Eine sommerlich leichte Lektüre mit kleineren Schwächen

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WerbungErscheinungsdatum Erstausgabe: 02.05.2018 | Verlag: HarperCollins

Flexibler Einband 400 Seiten | Genre: Zeitreiseroman

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Liam war gut darin, einen Gentleman dieser Epoche zu spielen, aber konnte er auch ins Schlafzimmer eines Kranken gehen und überzeugend einen Arzt geben?

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Inhalt

In der Zukunft ist es Menschen möglich, Reisen durch die Zeit zu begehen. Was läge also näher, als einen Abstecher ins Jahr 1815 zu machen, dem Jahr, in dem Jane Austen das Manuskript zu The Watsons ihrer Schwester gegenüber erwähnt, welches angeblich nie beendet wurde. Was, wenn man das Manuskript retten könnte?

Rezension

Liam und Rachel sind ausgewählt worden, sich auf eine heikle Reise ins England des frühen 19. Jahrhunderts zu begeben, um sich mit Jane Austen und ihrer Familie anzufreunden, und um schlussendlich das fertige Manusktipt von The Watsons zu finden und vor der Vernichtung zu bewahren. Dass damit das Wahrscheinlichkeitsfeld und somit der Lauf der Geschichte maßgeblich verändert wird, bleibt nicht außen vor.

Die Autorin hat sich viel Mühe gegeben bei der Ausarbeitung der Sprache und Gewohnheiten zu Jane Austens Zeiten. Der geneigte Austen-Leser wird sich wohl fühlen, versuchen sich Liam und Rachel doch redegewandt anzupassen. Zwar kann man nicht gerade von einer Jagd in diesem Buch sprechen, doch die vielen Besuche bei Jane und ihrer Familie, insbesondere bei Henry Austen, der sichtlich angetan von Rachel ist, haben mir wirklich gut gefallen. So gut, dass ich mir wünschte  selbst zurück reisen zu können.

Allerdings schleppt sich die Handlung ab einem gewissen Zeitpunkt deutlich dahin und es passiert nichts nennenswertes. Einzig die herrlichen Dialoge retten über einige weitschweifige Kapitel hinweg. Natürlich darf auch ein romantisches Abenteuer nicht fehlen, immerhin sind wir in Jane Austens Wirkungskreis. Zwischen dem liebestollen Henry Austen und ihrem reservierten Kollegen Liam schweifen Rachels Gedanken häufig ab, sehr zu meinem Leidwesen. Denn diese sexuell anzüglichen Gedanken wollten partout überhaupt nicht in die Welt Austens passen, die die Autorin wiederauferstehen lassen wollte. Ich wollte Romantik und bekam klischeehafte, aufkeimende körperliche Anziehung. Ich bin nicht verklemmt, aber es passte für meine Begriffe überhaupt nicht in dieses Setting und ich hätte gut und gern darauf verzichten können.

Ebenfalls etwas unzufrieden ließen mich die kurzen Bröckchen zurück, die die Autorin in ihre Beschreibungen der zukünftigen Welt einwarf. Sie spricht ein großes Sterben an, sowie Nahrung aus 3D-Druckern, doch irgendwie konnte ich mit den Häppchen nicht viel anfangen, wusste nicht, wofür sie relevant sein könnten. Besonders fehlte mir der Zusammenhang zur Mission der beiden Protagonisten. Natürlich liebe ich Jane Austen wirklich sehr und natürlich verstehe ich, wieso man ein Manuskript von ihr retten wollen würde, wenn man in der Zeit zurück reisen kann. Doch wäre das in meinen Augen nicht unbedingt eines der ersten Dinge, die ich täte, wenn es in unserer Vergangenheit solch ein großes Sterben gäbe. Kurzum: Auch hier hätte ich einfach darauf verzichten können.

Fazit

Nette Unterhaltungslektüre für Jane-Austen-Liebhaber, welche ein paar Abstriche in der Handlung verkraften können. Es mangelt etwas an Spannung und dem Austenschen Feingefühl für Liebesschwüre, punktet jedoch wieder in der schön herausgearbeiteten Sprache der Zeit.

Bewertung im Detail

Idee ★★★★☆ ( 4 / 5 )

Handlung ★★★☆☆ ( 3 / 5 )

Charaktere ★★★★☆ ( 4 / 5 )

Sprache ★★★★☆ ( 4 / 5 )

Emotionen ★★★☆☆ ( 3 / 5 )

=3.6 ★★★★

 

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Herzlichen Dank an den HarperCollins Verlag für die Bereitstellung eines Rezensionsexemplares!

10 Antworten zu „[Rezension] Kathleen Flynn – Jane Austen: Jagd auf das verschollene Manuskript“

  1. Avatar von msmedlock

    Hallo, Gabriela!
    Die Idee klingt auf jeden Fall sehr nett. Schade, dass die Umsetzung nicht überzeugen konnte.
    Was mich jetzt viel mehr interessieren würde: wie viel ist an einem verschollenen Manuskript dran? Ich bin Austenmäßig nicht ganz up to date, fürchte ich. Davon hab ich auf jeden Fall noch nie gehört. Reine Erfindung der Autorin?
    LG, m

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    1. Avatar von Buchperlenblog

      Hallöchen!
      Also es gibt das Buch über die Watsons wirklich, allerdings stammen nur die ersten Kapitel original von Jane Austen. Die Geschichte wurde dann von jemand anderem weitergeschrieben und beendet – und das gar nicht schlecht! Das Buch hier spielt mit der Idee, dass in den Watsons zu viel von Janes eigener Geschichte mitspielt und sie es deswegen nicht veröffentlicht und schließlich vernichtet.

      Liebe Grüße!
      Gabriela

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      1. Avatar von msmedlock

        Ehrlich?! Das wusste ich echt nicht. Aber du bist in solchen Dingen immer besser informiert als ich. 😉 Wer hat es denn fertig geschrieben? 😮
        LG, m

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      2. Avatar von Buchperlenblog

        😅 Ich habe die Werke von ihr komplett daheim stehen – ich verehre sie quasi 😄 ich glaube aber, der Verfasser ist anonym geblieben, zumindest kann ich mich da auch an niemanden erinnern. 🤔

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      3. Avatar von msmedlock

        Schade, ich hätt’s mir gerne mal angeschaut. 🙂

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  2. Avatar von Jill von Letterheart

    Liebe Gabriela,

    Eine wirklich schöne und ehrliche Rezension! Ich schleiche jetzt schon seit längerem um dieses Buch herum, war mir aber nie so sicher, wie ich es einschätzen soll.
    Da hast du mir auf jeden Fall weitergeholfen- vielen lieben Dank!

    Liebste Grüße ❤ Jill

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    1. Avatar von Buchperlenblog

      Liebe Jill!
      Das Buch ist wirklich nicht schlecht, hat aber eben auch so seine Schwächen. Da muss man für sich selbst entscheiden, ob man damit leben kann 🙂

      Liebe Grüße!
      Gabriela

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  3. Avatar von Rückblick auf den Oktober – Buchperlenblog

    […] Kathleen Flynn – Jane Austen: Die Jagd auf das Manuskript […]

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  4. Avatar von Rückblick auf den November – Buchperlenblog

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Mein Name ist Gabriela, und seit 2017 findet ihr hier Buchtipps aus diversen Genres. Egal ob Fantasy, Horror oder Geschichten aus dem wahren Leben, übersetzt oder englisch –
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