Liebe Büchermenschen!
Am 03. Juli 2019 – also vor exakt einem Jahr – ging mein erster Beitrag in einem Leseprojekt online, von dem ich von Anfang wusste, dass es mich über viele, viele Monate, ja, Jahre! begleiten würde. Mein Leseprojekt zu Stephen King. Von der Powerschnute inspiriert (die für ihren King-Run im übrigen weniger als zwei Jahre gebraucht hat!), machte ich mich also auf die Spuren Stephen Kings, Vielschreiber und Meister des Horrors.
Was mich dabei bisher erwartet hat, darüber möchte ich heute kurz erzählen. 🙂

In 12 Monaten habe ich bereits (oder erst?) 13 Bücher Kings entdeckt oder zum unzähligsten Male erneut gelesen. Das macht eine Gesamtseitenzahl von bisher 7401 Seiten, die ich auf meiner Reise zurückgelegt habe. Diese enorme Zahl ist der Tatsache geschuldet, dass ich mit The Stand und ES bereits die beiden dicksten Wälzer hinter mich gebracht habe. Jawohl, ES wäre chronologisch noch gar nicht dran gewesen, doch gemeinsam mit meinem Club der Verlierer habe ich dieses geliebte Buch bereits im Oktober 2019 zum zweiten Mal gelesen.
Auch das Institut habe ich bereits im letzten Herbst gelesen und abgestrichen, werde diesem aber wohl noch einen weiteren Besuch abstatten, wenn die Reihe bei ihm angekommen ist – weshalb es hier in der Übersicht fehlt.
Auf meinem Weg bin ich bisher 3 Monstern begegnet, die ich getötet habe, habe 13 Gedärme heraushängend vorgefunden und bin über 7 Hinweise zum Wunderland Lewis Carrolls gestolpert. Außerdem begegnet mir immer wieder das Bild des verwahrlosten Alkoholikers, bei dem sich King wohl einer der wichtigsten Regeln schlechthin bedient: Schreib das, womit du dich auskennst. Denn gerade in dieser Zeit hatte der Autor selbst so seine Probleme mit diversen Flaschen und Pillen.
Natürlich gibt es bei den bisherigen Büchern wahre Schätze, und solche, die schneller wieder in Vergessenheit geraten werden. Aber welche sind es wohl?
Die bisherigen Highlights

Vier Bücher Kings haben es auf das Siegertreppchen geschafft! Carrie war für mich eines der Bücher, die ich schon sehr häufig gelesen habe. Für das Projekt habe ich mir daher das Hörbuch zu Gemüte geführt und siehe da: Das neue Medium gab der Geschichte noch einmal einen ganz eigenen Drive und Franziska Pigulla als Sprecherin hauchte Carrie ein haarsträubend intensives Leben ein.
Natürlich darf hier auch ES nicht fehlen. Ich liebe den Club der Verlierer, ich liebe diese Fülle an Geschichten in Geschichten, die dieses so seitenstarke Monstrum zu etwas ganz besonderem macht. Und ich denke, dass ich mich in gebührendem Abstand auch ein weiteres Mal in den Kampf mit Pennywise, dem tanzenden Clown, wage, mit all den coolen Kids der 50er an meiner Seite.
Lange Zeit war Todesmarsch mein Lieblingsbuch schlechthin von Stephen King aka Richard Bachmann. Die Dystopie in die wir hier hineingeschleudert werden, das tragische Spiel um jeden Meter, den 100 Jugendliche hinter sich bringen sollen, all das fängt mich immer wieder ein, trägt mich davon und lässt mich am Ende sprachlos innehalten. So viele Emotionen in ein Kammerspiel zu bringen, das muss King erst einmal jemand nachmachen.
Shining ist in der Riege der Highlights das einzige Buch, das ich vorher noch nicht gelesen habe. Ich kannte den Film dazu, mochte ihn, fand ihn gut gemacht – aber das Buch? Fehlanzeige. Endlich konnte ich diesen Missstand geradebiegen! Denn Shining ist gelesen ein so viel besserer Plot, so unfassbar gruselig und gleichzeitig so real, das es mir auch heute noch eine Gänsehaut über den Rücken jagt, wenn ich an Jack Torrance und seinen langsamen Verfall denke. Denn anders als im Film, bei dem er ein Glas nach dem nächsten kippt und dann mit der Axt durch das Overlook Hotel wütet, ist der Prozess, dem sich der trockene Alkoholiker ausliefert, sehr viel weitreichender. Hier spürt man, dass die eigentliche Gefahr nicht von Torrance ausgeht, sondern eindeutig von dem Hotel an sich.
Das bisherige Lowlight

Auch wenn nicht alle Bücher bisher wahre Genussbringer waren, so bin ich doch froh, dass es nur einen einzigen wirklichen Ausreißer nach unten gab. Diesen habe ich erst im letzten Monat gelesen, so dass er mir auch noch am präsentesten im Kopf geblieben ist. Mit Sprengstoff ist King kein Buch geglückt, das mich in seinen Bann ziehen konnte. Viel eher fand ich die gesamte Geschichte um den schizophrenen Barton Dawes unausgegoren, mir fehlten Sympathie und Verständnis. Hoffen wir einfach, dass Sprengstoff im nächsten Jahr nicht allzu viele Spießgesellen dazu bekommt.
Das war es also, mein erstes Jahr auf den Spuren Stephen Kings ist vorüber! Kaum zu glauben, wie viele Bücher mich noch immer erwarten, wie viele unentdeckte Geschichten im Regal bereits ihre Klauen nach mir ausstrecken. Auf die nächsten 12 Monate im Namen des einzig wahren King!
Und immer daran denken:

Monster sind echt und Geister sind auch echt. Sie leben in uns und manchmal gewinnen sie.
Stephen King



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