
Werbung | Erscheinungsdatum Erstausgabe: 02.01.2018 Verlag : HarperCollins
ISBN: 9783959671323 Flexibler Einband 352 Seiten Genre: Endzeitroman
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Was ich am Sommer vermisse:
Die Sonne.
Die Wärme.
[…]
Mit Dad in einem Reifenschlauch den Fluss runterfahren.
Dad, wie er mir Angeln beibringt.
Dad, wie er Walt Whitman liest.
Dad, wie er unter der Dusche singt.
Dad, wie er lacht.
Dad.
(S.24)
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Inhalt
Gwendolynn – Lynn – McBride war 16 Jahre alt, als die Welt, wie wir sie kennen, unterging. Sieben Jahre später lebt sie mit ihrer Familie im eisigen Yukon in Kanada, jagt und friert. Erst kam der große, alles zerstörende Krieg und dann die Grippeepidemie, die die Menschheit fast vollständig auslöschte. Und nun verirrt sich ein Wildfremder zu ihnen, der alles andere als normal zu sein scheint.
Rezension
Das Szenario ist weitreichend bekannt. Ein gefährlicher Grippevirus löscht die Menschheit aus. So bereits gesehen in einigen anderen Geschichten – und warum auch nicht? Die Gefahr ist real. Menschen experimentieren mit Viren und Antiviren und irgendwann könnte es tatsächlich daneben gehen.
In Lynns Welt ist genau das geschehen. Viele Menschen starben dabei, auch ihr Dad, der Dreh- und Angelpunkt der Geschichte ist. Er starb, bevor sie in den Yukon aufbrachen, doch er hat Lynn auf das Leben, so gut er konnte, vorbereitet. Und das Leben ist nicht leicht. Es ist bitterkalt, es herrscht ein scheinbar ewiger Winter, die Nahrung ist knapp, man isst, was man erlegt. Und genau hier liegt auch die größte Spannung der Geschichte. Die eisige Landschaft Kanadas, die tödliche Gefahr, die von dieser Kälte ausgeht. Der Schutz, den man nur dann erhält, wenn man zusammenhält – wie ein Rudel Wölfe im Winter.
Lynn ist bereits 23, doch merkt man ihr das mitunter nicht an. Sie denkt und verhält sich wie ein Teenager, und vermutlich ist sie das auch noch. Stehengeblieben innerlich, als die Welt stehenblieb. Als ihr Vater starb. Doch als Jax, der geheimnisvolle Fremde, auftaucht, taut sie langsam auf. Er wird von der Organisation Immunity verfolgt, die vorgeben, die Menschheit mit einem speziellen Serum retten zu wollen. Doch dann gerät auch Lynn auf das Radar der Forscher, und plötzlich prasselt die Vergangenheit auf sie ein. Was tat ihr Vater im Keller all die Tage?
Es ist vielleicht nicht der spannendste Endzeitroman der Welt. Es ist vielleicht auch nicht der Innovativste. Aber er lebt von anderen Details. Die Atmosphäre wurde wirklich toll eingefangen, es fröstelte mich doch immer wieder bei den gelesenen eisig kalten Temperaturen. Auch die Entwicklung von Lynn, von der spätpubertären Jungendlichen zur erwachsenen Frau, die mit Verstand agiert, habe ich sehr gern beobachtet. Die Sprache ist recht einfach gehalten, was vermutlich der Ich-Erzählerin geschuldet ist. Denn seien wir mal ehrlich: unsere Gedanken sind die meiste Zeit des Tages auch eher weniger komplex. Oder? Dadurch fand ich Lynn aber sehr menschlich und schloss sie ins Herz.
Fazit
Eingefangen in toller Atmosphäre, zeigt uns Wie Wölfe im Winter eine postapokalyptische Welt, die auf ihre Weise schrecklich-schön ist. Die auf ihre Weise gefährlich ist. Und die doch zeigt, dass das Leben lebenswert ist und es sich lohnt, dafür zu kämpfen.
Bewertung im Detail
Idee ★★★★☆ ( 4 / 5 )
Handlung ★★★★☆ ( 4 / 5 )
Charaktere ★★★★☆ ( 4 / 5 )
Sprache ★★★★☆ ( 4 / 5 )
Emotionen ★★★★☆ ( 4 / 5 )
= 4 ★★★★







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