[Rezension] Bryn Greenwood – Unser leichtfertiger Eid

Ein modernes Märchen, mitreißend und spannungsgeladen!

Werbung | Autor: Bryn Greenwood | Titel: Unser leichtfertiger Eid |
Übersetzung: Simona Turini |
Erscheinungsdatum: September 2021 | Verlag: Festa |
544 Seiten | Genre: Roman |

Bewertung: 5 von 5.

Frauen wie ich, also Frauen, die wirklich wie ich waren, waren keine meisterhaften Manipulatorinnen.
Wir waren brennende Müllkippen des Misserfolgs.

(S.380)

Inhalt

Zhorzha Trego ist eine junge Frau, deren Leben alles ist, nur nicht einfach. Die Mutter ist schwer adipös und ein ausgewachsener Messie, die Schwester LaReigne lässt sich beständig auf die falschen Männer ein, und das Geld der Familie ist auch eher knapp bemessen. Umstände, die sie nicht gerade in den alten Adelsstand heben würden – und doch ist sie für Gentry Frank die Lady Zhorzha. Und er schwört ihr den Eid, sie vor allem Übel der Welt zu beschützen.

Rezension

Ein modernes Märchen, irgendwie.

Die Geschichte rund um Zhorzha – der Einfachheit halber auch Zee genannt – und Gentry, ist eine Geschichte über Freundschaft und Liebe, Gewalt und Zärtlichkeit – und über den Sinn von Gerechtigkeit.

Sie sind beide Außenseiter: Zhorza aufgrund ihrer seltsamen Familienverhältnisse – der Vater im Gefängnis gestorben, die Mutter ein Messie, die beiden Schwestern irgendwie immer knapp bei Kasse und auch sonst nicht unbedingt die Vorzeigekandidaten beim Glücksrad des Lebens – und Gentry, der mit seinem Autismus und seinen inneren Stimmen immer wieder aneckt in der Gesellschaft, und dessen Sprache nicht gerade zeitgemäß zu nennen ist. Zwei Außenseiter, die zueinander finden und dabei nicht immer alles richtig machen. Helden eines modernen Märchens, das mit Ecken und Kanten aufwartet, mit Situationen, bei denen sich die Haare sträuben, bei denen man mit den Figuren hadert, sie und ihre Entscheidungen in Frage stellt. Und die schlussendlich doch so sehr menschlich sind.

Gentry hat geschworen, für seine Lady Zhorzha ein Ritter zu sein, ihr Champion, jemand, der sie vor allen Gefahren der Welt beschützt. Dass ihre Schwester als Geisel bei einem Gefängnisdrama verschleppt wird, ist nicht der Auslöser für diese Art Beziehung, sondern nur ein weiterer zerstörter Meilenstein in Zhorzhas Leben. Dank Gentry lernt sie jedoch, sich auf jemanden zu verlassen, und muss dabei auf einem schmalen Grad balancieren, zwischen Hilfe anzunehmen – und auszunutzen.

Einzig das Ende erschien mir etwas schnell herbeigeführt, zusammengefasst, abgekürzt. Schade, aber nur ein kleiner Wermutstropfen.

Fazit

Ein faszinierendes Buch, dass dank seiner lebendig gezeichneten, unperfekten Figuren absolut mitreißend ist. Ein modernes Märchen über einen Rittersmann, der auszog, seine Lady zu schützen.

Bewertung im Detail

Idee ★★★★★ ( 5 / 5 )

Handlung ★★★★☆ ( 4 / 5 )

Charaktere ★★★★★ ( 5 / 5 )

Sprache ★★★★★ ( 5 / 5 )

Emotionen ★★★★★ ( 5 / 5 )

= 4.8 ★★★★★

10 Comments on “[Rezension] Bryn Greenwood – Unser leichtfertiger Eid

  1. Liebste Gabriela,

    das klingt einfach phantastisch und wandert somit direkt auf meine überquellende Wunschliste!

    Herzliche Grüße und einen guten Start in den Oktober
    Bella

    Gefällt 1 Person

    • Liebste Bella!
      Den Stimmen auf dem Buchrücken nach hätte ich angenommen, dass das Buch noch ein wenig dramatischer gewesen wäre, aber wenn man das Buch liest und diese Stimmen ausblendet, dann ist es eine wirklich ganz fabelhafte Geschichte ❤️

      Gefällt 1 Person

  2. Pingback: Rückblick auf den September – Buchperlenblog

  3. Hallo, Gabriela!
    Ich habe das Buch auch hier liegen und freu mich nach dem Lesen deiner Rezension noch mehr darauf, es bald zu beginnen. Ich bin sehr gespannt. 🙂
    Viele liebe Grüße
    Tina

    Gefällt 1 Person

    • Huhu liebe Tina!
      Da bin ich aber gespannt, wie dir die Geschichte gefallen wird und was du am Ende dazu sagst =) Mir wird sie auf jeden Fall im Gedächtnis bleiben.

      Liebe Grüße!
      Gabriela

      Gefällt mir

  4. Hallo Gabriela,

    das Buch hatte ich vorbestellt und mich nach einiger Zeit gefragt, ob dieser Impuls nicht ein Fehler war. 😀 Jetzt bin ich beruhigt. Ich denke, dass es mir gefallen wird. Danke für die Rezi!

    Liebe Grüße,
    Nicole

    Gefällt 1 Person

  5. Pingback: [Die literarischen Musketiere] Pretty in Orange im Kürbismonat – Buchperlenblog

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