Weitaus besser, als erwartet!

Werbung | Autor: Stephen King | Titel: Christine |
Übersetzung: Bodo Baumann |
Erscheinungsdatum: 1983 | Verlag: Heyne |
610 Seiten | Genre: Horror |

Dies ist die Geschichte einer Dreieicksbeziehung, könnte man sagen – Arnie Cunningham, Leigh Cabot und, natürlich, Christine. Aber sie sollten wissen, dass Christine zuerst kam. Sie war Arnies erste Liebe, und obwohl ich nicht meine Hand ins Feuer legen möchte (denn mit zweiundzwanzig kann der Mensch sich ja noch irren), möchte ich doch sagen, dass Christine seine einzige wahre Liebe gewesen ist. Deshalb ist diese Liebesgeschichte für mich eine Tragödie.
(S.5)


Inhalt
Auf jeder Schule gibt es einen Verlierer. Dieses Schicksal trifft auch Arnie Cunningham, das schüchterne Pickelgesicht. Doch zum Glück hat er Dennis Guilder als besten Freund, den Footballstar der High School, denn dieser hilft ihm immer wieder aus brenzligen Situationen heraus. Eines Tages fahren die beiden an einem schrottreifen ’58er Plymouth Fury vorbei, der zum Kauf angeboten wird. Schrottreif, ja, aber Arnie verliebt sich trotzdem augenblicklich in dieses Auto. Und so kommt alles schließlich ins Rollen.
Rezension
Oh, Christine!
Zugegeben, mit Geschichten über lebendig gewordene Gegenstände kann man mich eher selten locken. Zugegeben, dies war einer der Gründe, weshalb ich lange gezögert habe, bis ich in meinem Kingprojekt endlich zu Christine griff.
Zugegeben, dass ich mich gründlich getäuscht habe.
Denn Christine hat mir außerordentlich viel Spaß gemacht! Ich kann gar nicht so recht den FInger drauf legen, wann der Spaß so richtig begann. War es, als Dennis Guilder sich selbst das erste Mal hinter das Lenkrad des betagten Furys setzte und ihm seltsam einschmeichelnde Gedanken durch den Kopf gingen? Oder war es, als sein bester Freund Arnie langsam aber sicher begann, im wahrsten Sinne des Wortes, davonzudriften? Oder, als Christine sich immer mehr bemerkbar machte? Nun, ich weiß es nicht. Aber wenn Stephen King von sich selbst behauptet, beim Schreiben von Christine den meisten Spaß gehabt zu haben, so kann ich für mich sagen: Chapeau, der Spaß kam auch bei mir an.
Die ersten und letzten Kapitel werden uns von Dennis Guilder geschildert. Wie Arnie und er Christine finden, wie viel Ärger Arnies Eltern machen, nachdem sie den Wagen das erste Mal sehen. Wie Arnie sich immer mehr von Dennis abkoppelt (ha ha), um an Christine – und der Wagen ist immer Christine, niemals nur der Wagen für Arnie – herumzuschrauben. Doch auch wenn Arnie ein gutes Händchen für die Mechanik eines Autos besitzt, so kann sich Dennis trotzdem nicht erklären, wieso sich Risse in der Windschutzscheibe langsam schließen können, wieso eine Motorhaube zur Hälfte ausgetauscht zu sein scheint, während die andere Hälfte munter weiter vor sich hin rostet. Und verströmt Christine nicht auch einen immer widerlicheren Geruch nach Tod und Verwesung?
Natürlich wäre dies nur eine halbgare Geschichte, wären da nicht noch die Gangmitglieder um Buddy, der Arnie bereits seit langem schikaniert, und die sich Christine einmal so richtig vornehmen wollen. Und ein wenig (menschliche) Liebe darf natürlich auch nicht fehlen, denn je besser Christine ausschaut, desto mehr verliert auch Arnie sein schüchternes, verpickeltes Äußeres und weckt das Interesse der hübschen Leigh Cabot – ganz zum Verdruss unserer reizenden Lady in Red Christine natürlich.
Ob in Christine nun ein waschechter Dämon lebt, oder ob die Seele ihres vorherigen und besonders streitsüchtigen Besitzers hineingefahren ist, der plötzlich als untoter Beifahrer im Gammellook neben Arnie im Auto sitzt, das müsst ihr selbst herausfinden. Meine Bedenken hinsichtlich dieses Buches wurden jedenfalls bestens zerstreut.
Übrigens: In Kings Meisterwerk ES fährt Henry Bowers, der übelste der üblen Teenager von Derry, einen Wagen, der Christine zum Verwechseln ähnlich sieht!
Übrigens, Nummer 2: Wer noch nicht genug von verrückten Oldtimern hat, der sollte sich Joe Hills Christmasland nicht entgehen lassen. Denn die Verbindungen zwischen diesen beiden Büchern sind unübersehbar und heben das Spaßlevel beim Lesen direkt noch eine Treppenstufe höher.
Fazit
Auch wenn man diesem Buch zunächst vielleicht nicht so viel zutraut, kann man doch ganz beherzt zugreifen. Denn Christine macht Spaß, wirklich wahrhaftig, sage meinen Dank.
Bewertung im Detail
Idee ★★★★☆ ( 4 / 5 )
Handlung ★★★★★ ( 5 / 5 )
Charaktere ★★★★★ ( 5 / 5 )
Sprache ★★★★☆ ( 4 / 5 )
Emotionen ★★★★★ ( 5 / 5 )
= 4.6 ★★★★★
weitere Meinung
Powerschnute | Lesenmachtglücklich


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