entfernt an Orwell’s 1984, aber diese Zukunft ist viel technischer. Hier gibt es Brutmütter, haushohe Maschinen, die menschliche Föten produzieren. So eine Brutmutter wird anfangs umgebracht und nun ermittelt Inspektor Cain zwischen Behörden und Mülldeponien. Bisher weiß ich noch nicht so recht, was ich von dem Buch halte, aber ich bin definitiv gespannt, wie es ausgeht.

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Und, was liest du gerade?


Diese Aktion wurde von der lieben Elizzy von readbooksandfallinlove initiiert, schaut unbedingt mal bei ihr vorbei! ♥

[Bücher-abc] B wie Briefe

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Die wunderbare Elizzy hat eine neue Aktion auf ihrem Blog readbooksandfallinlove gestartet, bei der ich sehr gern dabei bin. Immerhin ist diese Aktion wieder so ein Freifahrtsschein für jede Menge Buchempfehlungen! 🙂

Beim Bücher-ABC geht es darum, für den jeweiligen Buchstaben einen Autor zu benennen, ein Buch und einen Schreibtipp für die Blogger und Autoren unter uns.

Heute also der Buchstabe B.

Der Autor

Hier lege ich euch heute James M. Barrie ans Herz. Der Autor von Peter Pan hat einen ganz wunderbaren Stil, der auch das erwachsene Herz zurück in die Kinderzeit bringen kann. Außerdem ist die wunderbare Ausgabe des Coppenrath Verlag von Peter Pan gestern bei mir eingezogen. *hust

Das Buch

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Jetzt musste ich doch erst einmal ein wenig suchen. Ein Glück gibt es Oscar Wilde, dessen Bildnis des Dorian Gray doch einen wunderbaren Buchtipp abgibt. Wer Wilde mag und vorallem nicht zurückschreckt vor zynischer Literatur, der ist hier gut beraten.

Der Schreibtipp

B wie Briefe schreiben

Heute schreibt man ja fast nur noch auf einer Tastatur mit einem Bildschirm vor der Nase. Aber wie wäre es, mal wieder einen Brief zu schreiben? Dieser Brief muss ja nicht zwingend an irgendwen gerichtet sein oder später abgeschickt werden. Aber ich finde, Worte, die man mit der Hand geschrieben hat, haben teilweise eine ganz andere Bedeutung. Da denkt man nach, bevor man schreibt. Da kann man nicht einfach die Backspace-Taste drücken, da muss man durchstreichen und durchstreichen sieht doof aus. Probiert es mal aus, schreibt einen kurzen Brief, genießt den Moment, wenn die Feder (oder auch der profane Kugelchreiber) über das Papier kratzt.

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Das Bücher-ABC im Überblick!

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Montagsfrage – Lieber nicht noch einmal?

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Guten Morgen ihr Lieben,

das Wochenende ist vorbei, mich hat es leider etwas erwischt, doch nichtsdestotrotz möchte ich die dieswöchige Frage vom Buchfresserchen gern beantworten.

Diese lautet:

Gibt es ein Buch, dass du früher richtig gern mochtest, aber inzwischen nicht mehr?

Selbst nach einigem Nachdenken (und das dauert heute tatsächlich etwas länger als üblich) ist mir kein Buch eingefallen, bei dem das der Fall ist. Ich lese generell gerne Bücher nochmal und nochmal, aber diese Schätzchen gehören auch zu meinen absoluten Lieblingen, wie Coraline von Neil Gaiman oder sämtliche Jane Austen Romane. Selbst als ich letztens ein Gänsehaut-Buch von R.L.Stine hervorgekramt hatte (die ich als Kind regelrecht gehortet und verschlungen habe), kam noch ein wenig das alte Gefühl auf. Natürlich bin ich aus diesen Geschichten schon lange rausgewachsen, aber dennoch hab ich gern noch einmal den Nachbarsjungen kennengelernt, der vor so langer Zeit gestorben ist. 🙂


Wie ist es bei euch – habt ihr ein Buch, das ihr früher gern gelesen habt und beim zweiten Mal feststellen musstet, dass ihr nicht mehr auf einer Wellenlänge mit dem Buch liegt?

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Heute ist Muttertag!

