Aufgehübscht – [abc-Etüden]

Auf dem Blog von Irgendwas ist immer habe ich eine, wie ich finde, supertolle Aktion für alle Schreiberlinge, und solche, die es einfach mal ausprobieren wollen, gefunden. Jede Woche gibt es 3 Worte, aus denen ihr eine kurze Geschichte mit insgesamt nur 10 Sätzen formulieren sollt, könnt, dürft! Gestatten: die abc-Etüden.

Da ich selbst gerne schreibe und auch im Hintergrund an meinem eigenen Buch arbeite, ist das eine super Übung. 🙂

Diese Woche stammt die Wortspende von Ruhrköpfe und lautet: Duschvorhang, Leichenschmaus, Frühlingsgefühle.

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Aufgehübscht

Erschrocken sprang sie hinter ihrem verspielt geblümten Duschvorhang hervor. Sie war schon wieder viel zu spät dran! Der Uhrzeit nach war die Beerdigung ihres Onkels schon vorbei und die Verwandtschaft sicher stinksauer. Wenn nicht der Freund ihres Cousins als Besuch angekündigt worden wäre, hätte sie nicht so lang die Zeit im Bad vertrödelt. Ach, wie lang schon hatte sie ein Auge auf ihn geworfen! Trotz der dicken Regentropfen am Fenster warf sie sich lediglich ein schwarzes, knielanges Kleid mit züchtigem Ausschnitt über und überprüfte den Sitz ihres Make-Up. Mit geübten Handgriffen band sie sich ihre langen blonden Haare zu einem Dutt zurück, wandte sich von ihrem Spiegelbild ab und flitzte los. Natürlich vergaß sie ihren Regenschirm bei all der Aufregung daheim und war völlig durchnässt, als sie endlich das Restaurant erreichte, in dem der Leichenschmaus stattfinden sollte.

Mit geröteten Wangen und tief durchatmend, strich sie sich die gelösten Haare aus dem Gesicht, während sie eine angemessen trauernde Miene aufsetzte und ihm gegenüber an dem Tisch Platz nahm. „Ich dachte schon, du kommst gar nicht mehr“, raunte ihr das Objekt der Begierde über das Tischgedeck zu und lächelte sie an, während sie damit zu kämpfen hatte, ihre ausbrechenden Frühlingsgefühle unter Kontrolle zu behalten.anführung_oben

Gar nicht mal so einfach, sich in nur wenigen Sätzen auszudrücken! Diese kleine Schreibübung hat mir richtig Spaß gemacht – und jetzt seid ihr dran! 🙂

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[Rezension] Anna Pfeffer – Für dich soll’s tausend Tode regnen

Fuer dich solls tausend Tode regnen von Anna Pfeffer

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Erscheinungsdatum Erstausgabe: 12.09.2016

Verlag cbj

ISBN: 9783570171554

Flexibler Einband 320 Seiten

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„Der Morgen in Hamburg war scheußlich. Er war genauso scheußlich wie die siebenundzwanzig Morgen davor, und ich machte mich mit dem Gedanken vertraut, dass die nächsten tausend Morgen in dieser Stadt auch nicht besser werden würden.“ (S.7)

Inhalt

Emi ist mit ihrem Vater und ihrem Bruder Oliver von Heidelberg nach Hamburg gezogen – und das unfreiwillig. Nicht nur, dass sie ihre einzige Freundin Charlie zurücklassen musste, sie sieht sich nun auch mit der neuen Situation konfrontiert, dass ihr Vater eine neue Freundin hat. Was sie in ihrem Alltag rettet, ist ihr kleines schwarzes Notizbuch, in dem sie skurrile Todesanzeigen sammelt.

Zu allem Überfluss gerät sie mit dem arrogantesten Typen ihrer Schule aneinander. Nach einem missglückten Chemieexperiment werden die beiden zu sieben Wochen Graffiti-Putzen verdonnert. Gemeinsam. Das kann doch nur schiefgehen! Sie kommen auf den Gedanken, sich gegenseitig fiese Aufgaben zu stellen, für die jeder nur zwölf Stunden Zeit hat. Der erste, der diese Aufgaben verliert, übernimmt den kompletten Putzdienst des anderen. Wer wird wohl zuerst kneifen?

