[Rezension] Graham Moore – Die letzten Tage der Nacht

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Erscheinungsdatum Erstausgabe: 16.02.2017

Verlag : Bastei Lübbe

ISBN: 9783847906247

Fester Einband 464 Seiten

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Inhalt

New York, 1888. Der Name Thomas Edison ist in aller Munde. Der große Erfinder, der die Glühbirne erfunden haben will und nun die amerikanischen Haushalte an das neue Stromnetz anschließen wird.
Der Gegenpart: George Westinghouse. Auch er hält sich für den Erfinder der Glühbirne. Er war vielleicht nicht als Erster beim Patentamt, aber seine Glühbirnen funktionieren besser. Das allein reicht, um den größten Patentstreit Amerikas entbrennen zu lassen.

Paul Cravath, ein junger, noch unerfahrener Anwalt wird zu Westinghouse‘ Verteidiger, der alles daran setzt, seinem Mandanten den Sieg zu bescheren. Dabei muss er Wege einschlagen, die weniger ehrenhaft sind, als er dachte. Ein Netzwerk aus Intrigen, Spionen und gekauften Journalisten steht ihm gegenüber. Mit Hilfe des genialen Erfinders Nikola Tesla soll dieser Streit endgültig entschieden werden. Doch plötzlich geht es nicht mehr nur um die Erfindung der Glühbirne. Es geht um den richtigen Strom. Edison’s Gleichstrom gegen den von Tesla zum Funktionieren erdachte und von Westinghouse produzierte Wechselstrom – Wer wird gewinnen?

Rezension

Schon der Einstieg in das Buch war spektakulär. Paul Cravath wird Zeuge, wie ein Mann am lebendigen Leib verbrennt. Mitten am Tag. Weil er unglücklicherweise zwei offene Stromkabel anfasste.

Das gesamte Buch über hält Graham Moore, der eher als Drehbuchautor bekannt ist, Szenen bereit, die man sich wunderbar in einem Film vorstellen kann. Alles scheint plastisch vor einem zu erscheinen, alles hat die nötige Spannung, den Nervenkitzel, den Reiz. Wen wundert es da noch, dass dieses Buch bereits 2018 in die Kinos kommen soll?

Die Charaktere sind sehr gut ausgearbeitet, wobei man weder von Edison noch von Westinghouse als einer besonders sympathischen Lichtgestalt der Wissenschaft reden kann. Beide verfolgen ihre Ziele mit Vehemenz und Nachdruck, und nicht selten überschreiten sie damit gewisse Grenzen. In diesem Rahmen erschien mir Nikola Tesla noch als der sympathischste wissenschaftliche Zeitgenosse.
Randnotiz: Sheldon Cooper aus der Serie The Big Bang Theory soll in mancherlei Hinsicht Nikola Tesla nachgebildet sein, was seine Ansichten und vorallem seine charakterlichen Eigenschaften anbetrifft.

Paul Cravath war mir durchweg sympathisch. Mit ihm bin ich gerne in New York unterwegs gewesen, auch wenn auch er nicht frei von Schuld und Tadel ist. Aber wer ist das schon? Auch er verspürt den dringenden Wunsch, sich zu beweisen und zu siegen. Auch wenn das bedeutet, sich gegen die Frau zu stellen, die er liebt oder einen Menschen in eine missliche Lage zu bringen.

Was mir aber mit Abstand am besten gefallen hat, ist die Tatsache, wie lehrreich dieses Buch ist. Natürlich ist eine gehörige Portion Fiktion dabei, aber alle größeren Ereignisse sind so oder so ähnlich passiert. Hätte man mir dieses Buch damals in der Schule in die Hand gedrückt, hätte ich in Physik vermutlich mehr aufgepasst, als abwesend in Teenie-Zeitschriften zu blättern. Mir kam es auch durchaus zugute, dass ich kaum Vorabwissen hinsichtlich des Stromkrieges hatte. Edison war mir zwar geläufig, aber das war es dann auch wieder mit dem Wissen. So war ich zumindest frei von vorzeitigem Wissen und konnte mich ganz der Geschichte hingeben. Nun, da ich das Buch beendet habe, fühle ich mich wieder ein Stück weit schlauer. Und dafür bin ich Graham Moore sehr dankbar.

