[Rezension] Mary Robinette Kowal – Die Berechnung der Sterne

Werbung | Autor: Mary Robinette Kowal | Titel: Die Berechnung der Sterne |
Übersetzer:  Judith C. Vogt |
Erscheinungsdatum: Januar 2022 | Verlag: Piper |
512 Seiten | Genre: Science Fiction | Reihe: Band 1 von 3

Bewertung: 3 von 5.

Erinnerst du dich daran, wo du warst, als der Meteor eingeschlagen hat?

(S.11)

Inhalt

1952 schlägt ein riesiger Meteorit auf der Erde ein. Jeder, der sich in diesem Moment in einem Radius von achthundert Kilometern von Washington D.C. befunden hat, konnte das gleißende Licht sehen. Die Hauptstadt ist verschwunden, Tsunamis löschten ganze Küstenabschnitte aus. Elma York und ihr Ehemann hatten Glück, sie waren zu dem Zeitpunkt weit genug entfernt, um nicht von den unmittelbaren Folgen betroffen zu sein. Doch das, was dieser Einschlag mit der Erde und ihrem Klima anrichtet, wird für alle spürbar sein. Es wird Zeit, sich nach einer alternativen Besiedelung der Planeten umzuschauen, und Elma möchte eine der ersten Astronautinnen im Weltall sein.

Wenn da nicht die Zwänge ihrer Zeit wären.

Rezension

Science Fiction im
Historiengewand

In den 1950ern war das allgemein verbreitete Weltbild, was Frauenrechte anbelangt, noch ein gänzlich anderes als heute. Frauen gehörten in die Küche, nicht in die Luft und schon gar nicht ins Weltall. Mary Robinette Kowal entwirft in Die Berechnung der Sterne eine alternative Vergangenheit mit Elma York als Vorreiterin für Astronautinnen. Sie hat einen Doktortitel in Physik und Mathematik, kann im Kopf zusammenrechnen, was andere nicht einmal mit dem Rechenschieber vermögen. Sie war eine der Pilotinnen im zweiten Weltkrieg, die als WASP Flugzeuge in wichtige Gebiete flogen. Und doch kann sich keiner der Männer bei der NASA vorstellen, dass sie sich ebenfalls als Astronautin eignen würde.

Der Meteoriteneinschlag macht nun jedoch ein Umdenken mehr als nötig. Nach dem vier Jahre andauernden Wintereinbruch auf der Erde, beginnt nun die Temperatur immer unerträglicher in die Höhe zu klettern, so dass bald kein Leben mehr auf unserem Planeten möglich sein wird. Elma kämpft mit anderen Pilotinnen um die nötige Aufmerksamkeit, um endlich das gängige Frauenbild umzukrempeln und um zu beweisen, dass sie genauso für eine Mission und Kolonisierung auf anderen Planeten wichtig und geeignet sind.

So weit, so gut. Doch irgendwie wurde ich mit Elma nicht wirklich warm. Sie war mir nicht greifbar genug, hatte zu wenig Ecken und Kanten und schien mir allgemein ein rechtes Wunderkind zu sein. Selbst ihre Angst vor größeren Menschenmengen zu sprechen, erwies sich als nebensächlich, denn trotzdem gelingt ihr jeder Auftritt tadellos. Außerdem gab es da etwas, das mich zusehends immer mehr störte, je öfter mir dieser Fehler vor Augen kam. Relativ am Anfang des Buches erklärt Elma uns Lesern den Unterschied zwischen einem Meteor und einem Meteoriten. Der eine verglüht beim Eintritt in unsere Atmospäre, der andere schlägt auf. Auch sagt sie, dass sie die Menschen ziemlich schnell nicht mehr korrigiert habe, nutzt aber in schönster Regelmäßigkeit dann selbst den fälschlichen Ausdruck Meteor anstelle von Meteorit. Wenn es Unwissende falsch benutzen, kann ich das verstehen und als literarischen Kniff sehen. Wenn es sogar die Doktorantin und angehende Astronautin immer wieder falsch benutzt, nicht.

Das Buch endet offen und macht neugierig auf den Folgeband, auch wenn ich mir bereits im Vorhinein gewünscht hätte, dass es besser ersichtlich ist, dass es sich hierbei nicht um einen Einzelband handelt.

Fazit

Ein interessantes alternatives Szenario der fünfziger Jahre, bei dem sich neue Wege für die Menschheit öffnen. Mir war es teilweise ein wenig zu langatmig im Mittelteil, außerdem passiert die Katastrophe scheinbar nur in Amerika – der Rest der Welt wird kaum genannt, wir bleiben sehr stark auf Elma York und ihren Weg ins Weltall fixiert. Trotzdem ist dieses Buch lesenswert für alle, die sich für diese Thematik interessieren.

Bewertung im Detail

Handlung ★★★★☆ ( 4 / 5 )

Charaktere ★★★☆☆ ( 3 / 5 )

Atmosphäre ★★★★☆ ( 4 / 5 )

Sprache ★★★☆☆ ( 3 / 5 )

Emotionen ★★★☆☆ ( 3 / 5 )

= 3.4 ★★★


Herzlichen Dank an den Piper Verlag für die Bereitstellung eines Rezensionsexemplars!

3 Comments on “[Rezension] Mary Robinette Kowal – Die Berechnung der Sterne

  1. Pingback: Rückblick auf den Januar – Buchperlenblog

  2. Für mich ein enttäuschendes Buch…Sowohl hinsichtlich der Handlung (es ist ziemlich schnell klar, wie das Buch endet, kein Spannungsbogen), als auch hinsichtlich der fleißig abgearbeiteten Problempunkte ( Frau- Mann, weiße und farbige, jüdische und nichtjüdische und so weiter..) und nicht zuletzt wegen der angestrengten,/ verklemmten erotischen Komponente, die irgendwie auch noch regelmässig mit in den Plott musste.. Zuviel gewollt, nicht überzeugend umgesetzt.

    Gefällt 1 Person

    • Hallo!
      Kann ich so ungefähr auch unterschreiben, Dazu die mir nie wirklich sympathische Protagonistin, die irgendwie immer zu perfekt rüberkam, da wars auch bei mir mit der Faszination vorbei. Leider.

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