[Rezension] Kurt de Swaaf – Der Geist des Ozeans

Eindrucksvolle Giganten der Meere, informativ und absolut lesenswert!

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Werbung | Autor: Kurt de Swaaf | Titel: Der Geist des Ozeans|
Erscheinungsdatum: 2017 | Verlag: Benevento |
240 Seiten | Genre: Sachbuch mit belletristischem Anteil |

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Den Untersuchungsergebnissen zufolge ernähren sich Pottwale vor den Azoren häufig von ziemlich kleinen Tiefseetintenfischen, deren durchschnittliches Gewicht weniger als 500 Gramm beträgt. Aus Walperspektive sind das höchstens Erdnüsse.

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Inhalt

Atmet einmal tief durch, bevor wir uns in die kalten Fluten der Ozeane werfen und zusammen mit dem Pottwal, dem größten bezahnten Lebewesen unserer Erde, in die Tiefsee hinabtauchen. Biologe und Journalist Kurt de Swaaf nimmt uns mit auf einen interessanten Trip, der sowohl Erzählerisches wie auch wissenschaftlich Fundiertes bereit hält. Seid ihr bereit, Physty  kennenzulernen?

Rezension

König aller Weltmeere

Schon immer hat es mir das blaue Element ganz besonders angetan. Aller Ursprung des Lebens, geheimnisvolle Welt der unbekannten Kreaturen. Der Pottwal dagegen ist durchaus bekannt, aber im Gegensatz zu den niedlich verspielten Delphinen doch noch immer eher mit negativen Eigenschaften behaftet. Jeder hat wohl schon von Moby Dick gehört, dem angeblich so blutrünstigen weißen Pottwal, den Melvilles Kapitän Ahab bis in den Tod jagt.

Dabei sind diese Giganten solch sanfte, schlaue Meeresbewohner. Kurt de Swaaf nimmt uns mit unter die Meeresoberfläche, um genau das selbst beurteilen zu können. Im erzählerischen Teil des Buches lernen wir Physty kennen. Der junge Pottwalbulle existiert wirklich. 1981 erlangte er einige Berühmtheit, da er aufgrund einer schweren Lungenentzündung vor Long Island strandete. Mit Hilfe vieler Freiwilliger gelang es, den kleinen Koloss zurück ins Meer zu befördern und ihn mit einigen Tricks auch von seiner Krankheit zu heilen. Kurt de Swaaf rekonstruiert anhand wissenschaftlicher Erkenntnisse sein Leben vor diesem bedeutsamen Ereignis und auch danach. Gleichsam schippern wir auf der Blue Island mit Kalliopi über das Mittelmeer, auf der Suche nach Walen, machen viele Fotos und sammeln Kot ein.

Das Mittelmeer? Ganz richtig! Denn auch wenn man das Mittelmeer als Europas Badewanne bezeichnet, so tummeln sich doch auch hier einige Exemplare des Leviathans. Immer im Wechsel zwischen Fiktion und Sachbuch schwebt man durch dieses informative Buch, das immer wieder mit interessanten Details aufwarten kann, die vielleicht auch jemand mit Vorkenntnissen noch verblüffen könnten. Neben dem Leben und der ausgeprägten Kommunikation der Pottwale lernen wir ebenfalls ihre Freunde und Feinde kennen, ihre Wanderrouten und die größte Gefahr für diese bedrohte Tierart: Den Menschen.

Kurt de Swaaf gibt Physty eine Stimme, ohne dass es merkwürdig wirkt. Der Wal denkt in seinen Sphären und wenn man sich einmal von dem Gedanken verabschiedet hat, das einzige Lebewesen auf der Welt zu sein, das sich für Artverwandte verständlich artikulieren kann, kann man Physty nur ins Herz schließen.

Fazit

Kurzweilig, interessant und mit liebenswertem Hauptcharakter. Wer mehr über die sanften Giganten der Weltmeere erfahren möchte, der ist hier richtig. Die Informationen sind verständlich geschrieben und können auch von weniger wissenschaftlicher Seite gut verstanden werden.

Bewertung im Detail

Idee ★★★★★ ( 5 / 5 )

Handlung ★★★★★ ( 4 / 5 )

Charaktere ★★★★★ ( 4 / 5 )

Sprache ★★★★★ ( 4 / 5 )

Emotionen ★★★★☆ ( 4 / 5 )

= 4.8 ★★★★★

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6 Comments on “[Rezension] Kurt de Swaaf – Der Geist des Ozeans

  1. Ich habe doch tatsächlich „dem größten bezahlten Lebewesen unserer Erde“ gelesen und mich gefragt: „Der Pottwal wird bezahlt? Wofür? Und von wem?“ – Ich glaube, ich brauche erst mal einen Kaffee … 😉

    Mein Sachbuch-Konsum ist zwar im Laufe der Zeit fast zum Erliegen gekommen, aber wer weiß … – alternativ fällt mir spontan auch jemand ein, dem ich das hier bald schenken könnte, insofern vielen Dank für den Tipp.

    Gefällt 1 Person

    • 😀 Das wäre doch eine nette Geste, oder nicht? Den Pottwal zu bezahlen. Im Übrigen „bezahlen“ wir ihn tatsächlich – mit Fischen, die er sich aus den Fangnetzen zieht, der schlaue Fuchs … äh… Wal.
      Die Mischung in diesem Buch aus Fiktion und Non-Fiktion ist mit Sicherheit auch etwas für jemanden, der eher selten zu Sachbüchern greift. Viel Freude am Verschenken auf jeden Fall!

      Gefällt 1 Person

  2. Huhu Gabriela,

    Bitte hör auf, immer so interessante Bücher über das Meer zu rezensieren, ich bin im Kopf immer noch auf einer Reise in die Tiefsee 🙂
    Gibt es denn Illustrationen in diesem Buch? Und wie sind die so?
    Azoren kann ich übrigens auch unabhängig von Walen sehr als Urlaubsziel empfehlen 🙂

    Liebe Grüße,
    Nico

    Gefällt 2 Personen

    • Hallo Nico –
      entschuldige bitte, aber … NEIN. 😀 Die Tiefsee ist einfach so unglaublich faszinieren,d und bei dieser lektüre hier habe ich auch oft an die Tiefseereise gedacht! Der Geist des Ozeans ist ein rein textliches Buch, aber dadurch, dass sich die Geschichte um Physty mit interessanten Informationen rund um Meer und Pottwale abwechseln, ist es kein staubtrockenes Sachbuch, durch das man sich quälen müsste 🙂

      Liebe Grüße!
      Gabriela

      Gefällt 1 Person

  3. Pingback: Rückblick auf den Januar – Buchperlenblog

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