[Rezension] Stefan Bachmann – Die Seltsamen

Interessante Geschichte mit ausbaufähigen Charakteren.

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Werbung | Autor: Stefan Bachmann | Titel: Die Seltsamen |
Erscheinungsdatum: 2014 | Verlag: Diogenes | 368 Seiten | Genre: Fantasy / Steampunk

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Federn fielen vom Himmel. Gleich schwarzem Schnee schwebten sie auf eine alte Stadt namens Bath herab, taumelten über Dächer und sammelten sich in den Ecken und Winkeln der Gassen, bis alles dunkel und still war wie ein Wintertag. 

(S.11)

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Inhalt

England wurde von Feen heimgesucht, eine ganze Stadt wurde ausgelöscht und ein erbitterter Kampf zwischen Menschen und Feenwesen tobte jahrelang. Nun können die Feen nicht mehr in ihre Heimat zurück und müssen in der menschlichen Welt leben, unterdrückt und verachtet. Doch jemand versucht, diese neue Ordnung aufzulösen. Und dieser jemand sollte dringend gestoppt werden. Und ein kleiner Junge gerät ungewollt mitten in diese Machenschaften hinein.

Rezension

Vom Versuch, die Welt zu retten

Ein wundersames England besuchen wir hier dank Stefan Bachmann, der es schaffte, alte Fabelwesen in eine neue Welt zu setzen. Feenwesen und Menschen müssen zusammen leben, sich gegenseitig misstrauend und verachtend. Doch noch schwerer haben es die sogenannten Halbblute, Mischkinder von Mensch und Fee. So wie Bartholomew und seine Schwester, deren Haar aus kleinen Ästen und Zweigen besteht, während der Junge noch recht unscheinbar daherkommt. Sie werden von ihrer Mutter ängstlich verborgen, die anderen Menschen würden mit den Fingern auf sie zeigen und sie womöglich an den Galgen bringen. Doch eine fremde Frau in pflaumenblauen Kleid geht durch London und sucht nach Halbbluten. Sie werden mitgenommen, gezeichnet und schließlich als leere Hülle in der Themse aufgefunden. Und Bartholomew beobachtet sie dabei.

Was für ein grausames Spiel wird hier mit den unschuldigen Nachkommen einiger Wesen getrieben? Lange Zeit wird der Leser im Umklaren gelassen.  Die Geschichte folgt abwechselnd Bartholomew, dem Halbblut, und Mr. Jelliby, einem jungen Politiker, der mehr zufällig auf ein Geheimnis stößt, dem er erst zögerlich, dann mit Bestimmtheit nachgeht. Dabei stoßen wir auf intrigante Machenschaften und böse Geheimnisse, die es aufzudecken gilt. Die Geschichte ist fantasievoll ausgeschmückt, mit schönen Details versehen und weiß durchaus an so mancher Stelle zu überraschen. Das Setting des magischen Londons mag nichts neues sein, doch mit einigen Steampunk-Elementen schafft es der Autor, mich erneut zu verzaubern.

Ein wenig mehr Tiefe hätte den Charakteren durchaus noch gut getan, sie blieben mir an mancher Stelle etwas zu flach, aber alles in allem hatte ich viel Spaß an dem Abenteuer, dass der kleine Bartholomew zusammen mit Mr. Jelliby bestehen muss, wobei beide langsam über sich hinaus wachsen. Da es sich um eine Dilogie handelt, endet die Geschichte mit einem Cliffhanger, der große Lust auf Band 2 macht.

Fazit

Ein Jugendbuch, das mit seiner Geschichte überzeugen kann, wenn es auch hier und da noch etwas ruckelte und kniff.  Steampunk meets Fantasy in ganz bezaubernder Weise.

Bewertung im Detail

Idee ★★★★☆ ( 4 / 5 )

Handlung ★★★★☆ ( 4 / 5 )

Charaktere ★★★★☆  ( 4 / 5 )

Sprache ★★★★☆ ( 4 / 5 )

Emotionen ★★★★☆ ( 4 / 5 )

= 4 ★★★★

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5 Comments on “[Rezension] Stefan Bachmann – Die Seltsamen

  1. Good evening, Lady Gabriela.
    Feen & Menschen haben miteinander Kinder. Kinder zweier Welten & dennoch kein Teil, welcher „Seite“ auch immer. Nicht freiwillig, sondern weil andere es so bestimmen, weil einem wirren Weltbild entsprechend.
    Hier spiegelt sich dann auch die reale Welt, wenn vorgeblich „Reinrassige“ sich über „Mischlinge“ echaufieren. Ignorierend, dass jeder Mensch aus einem Mix an Genen besteht.

    bonté

    Gefällt 1 Person

  2. Pingback: Rückblick auf den November – Buchperlenblog

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