Großes Abenteuer eines jungen Mannes, dessen Schicksal schon längst vorgegeben zu sein scheint.

Werbung | Autor: Esi Edugyan | Titel: Washington Black |
Übersetzer: Anabelle Assaf |
Erscheinungsdatum: August 2019 | Verlag: Eichborn|
509 Seiten | Genre: Roman |
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Ich war vielleicht zehn, elf Jahre alt – genau kann ich das nicht sagen – als mein erster Master starb.
(S. 9)![]()
Inhalt
Barbados, 1830. Noch immer schuften tausende Sklaven auf den Farmen und Plantagen der weißen Bevölkerung. Washington Blacks Schicksal scheint schon vorherbestimmt, auf ewig dem Willen seiner Herrscher unterworfen, ein Leben in Ketten. Doch seines soll einen anderen Weg gehen, eine Verkettung von Ereignissen wird zu seiner Flucht führen und ihm ein Leben bescheren, das zumindest an der grenzenlosen Freiheit kratzt.
Rezension
Die Schatten der Sklaverei
Dieses Buch wurde schon vor Erscheinen hoch angepriesen. Lieblingsbuch Obamas 2018. Ein beglückender Reisebericht, der an Jules Verne erinnert. Nun, beglückend ist dieses Buch meiner Ansicht nach nun so gar nicht – aber sehr mitreißend auf jeden Fall.
Die Geschichte beginnt auf einer Zuckerrohrplantage auf Barbados. Der Master ist tot, es lebe der Master! Denn der nächste steht schon bereit und schwingt die Knute über den Köpfen der Sklaven. Washington Black ist noch ein Kind, er lebt mit Big Kit, einer etwas jähzornigen, doch eigenartig mütterlichen älteren Sklavin, und einigen anderen zusammen in einer Hütte. Sie arbeiten auf dem Feld, wie so viele von ihnen. Doch dann besucht der Bruder des neuen Masters die Plantage und Washington wird zu seinem Assistenten auserkoren. Denn Christopher Wilde ist seines Namens nach Forscher, Entdecker und Naturwissenschaftler. Außerdem tüftelt er an seiner wohl größten Erfindung herum: Dem Wolkenkutter. Wash hat das perfekte Gewicht für einen Test, weshalb er ausgewählt wird, von nun an bei ihm zu leben, bis Christopher die Segel hisst und verschwindet. Doch in Wash steckt Potenzial und er wird Christophers Vertrauter, ja, beinahe sein Freund, während der vielen Stunden, die sie gemeinsam die Natur Barbados‘ erforschen.
Eine Reihe von bösen Zufällen führt dazu, dass die beiden die Plantage fluchtartig verlassen müssen. Nun beginnt Washs große Freiheit – möchte man meinen. Doch das Leben eines Sklaven auf der Flucht wird nie ein ruhiges sein. Es gibt Menschen, die dich jagen, es gibt Menschen, die dir misstrauen. Und so wird aus einem beglückenden Reisebericht eine stille Jagd nach Freiheit, nach Vergessen und nach sich selbst. Denn wo auch immer Washington Black seinen Fuß hinsetzt, wie viel er auch erreicht, überall verfolgen ihn die Schatten der Sklaverei.
Das Buch ist tiefgründig, erschütternd, aufregend – und verspielt am Ende doch so einige Sympathiepunkte. Ich will und kann nicht erzählen warum, und denke mittlerweile auch, dass das Ende seinen Sinn hat. Aber man schlägt die letzte Seite zu, die Hand vor den Mund und fragt sich schließlich nur eines: Warum?
Fazit
Ein aufwühlendes Buch, das das große Thema der Sklaverei auf sehr dichte Weise aufgreift. Das Leben des Washington Black steht stellvertretend für so viele Leben, die in Freiheit hätten gelebt werden sollen, und es doch nicht durften.
Bewertung im Detail
Idee ★★★★★ ( 5 / 5 )
Handlung ★★★★☆ ( 4 / 5 )
Charaktere ★★★★☆ ( 4 / 5 )
Sprache ★★★★★ ( 5 / 5 )
Emotionen ★★★★★ ( 5 / 5 )
= 4.6 ★★★★★
weitere Stimmen
Bellas Wonderworld (Und danke dir für den wunderbaren Austausch! ) | OceanloveR
Erinnert an
Colson Whitehead – The Underground Railroad
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Herzlichen Dank an den Eichborn Verlag für die Bereitstellung eines Rezensionsexemplars!






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