Rezension

Dieses Jugendbuch ist einfach herrlich! Ich kann es gar nicht anders ausdrücken. Es ist unheimlich sarkastisch, es trieft vor Zynismus und trotzdem hat es mich auf einer emotionalen Ebene abgeholt, wie ich es der Geschichte nicht zugetraut hätte.

Die beiden Protagonisten sind Außenseiter. Dadurch, dass einmal nicht der strahlende Sunnyboy und das bezaubernde Mädchen zueinander finden, ist es wunderbar erfrischend gewesen. Die beiden können sich von Beginn an nicht ausstehen. Auch das hat man schon oft gelesen, und doch ist es hier etwas anders, denn beide halten ihre Abneigung wirklich sehr lange durch. Bis zum Schluss weiß man nicht zu 100%, ob sie zueinander finden werden, oder ob die Missverständnisse nicht doch einfach zu groß sind. Beide sind emotional sehr verletzt worden, beide fühlen sich unverstanden in ihrer Umgebung. Und doch habe ich beide verstanden und habe sie sehr schnell in mein Herz geschlossen. Ich gebe zu, am Ende war ich selbst sogar ein wenig in Erik verliebt.

Der Schreibstil ist locker und sehr sarkastisch, die von Emi ersonnenen Todesarten reichlich abgedreht und fantasievoll. Auch die Tatsache, dass sie außergewöhnliche Todesfälle sammelt, hat was sehr spezielles an sich.

Die Geschichte hat mich dazu gebracht, mich zurück in meine eigene Schulzeit zu versetzen, ich hatte das Gefühl, selbst wieder mit 15 im Klassenzimmer zu sitzen, umgeben von Mitschülern, die man nicht zwingend alle leiden kann. Natürlich gibt es auch hier die Giftschlange, die sich als bezaubernde Eva tarnt. Oh, wie sehr habe auch ich Louisa den Tod gewünscht, den sich Emi für sie ausgedacht hat!

Fazit

Herrliche (Liebes-)Geschichte, die zum Lachen einlädt und trotzdem ernste und bewegende Momente vereint. Antihelden, die ihre Vorurteile überwinden müssen, um zueinander zu finden. Klare Leseempfehlung!

Bewertung: 5 / 5 Sterne ★★★★★

schnörkel

[Rezension] Alex T. Watney – Dunkle Tage / Blackout

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Erscheinungsdatum Erstausgabe: 23.02.2017

Verlag: Books on Demand

ISBN: 9783743159150

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schnörkel

Zuerst einmal vielen lieben Dank an den Autor, der mir liebenswürdigerweise das Büchlein zur Verfügung gestellt hat!

Inhalt

Zoey Brooks lebt mit ihren Eltern in Lancaster, einem Ort in der Nähe von Boston, USA. Eines Tages erscheint, statt ihres Professors, der Autor McLaren in ihrer Vorlesung an der Uni und stellt Thesen über die Taktiken der Regierung auf, u.a. wird 9/11 thematisiert. Gleichzeitig will er sein neues Buch vorstellen. Wenig später verbringt Zoey den angefangenen Tag mit ihrer Mutter beim shoppen. Nachdem die Lampen der Geschäfte bereits zu flackern anfangen, erklärt die Regierung via Liveschaltung, dass sie den Strom im ganzen Land für einige Zeit ausschalten werden. Warum, wer daran beteiligt ist und was das ganze eigentlich soll, das erfährt man erst im späteren Verlauf.

Rezension

Die Grundidee ist nicht schlecht. Verschwörungstheorien gibt es viele und die Geschichte spielt mit einer davon. Leider werden zu viele Ansätze auf zu knapper Weise in den Raum geworfen, so dass man dem Sinn dahinter nicht ganz folgen kann. Auch gab es hin und wieder einige logische Unstimmigkeiten, bei denen ich nur die Augenbrauen hochziehen konnte. Zwar wird man am Ende aufgeklärt, aber auch das in sehr knappen Absätzen, so dass trotzdem ein Gefühl des Unverständnisses zurückbleibt.

