[Rezension] T. C. Boyle – Die Terranauten

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Erscheinungsdatum Erstausgabe:09.01.2017

Verlag: Hanser

ISBN: 9783446253865

Fester Einband 608 Seiten

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Es ist vorbei. 720 Tage Einschluss in einem abgegrenzten Bereich mit nur 8 Menschen sind überstanden.

Inhalt

Es ist 1994, die Tage von Mission 1 in Ecosphere 2, einem künstlich angelegten Terrarium auf der Größe von zwei Fußballfelder, sind vorbei. Der nächste Einschluss, Mission 2, steht bevor. Wir lernen die neuen Terranauten kennen, die sich wieder für zwei Jahre einschließen lassen, um wissenschaftlich belegt zu erforschen, ob der Mensch in einem geschlossenen Ökosystem überleben kann. Es geht darum, den Ernstfall zu proben. Sollte die Menschheit irgendwann auf einen anderen Planeten angewiesen sein, wie könnten wir unser Überleben sichern. Und doch geht es hier mehr um das Zwischenmenschliche, wie entwickelt sich der Charakter der einzelnen Personen inner- und außerhalb des Terrariums? Wie gehen sie damit um, wenn der Sauerstoffgehalt der Luft dünner wird, wenn die Nahrungsmittel knapp werden? Und wie fühlen sich die, die nicht dabei sein dürfen? Es ist ein Experiment. Ein menschliches.

Rezension

Ich bin etwas zwiegespalten. T. C. Boyle hat mit „Die Terranauten“ definitiv ein gutes Stück Charakterstudie geschaffen. So – oder so ähnlich – glaube ich gern, dass sich eine Gruppe entwickeln kann. Wenn man zwei Jahre lang nirgendwohin kann, wenn man jeden Tag auf engem Raum miteinander zutun hat, miteinander arbeitet und nach Feierabend eben nicht einfach nach Hause gehen kann, dann glaube ich definitiv, dass man sich früher oder später satt haben kann.
Und doch fand ich zum Ende des Buches eigentlich niemanden mehr sympathisch. Aber vielleicht wollte Boyle uns auch genau das zeigen. Jeder, und kann er noch so sympathisch wirken, verfolgt eigene Ziele, agiert egoistisch und hin und wieder unüberlegt.

Das Buch ist aus der Perspektive von drei Protagonisten geschrieben.
Ramsay, Dawn und Linda.

Linda ist die, die nicht ausgewählt wurde für Mission 2 und somit das gesamte Buch über ihre Frustration, ihren Ärger, ihre Wut und allem voran ihren Neid ausdrückt. Hatte ich anfangs noch Mitgefühl für sie, hat sich das im Laufe der Geschichte in Genervtheit und Unwillen verwandelt.

Ramsay ist der typische Sunnyboy, er ist sich seiner Wirkung bewusst und genießt dies auch in vollen Zügen. Nicht nur, dass er sich an ein Mitglied von Mission Control herangemacht hat, nein, auch bei zwei seiner Teammitglieder hält er die Finger nicht still. Plötzlich spricht er von der großen Liebe, zu Dawn, auch wenn er sich noch wenige Wochen vorher mit einer anderen dort eingelassen hat. Als es dann soweit ist und Dawn schwanger wird, fand ich ihn ganz besonders unmöglich. Die wenigen Sympathiepunkte, die er kurzzeitig ergattern konnte, waren direkt wieder ausgelöscht. Somit verwunderte mich das Ende mit ihm dann auch nicht mehr wirklich.

Dawn. Dawn ist der Stern des ganzen Projektes, auch wenn sich das erst mit der Zeit heraus kristallisiert. Mit ihrer ungewollten Schwangerschaft und dem Entschluss, das Baby zu bekommen, stiehlt sie nicht nur allen anderen Terranauten – bewusst oder unbewusst – die Show, sondern wird auch zum Aushängeschild von E2. Denn wie will man testen, ob der Mensch in einem abgeschlossenen Ökosystem überleben kann, wenn er sich nicht auch dort fortpflanzen könnte? Lange habe ich das Dawn-Fähnchen geschwenkt, doch zum Schluss zerfaserte mir dieses dann auch irgendwie zu Fäden des Unwillens.

