[Rezension] Danielle McLaughlin – Die Kunst des Fallens

Interessanter Einblick in die Welt der bildenden Künste – und die Probleme einer beinahe gescheiterten Ehe.

Werbung | Autor: Danielle McLaughlin | Titel: Die Kunst des Fallens |
Übersetzer: Silvia Morawetz |
Erscheinungsdatum: August 2022 | Verlag: Luchterhand |
368 Seiten | Genre: Roman |

Bewertung: 4 von 5.

Es gab Nächte, in denen sie Sachen in den Garten hinter dem Haus geschafft hatte, Gegenstände, die sie am Abend ausgesucht hatte: Dekorationsstücke, Servierteller, eine Muschel, die sie aus dem Urlaub mitgebracht hatten. Sie war bis ans Ende ihres Grundstücks gegangen, wo Philip sie nicht hören konnte, und hatte sie gegen den rostigen Zaun seiner Mutter geschmettert.

(S.14)

Inhalt

Nessa steht vielleicht am Höhepunkt ihrer beruflichen Karriere: sie kuratiert für die Galerie, in der sie arbeitet, eine Ausstellung über den berühmten Bildhauer Robert Locke. Doch hinter den Kulissen liegt so einiges im Argen. Denn plötzlich meldet sich eine Frau zu Wort, die angeblich maßgeblich an der Entstehung Lockes wichtigster Skulptur beteiligt war und nun die Anerkennung sucht, die ihr zusteht. Und dass ihr Mann eine Affäre mit der Mutter der besten Freundin ihrer Tochter hatte, trägt auch nicht gerade zu Nessas seelischem Gleichgewicht bei.

Rezension

Vom Fallen in vielen Facetten

Danielle McLaughlins Gabe, beinahe alltägliche Geschichten erzählen zu können und ihnen dennoch einen ganz besonderen Zauber einzuflösen, fiel mir bereits in ihrem Kurzgeschichtenband Dinosaurier auf anderen Planeten auf. In ihrem Debütroman hier dringt sie nun in tiefere Schichten vor.

Nessas Leben ist alles andere als eintönig oder langweilig. Die Arbeit, die sie vereinnahmt, der fremdgegangene Ehemann, die launische Teenagertochter. Baustellen, die sie kaum zur Ruhe kommen lassen. Einzig der Bildhauer Robert Locke, um dessen Ausstellung sie sich kümmert, scheint eine Konstante in ihrem Leben zu sein. Bis sich Melanie Doerr plötzlich zu Wort meldet, eine Frau, die angeblich seine Schülerin war und die von sich behauptet, die eigentliche Schöpferin einer gewissen Gipsskulptur zu sein, die das Herzstück der nahenden Ausstellung darstellt.

McLaughlin entführt uns in die Welt der bildenden Künste, ohne dabei das eigentliche Leben ihrer Protagonisten aus den Augen zu verlieren. Denn auch um Nessas Ehe steht es nicht zum besten. Die Affäre ihres Mannes findet auch den Zorn ihrer Tochter, jedoch auf teilweise fehlgeleiteten Wegen. Und dann taucht auch noch der Sohn ihrer früheren – und mittlerweile toten – besten Freundin auf und sorgt zusätzlich für Unruhe. Das Ganze wird recht ruhig, teils sogar lakonisch erzählt, teilweise wusste ich kaum, auf welchen Höhepunkt wir hier überhaupt zusteuern, da alles gleichzeitig dramatisch und gleichgültig zugleich wirkte. Und trotzdem zieht das Buch den Leser in seinen Bann und spinnt eine Geschichte in gedeckten Farben.

Fazit

Kein aufgeregter Roman, aber dennoch einer, bei dem man tatsächlich die Kunst des Fallens kennenlernt in allen Facetten.

Bewertung im Detail

Handlung ★★★★☆ ( 4 / 5 )

Atmosphäre ★★★★☆ ( 4 / 5 )

Charaktere ★★★★☆ ( 4 / 5 )

Sprache ★★★★★ ( 5 / 5 )

Emotionen ★★★★☆ ( 5 / 5 )

= 4.2 ★★★★

mehr von Danielle McLaughlin

Dinosaurier auf anderen Planeten


Herzlichen Dank an den Luchterhand Verlag für die Bereitstellung eines Rezensionsexemplars!

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