Die Geschichte wirkt auf mich sehr konstruiert. Eine Terrorgruppe will die Regierung stürzen und schreckt nicht davor zurück, Leute zu ermorden. Und doch nimmt sich der Anführer Zeit, um einen Plausch mit einem unbedeutenden Mädchen zu halten, bevor er sie erschießen lassen will? Natürlich macht es einen gewissen Sinn, wenn man zum Ende des Buches gelangt, doch trotzdem litt darunter die Glaubwürdigkeit des Ganzen.

Das meines Erachtens nach größte Manko des Buches ist allerdings leider der sprachliche Stil. Ich habe mich privat ein wenig mit dem Autor ausgetauscht, so dass ich einen anderen Stil erwartet habe, als der, der dann in dem Buch entstand. Die Sprache ist wirklich sehr einfach gehalten und oftmals fühlte ich mich etwas an schulische Aufsätze erinnert. Auch die Dialoge waren hin und wieder etwas hölzern. Natürlich gibt es Leser, denen das nichts ausmacht, nur gehöre ich da scheinbar leider nicht dazu.

Fazit

Solide Grundidee, der es etwas an Raum mangelt, um im Kopf des Lesers wirklich Gestalt annehmen zu können. Außerdem ist der Schreibstil ausbaufähig, so dass man einen besseren Weg in die Geschichte hinein finden könnte. Ich lese gern Kurzgeschichten und weiß, dass sie sich eher knapp halten, aber die Idee hinter diesem Buch scheint mir besser für einen ausführlicheren Roman zu passen.

Bewertung: 3 / 5 Sterne ★★★

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[Rezension] Haruki Murakami – 1Q84 (Buch 1 & Buch 2)

1Q84 Buch 1 2 von Haruki Murakami

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Erscheinungsdatum Erstausgabe: 01.10.2010

Verlag: btb

ISBN: 9783442743629

Flexibler Einband 1.021 Seiten

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„In diesem Jahr 1Q84 kann man offenbar nicht euch beiden helfen“, sagte der Mann. „Es gibt nur zwei Möglichkeiten. Bei der einen stirbst wahrscheinlich du, und Tengo bleibt am Leben. Bei der anderen stirbt wahrscheinlich er, und du überlebst. Entweder oder. “ (S. 816)

Inhalt

Aomame ist 30 Jahre alt und arbeitet in einem Sportstudio. Außerdem hat sie eine besondere Gabe: Sie kann den wunden Punkt eines Menschen in seinem Nacken ertasten und ihn schnell und lautlos töten. Im Auftrag einer mysteriösen alten Dame setzt sie diese Gabe ein, um Menschen aus der Gesellschaft zu tilgen, die sich an Frauen und Kindern vergangen haben.

Tengo ist ebenfalls 30 Jahre alt, arbeitet als Lehrer für Mathematik und versucht sich nebenher als Schriftsteller. Von einem befreundeten Redakteur erhält er die Aufgabe, den Roman Die Puppe aus Luft der 17jährigen Fukaeri zu überarbeiten, damit dieser den Debütpreis seiner Literaturzeitschrift erhält. Tengo ist fasziniert von dieser Geschichte und willigt schließlich ein, wohlwissend, dass er sich damit nicht mehr auf legalem Boden befindet.

Doch mit dieser Geschichte stimmt etwas eindeutig nicht. Sie ist reeller, als Tengo anfangs glauben mag und langsam wird er in diese neue Realität hineingezogen. Auch Aomame landet in dieser Parallelwelt, der sie den Namen 1Q84 gibt.

Tengo findet heraus, dass Fukaeri als Kind in einer Sekte in dem Bergen gelebt hat, die „die Vorreiter“ genannt werden. Doch seit ihrer Flucht ist der Kontakt zu ihren Eltern abgebrochen und Professor Ebisuno, bei dem Fukaeri seitdem wohnt, möchte ihren Roman und die damit verbundene Publicity nutzen, um Licht ins Dunkel ihrer Vergangenheit zu bringen.

Wer sind die „Little People“, von denen Fukaeris Roman handelt? Was ist die Puppe aus Luft? Und wird es ein gutes Ende für Aomame und Tengo geben, in dem sie endlich beieinander sein können?