Der Rest der Crew bleibt eher im Hintergrund, nur vereinzelt tauchen die vermehrt schlechten Eigenschaften der restlichen Terranauten auf. Ich weiß ehrlich nicht, ob ich es zwei Jahre mit denen ausgehalten hätte, auch wenn ich das Projekt als solches sehr spannend und interessant finde.

Fazit

 Das Buch ist gut geschrieben, keine Frage. Aber man sollte sich bewusst sein, dass es hier vorrangig um die Gedanken der drei genannten Menschen geht, wie sie sich innerhalb der zwei Jahre verhalten und entwickeln, und nicht um das Projekt E2 an sich. Es ist eine Charakterstudie und keine wissenschaftliche Abhandlung. Und die einzelnen Protagonisten sind nur all zu menschlich, aber das macht sie nicht unbedingt sympathisch.

Bewertung: 4 / 5 Sterne ★★★★

Übrigens: Das Buch basiert auf einem wahren Experiment in Arizona.

Montagsfragen #1

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Diese Woche möchte ich mich gerne an der Montagsfrage von Buchfresserchen beteiligen. 🙂

Heute lautet die Frage:

Gibt es ein Buch, das dich positiv überrascht hat, von dem du es nie erwartet hättest?

Das ist gar nicht mal so leicht zu beantworten. Während ich dieser Frage gedanklich nachgehangen habe, musste fast ein Liter Kaffee dran glauben. Eigentlich habe ich ein gutes Händchen was Bücher anbelangt. Die Bücher, die ich für lesenswert halte, sind es – für mich zumindest – in der Regel auch. Deswegen lasse ich auch die Finger von Büchern, die mich nicht von Anfang an anspringen.

Aber drehen wir die Zeit mal etwas zurück. Ja, noch etwas mehr. Damals. Zu Schulzeiten. Da mussten wir – für mein jugendliches Hirn – solch anspruchsvolle Bücher lesen wie Effi Briest von Theodor Fontane. Die Sprache, das Gehabe, alles daran hat mich zutiefst gelangweilt (ich fürchte, ich habe es nicht mal zu Ende gelesen, Asche auf mein Haupt).

img_20170227_103526_107Ein paar Jahre später habe ich den Film E-Mail für dich (mit Meg Ryan und Tom Hanks, beide Buchhändler!) als meinen absoluten Lieblingsfilm auserkoren. Wer ihn nicht kennt, schaut ihn euch an, er ist so schön! Jedenfalls, um zum Punkt zu kommen, Kathleen Kelly schwärmt in diesem Film von Jane Austens Stolz und Vorurteil. Und weil ich mich immer ein wenig in Kathleens Rolle gesehen habe, wollte ich unbedingt wissen, was sie da liest. Von meiner Mutter wurde mir – und hier ist der große Bogen zurück – gesagt, dass es mir möglicherweise nicht gefallen wird, weil es sprachlich in die Ecke Effi Briest gehört, was, wie wir weiter oben besprochen haben, gar nicht mein Fall war. Irgendwie empfand ich das aber auch als Herausforderung. Jedenfalls bin ich an Stolz und Vorurteil mit gemischten Gefühlen herangegangen.

Aber es hatte mich ab Seite 1. Ich liebe es. Ich liebe es so abgöttisch, dass kein Jahr vergeht, in dem ich nicht einmal zu diesem Buch greife – oder einem der anderen Bücher von Jane Austen. Wer es nicht kennt, so sei kurz verraten: Es geht um die Familie Bennett. Um Mary und Elisabeth. Es geht um Mr. Darcy (im Ernst: wie könnte man nicht von ihm gehört haben?) und die Frage, ob man zu stolz sein kann für eine ungleiche Liebe, und ob man seine Vorurteile gegenüber einem Menschen ablegen kann, wenn man ihn besser kennenlernt. Ganz Jane Austen wird hier die damalige Gesellschaft vorgeführt, überspitzt werden die einzelnen Charaktere gezeichnet. Wenn ich noch weiter erzähle, wird das nächste Buch wieder Stolz und Vorurteil sein. Oder vielleicht sollte ich Effi Briest doch noch einmal eine Chance geben?

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Bücher gesucht zu Multiplen Persönlichkeitsstörungen

 

Hallo ihr Lieben!

