[Rezension] Eva Stachniak – Die Schwester des Tänzers

Turbulent und voller Schicksalsschläge – das beeindruckende Leben der Balletttänzerin Bronislawa Nijinska!

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Werbung | Autor: Eva Stachniak| Titel: Die Schwester des Tänzers|
Übersetzer:  Peter Knecht |
Erscheinungsdatum: Dezember 2016 | Verlag: Insel Taschenbuch |
570 Seiten | Genre: Lebensbericht |

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Ich werfe Waslaw, der immer noch in der Türöffnung lehnt, ein Bein leicht angewinkelt, einen Blick zu. Die Augen halb zugekniffen, denkt er über das nach, was er gerade gesehen hat. Er spendet mir keinen Beifall.

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Inhalt

Ballett ist Eleganz, Leben, Kunst. In der Familie Nijinsky wird Ballett von den Eltern an die Kinder weitergereicht, eine Lebensaufgabe, der gerecht zu werden mit sehr viel Arbeit einhergeht. Stassik, Waslaw und Bronia, Brüder und Schwester, werden hineingeboren in dieses künsterische Millieu, tanzen bereits mit vier Jahren vor Zuschauern und hegen nur einen Wunsch: Der Welt zu beweisen, dass sie die besten sind.

Während Waslaw die Kunstwelt sehr schnell zu Füßen liegt, hat Bronia mit allerhand Hürden zu kämpfen. In diesem Buch folgen wir ihren Spuren, sehen sie aufwachsen, sehen sie tanzen. Fühlen ihren Schmerz und ihre Freude.

Rezension

Ballett als Lebensaufgabe

Bronia Nijiska wird Ende des 19. Jahrhunderts in Polen geboren, doch die Wege ihrer Familie führen sie schon bald nach Russland. Hier nun ist ihr erklärtes Ziel die Aufnahme in die kaiserliche Ballettschule, die vom Zaren gefördert wird und höchsten Ruhm verspricht. Während ihrem Bruder alles scheinbar mühelos in den Schoss zu fallen scheint, ihn jeder liebt und bewundert, steht sie lange Zeit im Schatten, ist immer nur „die Schwester von“. Doch auch in Bronia steckt der Wille, sich aus der Masse der Balletttänzerinnen hervorzutun. In rückblickenden Tagebucheinträgen verfolgen wir ihren Weg von der Tanzschule zu den ersten Schritten in neue Richtungen, denn ihr Bruder will das Ballett revolutionieren. Er will aus dem steifen Rahmen ausbrechen, will neues schaffen, für die Kunst und mit der Kunst leben. Dabei ist er sehr streng zu sich, und noch strenger zu Bronia. Er wendet sich gleichermaßen von ihr ab und zu ihr hin, so dass sie nie ganz genau weiß, wie seine Gefühle wirklich sind.

Während der Lektüre schlug ich oftmals genannte Namen nach, suchte die Gesichter zu den Menschen, die wirklich lebten. Auch das Ballettstück „Der Faun“ von Waslaw Nijinsky kann gefunden und bestaunt werden. Und genau das machte für mich auch einen Teil des Reizes dieses Buches aus, diese erlebbare Geschichte, die noch immer gefunden werden kann. Bronia führt ein unstetes Leben. Reist von Ort zu Ort, immer auf der Suche nach Engagements und Auftritten. Festen Boden spürt sie nur selten. Immer an ihrer Seite ist ihre Mutter, Mamusia, die selbst Ballett tanzte und die Entbehrungen und Opfer kennt, die ein Leben als Tänzer unweigerlich mit sich bringen.

Bronia lebt in einer aufregenden Zeit, einer Zeit voller Umbrüche und Kriege. Sie erlebt sowohl den ersten als auch den zweiten Weltkrieg mit, und spürt die Auswirkungen des Zarensturzes. Trauert sie dieser prunkvollen Zeit nach? Nein. Sie will neues kreieren, die Welt mit ihrem Tanz verändern, Augen öffnen, ähnlich ihrem Bruder. Persönliche Schicksalsschläge geben sich bei ihr die Klinke in die Hand, und dass Genie und Wahnsinn nur einen Fingerzeig voneinander entfernt existieren, muss sie an ihren beiden Brüdern hautnah miterleben.

Fazit

Auch wenn gegen Ende hin ein wenig Flaute einkehrte, sich die Abschnitte etwas zogen, so habe ich den Lebensweg Nijinskas sehr gern verfolgt und war völlig gefangen in einer Welt aus Übungsstunden, Choreografien und wechselnden Arrangements. Man liest dieses Buch jedoch nicht der historischen Momente wegen, sondern aus Liebe zum Ballett.

Bewertung im Detail

Idee ★★★★★ ( 5 / 5 )

Handlung ★★★★☆ ( 4 / 5 )

Charaktere ★★★★☆ ( 5 / 5 )

Sprache ★★★★★ ( 4 / 5 )

Emotionen ★★★★☆ ( 4 / 5 )

= 4.4 ★★★★

schnörkel

5 Comments on “[Rezension] Eva Stachniak – Die Schwester des Tänzers

    • Hach Schwanenseee ist auch einfach wunderschön ♥ Bei mir gehört zB auch alljährlich der Opernbesuch mit dem Nussknackerballett dazu – immer wieder toll! Oder letzten Sonntag Giselle, das war auch wunderschön. Ballett ist einfach unglaublich faszinierend, finde ich ♥

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  1. Aah, steht noch ungelesen im Schrank!
    Das Buch ist natürlich ein absolutes Muss für mich und jaaa, ich denke, es wird als nächstes gelesen. Danke für die Erinnerung 😍

    Gefällt 1 Person

  2. Pingback: Rückblick auf den Januar – Buchperlenblog

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