Rezension

Bei diesem Buch scheiden sich die Geister, habe ich gehört. Bei mir scheiden sich diese Geister bereits in mir selbst. Auf der einen Seite ist die Geschichte wirklich faszinierend aufgebaut. Man lernt die beiden Protagonisten Tengo und Aomame kennen, erfährt von ihren Eigenheiten und Lebensweisen, erfährt wie sie aussehen und was sie beruflich tun. Die ersten rund 100 Seiten war ich sehr begeistert davon, man hatte so viele Details, die man sich vorstellen konnte!

Doch irgendwann blieb ich stecken und fragte mich: Wo bleibt denn die Handlung? So richtig vorwärts geht es nicht in diesem Buch. Klar, Murakami hat 1000 Seiten Platz, um sich vollends der charakterlichen Entwicklung zu widmen, aber nach einiger Zeit gab es mir zu häufig Wiederholungen. Ja, ich wusste nun, dass Tengo groß und sportlich war und ein Mathegenie zu sein schien. Ja, ich wusste auch, dass Aomame ihre Brüste zu klein findet, dass sich ihr Gesicht zur unmenschlichen Fratze verwandeln kann, wenn sie es verzieht. Aber ich wollte mehr Handlung.

Die Dialoge, in einigen anderen Rezensionen hochgelobt, waren mitunter ziemlich merkwürdig. Da wurde ein Sachverhalt erklärt, dann wurde dieser Sachverhalt als Frage umformuliert nochmals aufgeworfen und dann wurde derselbe Sachverhalt erneut erklärt. Dieser Stil scheint vielen zu gefallen, mich persönlich hat es etwas genervt. Ich bin durchaus fähig, mir Dinge über zehn Zeilen zu merken.

Die Geschichte geht eher langsam voran, lange Zeiten passiert gar nichts, weder auf den Seiten, noch in der Zeit von Tengo und Aomame, was es mir sichtlich schwer gemacht hat, den zeitlichen Rahmen festzuhalten. Der mittlere Teil liest sich etwas zäh, doch dann bekommt man endlich neue Hinweise, denen man auf die Spur kommen will.

Was mir auch etwas unpassend erschien, waren die vielen sexuellen Aspekte. Wenn sie zu der Story beigetragen hätten, okay, aber immer wieder erfährt man von den One Night Stands von Aomame, die zwar nur Tengo liebt, aber hin und wieder auch einen richtigen Mann braucht. Bei einem ihrer Ausflüge lernt sie die Polizistin Ayumi kennen, mit der sie hin und wieder auf die Pirsch geht. So richtig reingepasst hat das ganze nicht und ich hätte auch gut und gern darauf verzichten können.

Nichtsdestotrotz ist die Geschichte an sich doch recht spannend und zieht einen in seinen Bann. Natürlich will man wissen, wie die beiden in diese Parallelwelt gelangt sind, ob sie sich endlich wiederfinden werden (denn seit sie beide 10 Jahre alt waren, haben sie sich nie wieder gesehen, auch wenn sie immer wieder aneinander denken), und vor allem was diese Little People eigentlich genau vorhaben. Der dicke Schmöker endet mit vielen Fragen, die vermutlich in Buch 3 aufgeklärt werden.

Fazit

Ein Buch, bei dem man Geduld braucht. Dass Murakami schreiben kann, steht völlig außer Frage. Der Aufbau der Geschichte ist nachvollziehbar, der Mittelteil etwas zäh. 300 Seiten weniger hätten diesem Werk bis dahin sicherlich nicht geschadet. Wer es aber gern entspannt angeht und in die Welt von 1Q84 reisen möchte, dem sei dieses Buch trotzdem ans Herz gelegt.

Bewertung: 3 / 5 Sterne ★★★

schnörkel

Mittendrin Mittwoch # 11 – Die Welt mit den zwei Monden

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Jedes Mammutprojekt hat einmal ein Ende. Auch ich nähere mich Seite für Seite dem Ende von Murakamis Werk 1Q84. Doch durchhalten lohnt sich. Hatte das Buch zuletzt einige Längen, spitzt sich die Lage nun spürbar zu.