Am Dienstag war ich im Kino und habe mir SPLIT angeschaut. Der Film handelt von einem Mann, der im jungen Alter von seiner Mutter psychisch und physisch missbraucht und gequält wurde. Durch diese Leidenserfahrungen hat seine Seele sich gespalten und hervor kamen 23 Persönlichkeiten (und eine 24., die aber erst am Ende des Filmes sichtbar wird).

Das Thema übt seit langem eine gewisse Faszination auf mich aus, wenn man bedenkt, zu was unser Körper, unser Geist fähig sein kann. Ich habe das Buch Vater unser in der Hölle von Ulla Fröhling vor einigen Jahren gelesen. Etappenweise, denn was dort geschildert wird und durch welche Hölle das Mädchen gegangen ist, ist wahrlich schwer verdauliche Kost. Dennoch hat es mich auf gewisse Art und Weise fasziniert. Der Film hat mich an dieses Buch erinnert und wie das bei uns bibliophilen Menschen so üblich ist, liegt dieses Thema nun wieder sehr präsent auf meinem Buchwunschzettel.

Mein SuB beinhaltet, wie ich festgestellt habe, noch Aufschrei von Truddi Chase, welches sich ebenfalls mit diesem Thema beschäftigt.

Außerdem erscheint am 24.05.2017 das Buch Einzig von Kathryn Evan, welches darüber erzählt, wie ein Charakter innerlich darum kämpft, nach 365 Tagen das Licht nicht wieder abgeben zu müssen, zu überleben. Natürlich habe ich das schon lange vorbestellet. 🙂


Kennt ihr noch andere Bücher, die sich in Bericht- oder Romanform (also keine wissenschaftlichen Abhandlungen) mit diesem Thema der Multiplen Persönlichkeitsstörungen auseinandersetzen? Könnt ihr mir etwas empfehlen? Oder lasst ihr lieber die Hände von solchen Büchern?

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MittendrinMittwoch #4

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Juhu! Es ist wieder Mittwoch und es wird Zeit für MITTENDRINMITTWOCH! Diese Aktion habe ich bei readbooksandfallinlove gefunden und nun darf ich euch wieder anhand eines Zitats mein aktuelles Buch vorstellen ♥

Heute also

MITTENDRINMITTWOCH #4


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In E2 gab es etwa zweitausend Sensoren,

apostroph_obendie alle möglichen Systemfunktionen maßen,

von der Bodendurchlüftung bis hin zum Salzgehalt des Ozeans,

und praktisch überall hingen Kameras.


Meine aktuelle Lektüre ist Die Terranauten von T. C. Boyle. Das ist mein erstes Buch dieses Autors und bisher finde ich es wirklich gut. Eigentlich hatte ich meine Fühler bereits bei einer Leserunde auf Lovelybooks danach ausgestreckt, aber bei der Vielzahl an Bewerbern hatte ich einfach mal kein Glück. Dafür hab ich einen tollen Freund, der sich meiner annahm und mir diesen Wälzer schenkte ♥

Wir sind also mit Dawn, Ramsay, Gretchen und fünf weiteren Personen für zwei Jahre in E2, einem riesigen Terrarium, welches fünf Biome der Erde in Miniatur enthält. Die Wissenschaftler sollen das Experiment wagen, in einem geschlossenen Ökosystem zu leben – und zu überleben. Nichts rein, nichts raus, zwei Jahre lang.

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Übrigens: Das Buch basiert auf einem wahren Experiment in Arizona.

Und, was lest ihr derzeit?


Mehr MITTENDRINMITTWOCH gewünscht? Dann bitte hier entlang.

[Rezension] Neil Gaiman – Troll Bridge

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Erscheinungsdatum Erstausgabe :04.10.2016

Verlag : Headline

ISBN: 9781472244529

Fester Einband 64 Seiten

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Wer von Neil Gaiman Die Messerkönigin bzw. Smoke & Mirrors gelesen hat, kennt diese Kurzgeschichte bereits. Troll Bridge war schon immer eine meiner liebsten Kurzgeschichten in diesem Buch. (Nur noch geschlagen von The White Road, bei dem ich auch die Daumen drücke, dass es irgendwann als GN erscheint.)

Inhalt

Ein Junge erzählt, wie er als Kind einen geheimen Pfad fand, der sich durch den Wald schlängelte. Kurz entschlossen folgt er diesem und kommt nach vielen Meilen an eine Brücke. Als er sie überqueren will, erscheint plötzlich ein Troll aus den Schatten der Brücke. Er sagt, er würde jetzt das Leben des Jungen fressen.
Doch Jack will noch nicht sterben, und so greift er zu einer List, um dem Troll zu entkommen. Er verspricht ihm, später wiederzukommen, wenn er mehr gelebt hätte. Der Troll glaubt ihm und lässt ihn gehen.

