
Werbung | Autor: Stephen King | Titel: Die Augen des Drachen |
Übersetzung: Joachim Körber |
Erscheinungsdatum: 1985 | Verlag: Heyne |
380 Seiten | Genre: Fantasy / Märchen |

In einem Königreich namens Delain lebte einst ein König, der hatte zwei Söhne.
(S.9


Inhalt
Wenn ein König stirbt, erschüttert das das ganze Land. Gut, wenn die Thronfolge schon längst bestimmt zu sein scheint. Doch was, wenn finstere Mächte sich einmischen, Schicksal spielen und mörderische Verdachtsmomente auf eigentlich unschuldige Seelen lenken? Was, wenn niemand geringeres als Flagg im Königreich Delain den Hofzauberer gibt, um die Menschheit in blindes Chaos zu stürzen?
Rezension
Ein phantastisches Märchen
Es war einmal … Moment, lesen wir hier ein Buch von Stephen King oder ein Märchen? Beides! Denn dass King facettenreich ist, das wissen wir bereits. Und doch ahnte ich nicht, dass sich hinter dem klangvollen Titel Die Augen des Drachen ein ausgewachsenes Fantasy-Mittelalter-Märchen verbirgt.
König Roland von Delain (und ja, wer hier die Augenbrauen hebt, liegt ganz richtig) verlor seine junge Frau Sasha bei der Geburt seines zweiten Sohnes Thomas. Und scheinbar wird Thomas dieses Stigma während seiner gesamten Kindheit nicht los, denn der Lieblingssohn ist eindeutig der fünf Jahre ältere Peter. Der rechtmäßige Erbe des Throns, der starke, gewandte, in allem vorzuziehende Sohn Rolands. Doch nicht wenn es nach des Hofzauberers Nase geht. Denn Flagg (jawohl, der!) hat ganz eigene Pläne, und bei denen erweist sich ihm der jüngere Sohn als weitaus nützlicher. Derjenige, der missachtet wird, der sich aus Eifersucht und unerwiderter Vaterliebe windet und nach jedem Strohhalm greift.
Das ganze klingt nun erst einmal nach einem recht simplen Mittelalter-Plot, den wir so oder so ähnlich vermutlich schon oft in Geschichten vernommen haben. Doch Kings hier gewählter, plaudernder Erzählerstimme gelingt es, uns tief hinein zu ziehen in diese Welt, die so sehr nach dem Dunklen Turm Zyklus und ganz besonders nach Mittwelt schreit. Ganz, als würde man sein altes Märchenbuch aus der Ecke im Bücherregal hervorziehen, den Staub wegblasen und versinken, versinken, versinken in einer Welt der Magie, der Drachen und Monster, auch wenn sie in menschlichem Gewand um uns herumschleichen.
Übrigens: Neben den vielen auffallenden Ähnlichkeiten in der Namenswahl, zB Roland von Delain und Roland Deschain aus Mittwelt und (Randall) Flagg, finden sich auch noch einige andere Erinnerungen an den Dunklen Turm. Es ist fast, als wollte Stephen King uns hier eine Ebene des Dunklen Turms öffnen, um uns zu zeigen, wie Parallelwelten tatsächlich aussehen können.
Übrigens Nummer 2: Stephen King widmete dieses Buch nicht nur seiner Tochter Naomi, er schrieb es auch für sie. Denn auf die Frage, was sie denn in Büchern am liebsten mochte, antwortete sie mit Drachen. Und hier haben wir den Drachen, der diese Geschichte erst möglich machte, ohne dessen Augen die Geschichte eine andere wäre. Danke, Naomi.
Fazit
Ein herrliches Buch, das ich viel zu spät entdeckt habe – und dann auch noch in der gekürzten Version! Ein King, der so anders ist und doch so viel kingsche Persönlichkeit(en) in sich trägt, dass es auch denen gefallen könnte, die sonst nicht zum eigentlichen Meister des Horror greifen wollen.
Bewertung im Detail
Idee ★★★★★ ( 5 / 5 )
Handlung ★★★★★ ( 5 / 5 )
Charaktere ★★★★★ ( 5 / 5 )
Sprache ★★★★★ ( 5 / 5 )
Emotionen ★★★★★ ( 5 / 5 )
= 5 ★★★★★
weitere Meinung
Powerschnute | Lesenmachtglücklich


![[King-Universum] Die Augen des Drachen](https://buchperlenblog.com/wp-content/uploads/2020/06/king_universum_titel_2.jpg?w=1000)





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