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„In diesem Jahr 1Q84 kann man offenbar nicht euch beiden helfen“, sagte der Mann. „Es gibt nur zwei Möglichkeiten. Bei der einen stirbst wahrscheinlich du, und Tengo bleibt am Leben. Bei der anderen stirbt apostroph_obenwahrscheinlich er, und du überlebst. Entweder oder. “ (S. 816)

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1Q84 Buch 1 2 von Haruki MurakamiSo langsam zeigt das Buch seine wahre Stärke. Es ist die Geschichte zweier Liebenden, die sich doch nicht wieder sehen. Tengo und Aomame haben sich als Kinder kennengelernt, beide haben sich nie vergessen, doch nie sind sie sich wieder begegnet. Das Schicksal will es, dass sie beide in den Sog der Parallelwelt 1Q84 geraten, in der Mächte toben, die kaum jemand kontrollieren kann. Aomame erfährt gerade, dass sie es in der Hand hat, soll sie sterben oder Tengo? Ein Leben ohne den Geliebten, den sie nie wieder gesehen hat – oder gar kein Leben? Sie muss sich entscheiden, und zwar schnell.

Und, was liest du zur Zeit?


Diese Aktion wurde von der lieben Elizzy von readbooksandfallinlove initiiert, schaut unbedingt mal bei ihr vorbei! ♥

 

[Rezension] Marjorie Liu – Monstress Band 1 (Das Erwachen)

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Erscheinungsdatum Erstausgabe: 09.11.2016

Verlag : Cross Cult

ISBN: 9783959810579

Flexibler Einband 192 Seiten

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Ich bin kein wirklicher Kenner, was Graphic Novels anbelangt. Ich liebe Neil Gaimans Sandman-Reihe, aber das ist dann auch schon alles an Wissen, welches ich hierzu habe. Trotzdem hat der Stil des Buches mich sofort gefangen genommen und ich musste Monstress einfach haben.

Inhalt

Es ist eine magische Welt, in die wir zusammen mit Maika eintauchen. Es gibt Hexen, Altertümliche, Götter, Arkane und Menschen zu entdecken. Sie alle hängen miteinander zusammen und führen doch Krieg gegeneinander. Die Hexen versklaven und töten die Arkanen, um aus ihnen das Lilium zu gewinnen, mit dessen Hilfe sie ihr Leben verlängern und ihre Macht vergrößern können.

Maika Halbwolf, eine der Arkanen, ist unter den Gefangenen. Doch etwas stimmt nicht mit ihr. In ihr wohnt eine dunkle Macht, die sie nicht kontrollieren kann. Sie will mehr über sich und ihre Vergangenheit herausfinden und begibt sich deshalb auf eine gefährliche Reise zwischen Freunden und Feinden, Monstern, Verrat und Unmenschlichkeit. Und dann gibt es noch eine geheimnisvolle Maske, nach der die ganze Welt zu suchen scheint.

Rezension

Der Zeichenstil ist wirklich phänomenal. So viel Detailreichtum in jedem einzelnen Panel, dass die Lesezeit ins Unendliche gezogen werden kann, einfach weil man nicht weiterschauen möchte, bevor man nicht alles genauestens aufgesaugt hat. Mir als Grafikerin ging das Herz über bei all diesen tollen Szenen. Selbst die düsteren Panels sind fantastisch in Szene gesetzt, es fließt viel Blut und es gibt einige zerstümmelte Leichen zu bewundern.

Die Geschichte um Maika Halbwolf und das „Ding“ in ihrem Inneren ist sehr spannend geschrieben. Jeder kämpft gegen jeden, und Verrat scheint an der Tagesordnung zu stehen. Wem kann man denn noch vertrauen?

Sympathieträger Nummer 1 ist definitiv das kleine Fuchsmädchen, dass zwar Angst vor Maikas anderer Seite hat, aber loyal an ihrer Seite bleibt und sich für sie einsetzt.
Auch die Zwischeninfos mit Professor Tam Tam sind gut durchdacht, da man ihnen die Informationen entnehmen kann, die man zum Verständnis der Story benötigt.

Es gab einige Momente, in denen ich dem roten Faden nicht ganz folgen konnte. Aber im Nachhinein wurde dann soweit möglich alles Wichtige erklärt. Also einfach weiterlesen – der Aha-Effekt kommt schon noch!