Fazit

Faszinierende Verwebung von filmreifer Unterhaltung mit wissenswerten Fakten über den großen Stromkrieg. Wer sich ein wenig für Physik und Geschichte interessiert, wer gerne an der Seite eines Anwalts einem der größten Patentstreits der Welt beiwohnen will – greift bitte zu!

Bewertung: 5 / 5 Sterne ★★★★★

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Mittendrin Mittwoch #6

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Heute sollte ich den MittendrinMittwoch umbenennen in „beendeter Mittwoch“ – aber was soll’s. Ich kann euch dieses Buch einfach nicht vorenthalten.

Diese Aktion wurde von der lieben Elizzy von readbooksandfallinlove initiiert, schaut unbedingt mal bei ihr vorbei! ♥


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Wissen Sie eigentlich, dass wir bei unseren gesammelten Abenteuern drei Männer kennengelernt haben, die alle auf ihre je eigene Art und Weise die Welt verändert haben?

apostroph_obenUnd wissen Sie, was ich mich frage?

Warum haben sie das getan?

Was hat sie dazu gebracht, über einen so langen Zeitraum hinweg zu kämpfen, zu streben und so heftig gegeneinander zu intrigieren?

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Dies ist ein Zitat auf den letzten Seiten des Buches Die letzten Tage der Nacht von Graham Moore. Es handelt von der Erfindung der Glühbirne, dem daraus entbrannten Patentstreit zwischen Thomas Edison und George Westinghouse, es geht um Nikola Tesla und Paul Cravath, einen jungen, noch unerfahrenen New Yorker Anwalt, der die Interessen von Westinghouse vertreten soll.

Meine Rezension dazu wird in den nächsten Stunden sicherlich online sein, aber schon jetzt sei gesagt: Der Stromkrieg war eine brisante, spannende Sache und dieses Buch hat filmreife Unterhaltung mit wirklich Wissenswerten Fakten verbunden.

Montagsfragen #2

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So schnell kann man sich an Dinge gewöhnen. Zum Beispiel daran, Montags eine Frage von  Buchfresserchen Svenja gestellt zu bekommen und seine Gedanken darum kreisen zu lassen. 🙂

Wie kommst du mit Unterbrechungen beim Lesen klar, findest du leicht wieder in die Handlung zurück?

Also, prinzipiell nehme ich ständig mein Buch zur Hand, egal ob ich nun nur 4 Haltestellen fahren muss oder eine halbe Stunde, ob ich darauf warte, dass ich beim Arzt dran komme oder wann der Kaffee fertig ist. Der Satz „Da kann ich noch eine Seite lesen“ ist fest in meinen Tag integriert. Das sind allerdings geplante Unterbrechungen, auf die richte ich mich ein.

Was ich nicht so mag, ist, wenn man mir etwas erzählen will dabei, und besonders wenn es nur so kurze „guck mal kurz“-Momente sind. Da brauch ich dann immer länger, um zurück ins Geschehen zu finden. Besonders, weil es ein murphysches Gesetz zu sein scheint, dass man immer dann erneut unterbrochen wird, wenn man gerade seinen Satz wiedergefunden und seine Gedanken geordnet hat.

Generell hab ich allerdings keine Schwierigkeiten, meiner Geschichte weiter zu folgen, egal, wie lang die Pause ist. Mein Gedächtnis scheint in der Hinsicht tadellos zu funktionieren, als würde man lediglich auf den Pause-Knopf der Fernbedienung drücken. Ich kann ja auch nach Jahren noch die Handlungen der meisten Bücher, die ich gelesen habe, zusammenbringen. Zum Glück – wäre ja schade um die vielen vergessenen Geschichten. 😀

Wie geht es euch dabei?

Neuzugänge am 04.03.2017

neuzugangHerrlich. Einfach herrlich. Das sind die Gedanken, die mich durchfahren, wenn ich meine neuesten Schätze an mich pressen kann und glücklich aufseufze. Wie ein Ertrinkender, der endlich den rettenden Schwimmreifen zugeworfen bekommt. Nicht, dass mein Meer nicht schon voll rettender Schwimmreifen wäre. Aber das nur am Rande. 😀

Heute kann ich euch wieder ein paar neue Bücher in meinem Regal vorstellen.

