[Rezension] Karen Hamilton – Perfect Girlfriend

Man nehme eine irgendwie sympathische Psychopathin, eine Prise schwarzen Humor und erhalte eine Geschichte, die durchaus nachhallt.

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Werbung | Autor: Karen Hamilton | Titel: Perfect Girlfriend

Erscheinungsdatum: Juli 2018 | Verlag: blanvalet | 446 Seiten | Genre: Roman mit psychotischer Natur

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Je mehr Erinnerungslücken Nate hat, desto stärker wird er sich darauf verlassen müssen, dass ich sie fülle. Und falls er auch nur den leisesten Zweifel hat, dass er nicht absolut freiwillig mitgemacht hat, dann werden ihm diese Spuren beweisen, dass er sich genauso hat hinreißen lassen wie ich.

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Inhalt

Juliette Price hat endlich das Leben, dass sie sich immer sehnlichst gewünscht hat. Doch der Traum zerplatzt, als ihre große Liebe Nate die Beziehung viel zu früh beendet. Aber da hat er nicht mit Juliette gerechnet, denn wenn sie eines nicht kann, dann ist es: Loslassen.

Rezension

Von seelischen Verletzungen

Die Geschichte beginnt, wie soll es anders sein, beim Anfang. Dem Anfang vom allem Übel, das sich in Juliettes Leben zusammenbraut. Man verfolgt, wie sie an einem lauen Sommertag auf ihren kleinen Bruder Will aufpassen soll, doch es kommt zu einem schrecklichen Unfall. Seitdem ist ihr Leben nicht mehr, wie es ursprünglich verlaufen sollte. Sie wird zur Außenseiterin, von den beliebten Mädchen gehänselt und verstoßen. Besonders von einer, Bella, die schönste von allen. Dabei will Juliette doch nur dazu gehören, will in den inneren Kreis vordringen, will Bellas Freundin werden. Doch als das nicht funktioniert, kippt ein Schalter in ihr um. Der erste Baustein zu einem Leben, gefangen in einer Psychose, aus der es kein Zurück mehr gibt.

Karen Hamilton schafft in diesem Roman – wohlgemerkt kein Psychothriller – eine bemerkenswert sympathische Antiheldin. Man kann verstehen, warum ihr übel mitgespielt wurde und entdeckt immer mehr Zusammenhänge im Laufe der Zeit. Aber Juliette Price IST eben auch gruselig, Juliette nimmt Situationen völlig überdreht wahr, Juliette IST eine Stalkerin per excellance. Als ich las, wie sie sich in der dunklen, leeren Wohnung ihres Exfreundes einnistet, ihm etwas in den Kühlschrank packt und dann wieder verschwindet, lief es mir eiskalt den Rücken hinunter. Denn wenn ich mir auch nur vorstelle, dass jemand in meiner Wohnung sitzt, wohlwissend, das ich nicht da bin, weil er meine Social Media Accounts verfolgt, bekomme ich eine leise Panik. Und genau so ist dieses Buch aufgebaut. Man folgt Juliette und ihren Gedanken, plant mit ihr die nächsten Aktivitäten. Man kann nicht erwarten, dass sie völlig durchdreht und mit dem Schlachtermesser eines Tages vor seiner Türe steht – sie macht das viel subtiler.

Denn Juliette wird Flugbegleiterin, um Nate – er ist Pilot – eines Tages völlig unvorbereitet wieder zu treffen, geschickt arrangiert mit einem perfiden Plan in der Rückhand.

Juliette schafft es, dass sie mir in vielen Situationen wirklich leid tat, ich sie in mein Herz schloss und inständig hoffte, sie würde endlich zur Vernunft kommen. Doch sie verfolgt eisern ihr Ziel, die große Wiedervereinigung mit Nate und gleichzeitig die Vernichtung ihrer früheren Erzfeindin Bella.

Das Ende wurde überraschend offen gelassen. Mir gefiel das wirklich sehr gut, denn so bleibt immer noch die Hoffnung, dass es ein gutes Ende nehmen kann für alle Beteiligten, ohne zu viel zu verraten.

