Liebe Comic-Freunde –
und natürlich solche, die es noch werden wollen! Im vergangenen Jahr wuchs die Liebe zu Comics und Graphic Novels immer höher bei mir. Und irgendwann beschlich mich das Gefühl, mit einer klassischen Rezension nicht jedem Comic gerecht zu werden. Viele Geschichten sind als Reihen aufgebaut, entfalten erst nach und nach ihre Wirkung und einzelne Bände zu besprechen, ist manchmal auch nicht das Gelbe vom Ei.
Bei den Comicperlen auf dem Canapé (Kurz: das Comic-Canapé!) möchte ich einfach über Comics plaudern, die mir ins Auge fallen, möchte Reihen vorstellen, von denen ich denke, dass sie auch für andere sehr interessant sein könnten, egal ob sie neu oder älter sind. Setzt euch zu mir, lehnt euch zurück und lasst euch verzaubern! Denn heute lernen wir eine besondere Hexe kennen: Magda Ikklepotts!
François Debois | Krystel
Magda Ikklepotts

Werbung | Autor: François Debois | Zeichner: Krystel
| Titel: Magda Ikklepots |
Erscheinungsdatum: seit 2015 | Verlag: Splitter | Genre: Urban Fantasy|
Reihe: Band 3 von 3 erschienen |
Moderne Hexerei
Habt ihr auch diese eingestaubte Vorstellung, in der Hexen meistens alt, mit Hakennase und struppigem Haar ausgestattet sind, immer in einem großen Kessel rühren und wilde Sprüche murmeln? Dann wird euch Magda Ikklepotts kräftig durchschütteln! Denn Magda ist alles andere als antiquiert. Diese junge Frau lebt mitten unter uns in Paris, und sie nutzt ihre Gabe nicht im Verborgenen, nein, sie fliegt ständig auf den merkwürdigsten Dingen durch die Stadt – Hexenbesen adé!
Glyphen statt Zauberstäbe
In Magdas Welt leben Hexen und Menschen nebeneinander, Zauberei ist offiziell geduldet. Jedoch muss sich ein jeder mit magischer Begabung registrieren lassen und aufgewiegelt von der hetzerischen Rachel Saint-Ange bildet sich eine Gruppierung heraus, die gegen die Zauberer und Hexen der Stadt vorgehen wollen.
Zauberstäbe werden nicht gebraucht, denn es wird mit den Händen gezaubert. Die Magie wartet nur einen Fingerzeig entfernt – im wahrsten Sinne des Wortes, denn ein jeder Magier verfügt über sogenannte Glyphen, magische Zeichen, die sich auf den Fingerspitzen befinden.

Berührt man mit dem Daumen zwei weitere Fingerspitzen, so löst man einen Grundzauber aus. Je mehr Finger hinzukommen, desto feiner und präziser wird die angewandte Magie. Magda hat jedoch die seltene Doppelglyphe, denn ihre beiden Hände sind mit Zauberzeichen belegt. Während die linke Hand für Wahrnehmungs- und Schutzzauber zuständig ist, werden mit der rechten Hand Zauber der Zerstörung gewirkt.

Zu Beginn beherrscht Magda nur einige Grundzauber und nutzt diese mehr schlecht als recht für diverse Trickbetrügereien, um über die Runden zu kommen. Doch als das ZKA ( = das Zaubereikontrollamt) hinter ihr her ist, hat sie bald größere Probleme zu bewältigen. Denn etwas merkwürdiges geht um in Paris: In einem Seniorenheim verlieren Bewohner den Verstand und malen seltsame Zeichen an die Wände. Zusammen mit Inspektor Maulincourt betritt sie eine in der Zeit zurückversetzte Straße, an derem Ende ein Galgen steht. Und an diesem Galgen baumelt … Magdas längst verstorbene Mutter!

Spannung und Gefühl
So langsam spitzt sich die Lage immer mehr zu, und je weiter die Geschichte voran schreitet, umso tiefer wird man in düstere Geheimnisse der Hexerei gezogen. Magda erinnert sich an die Ermordung ihrer Eltern, als sie noch ein Kind und – völlig unschuldig – daran beteiligt war. Sie erfährt, wie viel Macht wirklich in ihr steckt und sie lernt, anderen zu vertrauen. Es ist kein klassischer Kampf zwischen Gut und Böse, denn nicht immer sind die Grenzen der Gesinnung so klar zu ziehen, wie es anfangs den Anschein hat.

Die Zeichnungen sind bezaubernd schön, eine jede ein kleines Kunstwerk. Schon früher haben mich die Illustrationen von Krystel in Ash von sich überzeugt, in Magda legt sie noch eine Schippe drauf. Unglaublich detailliert wandert man von Panel zu Panel, lacht und weint und bewundert die verschiedenen Szenen, egal ob magischer oder realer Natur. Auch der Humor kommt bei Magda nie zu kurz. Gerade Band 1 baut hier und da mangaeske Spitzen ein, wenn eine Karikatur Magdas eingeblendet wird, um ihren Gefühlen freien Lauf zu lassen. Auch Magpie, die geschwätzige Elster Magdas, sorgt immer wieder für Schmunzler. Leider verliert sich dieser Witz im Verlauf der Bände etwas, dafür bauen sich andere Gefühle auf. Denn neben aller Spannung bleiben romantische Emotionen nicht auf der Strecke. Aber nie überschatten sie die Geschehnisse, nie drängen sie sich unbedacht in den Vordergrund. Hier ist ein wunderbarer Spagat gelungen, um hin und wieder den Ernst der Lage zu glätten und gleichzeitig für zartes Schmetterlingsflattern in der Bauchgegend zu sorgen.

Magda Ikklepotts ist auf jeden Fall ein Erlebnis, das in keiner Comic-Sammlung fehlen sollte. Haupt- und Nebenfiguren haben sehr viel Charaktertiefe bekommen und ein jeder wird seinen Liebling finden. Ich mochte ja ganz besonders Grou und Glii, die beiden Alraunen, die Magda und den Anderen immer wieder hilfreich zur Seite stehen.
Und, seid ihr nun auch schon verhext?
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Die Magda Ikklepotts Reihe:
Weitere Comicperlen auf dem Canapé:
Malcolm Max – Der vielleicht charmanteste Dämonenjäger der Welt
Die drei Geister von Tesla
Magda Ikklepotts – Gründlich verhext!

![[Comicperlen] Magda Ikklepotts – Gründlich verhext!](https://buchperlenblog.com/wp-content/uploads/2019/05/comicperlen_canape_titelbild.jpg?w=1000)





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