[Rezension] Brom – Krampus

Wer nicht an den Weihnachtsmann glaubt, der sollte vielleicht Krampus kennenlernen. 

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Werbung | Autor: Brom | Titel: Krampus |
Erscheinungsdatum: 2013 | Verlag: Droemer Knaur| 500 Seiten | Genre: Fantasy|

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Eine Schlange ist und bleibt eine Schlange, ganz egal, als was sie sich tarnt. Damals konnte ich nicht wissen, dass der Tag kommen würde, an dem ich nicht einmal mehr seinen Namen aussprechen kann, dass ich hundert- und tausendfach von seinem Blut an meinen Händen träumen würde.

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Inhalt

Viele Menschen, überall auf dem Erdball verteilt, feiern zu Beginn des Winters ein Fest voller Wärme und Mildtätigkeit: Weihnachten. Doch das war nicht immer so, ja, der Weihnachtsmann ist eigentlich bloß eine moderne Erfindung, eine Anlehnung an einen wahren Heiligen, der vor über 1600 Jahren starb. Doch auch zuvor war der Winter, die Sonnenwende, ein Zeitpunkt der Feierlichkeiten. Krampus, Herr der Julzeit, Geist der Erde, kam zu den Menschen, forderte Tribut und vertrieb zum Dank die bösen Erdengeister.

Doch was, wenn ein Kampf zwischen Krampus und Sankt Nikolaus entbrennt, ein Kampf um die Liebe und den Glauben der Menschen? Wer wird gewinnen?

Rezension

Kampf um die Vorherrschaft

Auf dieses Buch habe ich mich schon sehr, sehr lange gefreut. Denn nach Der Kinderdieb ist mir Brom sehr positiv im Gedächtnis geblieben. Zur Weihnachtszeit musste nun also Krampus her, der Herr der Julzeit, der in der heutigen Zeit kaum noch bekannt ist.

Die Geschichte folgt zwei Erzählsträngen, die sich gleichzeitig ereignen. Da gibt es Jesse, einen etwas heruntergekommenen jungen Mann, ein Verlierertyp, der so gern Musik machen würde, und sich doch nicht traut. Seine Frau hat ihn für den hartgesottenen Polizeichef Dillard verlassen, der Jesse am liebsten tot sähe. Seine Tochter Abigail sieht er kaum noch.

Und dann gibt es Krampus, den großen schrecklichen alten Gott, der angekettet wie ein Hund seit 500 Jahren in einem finsteren Loch sein Leben fristet. Wer ihn dorthin gebracht hat? Sankt Nikolaus, der gute alte Weihnachtsmann. Doch so richtig gut ist er nicht und allgemein auch nicht unbedingt der, für den man ihn halten möchte. Mir fiel es lange, wirklich lange Zeit sehr schwer, das Bild, das mir von Nikolaus hier gezeigt wurde, zu verarbeiten, zu verstehen und am Ende auch zu akzeptieren. Denn eigentlich sollte doch der Gehörnte der Böse in diesem Spiel sein, der Große und Schreckliche. Doch Brom schafft es, mir den Herrn der Julzeit als Wesen zu zeigen, das jenseits von Gut und Böse einfach menschliche Züge hat. Man versteht ihn nicht immer, aber irgendwie hat man ihn gern. Und auch seine Helfer, die Belznickel, die ihn umgeben und ihm durch Magie gebunden immer zur Seite stehen, sind abwechslungsreich gestaltet und bringen Humor in die Geschichte.

Der Autor verwebt die nordische Mythologie geschickt mit dem Glauben der heidnischen Völker, er erschafft Bande, wo vorher keine waren. Er macht die Götter jener Zeit zu etwas greifbar realistischem. Auch wenn es mir hier und da schon fast zu viel Realismus war, denn irgendwie tut sich mein Geist schwer mit der Vorstellung alte Götter in modernen Welten agieren zu sehen, so hat mich die Geschichte doch gefangen genommen und mir einmal mehr wunderbare Lesestunden gebracht.

Fazit

Eine etwas andere Weihnachtsgeschichte, die mit Legenden und Mythen spielt und die doch auf sehr überzeugende Art und Weise an unserem Glauben rüttelt. Lesenswert nicht nur für jene, die sich gern im Bereich der nordischen Mythologie aufhalten.

Bewertung im Detail

Idee ★★★★★ ( 5 / 5 )

Handlung ★★★★☆ ( 4 / 5 )

Charaktere ★★★★☆ ( 4 / 5 )

Sprache ★★★★☆ ( 4 / 5 )

Emotionen ★★★★☆ ( 4 / 5 )

= 4.2 ★★★★

Mehr von Brom

Der Kinderdieb

schnörkel

 

 

 

 

3 Comments on “[Rezension] Brom – Krampus

  1. Salut, Gabriela.
    (hier fehlt doch glattweg ein Kommentar 😎)
    Die Menscheit denkt sich seit einer geschätzten Ewigkeit Wesenheiten aus, die sie (in unterschiedlicher Gewichtung) auf einen Sockel stellt. Bis eben die nächste Vorstellung populär wird.
    Nicht von ungefähr sind die Kirchen an den Orten der vorherigen Kulte errichtet worden, wurden heidnische Festtermine durch christliche ausgefüllt. Es wurden die Claims abgesteckt. Von daher ist das Bild vom Ex-Naturgott, der vom heiligen Bishof in Ketten gelegt wurde, ja ein passendes.
    Gibt ein, zwei Horrorfilme mit dem Knaben auch. Durchdrehende Santas sind im Slasher-Genre allerdings weitaus beliebter… 🙂

    bonté

    Gefällt 1 Person

    • Da hast du völlig recht! Brom hat das auch wirklich sehr gut verpackt.
      Ich würde wirklich gern mal einen Krampusfilm sehen, fand jedoch bisher die Trailer nicht so doll.

      Liken

  2. Pingback: Rückblick auf den Dezember – Buchperlenblog

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