Fazit

Alles in allem verstehe ich die doch recht durchschnittliche Bewertung nicht so recht. Man kann hier wirklich keinen Fingernagelverschlingenden Psychothriller erwarten, der wurde so auch nicht angekündigt. Aber man kann verfolgen, wie sich kleine Gemeinheiten aus der Kindheit zu etwas viel größerem, viel hässlicherem entwickeln. Ich wurde bestens unterhalten und kam nicht drum herum, das ein oder andere Mal die Augen aufzureißen und ungläubig mit dem Kopf zu schütteln.

Bewertung im Detail

Idee ★★★★☆ ( 4 / 5 )

Handlung ★★★★☆ ( 4 / 5 )

Charaktere ★★★★☆ ( 4 / 5 )

Sprache ★★★★☆ ( 4 / 5 )

Emotionen ★★★★☆ ( 4 / 5 )

= 4 ★★★★

Erinnert an:

Deborah Moggach – Die Doppelgängerin

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Vielen Dank an den Blanvalet Verlag für die Bereitstellung eines Rezensionsexemplares!

12 Comments on “[Rezension] Karen Hamilton – Perfect Girlfriend

  1. Guten Morgen Liebes, auf diese Rezension habe ich ja schon gewartet 😀 und ich bin auf jeden Fall sehr neugierig! Die Geschichte klingt wirklich super interessant und ich kann mir deine Gefühle nur zu gut Vorstellen. Man fiebert schliesslich immer mit dem Protagonisten mit auch wenn dieser vielleicht mal der „böse“ ist.
    Das Buch ist bei mir vorgemerkt!
    Hab einen tollen Tag ❤

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    • Guten Morgen, liebste Elizzy!
      Ich fand es wirklich erfrischend, mal eine etwas andere Protagonistin kennenzulernen. Ich muss auch nich immer jede Handlung nachvollziehen können 😄 ich bin gespannt auf deine spätere Meinung!
      Genieß den Tag ❤️

      Gefällt 1 Person

  2. Hallo Gabriela,
    ich habe mir das Buch mal angeschaut und war mir nicht sicher, ob ich es lesen sollte oder nicht. Klang zunächst wie die meisten anderen Romane, die sich mit dem Thema Stalking beschäftigen. Aber dein Rezension macht mich doch neugierig. Vielleicht schaue ich es mir doch mal genauer an. 😉
    Liebe Grüße
    Diana von lese-welle.de

    Gefällt 1 Person

    • Hallöchen! Dann hoffe ich, dass sich meine Empfehlung bezahlt macht. Die Meinungen sind bisher ja wirklich ganz gegensätzlich, aber das liegt vermutlich auch an der Erwartungshaltung. Man kann wirklich keinen spannungstriefenden Thriller erwarten, aber wenn man sich von dieser Vorstellung befreit…. 🙂

      Liebe Grüße!
      Gabriela

      Gefällt 1 Person

  3. Hi Gabriela,

    ich hoffe, der Thriller hat dir nicht den Schlaf geraubt. Gott, die Story klingt wahnsinnig spannend und ist sicherlich auch etwas beklemmend, weil man selbst nie in so einer Situation, des gestalkt werden, sein möchte.

    Liebe Grüße Tina

    Gefällt 1 Person

    • Huhu Tina!
      Wie gesagt, ein Thriller isf es nicht, dazu fehlte einfach auch die gewisse Spannungskurve. Aber es war definitiv beklemmend, Juliette auf ihrem Weg zu begleiten!

      Liebe Grüße!
      Gabriela

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      • Ein Roman richtig.

        Ich meinte es eher so, dass es einen gedanklich mitnimmt. Man sich selbst eine Thriller bastelt mit der Frage „Was wäre, wenn“.

        Gefällt 1 Person

      • Das schon eher, ja 🙂 ich wollte nur nicht, dass durch diese Genre-Schublade vllt falsche Erwartungen geschürt werden ☺️ Hier spielt wirklich viel Kopfkino rein, die eigenen Überlegungen, wirklich dieses „was wäre, wenn mir das passieren würde“. 😄

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  4. Pingback: Rückblick auf den Juli – Buchperlenblog

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