[Rezension] Thomas Olde Heuvelt – Hex

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Erscheinungsdatum Erstausgabe: 16.10.2017

Verlag: Heyne

ISBN: 9783453319066

Genre: Horror

Flexibler Einband 432 Seiten

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Ein Übel zog ein weiteres, größeres Übel nach sich, und am Ende konnte man alles nach Black Spring zurückverfolgen. (S. 415)

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Inhalt

Ein gut nach außen hin abgeschirmtes 3000 Seelen Dörfchen in Amerika. Eine 300 Jahre alte Hexe. Und die Angst davor, was passieren mag, wenn Katherine van Wyler ihre Augen eines Tages wieder öffnen wird.

Rezension

Der Ort Black Spring wird von einer Frau heimgesucht, die man vor mehr als 300 Jahren der Hexerei bezichtigte und hängte. Nachdem sie ihren eigenen Sohn von den Toten wieder auferstehen ließ, blieb den gottesfürchtigen Bewohnern Black Springs keine andere Wahl. Seitdem spukt sie in den Grenzen des Dorfes, erscheint scheinbar wahllos im Wald, auf den Straßen und sogar in den Wohnzimmern der Einwohner. Diese haben sich weitestgehend damit arrangiert, denn ihre Macht ist gebannt, seitdem mutige Männer ihr Augen und Mund zunähten, und sie so ihre Flüche nur noch aus einem Mundwinkel heraus wispern kann.

Die Geschichte ist interessant angelegt. Ein alter Fluch über einem Dorf, moderne Mittel, um die Aufenthaltsorte der Hexe zu lokalisieren. Die Organisation Hex hat überall Überwachungskameras aufgebaut, in einer App kann man angeben, wo man die Hexe zuletzt gesehen hatte. Nun fragt man sich zu Recht, wieso die Menschen nicht einfach ihre Zelte abbrechen und ein Leben fernab der Hexe führen. Das können sie nicht; wer einmal hier wohnt, der bleibt. Denn sonst wird man von bösen Gedanken heimgesucht, die in Selbstmord enden. Aber dann gibt es da diese Gruppe Jugendlicher, die etwas ändern wollen. Zumindest Tyler möchte sein Leben nicht in Black Spring verbringen. Sie filmen sich dabei, wie sie der Hexe Streiche spielen. Doch diese Streiche geraten außer Kontrolle, als einer von ihnen zu weit geht. Das Schicksal von Black Spring nimmt seinen Lauf.

Es könnte eine wirklich gute Geschichte sein, die Ideen sind vorhanden. Jedoch ist in diesem Buch – meiner Meinung nach – das größte Manko die sprachliche Umsetzung. Den Stil Heuvelts kann ich nur als äußerst einfach, teilweise sogar primitiv und umgangssprachlich bezeichnen. Die Dialoge sind zwar wie aus dem Leben gegriffen in ihrer Einfachheit, doch brachten sie kaum Spannung rüber. Streckenweise schien es, als hörte ich dem Zeitungsverkäufer ums Eck zu, wie er mir ein Schauermärchen erzählt. Was schade ist, denn es hätte durchaus Potenzial gehabt. Oftmals blieben Beschreibungen gänzlich aus, so dass mir die meisten Bewohner und Black Spring selbst als gesichtslos vorkamen. Somit blieben mir auch die Geschehnisse seltsam fern und ich war mehr außenstehender Zuschauer, als mittendrin im Geschehen. Handlungen werden heruntergebrochen, ohne ihnen Raum zum Entfalten zu geben, das Ganze ist durchsetzt von langatmigen Passagen, in denen scheinbar nichts passiert. Auch blieben mir manche Handlungen unzureichend erklärt, zum Beispiel wie es die Männer damals schafften, der Hexe die Augen und den Mund zu vernähen.

Katherine van Wyler war die Einzige, die ich mir problemlos vorstellen konnte. In ihrer blinden Stummheit weckte sie bei mir weniger Angst und Horror, denn stilles Mitleid. Eine Frau, von ihren Mitmenschen zum personifizierten Bösen gemacht, abgestempelt und teilweise zum Gespött der Kinder degradiert. Was in Black Spring an Wahnsinn umgeht, entspringt weniger der Hexe, als der Dummheit der Menschen. Natürlich kann sie dich töten, wenn du sie flüstern hörst, wenn du ihr in die Augen blickst oder sie berührst. Und wenn ich mir nachts Gedanken zur Geschichte machte, liefen mir durchaus auch kleine Schauer den Rücken hinab. Etwas, das Heuvelt während des Lesens nicht schaffte.

Fazit

Eine gute Grundidee, die deutlich an Spannung gewonnen hätte, wäre die Sprache nicht größtenteils so nichtssagend gewesen. Trotzdem lohnt sich der Showdown für  Freunde des subtilen Horror, die vielleicht weniger Wert auf sprachliche Finessen legen.

Bewertung im Detail

Idee ★★★★☆ ( 4 / 5 )

Handlung ★★★★☆ ( 4 / 5 )

Charaktere ★★★☆☆ ( 3 / 5 )

Sprache ★★☆☆☆ ( 2 / 5 )

Emotionen ★★☆☆☆ ( 2 / 5 )

= 3.0 ★★★

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Vielen Dank an das Bloggerportal und den Heyne Verlag für das Rezensionsexemplar!

4 Comments on “[Rezension] Thomas Olde Heuvelt – Hex

  1. Hallo Liebes, danke für diese Rezension, habe mich um das Buch hin und her geschlichen. Nun werde ich es aber wohl nicht lesen. Die Mankos, die du hier aufgeführt hast würden mich auch stören. Echt Schade! Den der Plot hört sich wirklich richtig gut an!

    Gefällt 1 Person

    • Ich hatte mir auch recht viel von dieser Geschichte erhofft :/ Teilweise auch wegen den Kommentaren Kings und Martins auf dem Cover, beides Schriftsteller die richtig toll schreiben können. Es gibt ja auch Rezensionen, die den Stil als sehr spannend beschreiben, vielleicht fehlt mir dazu auch nur einfach irgendwas. 😀

      Gefällt 1 Person

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