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Wie lange bin ich nun schon um diese beiden Bücher herumgeschlichen! Aber irgendwann kann man auch einfach nicht mehr anders und dann muss man eben einfach zugreifen.

Wer seine Seele verkauft, sollte nicht mit dem Teufel spielen! Der Weg in die Hölle ist nicht der angenehmste. Doch Johannes Cabal bleibt nichts anderes übrig, als ihn trotzdem anzutreten, wenn er seine Seele wiederhaben will. Er hatte sich an den Teufel verkauft, um Totenbeschwörer zu werden. Doch ohne Seele lebt es sich nur halb so gut, und daher steht Johannes wieder einmal in den heißen Hallen. Satan gibt allerdings nur ungern her, was er einmal besessen hat. Erst wenn Johannes 100 Seelen innerhalb eines Jahres rekrutieren kann, bekommt er seine eigene wieder … ein fairer Deal, oder? Ein Jahr, 100 Seelen und ein Jahrmarkt der besonderen Art: ein Seelenfänger packt aus.

  • rechts: Christoph Marzi – Lycidas 

Als die kleine Emily eines Nachts Besuch von einer sprechenden Ratte erhält, weiß sie, dass nichts in ihrem Leben so bleiben wird, wie es einmal war. Nicht, dass sie ein gutes Leben in dem kleinen Waisenhaus in einem Armenviertel Londons führen würde. Doch dass sie auf der Suche nach dem Geheimnis ihrer Herkunft eine phantastische Stadt unter den Straßen Londons entdecken würde und schon bald von den seltsamsten Wesen verfolgt wird – das hätte sich Emily selbst in ihren kühnsten Träumen nicht ausgedacht.


Ja, mir ist bewusst, dass ich mir damit 2 Erste-Teile ins Haus geholt habe. Ja, mir ist bewusst, dass ich noch einige angefangene Reihen habe. Ja, ja. ja. 😀 Aber der Seelenfänger wurde mir von einer lieben Lovelybooks-Freundin und meinem Bücher-Twin empfohlen, da kann ich nicht nein sagen. Und Lycidas haben schon so viele gelesen, auf deren Meinung ich wert lege, dass ich es nun unbedingt auch in Angriff nehmen muss.

Glücksfee-Momente

Und dann gibt es sie. Diese Momente, in denen die persönliche Glücksfee ihren Zauberstab über meinen Kopf hält und Sternenstaub herabrieseln lässt. Bei Lovelybooks gibt es aktuell sehr viele, sehr tolle Leserunden. Da kann man sich kaum entscheiden, wo man sich bewerben möchte. Und weil die Chancen ja zuweilen recht gering sind, probiert man es eben einfach auf gut Glück. Und gewinnt. In dieser Woche 3-fach. ❤  Ich hatte kurzfristig sogar ein schlechtes Gewissen. Aber nur kurzfristig. Bei Büchern bin ich eben doch egoistisch veranlagt. Und ich freue mich über jedes Einzelne, wie die Schneekönigin, wenn es stürmt und schneit.

Den Anfang macht das aktuelle Literatursalon-Buch:

New York, 1888. Thomas Edison hat mit seiner bahnbrechenden Erfindung der Glühbirne ein Wunder gewirkt. Die Elektrizität ist geboren, die dunklen Tage der Menschheit sind Vergangenheit. Nur eine Sache steht Edison und seinem Monopol im Weg, sein Konkurrent George Westinghouse. Zwischen den beiden Männern entbrennt ein juristischer Kampf, es geht um die Millarden-Dollar-Frage: Wer hat die Glühbirne wirklich erfunden? Und wer hat also die Macht, ein ganzes Land zu elektrifizieren?

Die beiden anderen Bücher werden erst in den nächsten Tagen eintreffen, trotzdem will ich sie euch nicht vorenthalten.

