[Rezension] Ayesha Harruna Attah – Die Frauen von Salaga

Ein kleiner Einblick in eine fremde Welt.

ayesha_harruna_attah_frauen_salaga

Werbung | Autor:  Ayesha Harruna Attah | Titel: Die Frauen von Salaga |
Erscheinungsdatum: März 2019 | Verlag: Diana | 315 Seiten | Genre: historischer Roman |

sterne4

schnörkel

anführung_unten

Sie trieben alle zusammen und fesselten sie an der Taille aneinander, Männer und Frauen, Mädchen und Jungen wild durcheinander. Familien wurden getrennt und mit anderen Familien zusammengebunden.

(S.74)anführung_oben

Inhalt

Ende des 19. Jahrhunderts in Westafrika. Der Sklavenhandel floriert, die politischen Interessen wachsen über die afrikanischen Grenzen hinaus. Aminah und Wurche, zwei junge Frauen, die gefangen in ihrer Zeit sind, begegnen sich auf einem Sklavenmarkt in Salaga und verbinden ihre Schicksale unwiderruflich miteinander.

Rezension

Fremde Länder, fremde Namen

Mit der Lektüre dieses Buches begibt man sich in das Afrika der früheren Tage. Wie auch diese Kultur der unseren fremd ist, so sind es auch die Namen. Ich gebe zu, ich hatte zu Beginn einige Schwierigkeiten, denn man folgt in diesem Buch zwei Handlungssträngen. Der eine Weg folgt Aminah, einer jungen Frau, die brutal aus ihrem Zuhause in Botu gerissen wird, von Sklavenhändlern ge- und ihrer Wurzeln beraubt.

Der andere Weg zeigt uns Wurche, ebenfalls jung, ebenfalls vom Schicksal gezeichnet. Sie ist die Tochter des Königs von Salaga-Kpembe, ein mächtiger Mann seiner Zeit. Sie will bei den Verhandlungen mit den Europäern dabei sein, will ihrem Vater helfen und wird doch immer wieder in ihre Rolle als Frau zurückgedrängt. Als sie schließlich aus taktischen Gründen zwangsverheiratet wird, bricht etwas in ihr auseinander.

Zu beiden Geschichten, die sich Schritt für Schritt immer weiter verweben, gehören viele Namen von Familienangehörigen, die sich für uns Europäer zuerst etwas anstrengend zuordnen lassen. Die Rede ist von Na, von Issa-Na, von Mma, Etuto und vielen mehr. Beinahe hätte ich mir zwei Familienstammbäume aufgezeichnet, um den Geschichten besser folgen zu können. Auch werden afrikanische Gerichte oder Traditionen mit Namen bezeichnet, die man zu gern direkt nachschlagen würde. Hier wäre es wirklich schön gewesen, wäre ein kleines Glossar an das Buch angeschlossen gewesen. Nichtsdestotrotz hatte ich mich irgendwann häuslich niedergelassen in dieser Geschichte und folgte mit Staunen, wie zwei junge Frauen ihrem Licabili – Schicksal – zustrebten. Im Grunde genommen wollen beide dasselbe: Ihr Leben selbst in die Hand nehmen, und beiden werden von außen Steine in den Weg geworfen, die sie zwar behindern, aber nicht beirren. Die Erzählstruktur ist dabei ein Auf und Ab. Mal vergehen innerhalb weniger Zeilen viele Wochen, mal verweilt man lange in einem einzigen Augenblick. Das Schicksal der beiden, sowie auch das weitere Schicksal Afrikas berührte mich und jagte mir am Ende einen kleiner Schauer über den Rücken. Ayesha Harruna Attah wurde zu dieser Geschichte von dem Leben ihrer Urgroßmutter inspiriert und man hört ihr an, dass sie weiß, von was sie erzählt.

Fazit

Hat man sich einmal mit den vielen Namen angefreundet, die auf einen einprasseln, erlebt man Teile zweier Leben, die unterschiedlicher und zugleich identischer nicht sein könnten. Und die einen in eine fremde Welt entführen, die man viel zu selten betritt.

Bewertung im Detail

Idee ★★★★★ ( 5 / 5 )

Handlung ★★★★☆ ( 4 / 5 )

Charaktere ★★★★☆ ( 4 / 5 )

Sprache ★★★★☆ ( 4 / 5 )

Emotionen ★★★★☆ ( 4 / 5 )

= 4.2 ★★★★

schnörkel


Herzlichen Dank an den Diana Verlag für die Bereitstellung eines Rezensionsexemplares!

5 Comments on “[Rezension] Ayesha Harruna Attah – Die Frauen von Salaga

    • Hallo!
      Ja sowas ist eigentlich recht praktisch! Irgendwann hat man die Namen eigentlich auch gut drauf, aber bis dahin war es erst einmal etwas.. Verwirrend. Viel Spaß aber mit dem Buch!

      Liebe Grüße!
      Gabriela

      Gefällt mir

  1. Hallöchen,

    das Buch hatte ich letztens auf Instagram gesehen und es hatte mich sofort angesprochen. Deine Rezension bestärkt mich dabei noch. Mit vielen Namen in Büchern habe ich meist keine Probleme. Bin durch Fantasysagen mit riesigen Charaktercasts daran gewöhnt.

    Danke für die Rezension.
    Elisa

    Gefällt 1 Person

    • Heyo!
      Das freut mich, die Geschichte der Beiden ist wirklich lesenswert! Normalerweise hab ich damit auch keine größeren Probleme, vllt. lag es teilweise an der Ähnlichkeit 🤔 ich wünsche dir auf jeden Fall viel Freude damit!

      Alles liebe!
      Gabriela

      Gefällt 1 Person

  2. Pingback: Rückblick auf den März – Buchperlenblog

Du möchtest was sagen? Dann los!

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: