[Rezension] Brandon Sanderson – Die Kinder des Namenlosen

Witzig, kurzweilig und eine besondere Freude für Rollenspieler!

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Werbung | Autor: Brandon Sanderson | Titel: Die Kinder des Namenlosen |
Übersetzung: Ole Johan Christiansen |
Erscheinungsdatum: April 2020 | Verlag: Heyne |
272 Seiten | Genre: Fantasy |

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Der Mann stupste erneut mit einem spitzen Finger seine Wunde an. „Es kommt mir so vor, Fräulein Hochwasser, als würdet Ihr diese Lage nicht mit dem nötigen Ernst betrachten. Mein Hemd ist ruiniert.“
„Wir holen euch ein anderes.“
„Das hier war mein Lieblingshemd.“
„Ihr habt siebenunddreißig andere, die haargenau so sind.“

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Inhalt

Ein Dorf im Wald, ein Sumpf voll alter Magie und zwei Schwestern, die zugleich Segen und Fluch erhalten haben. Denn während die erste eine besondere Kraft in sich fühlt, finden durch die andere ganz besondere Lieder ihren Weg in die Welt. Lieder, die sie und ihre Familie vor den Dämonen beschützen sollen. Doch der Preis für diese Gaben ist hoch. Die tatkräftige Willia verliert ihr Augenlicht in der Nacht, und die singende Tacenda sieht nie die Sonne aufgehen.

Als nun Geisterwesen ihr Dorf angreifen und nur Tacenda aus unerfindlichen Gründen verschonen, wird es Zeit, ihre besondere Gabe auf die Probe zu stellen.

Rezension

Gesang und Diebeskünste

Die Kinder des Namenlosen siedeln sich im großen Multiversum an, dass dem Kartenspiel MAGIC entspringt. Dieses gibt es bereits seit 1993 und ist wohl das erste Sammelkartenspiel dieser Art. Ich persönlich hatte bisher keine Berührungspunkte damit, aber wie ich schnell festgestellt habe: Das macht gar nichts! Denn wir bewegen uns in einem Teil dieses Multiversums, ohne wirklich Vorwissen mitbringen zu müssen.

Die Bewohner von Verlasen, einem kleinen Dorf in Anfurten sehen sich einer ständigen Bedrohung gegenüber. Dämonen und Geisterwesen durchstreifen die Wälder und holen sich die Seelen der Dorfbewohner. Das Schutzlied, welches Tacenda seit einigen Jahren für sie singt, wiegt sie in Sicherheit, doch die Gefahr ist nicht gebannt. Als die Eltern der beiden Schwestern mit den magischen Gaben getötet werden, will man den Herrn des Herrenhauses, Davriel Cane, gesichtet haben. Doch was treibt ihn an, die Seelen seiner Untertanen zu stehlen? Tacenda wird von ihrer Wut auf den Fürsten getrieben, und stattet ihm einen Besuch ab – mit einem Eispickel bewaffnet.

Die ersten zwei, drei Kapitel des Buches hatte ich ein wenig Probleme, das muss ich zugeben. Die Einführung von Tacenda und ihrer Schwester Willia war mir zu allgemein, zu wenig detailliert. Ich hatte keine genaue Vorstellung von ihr, konnte mich nicht in ihr frühes Leid hineinversetzen. Das ändert sich, sobald Fürst Davriel nebst seiner illustren Dämonenhorde erscheint. Dieser Charakter ist herrlich angelegt. Er ist snobistisch, selbstverliebt, ein wenig überheblich und wunderbar sarkastisch. Ein amüsanter Antiheld im besten Sinne! Dass sich die Wege der jungen Tacenda und des Fürsten, der lieber Nickerchen hält als sich um die Belange seiner Untertanen zu kümmern, verstricken, wirkt sich auf beide Seiten in guter sowie schlechter Weise aus.

Das Abenteuer ist ein wenig verworren, und hier und da spitzen karge Hintergrundinformationen raus, mit denen ich (noch) nicht viel anzufangen wusste, die aber den Lesefluss nicht behinderten. Da es sich hierbei um eine Reihe handeln soll, bin ich doch sehr gespannt, ob wir näheres in künftigen Büchern erfahren werden, die sich mit dem Fürsten Davriel beschäftigen. Im Herbst geht es jedoch erst einmal mit dem Auftakt einer weiteren MAGIC-Reihe los, das dadurch vermutlich bald wieder in aller Munde sein dürfte.

Wer ein wenig Erfahrung in der Welt der Rollenspiele mitbringt, dem fallen auf jeden Fall die typischen Klassen ins Auge, denen die Charaktere angehören. Willia ist die klassische Kriegerin, Tacenda eine Bardin, die mit ihren Liedern unterstützend in das Kampfgeschehen eingreift. Fürst Davriel besitzt eine besonders interessante magische Fähigkeit, mit deren Hilfe er Zauber und Talente aus den Köpfen der Menschen stehlen kann, um sie selbst zu verwenden. Auch ist die Rede immer wieder von Priestern, Helden, Paladinen und was sich noch so in einem Rollenspiel finden lässt. Eine helle Freude also für Spielbegeisterte!

