[Writing Friday] Vorsätzlich

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Ich sehe dich, aber Du siehst mich nicht.
Wenn Du morgens aufwachst,
dich reckst und streckst und zu dir findest,
wache ich über dich.

Ich sehe dich, aber Du siehst mich nicht.
Wenn Du dich ankleidest,
dir in Gedanken den kommenden Tag ausmalst,
tauche ich ein in dich.

Ich sehe dich, aber Du siehst mich nicht.
Wenn Du zur Arbeit gehst,
Kollegen und Freunde triffst,
begleite ich dich.

Ich sehe dich, aber Du siehst mich nicht.
Wenn Du erschöpft nach Hause kommst,
dich nach Nähe sehnst und weinst,
beobachte ich dich.

Ich sehe dich, aber Du siehst mich nicht.
Verborgen in den dunklen Winkeln der Räume,
im Schatten der Bäume,
folge ich dir.

Ich sehe dich, aber Du siehst mich nicht.
Doch ich bin immer bei dir,
und in diesem Jahr bringe ich Licht.
Und dann siehst Du mich.

schnörkel


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Der Writing Friday ist eine Aktion von readbooksandfallinlove! Jeden Monat gibt es neue Schreibaufgaben, denen man sich widmen kann.
Dieses Mal habe ich mich für einen Vorsatz im neuen Jahr entschieden. Möglicherweise habe ich die Aufgabe allerdings etwas anders interpretiert. 🙂 

Ihr wollt mehr schreiben und braucht einen Anreiz? Dann schaut vorbei!

Weitere Teilnehmer sind:

 

19 Comments on “[Writing Friday] Vorsätzlich

      • Ja, es ist so eine Mischung. Ich hab sofort an eine verstorbene Person gedacht, die über einen wacht. Den Gedanken finde ich wunderschön und ich hoffe auch, dass es wirklich so ist. Gleichzeitig macht der Gedanke mich aber auch immer traurig.. einfach weil diese Person nicht mehr da ist 🙈

        Gefällt 1 Person

      • Eine wirklich schön-traurige Interpretation!
        In meinen Gedanken war es eher ein … unheimlicher Mensch, der jemanden verfolgt und beobachtet und sich vornimmt, na ja.. sich seinem Opfer zu erkennen zu geben. 😀

        Aber ich finds klasse, das man meinen Text auch ganz ganz anders deuten kann! ♥

        Gefällt 1 Person

  1. Tolle Idee, liebe Gabriela ❤ Diese Atmosphäre zwischen irgendwie gruselig á la 'Every breath you take' und traurig, wenn jemand, den man einmal geliebt hat, über einen wacht, war richtig faszinierend. 😀 Da sieht man mal, was man alles in einen Text hineininterpretieren kann. ❤
    Liebste Grüße,
    Ida

    Gefällt 1 Person

    • Dankeschön liebe Ida! Oh ja ich bin selbst ganz glücklich, dass es verschiedene Verständnisansätze gibt! Man hat ja so seine eigene Idee im Kopf, da sieht man gar nicht, was vllt noch möglich wäre. ♥

      Liebste Grüße!
      Gabriela

      Gefällt 1 Person

  2. Sali, Gabriela.
    Meine freie Interpretation neigte mehr der Zukunft zu. Dem was sein wird, das sich der Existenz bewust ist, aber noch wartet. Hoffnungen, Sehnsüchte all die Träume, die einen Menschen umgeben. Leicht metaphysisch – aber ich habe meinen Gedanken freie Hand gegeben, sozusagen.

    „Time is the mirror into your future & outa your past.“
    (Aoife Arangchore)

    bonté

    Gefällt 1 Person

    • Hallöchen!
      Es freut mich wirklich, dass meine Zeilen so viele verschiedene Interpretationsansätze finden! Auch ein sehr schöner Gedanke von dir dazu, danke 🙂

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  3. Liebe Gabriela….
    Das ist sooo gruselig! Ich fühlte direkt einen kaum sichtbaren Schatten hinter mir! Meine Nackenhaare stellten sich auf…
    Stalker komm raus! Wo immer du auch bist!
    Sehr gutes Gedicht!
    Viele Grüße! Annie

    Gefällt 1 Person

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