Doch wird der Junge tatsächlich zurückkehren, um den Troll sein Leben fressen zu lassen?

Rezension

Wie gesagt, ich mochte die Geschichte schon sehr lange, sie ist, so wie sie ist, einfach großartig. Sie zeigt auf wenigen Seiten die dunklen Seiten einer Seele, und wozu wir im Stande sind, wenn wir nicht sterben wollen.

Als Graphic Novel macht die Geschichte nun noch mehr her. Die Zeichnungen sind wunderschön und detailliert, farbenprächtig und voller Magie.

Fazit

Für diejenigen, die gerne auch mal zu Graphic Novels greifen, ein absolutes Schmankerl.

Bewertung: 5 / 5 Sterne ★★★★★


Du suchst mehr Lesestoff von diesem Autor? Dann schau dir doch mal diese Rezensionen an:

[Rezension] José Saramago – Die Stadt der Blinden

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Erscheinungsdatum Erstausgabe: 01.09.1997

Verlag: btb

ISBN: 9783442745296

Flexibler Einband 400 Seiten

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Dieses Buch hat mich fertig gemacht. Jetzt, da ich es beendet habe, musste ich auch erst einmal kurz aufatmen – es ist vorbei. Nicht, weil ich mich durch gequält hätte, aber es war doch sehr kräftezehrend.

Inhalt

In einer nicht benannten Stadt in einem nicht benannten Land erblindet ein Mann, während er darauf wartet, dass die Ampel vor ihm auf Grün umstellt. Verzweifelt lässt er sich von einem Fremden nach Hause bringen und wartet dort auf seine Frau. Die bringt ihn in die Praxis eines Augenarztes. Dieser muss jedoch feststellen, dass er diese Art Erblindung nicht zuordnen kann, der Blinde sieht statt Finsternis nur noch ein grelles Weiß. Er schickt den Blinden wieder nach Hause, will ihn aber weiter untersuchen.
Doch noch während er selbst die Bücher abends wälzt, um sich über die Krankheit zu informieren, erblindet er ebenfalls. Und mit ihm immer mehr. Die Regierung beschließt kurzerhand, alle Infizierten in Quarantäne zu stecken.

Wir begleiten den Augenarzt und seine Frau, die sich ebenfalls für blind ausgibt, es jedoch nicht ist, wie sie und einige andere in eine ehemalige Irrenanstalt gesperrt werden. Die Regierung verspricht ihnen, jeden Tag Nahrung kommen zu lassen, doch das soll die einzige Maßnahme sein. Wird jemand krank, gibt es Verletzungen, Unruhe oder Aufstände innerhalb der Mauern wird nicht eingegriffen. Wer sich den Soldaten draußen nähert, wird erschossen.

Schnell breitet sich die Blindheit, das Weiße Übel, aus und die Irrenanstalt füllt sich zusehends. Natürlich bricht auch in einer solchen Situation die menschliche Natur durch, jemand erhebt sich über die anderen. Schon bald kommt es unter den hunderten von eingeschlossenen Menschen zu Kämpfen, einige wenige unterdrücken die ängstlichen anderen.

Wie wird das alles enden? Kehrt das Licht in die Augen der Blinden zurück? Und was passiert, wenn man als einziger Mensch noch sehen kann in einem Meer von Blinden?

Rezension

Zuallererst fällt natürlich der markante Schreibstil des Autors auf. Da es mein erstes Buch von José Saramago war, weiß ich nicht, ob dieser Stil immer von ihm verwendet wird, oder ob dieses Buch eine Ausnahme bildet. Die ersten Seiten hatte ich Schwierigkeiten damit. Anstelle von Anführungszeichen für die wörtliche Rede werden die einzelnen Sätze nur durch Kommas getrennt, manche Sätze erstrecken sich über eine halbe Seite.