Fazit

Fantastischer Stil mit einer komplexen Story lädt zum ausgiebigen Entdecken und Lesen ein. Eine Perle unter den Graphic Novels mit einem fiesen Cliffhanger. Ich freu mich schon sehr auf Band 2. 🙂

Bewertung: 5 / 5 Sterne ★★★★★

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Freitagsgedanken #4 – Mein Herz tanzt

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Die liebe Ava Reed hat etwas ins Leben gerufen, bei dem ich sehr gern dabei sein möchte. Das ganze nennt sich Freitagsgedanken und widmet sich jeden Freitag einem anderen Thema, einer anderen Frage, die man als Leser oder Blogger, einfach als Mensch für sich oder für alle beantworten kann.

Diese Woche lautet die Frage:

Mein Herz tanzt!

Heute möchte ich von euch wissen, welche Worte euch berühren, tief in euch drin.

Zeigt mir euer Lieblingsgedicht, euren Lieblingssongtext oder euer Lieblingszitat. Egal was, Hauptsache es bedeutet euch etwas.

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Na, da brauch ich gar nicht so sehr drüber nachdenken. Es gibt viele Textstellen, Zitate, Aussprüche, die mir zu Herzen gehen, aber mein liebster Spruch stamm von Neil Gaiman. Es wird häufiger zitiert, aber am Anfang von Coraline fand ich ihn das erste Mal.

“Fairy tales are more than true:

not because they tell us that dragons exist, but because they tell us that dragons can be beaten.”

Neil Gaiman

Es besagt meiner Meinung nach, dass unsere Ängste existieren. Dass sie existieren und wir ihnen trotzen können. Das wir sie besiegen können, wenn wir daran glauben.

Was haltet ihr davon? Und vor allem: Was ist euer Lieblingszitat, euer Lieblingsgedicht oder euer Lieblingssongtext? Teilt es mir mit! 🙂

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[Rezension] Kate Atkinson – Die Unvollendete

Es gibt Bücher, die liest man einmal und legt sie dann ins Regal zurück, lässt sie verstauben und rührt sie nicht wieder an. Die Unvollendete ist keines dieser Bücher.

Werbung | Autorin: Kate Atkinson ] Titel: Die Unvollendete |
Erschienung: 2015 | 592 Seiten | Verlag: Droemer Taschenbuch

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Mittendrin Mittwoch #10 – Doppelter Lesespaß

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Eigentlich mach ich sowas ja eher selten, Bücher parallel lesen. Einzige Ausnahme: Roman & Graphic Novel. Ich bewundere durchaus diejenigen unter uns Lesern, die drei, vier, fünf Bücher nebeneinander her lesen können – ich kann das nicht. Da fehlt mir die das Gefühl, so richtig in diese eine Geschichte einzutauchen.

Da ich nun aber aktuell einen Roman und eine Graphic Novel mit mir herumtrage, lade ich euch ein, in beides kurz hinein zu schnuppern.


apostroph_untenapostroph_obenAber die Fremdheit, die Tengo gegenüber seinem Vater verspürte, hatte weniger mit ihrer Physiognomie zu tun, als mit ihren geistigen Eigenschaften und Neigungen. Sein Vater machte weiß Gott keinen intellektuellen Eindruck. (S. 313)

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1Q84 Buch 1 2 von Haruki Murakami

Das Zitat stammt aus Haruki Murakamis Werk 1Q84. Es geht um eine Parallelwelt, die von Aomame, einer Auftragsmörderin, und Tengo, einem Schriftsteller, eher zufällig entdeckt wird. Um die Parallelwelt von der Realität unterscheiden zu können, gibt Aomame ihr den Namen 1Q84, wobei das Q für question mark steht

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Dieser Abschnitt stammt aus Marjorie Lius Monstress: Das Erwachen, eine Graphic Novel im Jugendstil-Steampunk-Stil gehalten. Die Geschichte ist noch etwas verwirrend, aber total faszinierend und die Zeichnungen sind unfassbar schön.