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Heute ist Muttertag, deswegen nur ganz kurz von mir:

Alles liebe an all die Mütter unter euch, habt einen wunderbaren Tag!

Wollt ihr eurer Mutter einmal ausführlich sagen, wie sehr ihr sie liebt und schätzt, habe ich noch einen kleinen Buchtip für euch:

Du bist die beste Mama, weil … aus der arsEdition gibt euch die Gelegenheit, auf wunderschön gestalteten Seiten eurer Mutter zu sagen, was ihr an ihr schätzt, was ihr hofft, von ihr geerbt zu haben und vieles mehr. Natürlich kann man das auch in einem Brief verfassen, aber über dieses Büchlein freut sich das Mutterherz bestimmt auch. 🙂

Liebe Grüße,

Eure Gabriela

 

[Rezension] Henning Mankell – Die schwedischen Gummistiefel

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Erscheinungsdatum Erstausgabe: 22.08.2016

Verlag: Zsolnay, Paul

ISBN: 9783552057951

Fester Einband 480 Seiten

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Mehr und mehr schien es, als kommunizierten wir miteinander, indem wir uns aus den Augenwinkeln beobachteten. Wir gingen herum und hatten Angst. 

Meine Angst rührte daher, dass ich meinte, weniger und weniger von meiner schwangeren Tochter zu wissen. Und dass sie an mir vielleicht sah, was das Alter mit einem Menschen macht. (.S.179)

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Inhalt

Fredrik Welin, ein ehemaliger Chirurg im Ruhestand, wacht eines Nachts auf, als sein Haus über seinem Kopf lichterloh in Flammen steht. Nur mit Mühe schafft er es ins Freie. Die Brandursache ist unklar und schnell gerät der 70jährige in Verdacht, das Feuer selbst gelegt zu haben. Im Zuge der Ereignisse lernt er die Journalistin Lisa Modin kennen und verliebt sich in sie, eine fast halb so alte Frau. Er versucht ihr näher zu kommen und steht sogar eines Nachts vor ihrer Haustür. Zwischen den beiden, die so sehr die Einsamkeit im Inneren teilen, entspinnt sich langsam eine Freundschaft. Auch seiner Tochter Louise kommt er nach dem Brand näher und wird endlich ein Teil ihres Lebens. Doch die Frage, wer das Feuer gelegt hat, bleibt nach wie vor offen. Wie gut kennen wir die Menschen um uns herum?

Rezension

Henning Mankells letzter großer Roman, so wird dieses Buch angepriesen. Es liest sich, wie ich es mir vorgestellt habe. Ein ruhiges Buch, dass die Probleme des Alterns beleuchtet. Mankell schrieb dieses Buch im Wissen, dass er unheilbar an Krebs erkrankt ist. So lässt es den Schluss zu, dass er sich an Stelle des Fredrik Welin zuweilen selbst stehen sieht. Sein Protagonist verliert sich zeitweise in Überlegungen, die sein Leben und vor allem auch die Zeit danach betreffen. Um ihn herum, verteilt auf den anderen schwedischen Schären in der Ostsee, sind die meisten Menschen in einem Alter, in dem es bald vorbei sein könnte. Und doch ist Fredrik nicht gewillt, klein beizugeben. Er verlässt häufig seine Insel mit der heruntergebrannten Ruine und macht sich auf die Reise ins ferne Paris, der Stadt, die er in früheren Tagen so oft besucht hat. Er verliebt sich sogar noch einmal und hofft auf eine zwischenmenschliche Beziehung, auch wenn diese eher unwahrscheinlich ist.

Der Brand hat endlich das Tor geöffnet, um mit seiner Tochter warm zu werden. Lange haben sie nicht gewusst, wie sie miteinander umgehen sollen und auch jetzt ist noch diese Wand zwischen ihnen spürbar. Und doch gibt es endlich Hoffnung.

