[Das King-Universum] Nachtschicht

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Werbung | Autor: Stephen King | Titel: Nachtschicht |
Erscheinungsdatum: 1976 | Verlag: Bastei Lübbe|
446 Seiten | Genre: Kurzgeschichten|

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schnörkel

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Unterhalten wir uns, Sie und ich. Unterhalten wir uns über Angst. Das Haus ist leer, während ich diese Zeilen schreibe. Draußen fällt ein kalter Februar-Regen. Wenn der Wind aus der Richtung weht, aus der er gerade weht, haben wir manchmal Stromausfall. Aber im Augenblick brennt das Licht noch, also reden wir ganz aufrichtig über Angst. Reden wir darüber, wie man an den Rand des Wahnsinns kommt … und vielleicht auch noch ein Stück darüber hinaus. 

(Nachtschicht | aus dem Vorwort, Stephen King)anführung_oben

Inhalt

In Nachtschicht wurden erstmal gesammelte Kurzgeschichten von Stephen King veröffentlicht. Zwanzig mal mehr, mal weniger gruselige Geschichten, die zumindest eines ganz deutlich zeigen: Kings Fantasienreichtum.

Rezension

Abwechslungsreich

Dass King nicht nur seitenstarke Romane verfassen kann, das hat er bereits 1976 mit Nachtschicht bewiesen. In zwanzig sehr unterschiedlichen Geschichten findet wohl jedes Leserherz genau die Geschichte, die die Handflächen schwitzig werden lassen.

So eine war für mich zum Beispiel Der Mauervorsprung. In dieser Geschichte begleitet man – im wahrsten Sinn des Wortes – den Protagonisten bei einem erzwungenen Gang rund um ein sehr sehr hohes Gebäude. Wenn er es nicht schafft, stirbt er. Wenn er es nicht macht, auch. Ich kann nicht behaupten, dass es die beste Geschichte ist, die King jemals geschrieben hat, aber mit meiner eigenen Höhenangst kämpfend, brach mir tatsächlich an so mancher heiklen Stelle der Schweiß aus.

Auch Die letzte Sprosse spielt mit eben dieser Angst, die King hier in weitaus ansprechenderer Art zu Papier gebracht hat. Hier lernt man ein Geschwisterpaar kennen, dass Jahr für Jahr auf den höchsten Dachbalken der elterlichen Scheune klettert und sich anschließend in den riesigen Heuberg fallen lässt. Doch natürlich, einmal geht etwas gehörig schief und hier ist es nicht nur die Angst, die King hervorkitzelt, sondern vorallem das fein gezeichnete Verhältnis der beiden Kinder zueinander.

Natürlich, Kinder sind sowieso sein Spezialgebiet. In Kinder des Mais begegnet man einer ganzen Horde, und wenn ich sage Horde, dann meine ich es auch so. Selten sind Kinder gruseliger als hier gewesen, denn die Kinder des Mais scheinen ihren ganz eigenen Regeln zu folgen, fernab jeglicher Erwachsenen.

Zugegeben, mache Geschichten führten bei mir zu so einigen Gesichtsverrenkungen aufgrund ihrer Kuriosität oder ihrer Abstrusität. Der Wäschemangler ist eine Gruselgeschichte, die bei mir ihren Reiz verfehlt hat. Mit dämonischen Gegenständen konnte ich noch nie all zu viel anfangen. Doch dagegen stehen andere, bessere Geschichten, und solche, in denen man Bekannten begegnet, wie zum Beispiel der verlassenen Vampirstadt Jerusalem’s Lot aus Brennen muss Salem.

Fazit

Alles in allem eine durchaus interessante Anthologie, die Kings Talent in ganzer Bandbreite zeigt, und beweist, dass er auch durchaus schnell auf den Punkt kommen kann.

Bewertung im Detail

Idee ★★★★☆ ( 4 / 5 )

Handlung ★★★★☆ ( 4 / 5 )

Charaktere ★★★★☆ ( 4 / 5 )

Sprache ★★★★☆ ( 4 / 5 )

Emotionen ★★★★☆ ( 4 / 5 )

= 4 ★★★★

schnörkel

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8 Comments on “[Das King-Universum] Nachtschicht

  1. Ich liebe Kings Kurzgeschichtensammlungen. Ich muss auch gestehen, dass ich die letzten Wochen immer mal wieder in eine oder zwei oder drölfzig reingeschmökert habe für den reinen Gruseltouch. Kurzgeschichten sind toll, weil sie einfach immer schnell gelesen werden können und man sie auch mal zwischendurch konsumieren kann, wenn man eigentlich so gar keine große Zeit hat.

    Gefällt 1 Person

    • Ein Grund, weshalb ich Nachtschicht während der Lektüre von ES begonnen habe. 🙂 Einfach als tollen Snack zwischendurch, ein Erfolgserlebnis zwischen dem ganz großen Abenteuer. Und manche kann man auch immer und imemr wieder lesen! ♥

      Gefällt 1 Person

      • ja, das mache ich mit Anthologien auch öfters, wenn mich ein Buch länger beschäftigt. Kurzgeschichten werden einfach viel zu oft unterschätzt.

        Gefällt 1 Person

  2. Liegt bei mir schon ewig rum. Ich glaub ich nehme es mir endlich mal mit ans Bett. So als Abwechslung von American Gods, das ich gerade zum 3ten Mal lese.😅
    Grüße, Katharina

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    • Huhu Katha!
      Unbedingt! Gerade für kurz vorm Schlafengehen sind Kurzgeschichten doch immer gut geeignet, da findet man schnell einen Absprung. Und möglicherweise Albträume… muaha. 😀

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  3. Ich muss gestehen: Stephen Kings Geschichten machen mir oftmals eher Angst, deshalb lese ich sie selten und die Verfilmungen vertrage ich auch nicht viel besser. Wobei ich „Langoliers – Verschollen im Zeitloch“ und „Sie“ damals schon sehr sehens- und lesenwert fand. Dann hört es bei mir aber auch auf. Als ich kürzlich „Das Spiel“ als Film gesehen habe, bekam ich Nächte lang kein Auge zu. Die Kurzgeschichten klingen zum Teil aber schon interessant und als King-Fan kommt man da gewiss nicht drum herum. 🙂

    LG
    Doreen

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    • Oha, da scheint King ja mächtig Eindruck bei dir in der Fantasie hinterlassen zu haben. Misery / Sie ist wirklich ein großartiger Film, da freu ich mich auch schon so sehr auf das Buch, dass ich bis heute noch nicht gelesen habe. Na, kommt ja bald. 😀
      Möglicherweise wären die Kurzgeschichten ja auch was für dich, da der Schrecken so nur über ganz wenige Seiten ist, vielleicht sitzt er dann ja nicht ganz so tief. 🙂

      Liebe Grüße!
      Gabriela

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  4. Pingback: Rückblick auf den Oktober – Buchperlenblog

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