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Und, was liest du derzeit? 🙂


Diese Aktion wurde von der lieben Elizzy von readbooksandfallinlove initiiert, schaut unbedingt mal bei ihr vorbei! ♥

Eine literarische Reise nach … Asien – Teil 2

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Wie versprochen, kommt nun heute Teil 2 meiner literarischen Reise, mit der ich euch gerne ins Land der aufgehenden Sonne entführen möchte.

Wer es verpasst hat oder einfach nochmal nachschauen will, findet hier den ersten Teil.

Kleiner persönlicher Nachtrag zu Teil 1: Da meine Mama selbst hin und wieder in meinem Blog stöbert, fiel ihr auf, dass ich erwähnte, dass „die Geisha“ nicht bei mir im Regal steht. Und was soll ich sagen, sie hat sie mir geschenkt. Danke nochmal dafür! ❤

So. Jetzt möchte ich euch aber die Bücher vorstellen, die nicht nur in Asien spielen, sondern auch deren Autoren aus diesem Teil der Welt stammen.

Den Anfang macht der Autor, der wohl den meisten zumindest vom Hörensagen bekannt sein könnte. Niemand geringerer als Haruki Murakami, der große japanische Schriftsteller.

1Q84 Buch 1 2 von Haruki MurakamiHaruki Murakami – 1Q84 

1984. Aomame hat zwei verschieden große Ohren. Beim Rendezvous mit einem reichen Ölhändler zückt sie eine Nadel und ersticht ihn – ein Auftragsmord, um altes Unrecht zu sühnen. Tengo ist Hobby-Schriftsteller. Er soll einen Roman der exzentrischen 17-jährigen Fukaeri überarbeiten, damit sie einen Literaturpreis bekommt. Der Text ist äußerst origiell, aber schlecht geschrieben – ein riskanter Auftrag. Aomame wundert sich, warum die Nachrichten ihren Mord nicht melden. Ist sie in eine Parallelwelt geraten? Um diese Sphäre vom gewöhnlichen Leben im Jahr 1984 zu unterscheiden, gibt Aomame der neuen, unheimlichen Welt den Namen 1Q84.

 

 

Haruki Die Pilgerjahre des farblosen Herrn Tazaki von Haruki MurakamiMurakami – Die Pilgerfahrt des farblosen Herrn Tazaki

Der junge Tsukuru Tazaki ist Teil einer Clique von fünf Freunden, deren Mitglieder alle eine Farbe im Namen tragen. Nur Tsukuru fällt aus dem Rahmen und empfindet sich – auch im übertragenen Sinne – als farblos, denn anders als seine Freunde hat er keine besonderen Eigenheiten oder Vorlieben, ausgenommen vielleicht ein vages Interesse für Bahnhöfe. Als er nach der Oberschule die gemeinsame Heimatstadt Nagoya verlässt, um in Tokio zu studieren, tut dies der Freundschaft keinen Abbruch. Zumindest nicht bis zu jenem Sommertag, an dem Tsukuru voller Vorfreude auf die Ferien nach Nagoya zurückkehrt – und herausfindet, dass seine Freunde ihn plötzlich und unerklärlicherweise schneiden. Erfolglos versucht er wieder und wieder, sie zu erreichen, bis er schließlich einen Anruf erhält: Tsukuru solle sich in Zukunft von ihnen fernhalten, lautet die Botschaft, er wisse schon, warum. Verzweifelt kehrt Tsukuru nach Tokio zurück, wo er ein halbes Jahr am Rande des Selbstmords verbringt.
Viele Jahre später offenbart sich der inzwischen 36-jährige Tsukuru seiner neuen Freundin Sara, die nicht glauben kann, dass er nie versucht hat, der Geschichte auf den Grund zu gehen. Von ihr ermutigt, macht Tsukuru sich auf, um sich den Dämonen seiner Vergangenheit zu stellen.

lebensgeister-9783257300420Banana Yoshimoto – Lebensgeister

Nach einem schweren Unfall und dem Verlust ihres Geliebten ist Sayoko nicht mehr sie selbst. Sie hat das Zwischenreich der Geister betreten und Geheimnisse der unsichtbaren Welt erfahren. In der Tempelstadt Kyoto lernt sie allmählich das Leben so zu akzeptieren, wie es ist: voller Ungewiss­heiten und Rätsel, dem Tod immer nahe, ob man jung ist oder alt. Aber sie begreift auch, wie einmalig und geheimnisvoll das Diesseits ist.

