[Rezension] Edo Popovic – Mondmeridian

Belehrend, steif und irgendwie einfach nicht meins!

Werbung | Autor: Edo Popovic | Titel: Mondmeridian |
Übersetzer:  Alida Bremer |
Erscheinungsdatum: Januar 2022 | Verlag: btb |
224 Seiten | Genre: Roman | 

Jedes Jahr wählte der Lehrer jemanden aus, ein Kind, ein Mädchen oder einen Jungen, und führte sie durch diesen Durchgang, und nie kehrten sie zurück. Das sei von Anbeginn so gewesen, antworteten die Erwachsenen, wenn sie gefragt wurden, warum das so sei, das sei Fabrikonschin: Sie werden fortgebracht, damit uns die Menschen von der anderen Seite in Ruhe lassen, damit sie nicht ins Tal kommen und uns vergiften.

(S.34)

Inhalt

Eine Geschichte aus vier unterschiedlichen Perspektiven. Eine Welt in Aufruhr, denn während die Reichen noch immer ein gutes Leben führen können, werden die Armen immer ärmer, Bettler bevölkern die Straßen von Zagreb. Und dann gibt es da die sogenannten Vergessenen, Menschen die angeblich abgeschottet in einem Paradies leben, fernab der restlichen Bevölkerung.

Rezension

Ein Buch voller Phrasen

Die Selection Reihe des btb Verlags bringt immer wieder außergewöhnliche Literatur auf den Markt. Vieles davon moche ich bisher davon sehr, einiges jedoch nicht. Diesmal war es leider wieder so, dass ich mit der Geschichte nichts anfangen konnte.

Wir begleiten abwechselnd Mirko, der einer Organisation angehört, die auf der Suche nach den Vergessenen ist. Dann gibt es da Kaj, der zu eben jenen Vergessenen gehört, die in einem Tal fernab der Menschheit leben. Außerdem begleiten wir Mila, die Tochter eines der reichsten Menschen von Zagreb, die angeblich nur noch ein Elternteil brauchte, um leben zu können. Und dann gibt es da noch Josip, einen ehemaligen Sicherheitsangestellten von SalarLab, die mit den Genen der Menschen anstellen, was auch immer ihnen einfällt.

Jeder Erzählabschnitt bekommt seinen eigenen Stil. Mirko kommt anfangs besonders zynisch der Menschheit gegenüber rüber, Josip sieht alles aus einem weißen Nebel heraus und wird vom Erzähler mit Du angesprochen. Kajs Abschnitte werden von haufenweisen Phrasen über den Menschen in all seiner Schlechtheit überschattet und Mila … Mila ist irgendwie nichts besonderes so richtig.

Der Klappentext des Buches versprach mir ein interessantes Ausgangsszenario, die Vergessenen und die Vergifteten, zwei Lager der Menschheit, die gegenseitig mit Vorurteilen aller Art zu kämpfen haben. Der Lehrer, der Kaj immer wieder von der Welt der Vergifteten erzählt, lässt an den Menschen außerhalb kein gutes Haar. Dabei hatte ich beim Lesen immer das Gefühl, als würde man mir mit erhobenem Zeigefinger Dinge über uns eintrichtern, die ich doch eigentlich schon weiß. Der Mensch ist schlecht, der Mensch tut Dinge, die er nicht tun sollte. Immer und immer wieder hätte ich das Phrasenschwein füttern können, wenn ich es gewollt hätte. Auch die anderen Abschnitte verloren mit der Zeit immer mehr ihren Reiz, keiner der Agierenden war mir sonderlich sympathisch und das Aufeinandertreffen der beiden Welten, die schlussendlich durch ein Experiment voneinander getrennt wurden, war mir schlichtweg egal. Schade, keine Selection für mich dieses Mal.

Fazit

Wenn man auf vermeindlich lehrreiche Monologe steht, dann mag das Buch sicherlich gefallen, mir fehlte es hier allerdings an allem anderen Drumherum, um die Geschichte lebhaft zu gestalten.

Bewertung im Detail

Handlung ★★☆☆☆ ( 2 / 5 )

Charaktere ★★☆☆☆ ( 2 / 5 )

Atmosphäre ★★☆☆☆ ( 2 / 5 )

Sprache ★★☆☆☆ ( 2 / 5 )

Emotionen ★☆☆☆☆ ( 1 / 5 )

1.8 ★★


Herzlichen Dank an den btb Verlag für die Bereitstellung eines Rezensionsexemplars!

One Comment on “[Rezension] Edo Popovic – Mondmeridian

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