Einfach nicht meine Welt.

Werbung | Autor: Monika Maifeld | Titel: Morgen ist es Liebe |
Erscheinungsdatum: 2017 | Verlag: Knaur |
430 Seiten | Genre: Liebesroman |

Man würde seine Leiche bald finden, spätestens am ersten Weihnachtstag, denn über die Feiertage kamen für gewöhnlich immer wieder Spaziergänger hier hoch – zu diesem kleinen Aussichtspunkt über der Mosel, mit der Bank neben der kleinen Marienkapelle.
(S. 6)


Inhalt
Wenige Tage vor Weihnachten will sich Martin Hallberg das Leben nehmen. Er ist kurz davor, oben auf dem Weinberg die Schlaftabletten zu schlucken, als sich ein Autounfall direkt vor seinen Augen abspielt. Kurzentschlossen eilt er der jungen Frau zu Hilfe, doch noch ehe die Sanitäter eintreffen, ist er bereits verschwunden. Aber warum?
Rezension
Zu seicht
Das Buch war einer jener Versuche, außerhalb der eigenen Komfortzone nach Geschichten zu fischen. Das Cover fand ich trotz all seiner Herzchenballons schön, und hoffte auf eine Liebesgeschichte, die mich bezaubern könnte. Denn – viele werden es womöglich schon wissen – mit der Liebe in Büchern hadere ich häufig.
Hier nun haben wir also die Ausgangssituation, dass ein Mann sich das Leben nehmen will, ohne das wir vorher genaueres über die Umstände erfahren. Etwas scheint mit seiner Frau passiert zu sein, an dem er sich die Schuld gibt. Er flieht in das benachbarte Luxemburg vor seiner Vergangenheit, landet auf der Straße, bettelt, friert und will eigentlich gar nicht mehr am Leben sein. Als er sich dazu entschließt, sein Leben mit einigen Schlaftabletten zu beenden, greift scheinbar das Schicksal ein. Denn Alexandra ist auf dem Heimweg von einer Weihnachtsfeier, ihr Wagen gerät direkt vor Martins Augen ins Schlingern und überschlägt sich. Er gibt seinen Suizidversuch auf, um der jungen Frau zu helfen, verschwindet dann jedoch aus Angst vor den möglichen Fragen der Polizei spurlos.
Soweit, so gut. Gut, der Plot ist jetzt nicht der allerneueste, und man ahnt vermutlich schon am Anfang, worauf es hinauslaufen wird. Aber der Weg ist schließlich das Ziel, das Erleben der Gefühle. Doch bis dahin bin ich gar nicht gekommen. Vielmehr machte mir die für meinen Geschmack viel zu seichte Sprache einen Strich durch die Rechnung. Knapp 100 Seiten füllten sich mit hölzernen Dialogen, klischeehaften Charakteren und dem Charme einer Nachmittagsfernsehen-Schmonzette. Ein Unterhaltungsroman dient vor allem der, genau, Unterhaltung. Abschalten durch sanfte Berieselung. Aber dieses Buch hat mir dann doch einmal mehr gezeigt, dass ich es nicht zu seicht mag.
Fazit
Das Buch gefällt ja wirklich vielen gut, so dass ich denke, dass es die richtigen LeserInnen finden werden. Zum Abschalten ist es sicher gut gemacht, wenn man über die recht anspruchslose Sprache hinwegsehen kann. Ich konnte es jedoch leider nicht.







Hinterlasse eine Antwort zu Nico aus dem Buchwinkel Antwort abbrechen