[Rezension] Carys Davies – West

Kein Wort zu viel!

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Werbung | Autor Carys Davies | Titel: West|
Übersetzer: Eva Bonné |
Erscheinungsdatum: Juni 2019 | Verlag: Luchterhand |
204 Seiten | Genre: Abenteuerroman|

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Sieh ihn dir genau an, Bess, diesen einfältigen Menschen, meinen Bruder John Cyrus Bellman. Einen größeren Dummkopf wirst du nie wieder zu Gesicht kriegen. Wenn man mich fragt, zählt er ab heute zu den Verlorenen und Verrückten. Erwarte nicht, ihn jemals wiederzusehen, und wink ihm bloß nicht hinterher, sonst glaubt er am Ende noch, du wolltest ihm deine besten Wünsche mit auf die Reise geben.

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Inhalt

Ein spektakulärer Fund in Kentucky heizt die Fantasie des Maultierzüchters Cy Bellmann im Jahr 1815 an. Der aus Irland stammende Mann, der mit seiner kleinen Tochter ein einfaches Leben führt, packt kurzentschlossen seine Sachen und verabschiedet sich für ein, maximal zwei Jahre von seiner Familie. Die großen Tiere, von denen die gefunden Knochen stammen, müssen noch irgendwo da draußen leben, im Westen, und wenn er dem Mississippi folgt, wird er sie schon zu Gesicht bekommen.

Rezension

Der Glaube an etwas

Eine Reise mit ungewissem Ausgang, das ist es, was Cy Bellmann vorhat. Wir werden hineingeschleudert in diese Situation, in der schon alles feststeht. Die Sachen sind gepackt, die Hand der Tochter ein letztes Mal gedrückt. Den Maultierzüchter zieht es hinaus in die unbekannte Welt, am Mississippi entlang, die Route der Entdecker. Wie lang es wohl dauert, fragt ihn seine kleine Tochter Bess zum Abschied. Maximal zwei Jahre antwortet er ihr voller Zuversicht. Es sind nur einige tausend Meilen zu bewältigen, hin und zurück, an den fernen Bergen wird Schluss sein. So zieht er von dannen und wir begleiten abwechselnd sein Leben und das der zurückgelassenen Tochter, die älter und älter wird, während ihr Vater sich immer weiter von ihr entfernt.

Dabei stellt man fest, dass Carys Davies es versteht, kein Wort zu viel auf die Seiten zu packen. Das geschnürte Päckchen enthält wenige Sachen, Dinge zum Tausch und zum Überleben. In sparsamen Ausführungen folgen wir also der Route, die Cy Bellman einst auf einer Karte betrachtete, und die auch später seine Tochter in der Bibliothek verfolgen wird. Dabei spielt der Glaube eine zentrale Rolle in der Geschichte. Der Glaube an die großartigen Tiere in der Fremde, der Glaube an die Zukunft, der Glaube an eine glückliche Heimkehr. Doch die Umstämde sind denkbar schlecht, auf Bess und ihren Vater warten Gefahren, die wohl keiner vorhergesehen hätte. Auch ein kleiner, krummbeiniger Indianer ist mit von der Partie, ein Vertriebener, der doch die beiden Schicksale miteinander verbindet und seinen Anteil daran hat.

Fazit

Es ist ein Abenteuerroman von poetischer Ruhe, dem kein Wort zu viel anhaftet. Geheimnisvoll und unheilschwanger schwingen sich die Worte von Zeile zu Zeile. Und bringen dabei doch eines immer wieder zum Klingen: Die Saite der Abenteuerlust in uns.

Bewertung im Detail

Idee ★★★★☆ ( 4 / 5 )

Handlung ★★★★☆ ( 4 / 5 )

Charaktere ★★★★☆ ( 4 / 5 )

Sprache ★★★★★ ( 5 / 5 )

Emotionen ★★★★☆ ( 4 / 5 )

= 4.2 ★★★★

schnörkel


Vielen Dank an den Wunderraum Verlag für die Bereitstellung eines Rezensionsexemplars!

5 Comments on “[Rezension] Carys Davies – West

  1. Ich liebe deine Rezensionen, liebe Gabriela! ❤ "Geheimnisvoll und unheilschwanger schwingen sich die Worte von Zeile zu Zeile. Und bringen dabei doch eines immer wieder zum Klingen: Die Saite der Abenteuerlust in uns." – allein dein Fazit ist schon Poesie pur. 🙂 Ein tolles Buch, das, wie so viele vor ihm, auf die Wunschliste wandert… 😀
    Ida ❤

    Gefällt 1 Person

    • Hach wie unglaublich lieb von dir! ❤️ Es ist auf jeden Fall ein Buch, über das man nachsinnen kann, nichts was da Knall auf Fall mit harter Action daherkommt. Mal sehen, was du dazu sagen wirst, irgendwann 😁

      Gefällt 1 Person

  2. Pingback: Rückblick auf den Juni – Buchperlenblog

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