51subzonzol-_sy346_Er will nur deine Seele… London 2038: Das Cybernetz ist der größte Freizeitspaß, besonders unter Jugendlichen. Egal, ob man als Avatar in sozialen Netzwerken neue Leute treffen oder in interaktiven Rollenspielen virtuelle Abenteuer erleben möchte, die schöne neue Technikwelt bietet Unterhaltung für jeden Geschmack. Auch Jemma, Jamie und Zack verbringen dort jede Menge Zeit mit ihren Freunden. Doch plötzlich fallen drei Jungen während ihres Aufenthalts in der virtuellen Welt ins Koma. Ihre Körper sind unversehrt, doch ihr Bewusstsein ist in der CyberWorld verschwunden. Wer oder was steckt dahinter? Jemma, Jamie und Zack suchen nach Antworten – und kommen dabei dem Mind Ripper gefährlich nahe…

Auf dieses Buch bin ich schon sehr lange gespannt. Ende letzten Jahres hat mich die liebe Nadine Erdmann zu ihrer Leserunde eingeladen – leider gab es zu diesem Zeitpunkt nur ebooks zu gewinnen, so dass ich als normaler Bücherleser natürlich nicht mitmachen konnte. Netterweise hat sie sich meinen Namen gemerkt und mich erneut eingeladen vor ein paar Tagen, als die Leserunde mit Printexemplaren startete. Und wer hätte das gedacht? Ich darf mitlesen! ❤

Ein Grandhotel, in dem das Grauen herrscht, ein Zimmermädchen, das auf Rache schwört, drei Berghexen, die auf Seelen lauern, und eine Liebesgeschichte, die von Anfang an zum Scheitern verurteilt scheint …

Mit diesem Buch hätte ich nun wirklich nicht auch noch gerechnet, aber umso mehr freue ich mich, dass ich auch hier meinen Senf dazu geben darf. Und das Beste: es kommt signiert an. Es darf sich quasi mit Neil Gaiman in eine Reihe stellen. Das ist doch ein vielversprechender Anfang. 🙂

So. Das waren sie, die neuen Bücher, die Glücksmomente – für dieses Mal. Wer weiß, was ich diesen Monat noch so alles finde! Aber vielleicht halte ich auch einfach mal die Füße still.


Aktueller SuB-Stand am 04.03.2017: 111

… Schnapszahl!  Wer gibt mir einen aus? Gerne auch in Form von Büchern. 😀

[Rezension] Oscar Wilde – Das Bildnis des Dorian Gray

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Erscheinungsdatum Erstausgabe: 01.01.1928

Verlag: Insel Verlag

ISBN: 9783458360841

Flexibler Einband 294 Seiten

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Ein Werk voll zynischer Weisheiten über die Jugend und seine Sünden, den Menschen an sich und den Menschen im Besonderen.

„Um seine Jugend zurückzubekommen, braucht man nur seine Torheiten zu wiederholen.“ (S- 45)

Inhalt

Dorian Gray ist ein noch unverdorbener Mensch, der am Anfang seines Lebens steht. Er bezaubert mit seiner Schönheit einen Maler, der in ihm ein Ideal erkennt, welches er auf die Leinwand bringen will. Von seinem eigenen Anblick verzückt, graut es Dorian davor, dass er – im Gegensatz zu diesem Bildnis – altern wird, dass sich die Last des Lebens auf seinem Gesicht widerspiegeln soll. So flüstert er dem Bild zu:

 „Wenn ich es wäre, der ewig jung bliebe, und wenn das Bild alt würde! Dafür – dafür – gäbe ich alles! Ja, nichts auf der Welt würde ich nicht hingeben! Ich würde meine Seele dafür geben!“ (S.31)

Dank seiner Freundschaft zu Lord Henry Wotton lernt der junge Mann nun die Welt kennen, und insbesondere die Leidenschaften, die Genüsse und die Sünden. Er stürzt Menschen ins Verderben, die ihm zu nahe kommen, die sich von ihm bezaubern ließen. Nichts davon zeichnet sich in seinem Gesicht ab, sein Wunsch hat sich erfüllt, er behält seine Jugend. Doch das Bildnis von ihm verändert sich zusehends, es zeigt die wahre Seele des Dorian Gray. Und diese wird immer düsterer.