Fazit

Unterhaltsame Lektüre, die mit erfrischend witzigen Dialogen daherkommt. Besondere Vorkenntnisse zum Spiel benötigt man nicht, um sich in diese Welt des Multiversums einzufinden, in der Dämonen und Geister in Wäldern hausen und den Menschen ihre Seelen abspenstig machen wollen.

Bewertung im Detail

Idee ★★★★★ ( 5 / 5 )

Handlung ★★★★☆ ( 4 / 5 )

Charaktere ★★★★☆ ( 4 / 5 )

Sprache ★★★★★ ( 5 / 5 )

Emotionen ★★★★☆ ( 4 / 5 )

= 4.4 ★★★★

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Vielen Dank an den Heyne Verlag für das Rezensionsexemplar!

13 Comments on “[Rezension] Brandon Sanderson – Die Kinder des Namenlosen

  1. Liebste Gabriela ❤
    Deine Rezension hat mich daran erinnert, dass ich vor Jahren mal seine Reihe 'Kinder des Nebels' begonnen hatte und sehr beeindruckt war von seinem Worldbuilding! Keine Ahnung, warum zwar 4 Bände der Reihe im Regal stehen, ich aber nur zwei davon gelesen habe. :-O Vielleicht muss ich ja auch da einen Re-Read starten. Aber erst nach Jane Austen! 😀 ❤

    Gefällt 1 Person

    • Liebste Ida ♥
      Ich wollte auch shcon viel zu lange mal dem Autor ieinen literarischen Besuch abstatten, er ist ja doch sehr häufig vertreten in so manchem Bücherregal! 😀 Ich finde auf jeden Fall, du solltest dir die Reihe nochmal vorknüpfen, der Titel klingt doch schon sehr einnehmend =) ♥

      Gefällt 1 Person

      • Der erste Band war auch wahnsinnig faszinierend! Ich denke, die Reihe werde ich mir definitiv nochmal vornehmen. Bin gestern Abend übrigens draufgekommen, weshalb die vier Bände von Sanderson im Regal stehen: der Thomas hat sie sich ursprünglich zugelegt und alle gelesen! 😀 Ich habe sie dann einfach als mein Eigentum „adoptiert“ 😀 ❤

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      • Ah adoptieren, das kenn ich 😄 ich adoptiere regelmäßig Bücher aus dem elterlichen Regal, weil sie sich bei mir einfach wohl fühlen 😄❤️

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  2. Liebe Gabriela,
    verrätst du mir, wie du auf den Roman gekommen bist? Da du bisher keine Magic-Spielerin warst, interessiert mich, ob du vielleicht wegen des Autors zugegriffen hast? Ich bin neugierig 😀

    Als es mit Magic losging, habe ich viel gespielt. Einige Jahre später aber alle Karten abgegeben. Es gab damals, glaube ich, auch schon Romane zum Spiel, ich habe aber noch nie einen gelesen.
    LG
    Sandra

    Gefällt 1 Person

    • Tatsächlich ist mir das Magic-Symbol erst später aufgefallen. Auch wenn ich von Sanderson vorher noch nichts gelesen hatte, kannte ich zumindest den Autor, und das Cover sprach mich auch gleich an. Dass es sich hier um einen Roman zu einem Kartenspiel handelt, das hab ich auch erst später herausgefunden 😄 ich hab sogar einige frühere Bücher dazu gefunden, der Trend muss völlig an mir vorbeigegangen sein 😅

      Liebe Grüße!
      Gabriela

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  3. Danke dir für diese Rezension, Gabriela! Das Buch hatte ich bereits mehrfach in der Hand, aber ich war mir unsicher, inwiefern man verloren ist, wenn man die Welt des Kartenspiels nicht kennt.

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    • Sehr gern! Ich hatte anfangs auch ein paar Bedenken, aber man findet sich sehr schnell zurecht. Hin und wieder werden zurückliegende Ereignisse angesprochen, aber ich glaube, die werden erst im nächsten Band richtig ausgebaut, als das man sie vorher hätte kennen können.

      Liebe Grüße!
      Gabriela

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  4. Pingback: Rückblick auf den Mai – Buchperlenblog

  5. Hallo Gabriela,

    als großer Sanderson-Fan war dieses Buch mir bisher irgendwie durchgerutscht. Da ich seit einiger Zeit auch viel Pen&Paper-Spiele, werde ich diese Novelle wohl bald mal kaufen und lesen.

    Viele Grüße
    Elena

    Gefällt 1 Person

    • Hallo Elena!
      Na wenn das dann kein positiver Zufall ist, dass dieses Buch diese beiden Leidenschaften miteinander verbindet! Ich wünsche dir auf jeden Fall viel Freude mit den Kindern des Namenlosen! 🙂

      Liebe Grüße!
      Gabriela

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