Düstere Geschichte über einen Ort, in den langsam das Böse sickert.

Werbung | Autoren: John Ajvide Lindqvist | Titel: Unwesen |
Übersetzung: Thorsten Alms |
Erscheinungsdatum: Mai 2023 | Verlag: dtv |
768 Seiten | Genre: Mystery |

Ich bin mittlerweile überzeugt, dass wir nicht allein sind. Hier gibt es noch etwas außer den achtundzwanzig Menschen, die vor vier Tagen in diesen Container gesperrt wurden.
(S.284)


Inhalt
Nordschweden. Ein kleiner Ort namens Norrtälje, in dem die Menschen freundlich und hilfsbereit sind. Doch dann steht eines Tages plötzlich ein leuchtend gelber Container am Hafen, und während die Behörden noch über die Zugehörigkeiten streiten. fühlen manche bereits, dass mit diesem Container etwas sehr gefährliches den Weg zu ihnen gefunden hat. Was, wenn der Container geöffnet wird?
Rezension
5 Freunde und ein Ungeheuer
John Ajvide Lindqvist wird als Schwedens Antwort auf Stephen King gehandelt. Natürlich werd ich da direkt hellhörig und muss mich selbst davon überzeugen! Und ja, ich kann verstehen, warum dieser Vergleich im Raum schwebt.
Wir befinden uns in Norrtälje, einem kleinen schwedischen Ort, wo viele sich untereinander kennen, miteinander die Schulbank gedrückt haben, niemals fortgezogen sind. Die Geschichte befasst sich vorrangig mit Anna und Siw, zwei junge Frauen, die seit der Schulzeit befreundet sind, sowie der Dreiergruppe, bestehend aus Max, Marko und Johan. Max und Siw sind jedoch nicht wie die anderen. Max hat seit seiner Kindheit immer wieder Anfälle, in denen er einen gewaltsamen Tod in naher Zukunft am eigenen Leib spüren kann, nicht seinen eigenen, aber den von jemandem ganz in der Nähe. Und Siw hat ein Gehör; sie hört in die Zukunft, jedoch in unbestimmter Zeitspanne, so dass sie ebenfalls vor Unglücksfällen gewarnt wird. Nur verhindern und eingreifen, das ist beiden bisher nicht wirklich geglückt.
Die fünf jungen Menschen finden zueinander, während der mysteriöse Container in Norrtälje abgeladen wird. Und alle zusammen und jeder für sich beginnt die Veränderungen des Ortes zu spüren. Denn mit dem Container ist auch etwas wirklich finsteres nach Nordschweden gelangt, etwas, das sich unbemerkt in der Stadt verteilt und wie eine Gewitterwolke über den Köpfen der Bevölkerung hängt.
Die Spannung wird ganz allmählich aufgebaut, mitunter wird auch viel Zeit bei Pokemon Go verbracht, was Lesern, die damit wenig bis gar keine Berührungspunkte haben, möglicherweise gegen den Strich gehen kann. Aber ja, doch, durch die langsam sich entfaltende Bedrohung spürt man deutlich den King-Vibe, den man zum Beispiel auch in In einer kleinen Stadt finden kann. Nur, dass für mich durchaus noch mehr mysteriöses, unheimliches oder auch brachial brutales passieren hätte dürfen. Unwesen ist ein in seiner Düsternis recht ruhiges Buch, das muss man mögen.
Fazit
Der Ausflug nach Nordschweden hat mir in sich sehr gefallen, hätte aber durchaus spannender sein dürfen. Über weite Strecken gleicht es eher einer Charakterstudie, denn einem übernatürlich-gruseligen Werkes.
Bewertung im Detail
Handlung ★★★★☆ ( 4 / 5 )
Atmosphäre ★★★★★ ( 5 / 5 )
Charaktere ★★★★★ ( 5 / 5 )
Sprache ★★★★☆ ( 4 / 5 )
Emotionen ★★★★☆ ( 4 / 5 )
= 4.4 ★★★★
Erinnert an
Stephen King – In einer kleinen Stadt

Herzlichen Dank an den dtv Verlag für die Bereitstellung eines Rezensionsexemplars!






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