„Du wirst schon sehen, das geht vorbei, du warst nicht krank, niemand erblindet einfach so, von einem Augenblick zum anderen, Vielleicht, Erzähl mir, wie es passiert ist, was du gefühlt hast, wann, wo, nein, noch nicht, warte, wir müssen zuerst mit einem Augenarzt sprechen, kennst du einen, Nein, ich nicht, wir tragen beide keine Brille, Und wenn ich dich ins Krankenhaus bringe, Für Augen, die nicht sehen, gibt es sicher keinen Notdienst, Du hast recht, am besten gehen wir zu einem Arzt, ich werde im Telefonbuch nachsehen, zu einem, der hier in der Nähe ist.“ (S. 18)

Ja, das kann anstrengend werden. Aber auch sehr faszinierend. Wenn man einmal Fuß gefasst hat, stört man sich an dem Schreibstil kaum noch, auch wenn man innerlich schonmal aus der Puste kommen kann auf der Suche nach einem Punkt.

Die Geschichte wird teils als Bericht erzählt, teils als allwissender Erzähler. Es wird das Wort „wir“ verwendet, so hat man das Gefühl, einer der beteiligten Menschen spreche mit uns. Da wir gegen Ende des Buches auf einen Schriftsteller treffen werden, nehme ich an, dass dieser den Bericht verfasst haben könnte, sollte ihm jemand Einzelheiten erzählt haben. Nichts wird ausgelassen, wie unmenschlich das Leben wird, wenn niemand mehr sehen kann, wohin er geht, ja, wenn er nicht einmal mehr die Toilette finden kann. Der Dreck, die Exkremente, die nicht mehr da landen, wo sie landen sollten, alles trägt dazu bei, dass sich die Menschen immer mehr wie Tiere fühlen. Auch die einzige Frau, die noch sehen kann in dieser Welt der Blinden, ist nicht zu beneiden. Sie sieht das Grauen, wo es andere nur erahnen können.

Auch, dass sich wieder einige Menschen finden, die sich über die anderen erheben wollen, ist furchtbar, aber, wie ich schon in meiner Rezension zu „Das Licht der letzten Tage“ schrieb, nur all zu wahrscheinlich. Der Mensch ist so. Leider.

Fazit

Wie soll das Leben für alle weitergehen oder werden sie sterben, wird es die Menschheit nicht mehr geben, werden wir zurückkehren zu den primitiven Lebensformen, aus denen wir hervorkamen? Lest es selbst, aber macht euch darauf gefasst: Dies ist keine Nebenbei-Lektüre. Es wird anstrengend, es wird an euch zerren. Doch es lohnt sich.

Bewertung: 4 / 5 Sterne ★★★★

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[Rezension] Ben Aaronovitch – Ein Wispern unter Baker Street (3)

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Erscheinungsdatum Erstausgabe :24.05.2013

Verlag : dtv Verlagsgesellschaft

ISBN: 9783423214483

Flexibler Einband 448 Seiten

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Achtung, dies ist der 3. Teil der Peter-Grant-Reihe. Er lässt sich sicherlich auch separat lesen, aber um des großen Ganzen Willen sollte man auch die ersten beiden Teile gelesen haben, denke ich. 🙂

Inhalt

Wir sind zurück in London mit Police Constable Peter Grant, Lesley May und Inspector Nightingale. Der dritte Fall setzt nur wenige Wochen nach dem Ende des Zweiten ein. Ein Mann wird erstochen in einem U-Bahn-Tunnel aufgefunden. Die Tatwaffe erweist sich als Tonscherbe mit unmissverständlich magischer Aura. Endlich darf Peter Grant bei einer normalen Mordkommission dabei sein, als Spezialist für den „magischen Scheiß“, wie sich seine Vorgesetzten gerne ausdrücken.

Der Fall ist wie gewohnt sehr ausgefallen, auch bekommt er dieses Mal tatkräftige Unterstützung von seiner Freundin und neuer Zaubereranwärterin Lesley May. Auch der Gesichtslose, den wir schon aus den vorigen Teilen kennen, ist wieder dabei.

Aber wer ermordete James Gallagher?  Und was ist nun mit den „kleinen Krokodilen“?

Rezension

Ich mag diese Reihe wirklich sehr. Sie ist nicht so bierernst, wie man es von Krimis mit diversen Todesfällen gewohnt ist. Tatsächlich ist der Erzählstil ein Genuss an sarkastischen Bemerkungen und britischem Humor. Mehr als einmal musste ich auflachen und die betreffende Stelle meinem Freund (der mittlerweile tatsächlich Band 1 selbst liest ^^) vorlesen.