Meinung

Nun, vermutlich haben die meisten schon einmal von Dorian Gray gehört. Die Geschichte um ihn fasziniert. Ein Bild, dass die Sünden und das Alter für einen selbst abfängt? Fantastisch. Oder? Oscar Wilde zeigt hier wunderbar deutlich, wie schnell sich der Mensch mitreißen lassen kann, wenn er denkt, dass er vor allem Ungemach sicher ist.

Während Dorians Seele immer entstellter wird aufgrund der vielen Ausschweifungen seines Lebens, schaut er selbst 20 Jahre später noch genauso jungenhaft aus wie damals. Etwas merkwürdig fand ich, dass die Menschen das scheinbar einfach so zur Kenntnis nahmen ohne sich groß darüber zu sorgen. Ich hatte mal eine Verfilmung des Buches gesehen, da kam das Entsetzen der anderen über diesen Umstand irgendwie deutlicher hervor. Auch das Ende des Dorian Gray war filmisch eindeutig pathetischer, als es im Original der Fall ist. Da wurde ich von einer gewissen Erwartungshaltung fehlgeleitet, aber im Nachhinein fand ich das von Oscar Wilde gewählte Ende eindeutig besser.

Sprachlich ist das Buch ein Genuss. Nur manchmal hat sich mein eigener Geist gegen die zynisch hervorgebrachten Gedanken des Lord Henry gewehrt. Für sich genommen, sind die einzelnen Ansätze durchaus wahr und man kann auch hin und wieder über sie schmunzeln, aber ein Buch, dass fast nur aus Zynismus besteht, war mir persönlich dann doch irgendwann etwas zu viel.

„Was doch die Leute für Aufhebens um die Treue machen!“, rief Lord Henry aus. „Dabei ist sie selbst in der Liebe eine rein physiologische Frage. Mit unserem Willen hat sie gar nichts zu schaffen. Junge Leute möchten treu sein und sind es nicht; alte möchten untreu sein und können es nicht: das ist alles, was man darüber sagen kann.“ (S.34)

„Ich spreche nie während der Musik – wenigstens nicht während guter Musik. Wenn man schlechte Musik hört, ist man verpflichtet, sie im Gespräch zu übertäuben.“ (S.49)

Die Geschichte lebt von solchen Gesprächen. Einzelne Handlungen erfährt man als Leser eher zusammengefasst. Meist treffen sich Lord Henry und Dorian Gray bei einem Essen bei Freunden oder in der Oper, um sich über die vergangenen Tage auszutauschen. Nur Schlüsselstellen erlebt man an Dorians Seite. So zum Beispiel, als ihn der Maler das letzte Mal besucht.

Fazit

Wer gerne geistreiche, zynische Literatur liest, der ist mit Oscar Wildes „Bildnis des Dorian Gray“ wunderbar bedient.

Bewertung: 4 / 5 Sternen ★★★★

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Rückblick auf den Februar

Da geht er nun hin, der olle Februar. Zum Glück! Ich weiß ja nicht, wie es euch so geht, aber für mich beginnt mit März der Frühling. Und jedes Jahr bin ich wieder enttäuscht, wenn ich sehe, dass es dann immer noch schneien kann, ja ja. 😀

Mir kribbelt es auch schon in den Fingern, endlich mit dem Bepflanzen meines Balkons anzufangen, auch wenn man damit eigentlich bis Mai warten soll. *seufz* Aber wenn es dann soweit ist, steh ich mit Tüten voller Blütenpracht bereit!

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Nichtsdestotrotz, es geht mit Riesenschritten Richtung Frühling. Grund genug, einmal kurz den Monat Februar Revue passieren zu lassen.


Diesen Monat gelesene Bücher

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7828138-0-norsemythology-3dmein persönliches Monatshighlight

Natürlich ist das neue Buch von Neil Gaiman – Norse Mythology mein absolutes Monatshighlight gewesen. Auf dieses Buch hatte ich ewig gewartet und es hat sich mit jeder Seite gelohnt. ❤


Die SuB-Kurve in Zahlen

Am 01.01.2017 stand mein SuB bei 105 Büchern – Zeit zum Handeln! Dachte ich.

… Die neueste Zählung allerdings sagt: am 01.03.2017 ist der SuB auf 107 angewachsen, trotz fleißigem Abbau. Noch nicht eingerechnet sind meine neuesten Glücksfee-Momente und eine klitzekleine Bestellung vom Mops des Vertrauens. 😮 Dazu dann auch in den nächsten Tagen mehr 🙂 (SuB-Abbau kann ich. Voll.)

