[In 28|7 um die Welt] Willkommen in Afrika!

Liebe Bücherwürmer, liebe Weltenstürmer!

Herzlich willkommen zu einer Beitragsreihe, bei der Bella von Bellas Wonderworld und ich es uns zur Aufgabe machen, euch einmal rund um den Erdball zu entführen – natürlich auf literarische Weise. 28 Geschichten werden uns auf 7 Kontinenten begleiten, uns die Vielfalt der Literatur und unserer Erde zeigen und hoffentlich dabei unsere Wunschlisten füllen. Seid ihr bereit für das Abenteuer? Dann starten wir heute in Afrika!

Afrika – die Wiege des Menschen. Da ist es ganz naheliegend, dass wir unsere literarische Reise hier beginnen möchten. Fragt euch doch zunächst einmal selbst: Welche Bücher fallen euch sofort ein, wenn ihr an Afrika denkt? Die Wüstenblume von Waris Dirie vielleicht? Oder Die weiße Massai von Corinne Hofmann? Bücher, von denen die meisten schon einmal gehört haben werden, vielleicht auch nur in ihrer filmischen Adaption. Doch was liegt dahinter, was können wir entdecken, wenn wir einen tieferen Blick auf den heißesten Kontinent werfen, bedeckt mit Wüstensand im Norden und kälteren Bergregionen, je weiter wir südlich reisen?

Bella und ich stellen euch nun zu jedem Kontinent vier Bücher vor, von denen wir zwei bereits gelesen haben, und zwei, die uns aufgrund ihrer verborgenen Geschichten zum Lesen animieren. Also, Zettel und Stifte gezückt!

Die Stationen

Gabriela: Ägypten

Bella: Kenia

Gabriela: Nigeria

Bella: Burundi

Ägypten: Pauline Gedge – Die Herrin vom Nil

Wir machen zunächst Halt im nordafrikanisch gelegenen Ägypten. Spürt ihr, wie der heiße Sand um eure Nasen weht? Wie alte Pharaonengräber nach euch rufen, um alte Zeiten und noch ältere Mysterien auferstehen zu lassen? Denn genau das schafft das Buch, welches ich euch nun vorstellen möchte.

Vor dreieinhalb tausend Jahren, als die Welt noch jünger war, stieg der große Gott Horus zur Erde hinab, um Pharao Thutmosis I und seiner Frau Ahmose ein großes Geschenk zu machen: Die wahre Inkarnation seiner Selbst in der schönen Gestalt ihrer Tochter Hatschepsut.

„Es gibt vieles, was ich nicht verstehe, Vater, aber etwas habe ich bereits gelernt. Eine Frau kann nicht herrschen. Eine Frau –“,sie sah ihre Mutter an, die ihrem Blick auswich – „eine Frau ist niemals Pharao.“
„Warum nicht?“
„Ja, das kann ich auch nicht verstehen!“ Sie lachte.

(S.102)

Ob nun wahres an dieser alten Legende ist oder nicht, Hatschepsut spürte die Macht und die Göttlichkeit in ihrem eigenen Wesen und schritt unerschrocken ihrem Schicksal entgegen. Aller Widrigkeiten zum Trotz bestieg sie Ägyptens Thron und wurde zur ersten Pharaonin der Geschichte.

Als die Autorin dieses Buch schrieb, gab es noch weniger Erkenntnisse als heute über die erste Pharaonin der Welt. Es ist kein ausnehmend biographischer Roman, sondern eine mit geschichtlichen Fakten ausgelegte Geschichte, wie sie durchaus hätte gewesen sein können. Lasst euch ein auf ein wundervolles Erlebnis in einem alten Land und einer großen Herrscherin.

Kenia: Kat Gordon – Kenia Valley

Reisen wir nun nach Kenia im Osten des Landes, mit seinen Savannen und dem Naturschutzgebiet Maasai Mara, das für die jährlichen Gnu-Wanderungen bekannt ist. Bei einer Safari in Kenia hat man außerdem eine gute Chance die “Big Five” der Tierwelt zu erspähen und einen wahrhaft atemberaubenden Sonnenuntergang zu erleben, der die Steppe in ein rot glühendes Traumbild verwandelt.

