[Rezension] Adam Nevill – Cunning Folk

Werbung | Autor: Adam Nevill | Titel: Cunning Folk |
Übersetzung: / |
Erscheinungsdatum: 2024 | Verlag: Buchheim |
384 Seiten | Genre: Horror |

Bewertung: 5 von 5.

Ein Wesen, mädchenhaft dünn und kreideweiß im Dämmerlicht.
Nur der Kopf ist dunkel. Und zerrupft und lässt zu viele Zähne erkennen.

(S.14)

Inhalt

Tom hat schon immer von einem eigenen Haus geträumt. Ein friedliches Leben auf dem Land (oder wenigstens in einer englischen Vorstadt), nette Nachbarn, eine naturverbundene Kindheit für seine Tochter Gracey. Doch nur kurz nachdem er mit Frau und Tochter eingezogen ist ins neue (völlig verfallene) Heim, da geht der Streit mit den Nachbarn bereits los. Und wird eskalieren. Sehr bald.

Rezension

Hach! Cunning Folk von Adam Nevill ist eines dieser Bücher, um die ich im Englischen bereits mehrfach herumgeschlichen bin, dann des ordentlichen Preises wegen wieder von abkam – und es schließlich in der Übersetzung und limitierten, weil illustrierten Ausgabe für noch mehr Geld auf der letzten Buchmesse erstanden habe. Nun ja. Das Buch sollte also möglichst was hermachen inhaltlich. Und was soll ich sagen? Es hat mich wirklich begeistert!

Nachdem der vorige Kurzzeitbesitzer des Hauses sich selbst im Flur erhängte, zieht Tom mit seiner Frau und seiner vierjährigen Tochter Gracey ein. Während das neue Heim der drei völlig verwahrlost ist, der Putz von den Wänden bröckelt und der Garten eher einer düsteren Todesfalle gleicht als einer Einladung für laue Sommerabende, erstrahlen Haus und Garten der Nachbarn Moots in hellem Glanze. Ja, es scheint, als würde die Sonne eigens auf deren Grundstück fallen und exakt dort enden, wo sich Tom eine Wand mit diesen Nachbarn teilt. Und auch die Sympathie zwischen diesen Hauswänden hält sich von der ersten Minute an arg in Grenzen. Graceys erste Erkundungstouren durch den Wald enden bei einem verborgenen Hügel, einem drangsalierten Fuchs und grausig menschlich-animalischen Wesen, die sie durchs Unterholz jagen. Kurzum: Es ist nicht so perfekt hier, wie Tom sich das erhofft hatte.

Während seine Frau irgendwie nichts von alledem sieht, geschweige denn glauben kann, gerät auch Tom immer tiefer in die Schlingen der Nachbarn, die diese schon vor langer Zeit für künftige Hausbesitzer gelegt haben. Dabei baut Adam Nevill die Spannungskurve so geschickt auf, dass man eigentlich an keiner Stelle das Buch so richtig weglegen will, weil man immer noch Fragen hat. Auf Antworten wartet. Oder einfach schmunzeln will. Denn bei allen Horroreinflüssen, ein wenig schwarzer Humor schimmert hier eindeutig durch die Zeilen, wenn Hälse wie Socken langgezogen werden oder abgetrennte haarige Beine noch in ihren Schuhen stecken. Also, ohne zu viel Story vorwegnehmen zu wollen: Cunning Folk ist vielleicht nicht das gruseligste aller Horrorbücher, aber es macht verdammt viel Spaß!

Fazit

Dieses Buch nimmt sich an mancher Stelle nicht zu ernst, was der Geschichte definitiv gut bekommt. Gruselige Schweine und noch gruseligere Hasengestalten, einiges an Blutvergießen und jede Menge Plüschtier-Verluste (armer Watschel!), machen aus Cunning Folk ein wirklich gelungenes Abenteuer für die nahende Spooky Season.

Übrigens: Im Nachwort habe ich gelesen, dass dieses Buch ursprünglich ein Drehbuch werden sollte, und nachdem ich bereits „The Ritual“ und „Niemand kommt hier lebend raus“ von Adam Nevill gesehen habe, wäre ich definitiv für eine Verfilmung von Cunning Folk!

Bewertung im Detail

Handlung ★★★★☆ ( 4 / 5 )

Atmosphäre ★★★★★ ( 5 / 5 )

Charaktere ★★★★★ ( 5 / 5 )

Sprache ★★★★★ ( 5 / 5 )

Emotionen ★★★★★ ( 5 / 5 )

= 4.8 ★★★★★

schnörkel

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Mein Name ist Gabriela, und seit 2017 findet ihr hier Buchtipps aus diversen Genres. Egal ob Fantasy, Horror oder Geschichten aus dem wahren Leben, übersetzt oder englisch –
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