
Meine Lieben!
Ich freue mich, dass ich ein Teil des großen Writing Friday Specials von Elizzy von readbooksandfallinlove sein darf ♥ Am ersten Tag hat sie uns mit ihrer Geschichte verzaubert und nun könnt ihr jeden Tag bis Weihnachten neue winter-weihnachtliche Geschichten erleben, also husch husch, macht euch auf die Suche nach all den tollen Geschichten in unserem Adventskalender!
Bevor wir beginnen, ein wenig Musik zur Untermalung, für diejenigen, die mit Aug und Ohr einer Geschichte lauschen wollen.
Ding.
Ein zarter Klang, ein leises Ächzen.
Da-Ding.
Ein heller Missklang zwischen den Tönen.
Die Welt bleibt dunkel, als sie ihre Augen öffnet. Sie blinzelt, einmal, zweimal. Die erneute Stille erdrückt sie, versteift ihre Glieder.
Ein Gefühl von Schwerelosigkeit, emporgehoben in Finsternis, kein Oben oder Unten. Nur das Prickeln im Inneren.
Ein knirschendes Geräusch, ein Schaben über Holz.
Oh, wie sie all diese Stunden in Dunkelheit diesem einen Moment entgegen gefiebert hat! Wie sie sich danach verzehrte, sehnte, verzweifelt daran festhielt! Endlich ist er wieder gekommen. Er gibt ihr einen Sinn, ihrem Selbst, ihrem Glück. Noch ein paar Mal erklingt das Schaben und Knarzen hinter ihr. Dann ein neues Gefühl.
Leben in ihr, erhebend, erwacht. Sie blinzelt wieder. Ein schmaler Streifen orangefarbenen Lichts vor ihr. Ihr Horizont ein brennender Streif.
Das Dunkel hebt sich, gleißendes Licht strömt über ihren Körper, fein wie Porzellan.
Sie erkennt den geschmückten Baum, glitzernde Kugeln und Lamettaglanz. In der Luft liegt ein Hauch von Zimt und Zuckerwerk.
Da geht ein Rucken und Zucken durch ihre Glieder, sie spürt, wie die Steifheit von ihr schwindet, wie sie sich lebendig fühlt.
Ding. Da-Ding. Ding-ding-dingading-dong.
Die Musik setzt ein, stockend wie ihr Körper, doch mit jedem Klang werden sie mehr eins, gehören zusammen, untrennbar vereint. Die ersten Takte der Melodie, wohl jedem bekannt. Sie hebt ihre Arme in Position, stellt sich auf die Zehenspitzen, verharrt. Sie wartet auf den richtigen Augenblick, ihre Muskeln sind angespannt. Der weiße Rock schwingt im Lufthauch, den der gespannte Beobachter verursacht.
Und dann ist er da, der Moment, auf den sie seit Monaten gewartet hat. Jetzt kann sie die Musik spüren, die aus ihrem Inneren strömt. Die einzelnen Töne miteinander vermischt, die Melodie erklingt, die ein Mädchen einst in das Reich der Zuckerfee begleitete.
Sie tanzt und tanzt, sie dreht sich, sie neigt sich nach allen Seiten, sie verbiegt ihren Körper in eleganten Pirouetten. Die Musik verlangsamt, es knarrt und ächzt an mancher Stelle bereits. Nein, bitte noch ein einziges Mal! Sie verdreht den Kopf zu ihrem Zuschauer, sie bettelt stumm, sie lächelt eisern.
Ding-A-ding.
Doch die letzten Takte verklingen bereits, die Starre kehrt zurück in ihre Glieder. Das Lächeln festgefroren, schmerzt es in ihrem puppengleichen Gesicht. Der warme Schein erlischt, der Deckel schließt sich. Wie lang muss sie wohl wieder warten in ihrem Gefängnis, wie viel Zeit muss vergehen, bis sie sich wieder frei fühlen kann? Wie lang, bis jemand ihren Tanz erneut bewundert?
Geboren in Licht, vergessen in der Dunkelheit, so harrt sie ihrem nächsten Auftritt. Die Spieldosenprinzessin.
Ding.
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