[King-Universum] Billy Summers

Werbung | Autor: Stephen King | Titel: Billy Summers |
Übersetzung: Bernhard Kleinschmidt |
Erscheinungsdatum: August 2021 | Verlag: Heyne |
720 Seiten | Genre: Roman |

Bewertung: 5 von 5.

Billy Summers sitzt in der Hotelhalle un d wartet darauf, abgeholt zu werden.

(S.9)

Inhalt

Billy Summers ist ein Auftragskiller, der sich nun, mit Mitte Vierzig, jedoch so langsam in den Ruhestand begeben möchte. Doch der berühmte letzte Coup wartet noch auf ihn, einer, bei dem ihm eine unverschämte Stange Geld winkt. Und vielleicht auch sein Schicksal, auch wenn er an das eigentlich nicht glaubt.

Rezension

Der letzte Coup

Billy Summers, der vor seinen Auftraggebern eher den Einfältigen mimt, ist alles andere als dumm. Selbst mit den Marines im Irak stationiert gewesen, weiß er, dass man im Leben Köpfchen braucht, um zu überleben. Und trotzdem gibt er sich etwas rückständig, wenn er einen neuen Auftrag annimmt, liest Comics anstatt großer Literatur, öffnet die Augen etwas weiter als gewöhnlich. Die Masche zieht, Billy – auch wenn als lautloser Killer bekannt – ist in den Augen von Nick einfach nicht die hellste Kerze auf der Geburtstagstorte. Umso besser, sollte man ihn eines Tages übers Ohr hauen wollen. Das spürt Billy, er hat bereits genug Filme über den berühmt-berüchtigten letzten Coup gesehen, um zu wissen, wie so etwas abläuft. Der Killer bezahlt meistens mit seinem Leben.

Auffällig ist auch die unverschämt hohe Summe, mit der man Billy diesmal ködert, das weiß er, und dennoch nimmt er den Auftrag an. Er soll sich in einem kleinen Ort einnisten, soll dort der nicht mehr ganz so fremde Fremdling sein, wenn es zum großen Showdown kommt – ein Schuss auf einen Häftling, der ein großes Geheimnis mit sich herumträgt.

King zeigt in der Geschichte von Billy Summers wieder einmal, welch großes Talent zum beschaulichen Erzählen er eigentlich hat. Fernab größerer Gewaltausbrüche oder gar gruseliger Elemente entspinnt sich eine mitreißende Geschichte um einen Auftragskiller, der es sich zur Aufgabe gemacht hat, nur wirklich schlechten Menschen das Leben zu nehmen. Dass er dabei selbst zu einem solchen wird, vergräbt er tief in den eigenen Gedanken. Apropos Gedanken: Wäre Billy nicht auf die tödliche Seite des Lebens geraten, so wäre er womöglich ein prima Schriftsteller geworden, denn im Laufe seines letzten Abenteuers beginnt er damit, uns sein Leben zu erzählen. Eine Geschichte in der Geschichte, deren Erzählstimme wechselt, je tiefer wir hinab steigen in die zugeschlagenen Kellerlöcher seines Irak-Aufenthalts.

Auf stattlichen 720 Seiten wächst uns Billy – oder David, oder Dalton, wie er im Laufe der Geschichte heißen wird – immer mehr ans Herz. Wir meinen, ihn von allen Seiten her zu kennen, er ist ein guter Kerl mit einer dreckigen Arbeit. Dass er auch anders kann, das zeigt er uns hin und wieder kurz, zwei Seiten einer Medaille. Auch das Mädchen, das bereits auf der Rückseite des Buches angesprochen wird, ist vielschichtig, wenn auch nicht so, wie es Billy ist. Vom eigenen Schicksal gebeutelt, begleitet sie ihn auf seinem Weg quer durch Amerika und erinnert Billy dabei immer wieder an eine Gegenwart, die durch eine schlimme Vergangenheit ausgelöscht wurde.

Übrigens: Natürlich finden sich auch in Billy Summers Hinweise auf frühere Werke Kings. Im Laufe des Abenteuers befinden wir uns in der Nähe von Sidewinder, stehen sogar auf einem Aussichtspunkt, der unseren Blick auf die Überreste des Overlook Hotels gewährt. Moment, Überreste? Haben wir es nicht ganz deutlich gerade noch vor uns stehen sehen? Auch die Heckentiere tauchen wieder auf, wenn auch nur als Schatten ihrer selbst, aber deshalb nicht weniger gruselig als zu Shinings Zeiten.

Fazit

Ein rundum gelungenes Buch mit einem vielschichtigen, sympathischen Hauptcharakter, der uns mitnimmt zu seinem letzten Coup, seinem Schicksal und seiner Vergangenheit.

Bewertung im Detail

Idee ★★★★★ ( 5 / 5 )

Handlung ★★★★☆ ( 4 / 5 )

Charaktere ★★★★☆ ( 4 / 5 )

Sprache ★★★★★ ( 5 / 5 )

Emotionen ★★★★★ ( 5 / 5 )

= 4.6 ★★★★★

weitere Meinung

Bellas Wonderworld

schnörkel

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9 Comments on “[King-Universum] Billy Summers

  1. Guten Morgen meine Liebe,

    es war mir eine Freude „Billy Summers“ mit dir kennengelernt zu haben und deine Rezension ist genau auf den Punkt!

    Mein Beitrag ist auch schon geschrieben und wird bald online gehen können 🙂

    Hab einen schönen Freitag, den 13.

    Herzlichst
    Deine Bella

    Gefällt 1 Person

    • Guten Morgen, liebste Bella!
      Da kann ich dir nur zustimmen, auch wenn ich etwas langsamer war, der Austausch mit dir ist einfach Gold wert ❤️
      Ich verlinke dich, sobald es soweit ist =)

      Alles Liebe und pass besonders heute auf dich auf 😄

      Gefällt 1 Person

      • Das geht mir genauso, und ich kann es kaum erwarten, bis das Gruselbingo mit unseren nächsten #BuddyReads ansteht 👻

        Ich liebe ja Freitag, den 13., allerdings gab es heute den traurigen Anlass einer Trauerfeier (unser ehemaliger Nachbar wurde heute beerdigt).

        Bist du abergläubisch?

        Hab noch einen schönen Abend 🤗

        Gefällt 1 Person

  2. Pingback: {Rezension} Billy Summers von Stephen King ♣ Bellas Wonderworld

  3. Pingback: Rückblick auf den August – Buchperlenblog

  4. Hallo Gabriela!
    Ich bin genauso begeistert von dem Buch wie du. Einfach ein großartiges Meisterwerk von King!
    Ich kann deiner Rezension nichts mehr hinzufügen.
    Meine kommt in ein paar Tagen und dann natürlich auch mit deiner Verlinkung. 😉
    Liebe Grüße
    Diana

    Edit: Die kurzen Passagen mit dem Overlook mochte ich sehr gerne, ich liebe einfach solche King’schen Querverweise.

    Gefällt 1 Person

    • Huhu liebe Diana!
      Schön zu lesen, dass dich Billy Summers Geschichte auch so überzeugen konnte! Ich finde, King hat hier einen ganz besonderen Ton angeschlagen. ❤️

      Oh ja, ich fand das auch SO herrlich, diese gruseligen Heckentiere wieder zu sehen – die fand ich ganz besonders grässlich 😄

      Ich verlinke dich dann auch sehr gern zurück!

      Alles Liebe!
      Gabriela

      Gefällt 1 Person

  5. Pingback: Billy Summers von Stephen King

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