[Rezension] Bella Mackie – How to kill your family

Herrlich abgeklärt.

Werbung | Autor: Bella Mackie | Titel: How to kill your family |
Übersetzer:  Stephan Glietsch |
Erscheinungsdatum: Juni 2022 | Verlag: Heyne Hardcore |
432 Seiten | Genre: Roman |

Beim Aussteigen aus dem Flugzeug schlägt mir dieser wunderbare Schwall heißer Luft entgegen, der allen Briten einen Ausruf der Überraschung entlockt, wenn sie bei der Landung an einem heßen Ort daran erinnert werden, dass der Rest der Welt sich eines Klimas erfreut, das nicht nur zwischen grau und kalt schwankt.

(S.15)

Inhalt

Grace Bernard sitzt im Gefängnis von Limehouse ein. Zu Unrecht, wie sie uns direkt zu Beginn der Geschichte versichert, denn den Mord, für den sie beschuldigt wird, den hat sie gar nicht begangen. Dafür sechs andere – aber von denen ahnt die Welt nichts.

Rezension

Herrlicher Schreibstil

Wenn ein Buch den Titel How to kill your family trägt, lockt das bei mir direkt ein gewisses Grundinteresse. Nicht, weil ich ebensolchen Wunsch hegen würde, aber weil es doch eine gewisse Spur schwarzen Humors verspricht. Und den bekommt man hier auch, wenn auch manchmal eher zwischen den Zeilen.

Grace Bernard wächst in armen Verhältnissen auf. Sie teilt sich mit ihrer Mutter eine winzige Wohnung, dann verstirbt ihre Mutter früh und sie zieht zu ihrem besten und einzigen Freund Jimmy. Doch sie findet heraus, wer ihr Vater ist und das weckt in ihr ungeahnte Hassgefühle. Denn ihr Vater ist kein Unbekannter, vielmehr gehört er zu den reichsten Menschen der Welt, und hätte er ihre Mutter damals nicht einfach fallen gelassen, als sie schwanger wurde, hätten Grace und sie ein besseres Leben führen können. Ein Racheplan entwickelt sich, der nicht nur den Vater, sondern seine gesamte Familie beinhaltet.

Wie sich dieser Plan entwickelt, das erzählt uns Grace in einer Art Tagebuch, welches sie im Gefängnis verfasst. Dort sitzt sie allerdings nicht wegen ihrer Familie ein, sondern wegen eines Todesfalls, den sie gar nicht verschuldet hat. Die Morde plant sie akribisch, lässt sich Zeit, folgt ihren Opfern über lange Zeiten und erzählt uns detailliert von ihren Vorbereitungen. Manchmal ein wenig zu lang für meinen Geschmack, aber der angeschlagene, trocken-zynische Tonfall macht einige kleinere Längen durchaus wett. Auch das Ende weiß zu überraschen und ließ mich doch ein wenig ungläubig auflachen.

Fazit

Ein bittersüßes Buch über Rache an einer Familie, die wohl wirklich nichts so sehr verdient hat, wie den eigenen Tod.

Bewertung im Detail

Handlung ★★★★☆ ( 4 / 5 )

Atmosphäre ★★★★★ ( 5 / 5 )

Charaktere ★★★★★ ( 5 / 5 )

Sprache ★★★★★ ( 5 / 5 )

Emotionen ★★★★☆ ( 4 / 5 )

= 4.6 ★★★★★


Herzlichen Dank an den Heyne Verlag für die Bereitstellung eines Rezensionsexemplars!

6 Comments on “[Rezension] Bella Mackie – How to kill your family

  1. Das Buch hat mich auch neugierig gemacht! Allerdings hab ich in anderen Rezensionen schon gelesen dass der nüchterne Erzählstil nicht so schön ist oder man einige Beweggründe für Morde an einzelnen Personen nicht nachvollziehen kann. Hab mir das Buch deswegen noch nicht geholt.

    Gefällt 1 Person

    • Der Stil ist vielleicht geschmackssache, ich mochte ihre zum Teil doch sehr spitzen Bemerkungen zB sehr gern. Sie scheint ja generell eine strukturierte Frau zu sein, die Dinge durchplant, da würden zu viele Emotionen gar nicht so passen, finde ich. Vielleicht überlegst du es dir ja nochmal 🙂

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  2. Pingback: Rückblick auf den Juli – Buchperlenblog

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