Natürlich ist auch dieser Fall wieder gewürzt mit jeder Menge verwirrender Einzelheiten, Details, Fallen und sich kreuzenden Wegen. Es fällt mir bei diesen Büchern recht schwer, den Inhalt einigermaßen verständlich wiederzugeben, ohne zu viel zu verraten. Langsam nimmt Peter seine Aufgabe als Zauberer in Ausbildung ernster, auch wenn er seiner Umgebung weniger verraten darf, als er manchmal gerne möchte. Auch, dass Lesley möglicherweise in den kleinen Kreis der Zauberer aufgenommen wird, finde ich fantastisch. Schließlich kann man ja nicht alles Nightingale und Grant überlassen.

Auch das Wiedersehen mit einigen Töchtern der Mutter Themse und die eingewobenen Hinweise auf den Gesichtslosen fand ich super, halten diese doch die gesamte Geschichte zusammen.

Das Buch endet wieder mit einem Cliffhanger und macht echt neugierig, ob wir dem gesichtslosen Bösen im vierten Fall endlich wieder persönlich gegenüber stehen müssen und vor allem dieses Mal besser vorbereitet sind.

Fazit

Wieder ein Lesevergnügen, welches ich allen gern ans Herz legen kann, die eine Mischung aus Krimi und Urban Fantasy bevorzugen.

Bewertung: 5 / 5 Sterne ★★★★★

 

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Die Reihenfolge der Flüsse von London – Reihe von Ben Aaronovitch:

Band 1Die Flüsse von London

Band 2Schwarzer Mond über Soho

Band 3Ein Wispern unter Baker Street

Band 4 – Der böse Ort

Band 5 – Fingerhut-Sommer

Band 6 – Der Galgen von Tyburn

Freitagsgedanken #2

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Die liebe Ava Reed hat etwas ins Leben gerufen, bei dem ich sehr gern dabei sein möchte. Das ganze nennt sich Freitagsgedanken und widmet sich jeden Freitag einem anderen Thema, einer anderen Frage, die man als Leser oder Blogger, einfach als Mensch für sich oder für alle beantworten kann.

Diese Woche lautet die Frage:


Mit oder ohne Liebe?

Muss jedes Buch für dich wenigstens eine kleine Liebesgeschichte enthalten?

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Eine gute Frage, auch wenn ich sie ganz leicht beantworten kann: Nein.

Natürlich bin ich ganz Frau und lebe für die Liebe. Aber in Büchern brauche ich sie nicht immer. Ja, manchmal habe ich sogar das Gefühl, eine Liebesgeschichte zerstört die Atmosphäre in einem Buch, wirkt deplatziert.

Natürlich ist es schön zu erleben, wenn sich zwei lieb gewonnene Charaktere annähern, ich will doch, dass sie glücklich sind. Aber meistens bringen diese Annäherungsversuche wieder eigene Probleme mit sich, dann verstrickt sich die Geschichte und dann verliert man den roten Faden aus den Augen.

Auch bei Reihen finde ich es völlig in Ordnung und passend, wenn sich jemand verliebt und ein neuer Charakter eingeführt wird und das der Handlung gut tut. Aber ich komme auch sehr gut ohne Liebeleien aus, wenn der Rest passt. Liebes-Kuschel-Muschel-Bücher gehören eh nicht zu meiner bevorzugten Lektüre. 🙂

Wie seht ihr das?

Endlich wieder Neuzugänge!

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Zum Valentinstag gab es bei meinem liebsten Onlineshop für gebrauchte Dinge MediMops einen Valentinsrabatt – wer wäre ich, wenn ich da nicht zugeschlagen hätte? Der Wunsch, den eigenen SuB endlich mal abzubauen, anstatt fleißig weiter zu horten, schnell beiseite gelegt und losgemopst.

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Und gerade kam der Postbote vorbei und brachte mir mein heiß ersehntes Paket! Die Freude war groß, das Paket schnell aufgerissen und nun sitze ich hier und strahle mit der Sonne um die Wette. Die Frage, wo in meinen überfüllten Regalen sich noch ein Plätzchen finden soll, schiebe ich einfach mal ganz nach hinten in meinem Kopf.

Flavia ist eine Krimi-Reihe, in der ein elfjähriges Mädchen durch Spürsinn, Witz, Waghalsigkeit und chemische Kenntnisse einen skurrilen Fall nach dem anderen löst.