Fredrik Welin ist ein Protagonist, den man als grundsätzlich sympathisch bezeichnen kann. Er hat Fehler und er erinnert sich auch immer wieder an Episoden in seinem Leben, in denen er sich daneben benommen hat. Und doch macht ihn das aus, macht ihn zu einem von uns. Einen Menschen. Niemand ist frei von Fehlern, wir alle haben Dinge getan oder werden sie noch tun, die wir im Alter womöglich überdenken oder bereuen werden. Aber macht genau das nicht das Leben aus? Die weiteren Charaktere und Schärenbewohner sind allesamt Sonderlinge, merkwürdige Menschen und Eigenbrötler mit mehr oder weniger liebenswerten Eigenschaften. Viele bleiben blass, auch Sympathien kamen eher nicht bei mir zum Vorschein. Selbst Louise, seine Tochter, schafft es nicht, dass ich sie in mein Herz schließen konnte. Aber vielleicht muss man das auch nicht.

Die Aufklärung des Brandes auf seiner Insel verläuft im Hintergrund, ist eigentlich nicht wirklich Bestandteil des Buches. Viel mehr hat dieses Feuer Fredrik ein wenig Leben geschenkt, ein wenig Hoffnung auf die Zukunft. Denn nun hat er sein Leben wieder ein Stück mehr in der Hand.

Fazit

Eine Geschichte, klar und schnörkellos geschrieben und doch so bestechend wahr. Eine Geschichte über das Alter, über das Menschsein und die Hoffnung. Streckenweise etwas langatmig und gleichförmig, aber womöglich ist es so, das Alter. Irgendwann, wenn wir selbst 70 sind, werden wir es vielleicht wissen.

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Endlich frei – [abc-Etüden]

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Endlich frei

Die leichte Brise, die vom Meer heran wehte, zupfte an ihrem Rock, spielte mit ihren Haaren und hinterließ ein wohliges Gefühl auf der Haut. Die Augen mit einer Hand gegen die bereits tiefstehende Sonne abschirmend, betrachtete sie den sanften Wellengang, Seetang schwamm an der Oberfläche und bildete kleine dunkle Flecken auf der Wasseroberfläche, irgendwo schrie eine Möwe.

Kaum war sie mit dem Boot auf der kleinen Insel, die schon seit Generationen der Familie gehörte, angekommen, lief sie auch schon den sandigen Weg hinauf zu den Klippen, den Blick fest auf das tiefblaue Wasser gerichtet. „Endlich frei“, dachte sie und atmete die salzige Luft ein.

Bereits als Kind liebte sie dieses kleine Paradies, das nur für sie allein zu existieren schien. Nachdem ihre Großeltern verstarben, wurde das alte Haus am Strand hin und wieder für ein romantisches Wochenende an Touristen vermietet, da ihren Eltern die Einsamkeit der Insel nichts gab.

Doch nun lag es in ihren Händen und sie hatte sich entschieden. Kein Fremder sollte mehr über die Schwelle ihrer Erinnerung treten, sollte die Spuren  ihrer Familie verwischen, die sich im Laufe der Jahre angesammelt hatten. Sie brauchte einen eigenen Platz, an dem sie ganz sich selbst überlassen war, an dem sie ein Mensch sein konnte, fernab von Konvention und Verpflichtung.

„Endlich frei“, wiederholte sie flüsternd und lächelte.

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Die abc-Etüden von Irgendwas ist immer stellen wöchentlich drei Worte zur Verfügung, auf dass wir daraus eine Geschichte aus 10 Sätzen schreiben können. Diese Woche sind es Meer, Kind und Mensch. 🙂

[Rezension] Hans Christian Andersen – Die kleine Meerjungfrau

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Erscheinungsdatum Erstausgabe :24.02.2017

Verlag : Wunderhaus Verlag

ISBN: 9783946693017

Fester Einband 44 Seiten

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„Die kleine Seejungfer schwamm bis dicht an das Kajütenfenster, und jedes Mal, wenn das Wasser sie emporhob, konnte sie durch die spiegelklaren Scheiben sehen, wie viele geputzte Menschen drinnen standen, aber der Schönste war doch der junge Prinz mit den großen schwarzen Augen.“  (S.14)

