[Rezension] Makoto Shinkai & Naruki Nagakawa – Das Geschenk eines Regentages

Von der Gemeinschaft zwischen Katzen und Menschen.

Werbung | Autor: Makoto Shinkai & Naruki Nagakawa | Titel: Das Geschenk eines Regentages |
Übersetzung: Heike Patzschke |
Erscheinungsdatum: April 2021 | Verlag: Fischer |
255 Seiten | Genre: Kurzgeschichten |

Bewertung: 3 von 5.

Feiner, nebelgleicher Regen fiel auf mich herab.
Ich lag neben dem Fußweg.
Die Menschen, die an mir vorbeigingen, warfen nur einen kurzen Blick auf mich, um dann schnell weiterzueilen.

(S.9)

Inhalt

Vier kurze Geschichten über Menschen mit großen Problemen, denen sich im Laufe ihres Lebens eine Katze anschließt. Über die heilsame Wirkung eines tierischen Begleiters in unseren hektischen Zeiten.

Rezension

Zu simpel

Dass mich japanische Literatur fasziniert, ist nichts neues. Dass mich dabei die wenigsten japanischen Schriftsteller jedoch von sich überzeugen können, ebenfalls. Und doch habe ich erneut zu einem solchen Buch gegriffen, in der stillen Hoffnung, endlich eines besseren belehrt zu werden. Und die Hoffnung war groß, ist doch Makoto Shinkai in der Welt des japanischen Anime keine unbekannte Größe und gerade sein Film Your Name konnte mich zu Tränen rühren.

Zunächst lernen wir den kleinen Kater Chobi kennen. Von seine Vorbesitzern ausgesetzt, hockt er im Regen in einem Pappkarton auf der Straße. Schon allein diese Einstiegszene lässt Erinnerungen an Disneys Oliver & Co wachwerden und zaubert bedrückende Bilder in meinen Kopf. Die junge Japanerin Miyu sammelt ihn schließlich ein und gibt ihm ein neues Zuhause. Sie hat es schwer in der Welt, versteht die Menschen wenig und weiß sich nie so recht zu artikulieren. Alle vier Geschichten beschäftigen sich mit Menschen, die mehr oder weniger zufällig einen katzenhaften Begleiter bekommen, und werden abwechselnd aus der Sicht der Menschen und der, der Katzen erzählt. Dabei verstricken sich die einzelnen Fäden miteinander immer mehr. Wir erleben Schaffenskrisen einer jungen Malerin und den Verlust einer guten Freundin, große Ereignisse im Leben eines Menschen.

Was wundervoll klingt, war in der Umsetzung jedoch ein wenig arg platt. Simpelste Satzgefüge, bestenfalls stupide zu nennende Dialoge zwischen Menschen und Menschen, oder Katzen und Katzen sind die Folge. Während die Beschreibungen der Szenen an sich durchaus ein magisches, bedrückendes Gefühl aufkommen lassen, findet dies alles ein abruptes Ende, sobald sich die handelnden Charaktere unterhalten. „Er ist gestorben.“ – „Ach, so ist das also.“ Und dann weiter im Text. Nicht selten verdrehten sich meine Augen bei diesen völlig nichtigen Gesprächen, war doch der Kern des Gesprächs eigentlich nicht uninteressant. Schade, da hätte ich mir wirklich ein tiefergehendes Erleben des Buches gewünscht.

Fazit

Ein Buch mit einer schönen Botschaft, die den Zusammenhalt zwischen Mensch und Tier zeigt, aber eben auch ein Buch von ziemlich seichter Sprache

Bewertung im Detail

Idee ★★★★☆ ( 4 / 5 )

Handlung ★★★☆☆ ( 3 / 5 )

Charaktere ★★★☆☆ ( 3 / 5 )

Sprache ★★☆☆☆ ( 2 / 5 )

Emotionen ★★★☆☆ ( 3 / 5 )

= 3 ★★★

schnörkel

Herzlichen Dank an den Fischer Verlag für die Bereitstellung des Rezensionsexemplars!

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One Comment on “[Rezension] Makoto Shinkai & Naruki Nagakawa – Das Geschenk eines Regentages

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