 

 

Yan_GDie_Maedchen_von_Nanking_123908.jpgGeling Yan – Die Mädchen von Nanking

»Die Mädchen von Nanking« erzählt von Hoffnung und Liebe inmitten von Grausamkeit und Tod. Und davon, wie sich Verachtete durch eine mutige Entscheidung aus der Namenlosigkeit erheben und ihre Würde zurückgewinnen. Geling Yan, erfolgreiche US-Autorin chinesischer Herkunft, erinnert in ihrem mit Starbesetzung verfilmten Roman an das Massaker von Nanking.

 

 

978-3-498-03239-5.jpgMa Jian – Die dunkle Straße

Ein bewegender Roman über das Leben der einfachen Menschen im China von heute.
Weit entfernt vom chinesischen Wirtschaftswunder und den hellen Lichtern von Peking und Shanghai liegt ein riesiges ländliches Hinterland, das die brachialen Folgen von Industrialisierung und Ökonomisierung zu tragen hat.
Dort leben die Bäuerin Meili und ihr Mann Kongzi, ein Nachkomme von Konfuzius in der sechsundsiebzigsten Generation. Die beiden wollen neben ihrem ersten Kind, einem Mädchen, einen Sohn, um das Erbe fortzusetzen. Da Ihnen die Behörden, die für alle die Ein-Kind-Ehe vorschreiben, mit Zwangssterilisation drohen, fliehen sie. Auf dem Jangtse, einem letzten Hort staatlicher Unorganisiertheit und mithin gewisser Freiheiten, führen sie ein illegales Tagelöhner- und Flussnomadenleben. Jahrelang schlagen sie sich auf vergifteten Gewässern und in ruinierten Landschaften durch, bevor sie schließlich auf einem Müllplatz für die Ausschlachtung westlichen Elektronikschrotts landen…
Bei Ma Jian stehen die einfachen Menschen im Vordergrund und ihre dramatischen Schicksale im Zuge eines gewaltigen politischen Umbruchs. Sein erschütternder Roman über ihr Leben ist Geschichte von unten; es ist auch die Geschichte des Jangtse, seiner ökologischen Krisen durch Staudammbau und Begradigung; es ist die Geschichte der chinesischen Industrialisierung und des Preises, den die Menschen dafür zu zahlen haben – ein ungeschminktes, schockierendes Porträt von China im Wandel.

Und nun zu meinem liebsten Stück japanischer Geschichte. Ich kann gar nicht sagen, wie oft ich Die Geisha nun schon gelesen habe, aber es ist jedes Mal aufs Neue ein ganz besonderes Lesevergnügen. 

Arthur Golden – Die GeishaMineko Iwasaki – Die wahre Geschichte der Geisha

20749912zDie achtjährige Chiyo lebt in einem armseligen japanischen Fischernest. Als die Mutter im Sterben liegt, verkauft der Vater seine Tochter, die eine außergewöhnliche Schönheit zu werden verspricht, an ein Geisha-Haus in der alten Kaiserstadt Kyoto. Hier absolviert sie im mörderischen Konkurrenzkampf mit anderen Mädchen die harte Ausbildung zur Geisha. Mit seinem Roman führt der amerikanische Autor Arthur Golden in eine 11997576zWelt, die es so nur in Japan gibt.

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Mineko Iwasaki war mehr als ein Jahrzehnt Japans berühmteste Geisha. In ihrer Autobiographie enthüllt sie nun als erste Geisha diewahren Geheimnisse ihres Standes. Der ergreifende Bericht einer Frau, die nie eine Kindheit hatte.

 

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Das war sie, meine literarische Reise nach Asien. Vielleicht konnte ich ja dem einen oder anderen eines dieser Bücher ans Herz legen, habe vielleicht Neugier geweckt, sich an einem der bildgewaltigen Romane zu versuchen. Oder vielleicht kennt ihr selbst Bücher, die ihr empfehlen könnt? Dann immer her mit den Tipps! 🙂


Hier findet ihr nochmal eine literarische Reise nach … Asien – Teil 1 zum nachlesen und stöbern.