Wenn eine Meerjungfrau das Land kennenlernen will …

Werbung | Autor: Christina Henry | Titel: The Mermaid |
Erscheinungsdatum: 2018 | Verlag: Titan Books | 321 Seiten | Genre: Fantasy / Adaption |
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One evening after a long day, he pulled up his net and found a woman in it – something like a woman, anyway, with black hair and eyes as grey as a stormy sea and a gleaming fish’s tail.
(S.3)![]()
Inhalt
Im Netz eines einsamen Fischers verfängt sich eine junge Meerjungfrau. Er lässt sie frei, doch sie verliert sich in der Einsamkeit, die dieser junge Mann ausstrahlt. Sie kehrt zu ihm zurück, um mit ihm an Land zu leben. Doch ein Menschenleben währt nicht ewig, das einer Meerjungfrau jedoch scheinbar schon. Und so verbreiten sich Gerüchte über sie, die auch zu Ohren des Showmans P.T. Barnum gelangen.
Rezension
Kreatur des Meeres
Dank der kleinen Meerjungfrau und speziell Arielle haben wir wohl ziemlich genaue Vorstellungen, wie eine Meerjungfrau auszusehen hat. Halb Frau, halb Fisch, immer schön, immer bezaubernd und liebreich. Doch die Meerjungfrau dieses Buches ist anders. Ihr Körper ist übersät mit schimmernden Schuppen, ihre Hände mit Schwimmhäuten und langen Krallen versehen, ihre Zähne spitz. Doch ihr Herz ist gut, so gut, dass sie sich in einen einsamen Fischer verliebt, ihr Leben unter dem Meer aufgibt, und unter größten Schmerzen zu ihm an Land kommt. Auch treibt sie Neugierde dahin, sie will das Leben außerhalb des Meeres kennenlernen. Doch dann bleibt sie für viele Jahre an der Seite des Fischers, vereint in Liebe.
Aber Menschen altern schneller als Meereskreaturen, und Jack stirbt. Amelie, wie sich unsere Meerjungfrau nennt, weicht nicht von ihrem Zuhause auf den Klippen, bis sie eines Tages Besuch aus dem fernen New York erhält. Der Anwalt des Museumsdirektors und Showman P.T. Barnum ist Gerüchten um eine echte Meerjungfrau gefolgt, und will nun Amelie für das Museum gewinnen.
Christina Henry hat sich bei dieser Adaption der Geschichte des bekannten Showmans P.T. Barnum angenommen. Dieser zeigte seinem Publikum 1842 tatsächlich ein Skelett einer Meerjungfrau, das an Gruseligkeit kaum zu übertreffen war.

Auch in Henrys Werk spielt dieses Skelett eine Rolle, doch führt sie die Geschichte weiter. Was, wenn es eine echte Meerjungfrau gegeben hätte? Eine, die einen Vertrag mit Barnum eingeht, um die Menschen von ihrer Existenz zu überzeugen? Eine, die zwar nicht dem gängigen Bild einer Meerfrau entspricht, aber die doch das Herz an der richtigen Stelle hat, sich nicht einschüchtern lässt und für sich selbst kämpft. Dabei passiert in der Adaption von Christina Henry gar nicht so viel. Wir erleben die Tage in New York und auf Reisen, doch Spannung kommt tatsächlich nicht wirklich auf. Die Autorin verschenkt viele Situationen, die der Geschichte den nötigen Drive gegeben hätten ein ums andere Mal. Dafür schwimmt sich Amelie als Protagonistin ins Herz des Lesers und lässt einen nicht mehr los. Auch die Nebenfiguren sind fein herausgearbeiet, so dass man Bezüge zu allen handelnden Personen nehmen kann. So liegt der Reiz der Geschichte mehr im Erleben dieser außergewöhnlichen Gestalt, denn im Handlungsrahmen an sich.
Fazit
In gewohnt schönem Stil schrieb Christina Henry mit The Mermaid eine ansprechende Adaption einer wahren Legende, die zwar weniger in der Handlung, aber dafür umso mehr in der Gestaltung der Figuren glänzen kann.
Bewertung im Detail
Idee ★★★★★ ( 5 / 5 )
Handlung ★★★☆☆ ( 3 / 5 )
Charaktere ★★★★★ ( 5 / 5 )
Sprache ★★★★☆ ( 4 / 5 )
Emotionen ★★★★☆ ( 4 / 5 )
= 4.2 ★★★★
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