Einige der in Kenia vorkommenden Tiere sind auch auf dem Buchcover zu Kat Gordons Roman Kenia Valley zu sehen, der in den 1920er Jahren seinen Lauf nimmt. Wir begleiten den fünfzehnjährigen Theo bei seinem ersten Aufenthalt in diesem prächtigen Land, das er sich bisher nur durch die Bücher von Henry Rider Haggard erträumte.

Giraffen scharten sich um Bäume, knabberten an den oberen Zweigen und schwenkten ihre langen Hälse hinab, um ihre Babys zu liebkosen, die bereits größer waren als mein Vater. Mindestens fünfzig Zebras marschierten in einer langen gewundenen Linie auf einen nahe gelegenen Tümpel zu, in dem eine Herde Gnus badete; der Schlamm hatte ihre spindeldürren Beine dunkel gefärbt.

(Seite 18)

Die Autorin zeichnet ein bestechendes Bild der Landschaft Kenias, lässt einen die Hitze regelrecht durch die Zeilen spüren und porträtiert das ausschweifende Leben der Mitglieder des Happy Valley Set sowie die Einflüsse der Kolonialisierung.

Während man im ersten Teil der Geschichte den Glanz und Glamour des ausschweifenden Lebens von Theos älteren Freunden serviert bekommt und man im prickelnden Alkoholrausch unbeschwert dahingleitet, bietet der zweite Teil der Geschichte einen nachdenklicheren Blick auf die 1930er Jahre.

Theo hatte Afrika für sein Studium den Rücken gekehrt und kommt nun in das Land seiner Jugendzeit zurück, welches sich unter der strengen Hand der weißen Kolonialherrschaft befindet und die Auswirkungen der faschistischen Politik Europas zu spüren bekommt.

Nigeria: Chigozie Obioma – Der dunkle Fluss

Willkommen in Westafrika, willkommen im bevölkerungsreichsten Land dieses Kontinents! Hier finden wir so viele verschiedene Landschaftsszenarien, dass einem das Auge schier übergehen kann. Von Mangrovenwäldern über Savannen hin zu den Regenwäldern der Bergregionen, Nigeria hat so viel zu bieten! Und literarisch gesehen?

Der Autor Chigozie Obioma, selbst in der Hauptstadt Nigerias aufgewachsen, schrieb mit Der dunkle Fluss einen Roman rund um ein Familiendrama und verdichtet es – glaubt man den Rezensionen – zu einer sprachgewaltigen Fabel rund um das Schicksal seines Landes.

Benjamin und seine Brüder leben in der Nähe eines gefährlichen Flusses. Als ihr Vater die Familie verlassen muss, verstoßen sie gegen sein Verbot, sich dem Gewässer zu nähern. Die Fische, die sie dort fangen, sind Dämonen.

Mehr ist aus dem Klappentext nicht herauszuholen, weshalb mich das Buch ganz besonders magisch anzieht. Also, auf nach Nigeria, oder was meint ihr?

Burundi: Gaël Faye – Kleines Land

Burundi ist eines der kleinsten Länder Afrikas, welches allerdings dicht besiedelt ist und zu den ärmsten Ländern der Welt zählt. Der Binnenstaat liegt zwischen dem Victoriasee und dem Tanganjikasee und hat Wälder sowie eine artenreiche Tierwelt vorzuweisen. Die Menschen leben von der Landwirtschaft, werden jedoch aufgrund des Klimawandels und den damit verbundenen Ernteausfällen ihrer Lebensgrundlage beraubt.

Das kleine Land Burundi hat eine geschichtsträchtige Vergangenheit, die kaum einem bewusst ist. Der Debütroman Kleines Land von Gaël Faye möchte gegen das Vergessen ein Zeichen setzen und daher behandelt der Autor in seinem Roman die fiktive Kindheitsgeschichte von Gabriel, dessen Mutter Anfang der sechziger Jahre als verfolgte Tutsi aus Ruanda geflüchtet ist.

Der in Burundi geborene Autor nimmt sich der paradiesischen Idylle des afrikanischen Landes an, welches von Bürgerkriegen zerstört und vom Genozid an den Tutsi in den neunziger Jahren überschattet wird. Ein Buch über die blutigen Kämpfe zwischen den Ethnien, das sicherlich unter die Haut geht und bildhaft an der schrecklichen Vergangenheit des Landes teilhaben lässt.

