[Rezension] Marie Anhofer – Rabenvieh – Unvergessen

Werbung | Autor: Marie Anhofer | Titel: Rabenvieh – Unvergessen |
Erscheinungsdatum: 2025 | Verlag: Buchschmiede |
236 Seiten | Genre: Lebensbericht |

Das Leben bei meinen Pflegeeltern liegt mittlerweile sehr viele Jahre zurück, doch einiges, was sich bei ihnen zugetragen hat, ist heute noch so präsent, als hätte es sich erst unlängst zugetragen. Diese Erlebnisse haben sich regelrecht in mein Gedächtnis eingebrannt.

(S.7)

Inhalt

Bereits in ihrem vor einigen Jahren erschienenen Buch Rabenvieh hat uns Marie Anhofer mit in ihre furchtbare Kindheit genommen. Als Kleinkind wurde sie in eine Pflegefamilie gesteckt, die ihr keinerlei Liebe und Geborgenheit, geschweige denn so dringend benötigten Halt in einer kaputten Welt gab. Trotz vieler Hilferufe ihrerseits, wurde sie bis zur Vollmündigkeit von dieser Familie aufs schlimmste drangsaliert, psychisch und körperlich missbraucht.

Doch mit dem endgültigen Verlassen der Familie verlieren die durchlittenen Schrecken nicht ihre Wirkung. Auch heute noch, so viele Jahre später, hat Marie mit dem Erlebten zu kämpfen. Und selbst die Suche nach ihrer echten Familie gestaltet sich als schmerzhaft. All das und mehr erzählt sie uns in ihrem zweiten Buch.

Marie Anhofers Geschichte ist eine, die mich für immer begleiten wird. Rabenvieh und das Entsetzen, welches dieses Buch in mir ausgelöst hat, werde ich nie vergessen können. Und nie vergessen wollen. Denn diese Geschichte, so grausam sie ist, sie entspringt nicht dem fantasievollen Kopf einer Autorin, sie ist Realität. 2021 habe ich euch dieses Buch während meiner Augen Auf! – Kampagne vorgestellt und im Anschluss daran mit Marie darüber gesprochen. Heute halte ich ein weiteres Buch zu ihrer Kindheit und ihrer Suche im Erwachsenenalter in den Händen, denn wo das erste Buch endete, da endete nicht ihr Leiden.

Rabenvieh – Unvergessen hält weitere Erinnerungen an die Kindheit von Marie für uns parat, die schwer zu ertragen sind. Und nicht nur das, auch erzählt sie uns, wie viel von dem Erlebten immer wieder in ihr heutiges Leben durchsickert, wie sehr der Vertrauensmissbrauch aus ihrer Kindheit zu weiteren Problemen heute führt.

Die eigene Familie sollte das sein, an das man sich wenden kann, wenn es einem nicht gut geht. Ein Ort, ein Gefühl von Zusammenhalt, bestenfalls von Liebe untereinander geprägt. Marie hat auch als Erwachsene den Gedanken noch nicht aufgegeben, dass sie mit ihrer Familie, aus der sie als Zweijährige gerissen wurde, wieder vereint sein könnte. Nach jahrelanger Suche findet sie schließlich Hinweise auf ihre Mutter, ihren Vater – ihre Geschwister. Doch auch hier findet sie nicht den Zusammenhalt, den sie sich wünscht. Bei den Eltern hatte ich von Anfang an keine großen Erwartungen, doch dass selbst die Geschwister untereinander keinen Halt oder Trost aneinander finden können, hat mich wieder erschüttert.

Ich möchte euch Maries beide Bücher ans Herz legen. Als Augenöffner. Dafür, nicht wegzuschauen, wenn jemand Hilfe braucht. Wenn ein Kind auffällt, weil es immer wieder in der Schule fehlt, weil es Verletzungen hat, weil es sich in einen Kokon zurückzieht. Nehmt Maries Vergangenheit als Warnung, was noch immer um uns herum geschieht.

Wer Interesse hat, dem möchte ich außerdem verraten, dass es Rabenvieh – Unvergessen auch bei Marie auf ihrer Facebookseite zu gewinnen gibt. Das Gewinnspiel läuft vom 04. August bis einschließlich 10. August 2025, also schaut gern mal bei ihr vorbei!


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Mein Name ist Gabriela, und seit 2017 findet ihr hier Buchtipps aus diversen Genres. Egal ob Fantasy, Horror oder Geschichten aus dem wahren Leben, übersetzt oder englisch –
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