Nun, daran muss ich wohl noch etwas arbeiten. 😀

Und nun blicken wir voraus in einen sonnigen März voll schöner Bücher, egal ob druckfrisch oder schon älter. Habt Spaß am Lesen!1317897185_1487000881412_xxl_2

Liebe Grüße!

Eure Gabriela und Lesemops Yoshi ❤

 

 

 

 

Mittendrin Mittwoch #5

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Jeden Mittwoch gibt es neue Zeilen aus meinem aktuellen Buch für euch – heute ist es wieder soweit! Diese Aktion wurde von der lieben Elizzy von readbooksandfallinlove initiiert, schaut unbedingt mal bei ihr vorbei! ♥


apostroph_untenHallward erschrak und runzelte die Stirn. „Dorian verlobt?“, rief er. „Unmöglich.“

„Es ist durchaus wahr.“

„Mit wem?“

„Mit einer kleinen Schauspielerin oder so.“

„Das kann ich nicht glauben. Dazu ist Dorian viel zu feinfühlig.“

„Dorian ist viel zu weise, um nicht ab und zu dumme Streiche zu begehen, mein lieber Basil.“apostroph_oben

„Heiraten ist kaum etwas, das man ab und zu tun kann, Harry.“ (S.75)


Wer hat es erkannt? Dieser kleine Gesprächsausschnitt stammt aus Oscar Wildes Bildnis des Dorian Gray. Die Figur des Dorian Gray war mir schon lange bekannt, allerdings wurde meine Neugier erst durch die Serie Penny Dreadful so richtig geweckt, in der Dorian Gray einen Platz gefunden hat.

Der junge, unverdorbene Dorian Gray gerät in den zerstörerischen Bann des zynischen Dandys Lord Wotton. Fortan führt er ein ausschweifendes Leben, gibt sich ganz dem Vergnügen hin und verliert sämtliche moralischen Hemmungen. Während sein Äußeres unverändert jung und makellos schön bleibt, mutiert sein Porträt zu einer schrecklichen Fratze.

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Und, was lest ihr gerade? 🙂

Neuzugänge am 28.02.2017

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Halli Hallo ihr Lieben!

Es gibt mal wieder ein paar Neuzugänge bei mir zu verzeichnen – und dieses Mal ist es eine komplette Trilogie. Mutig, ich weiß. Jetzt hoffe ich selbst, dass mir der erste Teil so gut gefällt, dass sich die anderen beiden gelohnt haben. 😀

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Robin Jarvis‘ Trilogie Dancing Jax lädt nicht nur durch diese fantastischen Cover ein (auch wenn ich zugeben muss, dass diese ein sehr ausschlaggebendes Argument waren), sondern auch der Inhalt hört sich spannend an.

Klappentext „Auftakt“

Einige Bücher sind schädlich, sogar gefährlich. Sie verdrehen einem den Kopf und geben den dunkelsten Seiten der menschlichen Seele Nahrung. Sie sollten verbannt oder vernichtet werden. Diese Geschichte handelt von solch einem Buch. Ich hoffe, es gibt noch genug von euch da draußen, die das hier lesen und mir glauben und sich zur Wehr setzen können – bevor es zu spät ist. Ein altertümlich wirkendes und zunächst harmlos erscheinendes Buch taucht in einer englischen Kleinstadt auf und ergreift Besitz von seinen Lesern. Immer mehr Menschen werden von dem Buch befallen und zu willenlosen Charakteren der Geschichte. Der diabolische Plan des Autors scheint aufzugehen. 

Stephen-King-like kombiniert Robin Jarvis intelligente Schockelemente mit Fantasy und schafft so eine vor Spannung überbordende Trilogie. Die Saat des Bösen geht auf und es scheint kein Entrinnen für die gleichgeschaltete Menschheit zu geben …

Kennt ihr diese Bände vielleicht schon und könnt mir eure Meinung dazu sagen?