Die merkwürdige Atmosphäre wurde von Tag zu Tag schlimmer. Auch in der Schule ist es bald losgegangen mit diesem Du-bist-doch-Hutu-du-bist-doch-Tutsi-Ärger.

(Seite 8)

Sicherlich ist Kleines Land keine leichte Lektüre, doch gegen das Vergessen der Gräueltaten in der Vergangenheit ein unumgängliches Stück Literatur, welches ich unbedingt noch erkunden muss.

Wir hoffen, euch hat unsere erste Station auf unserer Reise in 28/7 um die Welt gefallen! Welche afrikanischen Bücher könnt ihr empfehlen? Morgen geht die Weltreise auf bellaswonderworld.de weiter – nächster Halt: Europa!


In 28/7 um die Welt:

Afrika
Europa
Asien
Australien / Ozeanien
Nordamerika
Südamerika
Antarktis

14 Comments on “[In 28|7 um die Welt] Willkommen in Afrika!

  1. Liebste Gabriela,

    was für ein gelungener Auftakt zu unserer kontinentalen Literatur-Reise! Am liebsten würde ich ja noch länger in Afrika verweilen, doch ich freue mich auch schon auf den nächsten Stopp und bin gespannt, welche Buchtipps wir im Laufe dieser Woche erhalten werden.

    Herzlichst
    Deine Bella

    Gefällt 1 Person

    • Liebste Bella!
      Ich bin so froh, dass wir diese Reise zusammen angetreten haben ❤️ und ich freu mich schon sehr auf die kommenden Stationen mit dir!

      Fühl dich gedrückt!
      Gabriela

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  5. Hallo Gabriela und auch Bella! 🙂
    Wo ihr ein Buch vorgestellt habt, das in Ägypten spielt ist mir sofort die Reihe um „Ramses“ von Christian Jacq eingefallen. Das sind 5 Bände und die sind wirklich gut geschrieben. Dazu kommt, dass der Autor Ägyptologe ist und deshalb geschickt Fakten mit eingebunden hat.
    Liebe Grüße
    Diana

    Gefällt 1 Person

    • Huhu Diana!
      Tatsächlich hab ich vor einigen Jahren den ersten Ramses Band gelesen und war doch etwas davon geneevt, wie selbstherrlich der gute Ramses permanent dargestellt wurde. Das war irgendwie nicht meins, was schade ist, da ich in die Reihe zunächst auch viiiel Hoffnung gesetzt hatte. :/

      Alles Liebe!
      Gabriela

      Gefällt 1 Person

      • Ach, das ist ja schade. Ich mochte die Reihe sehr gerne, ist allerdings auch schon Jahre her das ich die gelesen habe und habe mich seitdem auch sehr viel verändert, auch im Leseverhalten. Vielleicht würde es mir heute ähnlich gehen wenn ich nochmal zu den Büchern greifen würde.

        Gefällt 1 Person

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  8. Huhu,
    oh was für eine tolle Aktion, da ärgere ich mich richtig, dass ich die letzten Wochen kaum on war und sie verpasst habe, aber zum Glück kann man ja alles nachlesen =D
    Ich muss gestehen mir fällt spontan gar kein Buch ein, dass ich gelesen habe und das in Afrika spielt (Schande über mich) Aber ich habe schon einige Fantasy-Romane gelesen die arabisch/afrikanisch oder ägyptisch inspiriert waren wie z.B Ein Kuss aus Sternenstaub (arabisch) oder Die Glaszauberin (ägyptisch)

    Hab deinen Beitrag stellvertretend für die ganze Aktion hier vorgestellt =)
    Liebe Grüße, Sandra

    Gefällt 1 Person

    • Huhu Sandra!
      Na dann umso schöner, dass du dich trotzdem noch zu Bella und mir hergefunden hast bei unserer Rundreise =) Den Kuss aus Sternenstaub kenne ich vom Hörensagen (war das nicht eine Aladdin-Adaption?) und der Titel der Glaszauberin hört saich gerade super interessant an! Da muss ich mal genauer schauen gehen 😀

      Alles Liebe!
      Gabriela

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