Eigentlich wollte Flavia nur ein paar vergnügliche Stunden auf dem Jahrmarkt von Bishop’s Lacey verbringen, doch dann steckt sie aus Versehen das Zelt der Wahrsagerin Fenella in Brand. Und wenig später wird die arme Schaustellerin auch noch bezichtigt, vor Jahren ein Baby entführt zu haben. Getrieben von ihrer unstillbaren detektivischen Neugier, setzt Flavia alles daran, Fenella von diesem Vorwurf reinzuwaschen. Doch die Zeit drängt, denn irgendjemand scheint wegen des Kidnappings blutige Rache an der alten Wahrsagerin nehmen zu wollen …

Der junge, unverdorbene Dorian Gray gerät in den zerstörerischen Bann des zynischen Dandys Lord Wotton. Fortan führt er ein ausschweifendes Leben, gibt sich ganz dem Vergnügen hin und verliert sämtliche moralischen Hemmungen. Während sein Äußeres unverändert jung und makellos schön bleibt, mutiert sein Porträt zu einer schrecklichen Fratze … Dem vielfach preisgekrönten Übersetzer Eike Schönfeld ist es gelungen, die sprachlichen Finessen und die brillanten Dialoge Oscar Wildes in ein zeitgemäßes Deutsch zu übertragen. Ein wahres Lesevergnügen, das einlädt, dieses Meisterwerk zu entdecken.

Ein Mann steht an einer Ampel. Von einer Sekunde auf die nächste, ohne erklärbaren Grund, erblindet er. Wie ihm ergeht es immer mehr Menschen in seiner Heimatstadt. Wie eine Seuche greift die Blindheit um sich. Die Regierenden wissen sich nicht anders zu helfen, als die Betroffenen in einer verlassenen Irrenanstalt einzuquartieren – unter der Bewachung von Soldaten, die auf jeden schießen, der fliehen will. Je mehr Blinde dort zusammengepfercht werden, desto schlimmer, desto unmenschlicher wird die Situation. Inmitten dieses grausamen Chaos befindet sich ein Augenarzt mit seiner Frau – die als Einzige noch sehen kann …

Da mir Cox – Der Lauf der Zeit von diesem Autor bereits so gut gefallen hat, lag es nahe, dass ich mich auch mit anderen Büchern von ihm beschäftigen muss. 🙂

In diesem Roman ist die Verbannung des römischen Dichters Ovid durch Kaiser Augustus im Jahre 8 n. Chr. der historisch fixierte Ausgangspunkt einer phantasievollen Fiktion. Der Römer Cotta, sein – durch Ovids ›Briefe aus der Verbannung‹ – ebenfalls historisch belegter Freund, macht sich in Tomi am Schwarzen Meer auf die Suche: nach dem Verbannten, denn in Rom geht das Gerücht von seinem Tod, als auch nach einer Abschrift der ›Metamorphosen‹, dem legendären Hauptwerk Ovids. Cotta trifft in der »eisernen grauen Stadt« Tomi jedoch nur auf Spuren seines Freundes, Ovid selbst begegnet er nicht. Er findet dessen verfallenes Haus im Gebirge, den greisen Diener Pythagoras und, je komplizierter und aussichtsloser sich die Suche gestaltet, immer rätselhaftere Zeichen der ›Metamorphosen‹ – in Bildern, Figuren, wunderbaren Begebenheiten. Bis sich zuletzt Cotta selbst in der geheimnisvoll unwirklichen Welt der Verwandlungen zu verlieren scheint: die Auflösung dieser »letzten Welt« ist wieder zu Literatur geworden.

Als Marco und Celia einander begegnen, verlieben sie sich rettungslos ineinander. Was sie nicht wissen: Sie sind bereits unauflösbar aneinander gebunden. Doch nicht als Liebende – sondern als Gegner. Ihre Väter, beide Magier von Rang, liefern sich seit Ewigkeiten einen unerbittlichen Wettkampf. Und sie haben ihre Kinder darauf vorbereitet, den Kampf auf Leben und Tod zu entscheiden. Der Nachtzirkus, eine magische, verwunschene Welt in Schwarz und Weiß, ist der Schauplatz des Geschehens. Unlösbar an den Zirkus und ihren tödlichen Wettstreit gebunden, ringen Celia und Marco verzweifelt um ihre Liebe, ihr Leben und eine traumhafte Welt, die für immer unterzugehen droht.


