[Rezension] Gerard Donovan – Winter in Maine

Ein Kammerspiel in den Weiten eines Waldes mitten in Maine.

Werbung | Autor: Gerard Donovan | Titel: Winter in Maine |
Übersetzer:  Thomas Gunkel |
Erscheinungsdatum: November 2021 | Verlag: btb |
282 Seiten | Genre: Roman | 

Bewertung: 4 von 5.

Ich glaube, ich habe einen Schuss gehört.

(S.11)

Inhalt

Ein Mann lebt allein in einer Hütte im Wald. Er lebt hier schon sehr lange, sein Vater zog damals mit ihm hier raus in die Wildnis, allein mit sich und 3000 Büchern, die ihn im Winter vor der Kälte und der Einsamkeit schützen sollen. Dann trat eine Frau in sein Leben und mit ihr ein Hund, sein Hund. Hobbes.

Und nun wurde er erschossen.

Rezension

Ein brutales, gewissenloses
Kammerspiel

Wie mag es wohl sein, wenn man allein in der Wildnis lebt, sein Leben nichts anderes kannte? Was, wenn man dann jemanden in sein Leben lässt, erst eine Frau, dann einen Hund, und beide dann wieder verschwinden? Winsome wird genau das herausfinden.

Claire bleibt nur einen Sommer lang bei ihm, zieht dann zurück in die Stadt und zu einem Mann, der alles ist, was Winsome ihr nicht bieten kann. Doch dank ihrer kurzen Liason hat er nun einen neuen Freund: Hobbes. Doch Hobbes wird erschossen, von wem wissen wir nicht. Aber in Winsome entbrennt ein Rachegefühl für seinen ermordeten Freund, dem er ohne jegliche Gewissensbisse nachgeht. Und so zieht er in einen einsamen Krieg gegen die Jäger, die sich in seinen Wald verirren, immer in der stillen Hoffnung, schlussendlich den richtigen zu erwischen.

Die Geschichte wird schnörkellos erzählt, kühl, beinahe rational, wären da nicht diese völlig irrationalen Handlungen des Protagonisten. Auch wenn ich seine Reaktion durchaus nachvollziehen kann; wäre Hobbes mein Hund, der Täter hätte ebenfalls nichts mehr zu lachen. Und doch kommt man nicht umhin, den Kopf zu schütteln, sich zu fragen, ob die EInsamkeit der Wälder unseren Protagonisten so hat werden lassen, ob er schon früher gewaltbereit war, ob es nur einen Auslöser brauchte, der sein Innerstes nach außen stülpte.

Fazit

Eine merkwürdige Geschichte, sicherlich nicht jedermanns Sache und doch habe ich Winsome so weit verstanden, dass ich ebenfalls wollte, dass er endlich den richtigen treffen würde – und ungeschoren davonkommt.

Bewertung im Detail

Handlung ★★★☆☆ ( 3 / 5 )

Charaktere ★★★★☆ ( 4 / 5 )

Atmosphäre ★★★★☆ ( 4 / 5 )

Sprache ★★★★★ ( 4 / 5 )

Emotionen ★★★★☆ ( 4 / 5 )

3.8 ★★★★


One Comment on “[Rezension] Gerard Donovan – Winter in Maine

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