Wunderschön gezeichnet, spannende Story!

Werbung | Autor: Esther Gil | Zeichner: Laurent Paturaud |
Titel: Victor Hugo im Exil |
Erscheinungsdatum: 23. Juli 2019 | Verlag: Splitter | 120 Seiten |
Genre: Historie| Reihe: Einzelband |
![]()

Inhalt
1853. Victor Hugo, der bekannte Dichter, Autor und Sozialkritiker, fristet sein Leben im Exil auf der Insel Jersey. Dorthin von Napoleon III verbannt, widmet er sich zunehmend dem Spiritualismus, denn vor zehn Jahren kam seine geliebte Tochter Leopoldine bei einem Bootsunglück ums Leben. Als sie ihm endlich bei einer Séance erscheint, nimmt er den Faden der Ermittlungen wieder auf. Sein Weg führt ihn zurück nach Frankreich.
Rezension
Fiktion und Realität
Dieser Comic spielt mit den Begriffen der Realität. Denn Victor Hugos Tochter Leopoldine kam tatsächlich 1843 bei einem tragischen Unglück auf dem Meer zusammen mit ihrem Mann ums Leben. Doch wie es dazu kam, da spinnt die Geschichte ihr eigenes Netz. Victor Hugo nahm wirklich an Séancen teil und glaubte bis zuletzt daran, dass ihm sein totes Kind erschienen sei. Seine Reise zurück nach Frankreich, bei der er sich sehr vielen Gefahren für Leib und Seele stellen muss, die ist jedoch fiktiv. Neben der Suche nach der schuldigen Hand erfahren wir einiges an Hintergrundinformationen zum Leben der Franzosen jener Tage, lesen von Stadtplanungen und der geplanten Säuberung Paris‘ von menschlichem Unrat.

Gehalten ist die Geschichte in gedeckten Tönen, Sepia scheint vorrangig vertreten zu sein, und gibt dem Ganzen einen historischen Anstrich. Die Gesichter der einzelnen Personen sind äußerst ausdrucksstark, und auch wenn die Frauen sich doch in ihrer Schönheit alle ein wenig ähneln, so unterscheidet man sie doch ohne weiteres. Auch wird ein Blick auf Hugos Liebesleben, dass neben seiner Ehefrau noch zwei weitere Frauenzimmer auf den Plan ruft, geworfen – Ein wahrer Lebemann also. Zeitgleich verfolgen wir ausschnitthaft das Leben eines weiteren Franzosen, der ebenfalls ein geheimes Leben führt und sich scheinbar eines hohen Verbrechens schuldig macht. Der Bogen zurück zu Hugo wird erst gegen Ende geschlagen, lässt aber Hugos Wesen eindeutig klarer werden.
Das Unglück der Familie Hugo hätte genau so durchaus ablaufen können. Fest steht, dass ihn diese schwere Zeit zu seinen größten Erfolgen führte, die man im angeschlossenen Dossier auch zum Teil wiederfindet. Überhaupt ist dieser Anhang wieder einmal wunderschön gestaltet, zeigt große Portraits, Briefe und Gedichte in ihrem Original.
Fazit
Wer sich also für einen Teil des Lebens des Autors von Klassikern wie dem Glöckner von Notre Dame oder Les Misérables interessiert, der sollte definitiv zugreifen. Halb Fiktion, halb Realität, ist dieser Band ein Schmuckstück für sich.
Bewertung im Detail
Idee ★★★★★ ( 5 / 5 )
Handlung ★★★★★ ( 5 / 5 )
Charaktere ★★★★☆ ( 4 / 5 )
Zeichnungen ★★★★★ ( 5 / 5 )
Emotionen ★★★★☆ ( 4 / 5 )
= 4.6 ★★★★★

Herzlichen Dank an den Splitter Verlag für die Bereitstellung eines Rezensionsexemplars!






Hinterlasse eine Antwort zu Buchperlenblog Antwort abbrechen