Diese Woche zieht vermutlich noch das ein oder andere weitere Buch bei mir ein, aber welche das sind, verrate ich euch beim nächsten Mal. 🙂

[Rezension] T. C. Boyle – Die Terranauten

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Erscheinungsdatum Erstausgabe:09.01.2017

Verlag: Hanser

ISBN: 9783446253865

Fester Einband 608 Seiten

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Es ist vorbei. 720 Tage Einschluss in einem abgegrenzten Bereich mit nur 8 Menschen sind überstanden.

Inhalt

Es ist 1994, die Tage von Mission 1 in Ecosphere 2, einem künstlich angelegten Terrarium auf der Größe von zwei Fußballfelder, sind vorbei. Der nächste Einschluss, Mission 2, steht bevor. Wir lernen die neuen Terranauten kennen, die sich wieder für zwei Jahre einschließen lassen, um wissenschaftlich belegt zu erforschen, ob der Mensch in einem geschlossenen Ökosystem überleben kann. Es geht darum, den Ernstfall zu proben. Sollte die Menschheit irgendwann auf einen anderen Planeten angewiesen sein, wie könnten wir unser Überleben sichern. Und doch geht es hier mehr um das Zwischenmenschliche, wie entwickelt sich der Charakter der einzelnen Personen inner- und außerhalb des Terrariums? Wie gehen sie damit um, wenn der Sauerstoffgehalt der Luft dünner wird, wenn die Nahrungsmittel knapp werden? Und wie fühlen sich die, die nicht dabei sein dürfen? Es ist ein Experiment. Ein menschliches.

Rezension

Ich bin etwas zwiegespalten. T. C. Boyle hat mit „Die Terranauten“ definitiv ein gutes Stück Charakterstudie geschaffen. So – oder so ähnlich – glaube ich gern, dass sich eine Gruppe entwickeln kann. Wenn man zwei Jahre lang nirgendwohin kann, wenn man jeden Tag auf engem Raum miteinander zutun hat, miteinander arbeitet und nach Feierabend eben nicht einfach nach Hause gehen kann, dann glaube ich definitiv, dass man sich früher oder später satt haben kann.
Und doch fand ich zum Ende des Buches eigentlich niemanden mehr sympathisch. Aber vielleicht wollte Boyle uns auch genau das zeigen. Jeder, und kann er noch so sympathisch wirken, verfolgt eigene Ziele, agiert egoistisch und hin und wieder unüberlegt.

Das Buch ist aus der Perspektive von drei Protagonisten geschrieben.
Ramsay, Dawn und Linda.

Linda ist die, die nicht ausgewählt wurde für Mission 2 und somit das gesamte Buch über ihre Frustration, ihren Ärger, ihre Wut und allem voran ihren Neid ausdrückt. Hatte ich anfangs noch Mitgefühl für sie, hat sich das im Laufe der Geschichte in Genervtheit und Unwillen verwandelt.

Ramsay ist der typische Sunnyboy, er ist sich seiner Wirkung bewusst und genießt dies auch in vollen Zügen. Nicht nur, dass er sich an ein Mitglied von Mission Control herangemacht hat, nein, auch bei zwei seiner Teammitglieder hält er die Finger nicht still. Plötzlich spricht er von der großen Liebe, zu Dawn, auch wenn er sich noch wenige Wochen vorher mit einer anderen dort eingelassen hat. Als es dann soweit ist und Dawn schwanger wird, fand ich ihn ganz besonders unmöglich. Die wenigen Sympathiepunkte, die er kurzzeitig ergattern konnte, waren direkt wieder ausgelöscht. Somit verwunderte mich das Ende mit ihm dann auch nicht mehr wirklich.

Dawn. Dawn ist der Stern des ganzen Projektes, auch wenn sich das erst mit der Zeit heraus kristallisiert. Mit ihrer ungewollten Schwangerschaft und dem Entschluss, das Baby zu bekommen, stiehlt sie nicht nur allen anderen Terranauten – bewusst oder unbewusst – die Show, sondern wird auch zum Aushängeschild von E2. Denn wie will man testen, ob der Mensch in einem abgeschlossenen Ökosystem überleben kann, wenn er sich nicht auch dort fortpflanzen könnte? Lange habe ich das Dawn-Fähnchen geschwenkt, doch zum Schluss zerfaserte mir dieses dann auch irgendwie zu Fäden des Unwillens.

