[Buchperle goes Hogwarts] Erinnerungen

Meine Lieben!

Einmal mehr habe ich die letzte Seite umgeblättert, einmal mehr bin ich mit Harry Potter dem Weg Voldemorts gefolgt. Einmal mehr verlassen wir Hogwarts. Für immer?

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Dieses Mal habe ich also Harry Potter und der Halbblutprinz von J.K.Rowling beendet. Ich weiß gar nicht, wo ich hier anfangen soll. Lange Zeit passiert wieder einmal gar nicht so wirklich was und dann bricht das schiere Chaos über dem Leser zusammen. Weite Teile des Buches beschäftigen sich mit den Alltäglichkeiten des Schullebens, der ersten Liebe (Grüße an dieser Stelle an Lavender Brown!), und dem wohl für Hermine schockierendsten Teil des gesamten Schuljahres: Harry ist besser als sie im Fach Zaubertränke. Dass daran nur das vollgeschriebene Buch des Halbblutprinzen Schuld ist, wissen dabei nur wenige Personen.

Doch das vielleicht zentralste Thema dieses Buches ist – neben der Person des Halbblutprinzen, auf die man nie im Leben käme (stellt euch bitte mein Erstaunen vor, nachdem ich nun gefühlt jeden Namen schon hin und her gewendet hatte) – die Erinnerung verschiedener Personen an den jungen Lord Voldemort alias Tom Riddle. Es wird also Zeit, uns eine wundervolle magische Erfindung einmal näher anzuschauen.

Das Denkarium

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„Sir“, sagte Harry zaghaft, „hat das, was Sie mir erzählen werden, irgendwas mit der Prophezeiung zu tun? Wird es mir helfen … zu überleben?“

„Es hat sehr viel mit der Prophezeiung zu tun“, erwiderte Dumbledore, so beiläufig, als ob Harry ihn nach dem morgigen Wetter gefragt hätte, „und ich hoffe zweifellos, dass es dir helfen wird, zu überleben.“

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Das Denkarium ist eines der Dinge, das mir mit am Besten in Erinnerung geblieben ist, nachdem ich die Filme einmal sah. Schon damals sagte ich mir, wie unfassbar praktisch diese magische Erfindung doch ist. Welchen Überblick über meine Gedanken und Erinnerungen ich wohl hätte, wenn der Kopf nicht immer voller werden würde? Ich würde mir liebend gern hin und wieder den ein oder anderen störenden Gedanken aus dem Kopf ziehen, um ihn nicht ständig in mir flirren zu spüren.

Und genau so funktioniert das Denkarium auch. Man hält sich den eigenen Zauberstab an die Schläfe, zieht dann den silberfädigen Gedanken heraus und legt ihn in der Schale des Denkariums ab. Hier ist er nun gut verwahrt, bereit als richtige Szene wiederbetreten zu werden, als Echo gehört zu werden und sich auf Wunsch auch wieder in den Kopf zurück zu begeben.

Sechs Erinnerungen erlebt Harry in diesem Band mit Dumbledore an seiner Seite. Schon früher konnte er einen Blick in das Denkarium werfen, nicht zuletzt auf eine höchst unangenehme Situation mit seinem Vater und Professor Snape. Doch diese Erinnerungen hier sind anders. Sie erzählen die Vergangenheit Tom Riddles. Diese Erinnerungen zu beschaffen, scheint jedoch alles andere als einfach gewesen zu sein. Die wenigsten noch lebenden Zauberer möchten sich gern an den jungen Tom Riddle erinnern. Im Fall von Professor Slughorn werden sogar gewisse Erinnerungen verändert, da sie offensichtlich Schaden anrichteten.

Langsam aber sicher ergibt das Rätsel um Lord Voldemorts frühe Jahre ein Gesamtbild, man lernt den Menschen dahinter etwas besser kennen – und fürchten. Denn auch wenn man von dem Dunklen Lord nichts anderes kennt, so ist es doch erstaunlich, wie ausgeprägt seine Neigungen bereits im Kindesalter waren. Tom Riddle, das Waisenkind, das unverhofft Magie wirken kann und nach Hogwarts eingeladen wird. Tom Riddle, der letzte Nachfahre von Slytherin. Tom Riddle, der nach Unsterblichkeit trachtet.

Als es Harry endlich gelingt, Professor Slughorn die richtige Erinnerung abzuluchsen, löst sich auch das Rätsel um die Unsterblichkeit Voldemorts. Dank der Horkruxe, in die er Teile seiner Seele band, starb er nicht bei dem Versuch, Harry Potter zu ermorden, sondern fristete jahrelang sein Dasein als eine sehr geringe Lebensform.

Der finale Kampf des Bandes, der wieder erst am Ende des Schuljahres stattfindet, hielt jedoch reichlich Trauriges bereit. Was mich zu einem weiteren Punkt führt.