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Inhalt

Wie bei vielen anderen Märchen kennen wir die Geschichte in groben Zügen, wissen um den Rahmen der Handlung. Die kleine Meerjungfrau darf zu ihrem 15. Jahrestag das erste Mal an die Wasseroberfläche und die Welt der Menschen bestaunen. Sie erblickt ein festlich geschmücktes Schiff, auf dem ein Prinz seinen Geburtstag feiert. Doch Sturm kommt auf und das Schiff kentert. Im letzten Moment kann sie ihn retten und an Land bringen. Sie verliebt sich und träumt fortan von ihm, doch er weiß nicht einmal, dass es sie gibt. Von ihrer Großmutter erfährt die Seejungfer, dass Menschen eine unsterbliche Seele besitzen, die nach ihrem Tod in den Himmel steigt. Meermenschen haben so etwas nicht – sie vergehen bei ihrem Tod zu Meeresschaum. Nur durch die Liebe eines Menschen können sie eine Seele erhalten. Um ihrem geliebten Prinzen nahe zu sein und eine Seele zu erhalten, opfert sie ihre Schwanzflosse und ihre Stimme, damit sie ihn von sich überzeugen kann.

Rezension

Wunderschön geschrieben ist diese Geschichte ein wahres Highlight in der Märchenwelt. Wie auch bei vielen anderen Märchen ist die adaptierte Disneyversion, die wohl den meisten bekannt ist, viel romantischer und mit einem Happy End versehen. Das Märchen von Hans Christian Andersen jedoch beinhaltet Schmerzen, eine unerwiderte Liebe, den Tod und auch die Hoffnung.
Man hofft und bangt mit der kleinen Seejungfer, man erlebt ihre Ernüchterung, wenn man feststellen muss, dass der Prinz sie zwar gern hat, aber doch eher wie eine Schwester und weniger wie eine Geliebte.

Das Ende ist im Original wesentlich tragischer als in vielen Adaptionen. Auch die Schmerzen, die die Meerjungfrau ertragen muss, um ihrem Ziel einen Schritt näher zu gelangen, sind tiefgreifender.

Die Ausgabe aus dem Wunderhaus Verlag fiel mir bei der letzten Buchmesse in Leipzig in die Hände. Sie besticht durch fantastische Illustrationen, farbenfroh und doch sehr märchenhaft. Es lohnt sich also, diesen Schatz seinem Regal hinzuzufügen.

Fazit

Ein trauriges, faszinierendes Märchen in einer bezaubernden Ausgabe. Für alle großen und kleinen Märchenfreunde ein Genuss.

 

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„Du behältst deinen schwebenden Gang, keine Tänzerin wird schweben können, wie du, aber jeder Schritt, den du tust, wird sein, als ob du auf scharfe Messer trätest, so dass dein Blut fließen muss.“ (S.26)

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Mittendrin Mittwoch #15 – Vom älter werden

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Eine neue Woche, ein neues Buch. Das SuB-Glas hat am Wochenende zu mir gesprochen und mir ein Buch beschert, welches still in sich gekehrt ist, was ohne große Töne auskommt und uns doch mitnimmt in eine Zukunft, die uns allen bevorsteht. Das Alter.

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Mehr und mehr schien es, als kommunizierten wir miteinander, indem wir uns aus den Augenwinkeln beobachteten. Wir gingen herum und hatten Angst.

Meine Angst rührte daher, dass ich meinte, weniger und weniger von meiner schwangeren Tochter zu wissen. Und dass sie an mir vielleicht sah, was das Alter mit einem Menschen macht. (.S.179)

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Die schwedischen Gummistiefel ist der letzte große Roman des schwedischen Autors Henning Mankell. Mein erstes Buch von ihm, doch verfolge ich hin und wieder die Fälle seines Kommissars Wallander im Fernsehen.

Es handelt vom Leben des ehemaligen Chirurgen Fredrik Welin, der seinen Lebensabend auf seiner Schäre in der Ostsee verbringt. Doch dann wacht er eines Nachts auf und muss miterleben, wie sein Haus, das Haus, das bereits seine Großeltern erbauten, über seinem Kopf abbrennt. Nur mit Mühe schafft er es nach draußen. Doch damit nicht genug, denn die Polizei hält ihn für den Brandstifter. Seine Tochter leistet ihm im Wohnwagen auf der Schäre Gesellschaft, während er sich langsam zu fragen beginnt, ob es am Alter liegt, ob er senil wird und tatsächlich die Schuld am Brand trägt.

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Und, was liest du gerade?


Diese Aktion wurde von der lieben Elizzy von readbooksandfallinlove initiiert, schaut unbedingt mal bei ihr vorbei! ♥