[Rezension] Katie M. Flynn – Companions

Interessante Story, mäßige Umsetzung!

Werbung | Autor: Katie M. Flynn | Titel: Companions – Der letzte Morgen |
Übersetzung: Jürgen Langowski |
Erscheinungsdatum: Juni 2021 | Verlag: Heyne |
352 Seiten | Genre: Dystopie / Science Fiction |

Bewertung: 3 von 5.

Ich betrachte mich nicht gern selbst. Mein Körper gehört mir nicht, er ist bloß dieses Ding da, in dem ich existiere.

(S.15)

Inhalt

Was wäre, wenn man nach seinem Tod nicht endgültig sterben, sondern in einem anderen Körper wieder hochgeladen würde? Was, wenn es keinen letzten Morgen gäbe, sondern man, sofern man das nötige Geld dafür übrig hat, immer und immer wieder in eine frische Haut schlüpfen könnte? Was, wenn man in einem Körper landet, der von anderen Menschen als Sklave angesehen wird, als niederes Ding, kein Mensch mehr im Inneren? In Lilacs Welt geht genau das. Allerdings mit einigen Tücken.

Rezension

Unnahbar

Das Buch wirbt mit dem Zitat „Companions ist das Buch der Stunde!“ von Dietmar Dath. Das Buch der Stunde? Irgendwie schon, denn in dieser Welt gab es einen – nicht näher beleuchteten – Virus, eine Pandemie, die die Menschen in mehrjährige Quarantäne zwingt. Allerdings hat sich mir bis zum Schluss nicht wirklich erschlossen, was der Virus denn nun tatsächlich mit der Geschichte zu tun hatte, ist er doch mehr Beiwerk als tatsächliches Thema.

Das Buch umreißt viele vergehende Jahre, wechselt oft die Perspektive, und bleibt doch immer auf Distanz. Egal, ob man nun Lilac folgt, Cam, Gabe oder anderen Personen, niemand scheint ein wirkliches Alleinstehungsmerkmal im Ausdruck zu besitzen. Zwar erhält man dank der vielen Personen ein größeres Gesamtbild der Geschichte, doch alle Abschnitte lesen sich gleich, fühlen sich abgehackt an und lassen zu viel Ungesagtes stehen. Warum sie handeln wie sie handeln, was sie genau denken, welche Ereignisse zu diesen und jenen Entscheidungen führen, all das erfährt der Leser kaum bis gar nicht. Außerdem ist es irritierend, dass alle in der Vergangenheit erzählen, nur die Abschnitte von Gabe, einem jungen Mädchen, das ihre Familie an den Virus verlor, sind im Präsens erzählt. Ich habe lange gehofft, eine Erklärung dafür zu erhalten, doch auch diese wurde mir vorenthalten.

Dabei ist die Grundstory spannend! Companions, also menschenähnliche Roboter, die mit einer so feinen Hautstruktur versehen werden können, dass sie tatsächlich für Menschen gehalten werden, sollen für die Menschen soziale Kontakte ersetzen. Tatsächlich aber werden sie, obwohl im Inneren ein menschliches Bewusstsein lebt, eher wie Spielzeuge, Diener oder Sklaven gehalten. Sie sind befehlsgesteuert, oder sollten es zumindest sein. Denn Lilac hält sich nicht an die Regeln, und bricht aus. SIe lernt Menschen kennen, mit denen sie einige Zeit verbringt (die uns wieder größtenteils verschwiegen wird), sie sucht oberflächlich ihre Vergangenheit und ihren Tod, sie tötet Menschen. Mir schien, die Autorin hatte viele Gedanken, die sie unterzubringen versuchte, und verlor dabei aus den Augen, den Lesern die Geschichte nahe zu bringen. Egal, wer gerade erzählte, ich hatte nie das Gefühl, tatsächlich in die Geschichte eingebunden zu sein, schaute drauf, fühlte mich um Details betrogen, wollte alles und bekam zu wenig.

Fazit

Ein interessantes Gedankenkonstrukt, das in seiner Umsetzung szenenhaft und distanziert daherkommt. Zu wenig Details, die die Geschichte beleben, zu viele ähnlich agierende Personen. Schade, denn aus den Companions hätte man durchaus mehr machen können!

Bewertung im Detail

Idee ★★★★☆ ( 4 / 5 )

Handlung ★★★☆☆ ( 3 / 5 )

Charaktere ★★☆☆☆ ( 2 / 5 )

Sprache ★★★★☆ ( 4 / 5 )

Emotionen ★★☆☆☆ ( 2 / 5 )

= 3 ★★★

schnörkel

Herzlichen Dank an den Heyne Verlag für die Bereitstellung eines Rezensionsexemplars!

5 Comments on “[Rezension] Katie M. Flynn – Companions

  1. Hallo Gabriela!
    Ich bin da ganz deiner Meinung, man hätte da viel mehr daraus machen können.
    Ich fand das sehr schade, das die Autorin nicht auf die Hintergründe eingegangen ist, wobei ich da noch hätte drüber hinwegsehen können, wenn sie die Story etwas besser gestaltet hätte.
    Mir fehlten einfach zu viele Teile zwischen den Zeitsprüngen und mir waren es auch zu viele Charaktere, lieber ein paar weniger, dafür aber detailreicher.
    Wirklich schade!
    Liebe Grüße
    Diana

    Gefällt 1 Person

  2. Pingback: Companions – Der letzte Morgen von Katie M. Flynn

  3. Pingback: Rückblick auf den Juli – Buchperlenblog

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