[Augen auf] Elke Vesper spricht über sexuellen Missbrauch

Sexueller Missbrauch findet in den meisten Fällen hinter den eigenen vier Wänden statt, egal ob Vater, Bruder oder Onkel die Täter dabei sind. Trotzdem sollte es möglich sein, dass man diese Gräueltaten auch außerhalb bemerkt, wenn man nicht wegschaut. Elke Vesper erzählt uns heute kurz, womit sich ihr Buch „Mörderische Familie“ beschäftigt, warum sie darüber schrieb und was man tun kann, wenn man einen Verdacht hegt.

Das Thema meines Buches ist sexueller Missbrauch an Kindern, das Wegschauen der Menschen, die so nah dran sind, dass sie das Verbrechen verhindern könnten. Und dass ein pädophiler Sadist eine ganze Familie bis in kommende Generationen zerstören kann.

In meiner Arbeit als Psychotherapeutin bin ich nicht selten mit den schwer beschädigten Seelen der Opfer konfrontiert. Noch keine meiner Klientinnen hat den Täter angezeigt, so tief sitzt die Scham und die Überzeugung, dass sowieso niemand helfen wird.

In meinem Thriller will die Psychotherapeutin Kristien Blau ihrer Klientin helfen, die von ihrem Vater jahrelang aufs Übelste missbraucht wurde und die nun des Mordes an ihrem Bruder angeklagt ist. Also schart Kristien um sich eine Gruppe ehemaliger Klienten, die sich in der Polizeiarbeit auskennen. Ihre Freundin Gudrun, Professorin der Kriminologie, schliesst sich ihnen an. Gemeinsam lösen sie das Geheimnis des Mordes. Ich wünsche mir sehr, dass dieser Roman einen kleinen Betrag dazu leistet, dass in Zukunft weniger weggeguckt wird.

Ich glaube, dass die meisten Menschen sich seltsam fühlen, wenn sie mit einer Familie zu tun haben, in der es sexuellen Missbrauch gibt. Es wäre ja furchtbar, wenn jetzt alle detektivisch tätig würden, um sexuellen Missbrauch – oder Gewaltmissbrauch – zu entlarven. Aber wenn es ein komisches Gefühl gibt, einmal aufmerksamer hingucken, kann nicht schaden. 

Das Schreckliche ist, dass die Kinder es nicht ihren Müttern – oder Vätern – erzählen. Wenn zum Beispiel der Klavierlehrer oder Diakon oder Opa oder oder Dinge getan haben, die dem Kind extrem unangenehm und verwirrend waren. Da gilt es präventiv tätig zu werden. Einem Kind beizubringen, dass es Nein! sagen darf, auch wenn es von wem auch immer, selbst von Vater oder Mutter, nicht umarmt, geküsst oder auf den Schoß genommen werden will. 

Allemal können wir uns darauf verlassen, dass Kinder sprechen, auch wenn es nicht verbal ist. Das muss nicht einmal auf die allenthalben bekannte Weise sein, wie Einnässen, Schlafstörungen, Rückzug, Schulprobleme. Ein bislang aufgeschlossenes Kind, das plötzlich Augenkontakt vermeidet, in bestimmten Situationen ein stark verändertes Verhalten zeigt, sollte zumindest sensibles aufmerksames Hinschauen der Erwachsenen provozieren.

Vielen lieben Dank an Elke Vesper, dass sie sich die Zeit genommen hat, um uns das wichtige Thema ihres Buches noch einmal zu verdeutlichen.

>> Hier gelangt ihr zur Rezension ihres Buches Mörderische Familie <<


Augen auf!
Mit Literatur zu mehr Aufmerksamkeit im Alltag

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Elke Vesper – Mörderische Familie | Elke Vesper spricht über sexuellen Missbrauch |
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7 Comments on “[Augen auf] Elke Vesper spricht über sexuellen Missbrauch

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