Nachruf auf

Albus Percival Wulfric Brian Dumbledore

Ich kann meinen Hogwarts-Bericht nicht abschließen, ohne mich gebührend von diesem großen Zauberer zu verabschieden. Ich kann nicht behaupten, dass ich alle seine Entscheidungen im Laufe der letzten sechs Bände gutgeheißen hätte. Einiges habe ich nicht verstanden, einiges stelle ich immer noch in Frage. Aber außer Frage steht völlig, dass er einer der wichtigsten Charaktere im Kampf gegen das Böse darstellte.

Mehr noch, mit ihm verliert Harry wohl einmal mehr einen Vater. Jemanden, der ihn an der Hand nimmt und ihn leitet, der ihn gewähren lässt in seinem jugendlichen Leichtsinn und der ihm doch helfend beispringt, wenn es nötig wird. Dank Albus Dumbledore weiß Harry nun endlich, wie er Voldemort schlussendlich besiegen kann.

Seine ruhige Art war in allen Bänden wunderbar angenehm. Höflich, mit einem versteckten Humor für alles, was seine Schüler so ausheckten, war er der sprichwörtliche Fels in der Brandung, der alles irgendwie zusammen hielt, obwohl wir ihn viel zu selten zu Gesicht bekamen.

Halten wir nun einmal alle kurz inne und lauschen dem Lied des Phönix, um Abschied zu nehmen, Kraft zu tanken, Mut zu sammeln, und gehen dann wackeren Schrittes dem Ende entgegen.phoenixfeder.jpg

schnörkel


Buchperle goes Hogwarts – Die etwas andere Buchbesprechung

Teil 1 – Ankunft & Die Qual der Wahl

Teil 2 – Der Basilisk

Teil 3 – Expecto Patronum!

Teil 4 – Verflucht

Teil 5 – Von Eulen und Molchen

Teil 6 – Erinnerungen

 

 

17 Comments on “[Buchperle goes Hogwarts] Erinnerungen

  1. Liebes ❤ wie sehr ich deine Hogwarts Beiträge liebe ❤ und auch hier hast du dich wieder selbst übertroffen und einen wunderbaren Beitrag geschrieben! Ich wünsche dir nun unglaublich viel Freude, Mut und Kraft für den letzten Band 😀 und pack ein paar Taschentücher ein! ❤

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  2. Hallo, Gabriela!
    Oh, da lag dich dann aber daneben! 😛 Das Denktarium hat mir immer einiges an Kopfzerbrechen bereitet. Was ich nämlich nicht verstehe: Wenn du eine Erinnerung via Silberfaden aus deinem Kopf holst, damit sie dich nicht mehr ablenkt, bedeutet das, dass du diese Erinnerung nicht mehr hast? Ist sie dann weg? Eine Lücke? Denn wenn nein, dann ist das Denktarium ja irgendwie sinnlos. Und wenn ja, woher weißt du dann, dass da eine bestimmte Erinnerung ist, die nicht mehr in deinem Kopf ist?
    Ach ja, Bumbledore. Ein schöner Nachruf. Ein paar der Rätsel werden dir hoffentlich noch im siebten Teil beantwortet. 😉
    LG, m

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    • Heyo m!
      Ha, ich musste aber doch schmunzeln bei deinem Tipp gestern – das wäre nämlich meine zweite Wahl gewesen 😀 Ich fürchte, dass ist ebenso ein komplexes Thema wie die Sache mit der Zeitreise. Ich hatte gerade automatisch diesen Zeitstrahl im Kopf, der dann nach unten eine Biegung macht ;D Sowas verstehe ich auch – ehrlich gesagt – nie so ganz, aber wir könnten ja vielleicht davon ausgehen, dass eine Art leerer Platzhalter im Kopf zurückbleibt?

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  3. Was ein Nachruf. Da kriege ich ja genauso feuchte Augen, wie damals beim Lesen des Buches, als der Phönix sein unendliches Klagelied gesungen hat und nicht aufhören konnte.
    Und mit jedem deiner Hogwarts Artikel wächst die Lust, die Bücher mal wieder zu lesen. Ach hätte man doch noch mal so viel Freizeit am Stück, wie in den Sommerferien früher …

    Das Denkarium war, nach dem Tarnumhang und dem Zeitumkehrer, auch immer mein liebster magischer Gegenstand aus dem Potter-Universum. Was das, psychologisch gesehen, wohl über einen selbst aussagt?! 😀

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    • Heyo 🙂 ❤
      Lieben Dank! Na, das hört man doch gerne, wenn ich ein wenig anstecken kann 😀 Bei der Kälte eignet sich der Tag def. für ein wenig Filmschauen auf der Couch 🙂

      Liebste Grüße zurück! ❤
      Gabriela

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