Der Rest der Crew bleibt eher im Hintergrund, nur vereinzelt tauchen die vermehrt schlechten Eigenschaften der restlichen Terranauten auf. Ich weiß ehrlich nicht, ob ich es zwei Jahre mit denen ausgehalten hätte, auch wenn ich das Projekt als solches sehr spannend und interessant finde.

Fazit

 Das Buch ist gut geschrieben, keine Frage. Aber man sollte sich bewusst sein, dass es hier vorrangig um die Gedanken der drei genannten Menschen geht, wie sie sich innerhalb der zwei Jahre verhalten und entwickeln, und nicht um das Projekt E2 an sich. Es ist eine Charakterstudie und keine wissenschaftliche Abhandlung. Und die einzelnen Protagonisten sind nur all zu menschlich, aber das macht sie nicht unbedingt sympathisch.

Bewertung: 4 / 5 Sterne ★★★★

Übrigens: Das Buch basiert auf einem wahren Experiment in Arizona.

Montagsfragen #1

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Diese Woche möchte ich mich gerne an der Montagsfrage von Buchfresserchen beteiligen. 🙂

Heute lautet die Frage:

Gibt es ein Buch, das dich positiv überrascht hat, von dem du es nie erwartet hättest?

Das ist gar nicht mal so leicht zu beantworten. Während ich dieser Frage gedanklich nachgehangen habe, musste fast ein Liter Kaffee dran glauben. Eigentlich habe ich ein gutes Händchen was Bücher anbelangt. Die Bücher, die ich für lesenswert halte, sind es – für mich zumindest – in der Regel auch. Deswegen lasse ich auch die Finger von Büchern, die mich nicht von Anfang an anspringen.

Aber drehen wir die Zeit mal etwas zurück. Ja, noch etwas mehr. Damals. Zu Schulzeiten. Da mussten wir – für mein jugendliches Hirn – solch anspruchsvolle Bücher lesen wie Effi Briest von Theodor Fontane. Die Sprache, das Gehabe, alles daran hat mich zutiefst gelangweilt (ich fürchte, ich habe es nicht mal zu Ende gelesen, Asche auf mein Haupt).

img_20170227_103526_107Ein paar Jahre später habe ich den Film E-Mail für dich (mit Meg Ryan und Tom Hanks, beide Buchhändler!) als meinen absoluten Lieblingsfilm auserkoren. Wer ihn nicht kennt, schaut ihn euch an, er ist so schön! Jedenfalls, um zum Punkt zu kommen, Kathleen Kelly schwärmt in diesem Film von Jane Austens Stolz und Vorurteil. Und weil ich mich immer ein wenig in Kathleens Rolle gesehen habe, wollte ich unbedingt wissen, was sie da liest. Von meiner Mutter wurde mir – und hier ist der große Bogen zurück – gesagt, dass es mir möglicherweise nicht gefallen wird, weil es sprachlich in die Ecke Effi Briest gehört, was, wie wir weiter oben besprochen haben, gar nicht mein Fall war. Irgendwie empfand ich das aber auch als Herausforderung. Jedenfalls bin ich an Stolz und Vorurteil mit gemischten Gefühlen herangegangen.

Aber es hatte mich ab Seite 1. Ich liebe es. Ich liebe es so abgöttisch, dass kein Jahr vergeht, in dem ich nicht einmal zu diesem Buch greife – oder einem der anderen Bücher von Jane Austen. Wer es nicht kennt, so sei kurz verraten: Es geht um die Familie Bennett. Um Mary und Elisabeth. Es geht um Mr. Darcy (im Ernst: wie könnte man nicht von ihm gehört haben?) und die Frage, ob man zu stolz sein kann für eine ungleiche Liebe, und ob man seine Vorurteile gegenüber einem Menschen ablegen kann, wenn man ihn besser kennenlernt. Ganz Jane Austen wird hier die damalige Gesellschaft vorgeführt, überspitzt werden die einzelnen Charaktere gezeichnet. Wenn ich noch weiter erzähle, wird das nächste Buch wieder Stolz und Vorurteil sein. Oder vielleicht sollte ich Effi Briest doch noch einmal eine Chance geben?

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