Na, neugierig geworden? Welches Buch davon würde dich reizen – und bei welchem würdest du direkt die Hände heben und sagen: „Wie kannst du nur?“ 🙂

MITTENDRINMITTWOCH #3

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Diese Aktion habe ich bei readbooksandfallinlove gefunden. Welch schöne Idee, um anderen die Bücher, die man gerade liest, näherzubringen!

Mittendrin Mittwoch möchte, dass man ein paar Zeilen oder Momente aus der aktuellen Lektüre heraussucht, um sie anderen Lesern näher zu bringen.

Heute also

Mittendrin Mittwoch #3


apostroph_untenDie Briten waren immer wahnsinnig überambitioniert.

Das kann man als Mut interpretieren, je nach Blickwinkel aber kann es auch verdächtig nach Unüberlegtheit aussehen.

Das gilt auch für die Londoner U-Bahn, die von einer Sorte Unternehmer entwickelt wurde, deren Sorglosigkeit nur vom Ausmaß ihrer Koteletten übertroffen wurde.apostroph_oben


Ich liebe Peter Grant. Das Zitat stammt aus dem dritten Teil der Reihe von Ben Aaronovitch, welchen ich aktuell geradezu verschlinge. Police Constable Peter Grant wurde auserkoren, als einer der Letzten seinen Dienst bei der Londoner Polizei als Spezialist für „magischen Scheiß“ zu leisten. Selten habe ich so über den Erzählstil eines Buches lachen müssen, im positivsten Sinne allerdings. Herrlich sarkastisch, flapsig, gewürzt mit jeder Menge Humor jagen wir in diesem Band Ein Wispern unter Baker Street Geistern in den U-Bahnschächten Londons hinterher.

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Neugierig geworden? Hier findest du meine Rezensionen der ersten zwei Bände, wenn du dir einen genaueren Überblick verschaffen möchtest. 🙂

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                 Teil 1                                           Teil 2

 

[Kampf dem Reihenabbau] Ben Aaronovitchs Zauberlehrling Peter Grant

Wie so viele von euch habe auch ich einige angefangene Buchreihen, derer ich irgendwann in diesem Leben (oder im nächsten, sollte ich nicht als Schmetterling wiederkehren) Herr werden will.

Da man leicht den Überblick verlieren kann, welches Buch zu welcher Reihe gehört, gibt es hier einen kleinen Überblick über die grandiose Reihe von Ben Aaronovitch mit dem sympathischen Constable Peter Grant.

Peter Grant ist gerade fertig mit der Ausbildung zum Constable, als ihm ein Geist erscheint. Scheinbar haben nicht alle Menschen diese Gabe, schon gar nicht bei der Polizei, also wird er kurzerhand von Inspector Nightingale in dessen Abteilung für Magisches der Metrolopolitan Police in London befördert. Dort beginnt für ihn die Ausbildung als kriminalistischer Zauberlehrling. Nun heißt es nur noch, die neu erlangten Fähigkeiten mehr oder weniger erfolgreich im Kampf gegen die Kriminellen einzusetzen.

Gespickt mit jeder Menge britischem Humor verschafft die Reihe einige wunderbare Lesestunden.

Derzeit umfasst die Reihe 5 Bände.

Aktueller Lesestand: 3 / 5 Bücher

Ein Klick auf das jeweilige Cover bringt dich zur gewünschten Rezension! 🙂

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Ben Aaronovitch – Die Flüsse von London
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Ben Aaronovitch – Schwarzer Mond über Soho
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Ben Aaronovitch – Ein Wispern unter Baker Street

 

Valentinstag

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Ihr Lieben!

Ich weiß, der Valentinstag stößt auf gemischte Gefühle. Viele sind der Meinung, dieser Tag ist der reine Kommerz, man solle seinen Lieben jeden Tag des Jahres zeigen, wie gern man sie hat.

Das tue ich, jeden Tag, das ganze Jahr. Und trotzdem mag ich diesen Tag und nutze ihn, um ihnen noch einmal mehr zu sagen: Ich liebe euch! (Und ich backe auch nicht nur heute.)

Und ich möchte dir gern sagen: Danke, dass du dich für mich und meinen Blog interessierst. ♥